Schon eine hörensgute Tröte

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Wenn in Deutschland die Staatsanwaltschaft ermittelt, kann man sich zum Glück drauf verlassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Jene in Heidelberg wird kompetente, unvoreingenommene Fachleute zu Rate gezogen haben, um zu überprüfen, was es mit den möglichen gesundheitlichen Schäden durch die Tat eines einzelnen übereifrigen Hausmeisters auf sich hatte.

Ganz Deutschland war allerdings auch gebannt, was diese Ermittlungen ergeben würden, nu isses raus:

Natürlich war die Tröte gesundheitlich völlig ungefährlich.

Und wenn von der Staatsanwaltschaft beauftragte Gutachter dies so zu Protokoll geben, darf man getrost alle eigenen Zweifel beerdigen.

Das Ermittlungsverfahren im „Störton“-Fall bei der TSG 1899 Hoffenheim ist eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg mitteilte, ist durch ein Sachverständigen-Gutachten bewiesen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehrerer Stadionbesucher nicht auf den Einsatz der Anlage zurückzuführen sind.

25 Kommentare

  1. Halt, moment mal Trainer. Das ist die völlig falsche Adresse für die Wut. Wenn das keine Körperverletzung war, dann war es halt keine. Und dann ist das nicht strafbar. Und dann ist das Ermittlungsverfahren einzustellen. Ist halt in diesem Land zum Glück immer noch nicht jede Lästigkeit, jede Peinlichkeit und jede Unverschämtheit ein Fall für die Strafverfolgungsbehörden.

    Allerdings vielleicht mal für jemanden anderes. Und wenn medizinische Gutachter in einem, mit Verlaub, aus strafrechtlicher Sicht eher weniger wichtigen Fall die Zeit haben, sich zu so einer Aussage zu experimentieren (wobei mich schon sehr interessieren würde, ob dieselbe korrekt wieder gegeben wurde), dann sollte die Zeit doch auch für den Kontrollausschuss gereicht haben, die eine oder andere Tätigkeit seines Aufgabengebietes zu entfalten – ist ja nicht so, als wäre der Vorgang unter die Strafvorschriften des Ligastatutes schwer zu subsumieren.

    Und natürlich, die örtliche Ordnungsbehörde könnte durchaus auch mal eine Akte beschriften.

    Warum an diesen beiden Enden nichts passiert ist, darüber sollte man [..wegen Offensichtlichkeit abgebrochen..]

  2. Gegen FC Störton Hoffenheim gibt es nur eine Maßnahme: Auffem Platz nach unten, nach unten, nach unten und nochmals nach unten spedieren. Die Kicker haben es in der Hand bzw. im Fuß; wenn sie es sogar nicht auch im Kopf haben!

  3. Es hat ja auch keiner gesagt, was diese Zuschauer für Schäden davongetragen haben wollen. Wenn da noch mehr in die eher lächerliche Richtung „Hörsturz“ geht, kann man auch nicht weiterhelfen. Und ansonsten bleibt bei aller Unverschämtheit das Hausrecht, mit dem auch die hässliche Stadionshow über deutlich kraftvollere Lautsprecheranlagen gerechtfertigt werden kann.

  4. Das Schlimme daran ist ja, dass man nichts anderes erwartet hat.

  5. @Wendelin: Ob das Hausrecht den Störton rechtfertigt, dass weiß ich nicht. Ein glasklarer Verstoß gegen die DFL-Statuten ist er trotzdem. Und übrigens wohl auch einer gegen die „Stadionordnung der Wirsol(WTF?) Rhein-Neckar-Arena“, wobei letztere wohl nicht zum tragen kommt, weil hier Veranstalter und Eigentümer dieselbe Person sind – aber das ist ja alles so undurchsichtig.

    Darüber hinaus dürfte es auch diverse Vorschriften des Polizei- und Ordnungsrechts geben, welche die zuständigen Ordnungsbehörden wenigstens mal prüfen könnten. Aus Gründen schwerer Unkenntnis lasse in schlecht gespielter Pseudoschlauheit mal folgende Worte in den Raum fallen: Gewerbeordnung, BImSchG, VersammlungsstättenVO BW, Polizeisatzung Sinsheim, …

    @Jens: Auch an Dich die Frage: Du bist doch jetzt nicht ernsthaft von der StA enttäuscht? Jetzt mal abgesehen von dem auch nicht völlig abwegigen Gedanken, Herr Hopp habe auch dort den einen oder anderen hilfreichen Freund – möchtest Du ernsthaft, dass sich der Staat mit der vollen Wucht des Strafrechts gegen jemanden wendet, der andere Personen mit einem nervigen Pfeifton gestört hat?

