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Schlagwort: Stadien

Freunde der (künstlichen) Sonne!

Heute ist zwar Dienstag und nicht Freitag, aber an Tagen wie diesen kann man ein bisschen Sonne gebrauchen.

Jeden Freitag veröffentlichen Menschen bei Twitter unter #floodlightfriday Bilder von Flutlichtern. Das heißt von Flutlichtmasten, von Spielfeldern mit Flutlicht, von Stadien mit aktiviertem Flutlicht oder auch einfach gesamte Landschaftsbilder mit einem beleuchteten Stadion darin.

Und welcher Fußballbegeisterte wäre nicht diesem ganz eigenen Zauber erlegen, den von Flutlicht bestrahlte Stadien stets ausströmen, ob nun das Ruhrstadion by night oder ein Dorfplatz im Moseltal? Noch dazu sieht man hier eine wunderbare Auswahl an Variationen von Flutlichtmasten, deren einzigartige Ästhetik auch mal einen eigenen Bildband samt ausführlicher kunsthistorischer Betrachtung verdient hätte (welchen es sicher schon gibt).

Als Appetitanreger hier zwei Beispiele mit Genehmigung des Urhebers.


Etliche weitere schöne, anmutige, obskure und betörende Beispiele finden sich unter diesem Link: #floodlightfriday, bei dem man diese hinreißenden Bilder auch betrachten kann, ohne bei Twitter angemeldet zu sein.

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Gewinnspiel: Seit‘ an Seit‘ — Stadien in direkter Nachbarschaft

Die Idee zur heutigen Sammlung beim traditionellen Gewinnspiel ohne Gewinne stammt von Gunnar vom Stehblog, der mir erzählte, dass eine Diskussion im SVWW-Forum (ja, sowas gibt’s tatsächlich) stattgefunden habe, welche anderen Städte denn wohl damit aufwarten könnten, dass sich zwei Stadien von beträchtlicher Größe direkt nebeneinander befinden.

In Wiesbaden ist dies mit der BRITA-Arena und dem Stadion an der Berliner Straße, seit September 2009 der „Helmut-Schön-Sportpark“, der Fall.

Beide verfügen über eine Kapazität von über 10.000 Menschen, welche sich gleichzeitig auf die Ränge des Stadions begeben können, und befinden sich direkt nebeneinander.

Einzige vergleichbare Situation, die den Foristen in den Sinn kam, war das Westfalenstadion neben dem Stadion Rote Erde (welche übrigens, wie Leser des Buches „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ wissen, während des Baus des Westfalenstadions als „Zwillingsstadion“ tituliert wurden).

Deshalb die Frage, hier beim Gewinnspiel ohne Gewinne:

Wo gibt es zwei nennenswert große Stadien in direkter Nachbarschaft?

Ihr schwarmgedächtnist, ich fülle die Liste auf. Zur Einschränkung: ein einfacher Sportplatz tut es nicht, es sollten schon beides richtige Stadien sein. Was ein Stadion definiert, das wiederum entscheidet jeder selbst. 10.000 Zuschauer Fassungsvermögen müssen es nicht sein, sind aber eine Art Anhaltspunkt.

