Partido Imposible bei Athletic

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Abschiedspiele laufen stets nach dem selben Muster ab: Der berühmte, verdiente Spieler trägt eine Partie mit seinem aktuellen Klub gegen eine von ihm zusammengestellte Auswahl der wichtigsten Wegbegleiter aus. Oder seines Klubs gegen die aktuelle Nationalmannschaft, wenn er denn soweit gekommen ist. Spielt dann eine Halbzeit bei der einen, die andere bei der anderen Mannschaft mit und wird zwischen 60. und 80. Minute ausgewechselt, woraufhin sich das Stadion erhebt, der Spieler mehrere Abschiedsrunden läuft und sich diverse Tränchen im Knopfloch verdrückt.

Anders ging Joseba Etxebarria von Athletic Bilbao vor. Das Urgestein dieses Teams hat seine Karriere nun mit einer „Partido Imposible“ beendet. Und dabei tatsächlich den eigentlich von niemandem vorgegebenen, dennoch von fast allen stoisch befolgten Rahmen, der da „Abschiedsspiel“ lautet, verlassen.

Herausgekommen ist das Folgende bei dieser „Partido Imposible“ von Athletic:

Dass Etxeberria aus Dankbarkeit oder was auch immer seine letzte Saison bei Athletic Bilbao absolvierte, ohne ein Gehalt dafür zu verlangen, komplettiert den Eindruck eines Spielers, der nicht alle Branchengepflogenheiten befolgt. Während wir uns an Schulhofpartien erinnern, die so ähnlich abgelaufen sind wie jene im Video …

Ob es ein Spieler hierzulande mal wagt, diesen üblichen Einheitsbrei bei Abschiedsspielen zu verlassen? Dass nicht ausgerechnet Bernd Schneider dazu prädestiniert war, war leider klar. Man könnte sich diverse Dinge vorstellen, wenn es nicht stets an Kreativität neben dem Platz mangeln würde.

Bastian Schweinsteiger zum Beispiel in einem riesigen Whirlpool, Michael Ballack, wie er ausnahmsweise mal nicht nach einem Spiel weint, oder schlicht Miroslav Klose, wie er eine mitreißende Rede im vollbesetzten Stadion hält. Erleben werden wir das in diesem Land, dem Außenstehende einen eklatanten Mangel an Humor nachsagen, aber wohl nicht mehr.

10 Kommentare

  1. Krass. Wirklich krass. Die Frage, ob eine Auswahl von 200 Schülern in einem wahren „wettkampfmäßigen“ Duell gegen eine Profimannschaft eine Chance hätte, find ich faszinierend. Auf sowas muss man erst einmal kommen. Find ich überragend. Ich frage mich die ganze Zeit, ob das erste Tor vom Keeper mit Absicht reingelassen wurde oder nicht..

  2. Das ist in der Tat eine charmante Idee – leider haben die Basken bei „die Japana“ geklaut: http://v.youku.com/v_show/id_XMTU1NTE0NzA0.html

    Ich fände es ja recht witzig, wenn sämtliche Menschen, Tiere und Gegenstände, die jemals von Jens Lehmann beleidigt, angepinkelt oder körperlich attackiert wurden, bei dessen Abschiedsspiel als Requisite bzw. Komparsen Verwendung finden würden [was ein Satz!].

  3. PS: Danke auch, dass ich jetzt nen neuen Ohrwurm habe (Albano und Romina Power).

  4. Großartig! Wie unglaublich wahnsinnig coooooool!

    Egal ob selbst erfunden oder geklaut: Wer daran nicht seinen Spaß hat, der kann Fußball einfach nicht leiden.

    Ich kann mich gar nicht satt sehen…

  5. Hej, we german have good humor! Wenn’s mal nicht so rüber kommt, hängt das auch mit dem unglaublichen Druck in so einem Abschiedsspiel zusammen.

  6. Ich möchte an Klaus Augenthalers Abschiedsspiel erinnern:
    Nach der obligatorischen Auswechslung in der 60ten, erhielt der bekennende Raucher neben dem ebenso obligatorischem Blumenstrauss eine gar nicht so obligatorische Zigarette im Plexiglasbehälter, welchen er sogleich öffnete, um dann die Marlboro genüsslich im Fond des Kabrios auf der sehr obligatorischen Ehrenrunde vor aller Augen zu paffen.

    Gab dann ja auch Medienkloppe.

  7. Die Story um Auges Abschiedsspiel war mir nicht bekannt, bemerkenswert, wahrlich.

  8. Bitte entschuldigen Sie: Dieser Beitrag hat nichts, aber auch gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun. Möchte aber den Hinweis auf Al Bano und Gattin durch „Gianna Nannini“ ersetzen. Weitermachen.

  9. Bei uns auf dem Schulhof gab es so viele Kinder aber kein Rasen, keine Tore und kein Ball. Wir hatte doch nichts, damals.

    Tolle Idee, aber so etwas werden wir in Deutschland wohl nicht sehen.

  10. Pingback: 16:11 ist nicht mein Format « angedacht



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