  6. @Sternburg:
    Die volle Wucht der Bürokratie wäre ja schon mal ein Anfang: Gewerbeordnung, BImSchG, VersammlungsstättenVO BW, Polizeisatzung Sinsheim, …

  7. Wut, sternburg, hab ich hier keine. Was ich ein wenig bedaure, mir ist die gesunde Wut im Umgang mit diesen Themen in den letzten Monaten ein wenig abhanden gekommen, es ist eher so eine Mischung aus Amüsement und Faszination angesichts der dreisten Chuzpe. Wut kommt bestimmt wieder.

    Gleichzeitig finde ich die hier bei manchen herauszulesende Verharmlosung von Schädigungen des Hörvermögens etwas erschreckend. Wenn da etwas dauerhaft geschädigt wird, ist das eine absolute Katastrophe, insbesondere unter Berücksichtigung des lächerlichen Anlasses zu einer solchen Tat.

    [Wegen fehlendem Bezug zum Thema editiert.]

  8. Jetzt seid doch bitte nicht so naiv, ihr Guten.

    Dietmar Hopp ist in der Region ein Held, der das Füllhorn seiner Millionen großzügig ausschüttet. Bundesligafußball, Bundesligahandball, Eishockey, von sozialem Engagement mal ganz abgesehen.

    Ein Staatsanwalt in Heidelberg, der ernsthaft gegen Hopp vorginge, würde aber ganz schnell von oben zurückgepfiffen. Deswegen versucht es auch gar keiner erst.

    Hier ein Link zur Rhein-Neckar-Zeitung, um mal zu zeigen, wie das Käseblatt der Region über die Causa Stadionschrill berichtet: Unkritisch, devot, einfach hoppig eben.
    http://www.rnz.de/AufmacherStart_Fussball/00_20111213203321_Viel_Laerm_um_nichts_.html

    So ist das eben nun mal: In Hoffenheim passiert nichts und Dresden wird für den Pokal gesperrt. Die haben halt auch kein Geld.
    Und keinen Präses, der den Sohn des DFB-Präsidenten auf der Gehaltsliste hat und mit Beckenbauer golfen geht.

    Hoffenheim hätte über die Jahre durchaus noch ein paar Sympathien abgreifen können, wenn sie mit Rangnick, jungen, selbst entwickelten Spielern und attraktiven Offensivfußball weitergemacht hätten. OK, nicht in 5 Jahren aber in 15. Sowas wie das Freiburg von Nordbaden.

    Jetzt haben sie einen Haufen überteuerter Söldner und werden wahrscheinlich absteigen. Dann wird Hopp die Lust verlieren und Hoffenheim steht in 5 Jahren wieder da, wo sie herkamen. (Und, nach Ansicht vieler, auch hingehören)

  9. Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand in dieser Hinsicht naiv ist.

    Ein anderes Thema, neues Kapitel. Der Mensch, der den von Wawerka verlinkten Beitrag für die RNZ erstellte, Wolfgang Brück, macht auch ein bisschen Umsatz mit einem Buch über Hoffenheim, welches der SWR so bewertet:

    „Am Ende beackert Brück im Frage- und Antwort-Stil die gängigen Vorurteile gegen den Verein. Spätestens da wird es ein bisschen viel Imagebroschüre.“

    Logisch, dass er niemals wünschen könnte, dass.

    Was den Abstieg angeht, Dein Wort in Gottes Ohr.

    Was Hopps Lustverlieren angeht: Im Jahr 1989 begann er damit, den damaligen Kreisligaverein zu unterstützen. Hat also durchaus eine gewisse Ausdauer in dieser Frage, der Mäzen.

    Übrigens: Die ermittelten und von Brück zitierten Werte sind hoffentlich korrekt, denn dann könnte man schon schön ein bisschen weiter skandalisieren, hier mit seinem bisschen gegoogletem Halbwissen.

    Der RNZ-Beitrag spricht von „etwas mehr als 90 Dezibel“, die die Maschine produziere. Sicher gibt es in der Frage des Lärmschutzes riesige Spielräume bei der Dauer der Beschallung, und diese war zweifellos recht gering. Außerdem standen die Betroffenen in gewisser Entfernung der Tröte etc., das wird man aber alles bei einer angemessenen Expertise natürlich berücksichtigt haben.