Stadt Stadien
Bangkok Supachalasai Thephasadin
21.000 6.378
Barcelona Camp Nou Mini Estadi
99.354 15.276
Berlin Olympiastadion Olympiapark-Amateurstadion
74.244 5.500
Budapest Hidegkuti Nándor Stadion Sport Utcai Stadion
12.700 2.500
Buenos Aires Estadio Libertadores de América Estadio Presidente Perón
50.566 51.389
Bratislava Stadion Pasienky Stadion Tehelné Pole
13.000 30.000
Brüssel Stade Roi Badouin Kleines Heyselstadion
50.000 10.000
Cardiff Milennium Stadium Cardiff Arms Park
74.500 12.500
Dortmund Westfalenstadion Stadion Rote Erde
80.645 25.000
Dundee Tannadice Park Dens Park
14.000 12.000
Durban Moses-Mabhida-Stadium Kings Park Stadium
70.000 55.000
Göteborg Ullevi Gamla Ullevi
43.000 18.000
Helsinki Olympiastadion Sonera Stadium
40.682 10.766
Johannesburg Ellis Park Johannesburg Stadium
62.500 37.500
Kopenhagen Parken Österbro Stadion
38.065 7.000
Lusaka Lusaka Stadium Independence Stadium
70.000 30.000
Malmö Malmö Stadion Swedbank Stadion
26.500 24.000
Mannheim Carl-Benz-Stadion Rhein-Neckar-Stadion
27.000 8.000
Montreal Olympiastadion Saputo Stadium
66.308 20.341
Nottingham City Ground Meadow Lane
30.056 20.229
Odense Tre-For-Park Odense Atletikstadion
15.761 8.000
Paris Parc des Princes Jean-Bouin
49.000 20.000
Prag Strahóv Stadion Stadion Evžena Rošického
220.000 18.775
Rheydt Jahnstadion Grenzlandstadion
30.000 12.000
Saarbrücken Ludwigsparkstadion FC-Sportfeld
35.303 12.000
Stuttgart Mercedes-Benz-Arena Stadion Festwiese
60.449 5.000
Tórshavn Tórsvøllur Gundadalur
6.000 5.000
Wiesbaden BRITA-Arena Helmut-Schön-Sportpark
12.566 11.000
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Gewinnspiel: Stadiontausch

[Update: Alles chronologisch sortiert, gar 3x gab es 3 Stadien in einer Saison.]

Heute ein doch etwas diffizileres Gewinnspiel als nur „Rote Karten für Nationalspieler“ oder dergleichen Anfänger-Kram mehr.

Heute die Frage:

Welche Bundesligisten bestritten im Laufe einer Saison ihre Heimspiele in zwei verschiedenen Stadien?

Ich bitte um Euer Wissen.

3 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2 Stadion 3
TeBe Berlin 1974/1975 Mommsenst. Olympiastadion, Berlin Poststadion
VfL Bochum 1975/1976 Ruhrstadion Stadion am Schloss Strünkede Westfalenst., Dortmund
Borussia M‘gladbach 1977/1978 Stadion am Bökelberg Rheinstadion, D‘dorf Jahnstadion, Rheydt

2 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2
Hamburger SV 1969/1970 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1970/1971 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1971/1972 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
FC Bayern München 1971/1972 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
FC Bayern München 1972/1973 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Kickers Offenbach 1974/1975 Stadion am Bieberer Berg Waldstadion, Frankfurt
Rot-Weiss Essen 1974/1975 Georg-Melches-Stadion Parkstadion, Gelsenkirchen
Fortuna Düsseldorf 1975/1976 Stadion am Flinger Broich Rheinstadion
1. FC Köln 1975/1976 Müngersdorfer Stadion, Köln Radstadion, Köln
TeBe Berlin 1976/1977 Mommsenstadion Olympiastadion, Berlin
Borussia Dortmund 1976/1977 Westfalenstadion Parkstadion, Gelsenkirchen
FC St. Pauli 1977/1978 Millerntor Volksparkstadion
1. FC Kaiserslautern 1978/1979 Betzenberg, Kaiserslautern Südweststadion, Ludwigshafen
Karlsruher SC 1988/1989 Wildparkstadion Frankenstadion Heilbronn
FC St. Pauli 1988/1989 Millerntor Volksparkstadion
FC St. Pauli 1989/1990 Millerntor Volksparkstadion
SG Wattenscheid 09 1990/1991 Lohrheidestadion Ruhrstadion
TSV München 1860 1994/1995 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Hansa Rostock 1995/1996 Ostseestadion, Rostock Olympiastadion, Berlin
VfL Wolfsburg 2002/2003 VfL-Stadion Volkswagen Arena
TSG Hoffenheim 2008/2009 Carl-Benz-Stadion, Mannheim Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim
Bayer Leverkusen 2008/2009 Esprit-Arena, Düsseldorf Bay-Arena Leverkusen
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Zahlen lügen nicht: Stadien immer unsicherer

Die Zahlen lügen nicht. Die Stadien der Bundesliga werden immer unsicherer. Das spiegelt sich nicht zuletzt in ständig fallendem Zuschauerinteresse wider. Früher ging man unbehelligt und -beschwert ins Stadion. Heute fürchten viele aufgrund eigener Erfahrungen oder derer von Freunden und Bekannten den Gang ins Epizentrum des Terrors, in ein Bundesligastadion.


Zuschauerschnitt pro Spiel der 1. Bundesliga

Die Grafik zeigt deutlich, dass die Zuschauer der mangelhaften Sicherheit Tribut zollen (müssen). Waren es einst ganze Familien, Frauen, Kinder, Junge und Alte, die sich an einem Stadionbesuch erfreuten, trauen sich heutzutage nur noch die ganz Hartgesottenen ins Stadion. Dass man bald Mittel und Wege findet, diesen Trend umzukehren, bleibt zu hoffen, ist aber unwahrscheinlich.

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Herrliche Bilder von Belgiens Amateurplätzen

Nur zwei Bilder, die kaum die Schönheit der Werke auf der unten verlinkten Seite vermitteln können. Schönheit, wenn man sich für die Ästhetik von unterklassigen Fußballplätzen und Stadien und allem, was irgendwo dazwischen rangiert, erwärmen kann.

Die deutschen Pendants hat man ja schon aufgesogen, da tut jemand, der solche Bilder in Belgien (und Luxemburg) er- und zusammengestellt hat, richtig gut.

Die Fotos hier mit freundlicher Genehmigung des Betreibers von Groundhopping.be, wo es Hunderte weiterer Kleinode zu genießen gibt, noch dazu in äußerst angenehmer Verpackung.

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Reminder für Länderspiel-Reporter

Es gibt neuerdings Tretesel. Und Dampfrösser. Sogar Automobile zu erschwinglichen Preisen. Das hat zur Folge, dass Menschen auf den Rängen eines Stadions in einer bestimmten Stadt womöglich eine ganz andere Stadt ihre Heimat nennen.

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Alle EM-Stadien im 360°-Panorama

Der altbekannte Service rund um die großen Sportereignisse ist da: Alle EM-Stadien im 360°-Panorama gibt es mal wieder von Google Street View, hier die einzelnen Links.

Ukraine

Polen

Man muss allerdings mit Bedauern feststellen, dass man sich den Besuch der Links zu den Innenansichten der Stadien der EM sparen kann. Einzig Posen fällt ein wenig aus dem Rahmen, mit Abstrichen Donezk, ansonsten sehen alle Stadien von innen nahezu identisch aus: Die Steilheit der Ränge, die Form der Bestuhlung, das Fehlen von besonderen Merkmalen.

Natürlich ist es gut und richtig — Stichwort weiße Elefanten — dass man die Stadien alle nach dem gleichen Bauplan gebaut und nur in verschiedenen Farben angemalt hat. Die Leckerbissen sollen schließlich auf dem Rasen, nicht auf den Rängen stattfinden.

Ein bisschen bedauerlich ist es allerdings schon, dass nun das, was in der Bundesliga Standard geworden ist, auch für die Übertragungen der Spiele der EM 2012 gelten wird: Am Erscheinungsbild des Stadions wird man nicht erkennen können, aus welcher Stadt ein EM-Spiel gerade übertragen wird. Oder wenn doch, dann nur an der Farbe der leeren Sitze. (Wie man hört, gehen Karten insbesondere für die Ukraine ganz schlecht.)

Klar, first-world-problems sind das, dass die Stadien „nicht abwechslungsreich genug gestaltet sind“, zumal zugegebenermaßen die Form eines für den Besucher optimalen Stadions nicht allzu viel Variation zulässt. Und doch hätte man sich, einfach fürs Häätz, so ein kleines, winziges architektonisches Schmankerl hie und da mal gewünscht.

Dann eben doch nur auf dem Rasen.

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Augsburg ist am steilsten

[photopress:augsburg_hertha.jpg,full,alignright] Absolut überflüssiges Wissen, auf das man auf keinen Fall verzichten sollte.

Das Bild verrät das Thema ja sehr leicht und wir sehen, dass der letztens noch Tabellenletzte und der aktuelle Meister etwas gemein haben, was im Titel dieses Beitrags nicht adäquat erwähnt ist, macht aber nix, denn die Auflösung ist ja unter untigem Link frei verfügbar.

Klicken Sie sich durch bis zu Bild 4 und erfahren Sie, wo der FC Bayern München und der FC Schalke 04 ganz dicht beieinander liegen.

Und wo Hertha BSC mal wieder Letzter ist.

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Weiße Elefanten am russischen Horizont

Ganz groß zwischen Kimme und Korn ist ja zur Zeit Katar, wo man 6 Stadien in eine einzige Stadt bauen möchte, in welcher schon zu Länderspielen zwischen der am meisten gehypten Nationalmannschaft des bekannten Teil des Universums, Brasilien, und dessen Testspielgegnern gerade mal schlappe 6.000 Zuschauer erscheinen.

Der große Vorteil Russlands ist wohl, dass im Schatten dieser skandalösen WM-Ausrichter-Auswahl die Entscheidung für Russland beinahe fußballaffin wirkt. Erste Europapokalgewinner aus diesem Land, die nicht Dynamo Kiew heißen, gibt es bereits seit einigen Jahren und der russische Fußball macht den Eindruck, als wachse die Begeisterung und erlange er wie auch in Mitteleuropa immer besseren Zugang zur Mitte der Gesellschaft (nicht dass das per se wünschenswert wäre).

Dass der Hooliganismus in den Regionen, die jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs liegen, genau jene 20 Jahre nachholen möchte, die er unter der Knute stand und sich nicht rühren konnte und deshalb noch in einer (was man so liest) viel dramatischeren Form vorliegt, als er hier je existierte, ändert nichts daran, dass man dort über das Geld verfügt, Stadien zu bauen so schön wie russische Prinzessinnen.

Weshalb man das auch unbedingt tun möchte, ganz gleich, wie sinnlos verprasst diese Gelder sind, die für — man muss sich das immer wieder vergegenwärtigen — eine effektive Nutzungsdauer von 360 Minuten gebaut werden. Also ungefähr 1 Million Euro Baukosten pro Minute Nutzungszeit. Zählt man An- und Abfahrt und derlei Brimborium am Spieltag hinzu, sind es immer noch nur 4 ganze Tage.

4 mickrige, einzelne Gelegenheiten.

Da ist die Frage nach den Schulen, Kindergärten, Teddybären und Schulbüchern doch viel weniger polemisch als sie beim ersten Gong noch klang.

Weil man es (sich leisten) kann, baut man nun also laut dieser Aufstellung bei SPON zur WM 2018 in Russland nicht weniger als 13 der als Ausrichtungsort vorgesehenen 16 Stadien neu. Von welchen 9 wiederum an Orten entstehen sollen, an denen man zur Zeit nur über Zweitligaklubs verfügt. Zwar sind es bis 2018 noch Glückszahl Jahre hin, da kann natürlich der eine oder andere Klub, insbesondere wenn man das möchte, auch noch aufsteigen — nur darauf bauen kann man nicht.

Was aber wäre so schlimm daran, einigen Zweitligisten ein schickes Stadion zu bauen? Immerhin würden diese dann anders als in Korea oder Südafrika überhaupt genutzt. — Ganz einfach: Es mag für die Zweite Bundesliga sinnvoll sein, über solche Riesen zu verfügen. Die Zweite Bundesliga, in der man in Frankfurt in einem WM-Stadion spielt, in Berlin bis vor wenigen Monaten dasselbe tat, und die Ränge trotzdem entsprechend ihres Umfangs gefüllt werden.

Die russische 2. Liga hingegen besuchen im Schnitt 5.243 Zuschauer pro Partie, wobei der bestbesuchte Verein knapp über 14.000 Zuschauern erreicht. Die zwei letzten der Zuschauertabelle schaffen es nicht mal auf durchschnittlich 2.000 Besucher.

Offensichtlich benötigen nicht gerade diese russischen Zweitliga-Städte 9 Stadien mit einer Kapazität von über 40.000 Zuschauern, aber die Frage der Nachnutzung zählt bei diesen Projekten nun mal nicht. Und wenn, dann nur auf dem Papier in einer schöngerechneten (der Gedanke als Sohn des Wunsches) Version im Vorhinein.

Im Einzelnen sind dies folgende für die WM 2018 als Ausrichtungsort eingeplanten Städte Russlands:

  • Kaliningrad mit dem FC Balitka Kaliningrad
  • Jaroslawl mit dem FC Schinnik
  • Nischni Nowgorod mit dem FC Wolga und dem FC Nischni
  • Saransk mit dem FC Mordowia
  • Samara mit dem FC Krylja Sowetow Samara
  • Jekaterinburg mit dem FC Ural Swerdlowsk
  • Wolgograd mit dem SC Rotor Wolgograd, der zur Zeit wegen Finanzproblemen nirgendwo spielt
  • Krasnodar mit dem FC Kuban und dem FC Krasnodar
  • Sotschi mit zur Zeit keinem Verein von Belang

Das alles ist ein eher kleiner Skandal im Skandal-Feuerwerk der wohl korrupten Vergabe beider kommender Weltmeisterschaften, deshalb aber nicht weniger erwähnenswert.

Ähnlich lief es zwar bereits 2002 ab. Damals allerdings aus einer ganz anders aufgestellten Volkswirtschaft heraus. Was man als ordentlicher Blogger jetzt nachprüfen müsste. Wenn man es hier einfach behauptet, hat wenigstens jemand Grund, zu widersprechen.

Dem ansonsten völlig unsinnigen Bau von 9 Stadien mit einer Kapazität von über 40.000 Zuschauern für eine Liga mit einem Zuschauerschnitt von 5.000, in einem Land, das trotz aller wirtschaftlichen Fortschritte beim Pro-Kopf-Einkommen auf Platz 71 der Welt liegt (und bei der Jugendarbeitslosigkeit auf Platz 174), kann ja wohl keiner bei Trost widersprechen.

For the swank, for the pomp.

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Ostland gegen Südwestland

Gewiss, der aktuelle Zustand, in welchem die vier Grundelemente eines Stadions nach Sponsoren benannt sind, ist nicht besser als der frühere. Doch vor Einkehr dieser Verhältnisse war es um die Kreativität der Stadionerbauer, der Zuschauer, der Vereinsmitglieder oder der sonstwie namensgebenden Institutionen keinen Deut besser bestellt.

Fankurven respektive Stadiontribünen nach Himmelsrichtungen zu benennen bedeutet, dass einem schlicht nichts eingefallen ist, wie man diese paar Betonstufen denn nun nennen könnte. Und das, obwohl genau diese paar Betonstufen doch der Ort sind, der den dorthin Pilgernden besonders ehrwürdig erscheint.

Ausnahmen, bei denen eine Tribüne tatsächlich mal einen Namen besitzt und keine Himmelsrichtung als Taufpaten kennt, sind die die Regel bestätigende undsoweiter undsofort Punkt Bindestrich.

Nicht mal, ich betone: nicht mal!, einen Mix aus zwei Himmelsrichtungen haben die Fußballspieler und -geher und -erbauer je hinbekommen, dabei sind die wenigsten Stadien korrekt nach Nord-Süd oder Ost-West ausgerichtet.

Wäre bei der Benennung von Ländern ähnlich viel Phantasie wie im Fußball vorhanden gewesen, dann siehe Überschrift. Zum Glück hat man diese Namenswahl nicht auch noch den drögen wie tristen Gehirnen von Fußballfans im weiteren Sinne überlassen.

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Es ist ein Kreuz mit den leeren Stadien bei der WM

Alle jammern, kaum jemand aus dem Austragungsland habe sich Karten besorgt, dabei sei es für den Rest der Welt doch so ein großes Fest, zu dem unbedingt ausverkaufte Stadien gehöre, denn sonst sei weder das Spiel als gut zu bewerten noch die Stimmung zu Hause vor dem Fernseher akzeptabel.

Und tatsächlich! Es sind wirklich viele Partien nicht mal annähernd halb besetzt. Ein Skandal natürlich, den die Fußballwelt zurecht mit einer Empörung darüber straft, dass ihr geliebtes Spiel im Ausrichterland anscheinend kaum gewürdigt wird, die eine Wiederholung einer solchen Vergabe in ein nicht ganz so typisches Fußballland jetzt schon unwahrscheinlich wirken lässt.

Für den wie immer an Fakten interessierten Leser hier einige ausgewählte, exemplarische Zahlen en Detail:

Beispiel 1
Beispiel 2
Beispiel 3
Beispiel 4
Beispiel 5 und dann auch noch gleich die Beispiele 6, 7, und 8, 9 und 10.

Solchen ignoranten Verweigerern sollte die Fußballfamilie nie wieder eine WM in die Hand geben. Es kommt ja eh fast keiner! Am besten dem ganzen Kontinent nicht. Einmal zum falschen Zeitpunkt nicht im Stadion erschienen, dann ist Schluss mit Völkerverständigung.

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Ich trommel, also bin ich

Und wo wir dann schon mal beim Thema Musik sind, gehört auch noch ein kleiner Rant dazu:

Die Trommler in Stadien.

Man sollte ihnen eigentlich die Bürgerrechte entziehen. Nicht, weil sie so dämlich sind, statt das Spiel zu schauen, für vermeintliche Stimmung zu sorgen; nicht, weil sie sich fürn Appel und ne Dauerkarte entwürdigen lassen, als simple Trommelgesellen herzuhalten; nicht, weil sie sich die Trommel dann auch noch vom jeweiligen Club sponsorn lassen, auf dass unbedingt das Vereinslogo auf jenem Fell sei, auf welches sie dann ständig — ohne sich dieses Widerspruchs gewahr zu werden — draufklöppeln wie die Beserker; nein, ganz einfach:

Weil sie nicht trommeln können.

Es wäre sicher nicht unangenehm, bei seinen Gesängen und Spieler-Unterstützungen verbaler Art wenigstens von etwas begleitet zu werden, was der Masse einen gewissen Halt in ihrem Singsang gäbe. Es wäre aber auch nicht allzu bedauernswert, wenn es gar keine Klöppler vor dem Herrn gäbe, weil die Masse sowieso total schief und viel zu schnell respektive langsam singt. Es wäre auch gar nicht unangenehm, wenn diese Glöckner von Notre Dame, die meist auch von der Statur her die Differenzierung zu diesem literarischen Phänomen schwierig machen, wenigstens das beherrschten, wofür man ihnen diese Dauerkarte (oder ein Wurstbrot) gegeben hat:

Dafür, dass sie ordentlich klöppeln.

Nun ist es aber leider so, dass die Mehrzahl jener, die sich solch ein Klöppelgerüst um den Hals und Bauch schnallen, gar keine Ausbildung im Klöppeln hat. Und sich deshalb ständig verklöppelt. In Weihnachtsmessen hat man für die Leistungen, die man klöppelnderweise in Stadien um die empfindlichen Ohren gehauen bekommt, das Publikum schon mal buhen hören. In Weihnachtsmessen, zum Fest des Friedens! Im Stadion wird zwar auch oft gebuht. Zum Glück für die schlechten Trommler meint das Publikum damit allerdings in aller Regel den Gegner.

Und kümmert sich auch um die Klöppler kaum, weil sie ohnehin ein undefinierbares Etwas dahinklöppeln, das so viel Übereinstimmung mit den Gesängen der Fans hat, wie eben jene Dauerkarte für ihre Leistung an der umgehängten Tom-tom.

Das alles würde man ja noch verzeihen können, wer hat nicht am 32. Spieltag schon mal zwei Bier in der Sonne getrunken und wusste nachher nicht mehr, wie dieser ureigene Fangesang jetzt zu beklatschen war?

Das Problem der Insassen der Klöpplerinnung in deutschen Stadien ist nicht die mangelnde Technik, sondern die mangelnde Vielfalt. Sie kennen nur die zwei Rhythmen, die jedes musikalisch spät begabte Kind in der 7. Klasse klatschen kann. Varianz und Kreativität, wie sie auf dem Platz doch allzu gerne gefordert werden: Nullkommanull.

Wie gesagt, Bürgerrechte entziehen. Oder einen Trommelkursgutschein überreichen.

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