    Wikipedia zitiert jedenfalls die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung:

    Die Verordnung legt folgende Richtwerte fest: Lärm: Auslösewerte in Bezug auf die Tages-Lärmexpositionspegel und den Spitzenschalldruckpegel: Obere Auslösewerte: LEX,8h = 85 dB(A) beziehungsweise LpC,peak = 137 dB(C), Untere Auslösewerte: LEX,8h = 80 dB(A) beziehungsweise LpC,peak = 135 dB(C).

    Falls das jemand genauer beurteilen kann, gerne. Ich lese da, dass der untere Auslösewert für benötigten Schallschutz bei 80dB liegt, der obere Auslöswert bei 85dB. Ohne zu verstehen, wann welcher Wert zum Einsatz käme. Gleichzeitig schwant mir, dass der Spitzenschalldruckwert sogar bei 137dB liegen darf, sofern er eine gewisse zeitliche Dauer nicht überschreitet, was dann bei der Anwendung der Tröte wohl nicht der Fall gewesen sein dürfte.

    Schönes Skandalisieren also wieder abgeblasen.

    Wie auch immer, wichtig und entscheidend und relevant für „unsere“ Belange hier ist ohnehin, was der DFB entscheidet. Und ob.

  10. Es ist natürlich korrekt, dass Hopp Ausdauer beim Sponsern seines Heimat- und Jugendvereins bewiesen hat. Allerdings ging es in den Jahren damals eigentlich ausschließlich bergauf, bis zum Peak des Herbstmeisters 2008.

    Seitdem geht es eher bergab, gipfelnd in der Trennung von Rangnick und Schindelmeiser, die für die Erfolge maßgeblich verantwortlich waren. Und Hopp ist inzwischen auch ein paar Jahre älter geworden. Ob er tatsächlich noch mal Lust hat mit ein paar Millionen einen Zweitligisten in die erste Liga zu heben, bliebe die Frage.
    Außerdem steigen die Kosten (nicht nur im Fußball) exponentiell an, wenn es um die letzten paar Prozent geht. Will sagen, es ist vielleicht möglich mit 100 bis 200 Millionen Euro einen Kreisligisten in die Bundesliga zu hieven, aber um dort dauerhaft ganz oben mitzuspielen, muss man die gleiche Summe alle 2-3 Jahre wieder aufbringen.

    Zum Thema Lärmschutz noch eine Anmerkung: Dezibel ist ein logarithmischer Wert, d.h. 10 dB mehr ist ungefähr doppelt so laut. Außerdem sagt der reine Schalldruckpegel nichts über die empfundene Lautheit aus. Der Mensch hört im Bereich von ca. 200-3000 Hz nun mal am besten, d.h. ein schriller Ton von 2000 Hz schmerzt weitaus mehr als tiefer Klang von 100 Hz, selbst wenn der gemessene Schalldruckpegel gleich bleibt.

  11. aha, von der Staatsanwaltschaft als gesundheitlich unbedenklich zertifiziert. Dann würde ich, an Hopps Stelle, das Ding auch wieder einsetzen.

  12. Hallo ihr Lieben,

    zur Diskussion um Schalldruckpegel und gefühlte Lautstärke habe ich eben mal einen (fast)Ingenieur befragt, der mir das Folgende schrieb:

    Generell gilt:
    6dB – Verdopplung des Schalldrucks
    20dB – Verzehnfachung

    Wie der Schlalldruck letztendlich wahrgenommen wird, müssen die Medizinier an dieser Stelle klären.
    Verdopplung der wahrgenommen Lautstärke pro 10db Steigerung gelten aber wohl als Faustregel.

    Ich habe die Videos nicht gesehen, aber dass der (angeblich) 90dB starke Störton lauter wahrgenommen wird, kann natürlich auch an der Position des Mikrofons bzw der Videokamera liegen.

    Dennoch ist zu beachten dass sich die Schallwellen zweier Schallquellen überlagern, sich also verstärken.
    (Eine Auslöschung beider Schallwellen ist auch möglich, aber technisch schwer realisierbar und sollte meines Wissens nach auch nicht zum Einsatz kommen)
    Bedeutet, egal wie laut die Fangesänge sind, durch einen zusätzlichen Störton wird der Schalldruck den die Fans ertragen müssen noch höher sein und folglich auch schädlicher. Speziell wenn wir uns sowieso schon in einem Bereich jenseits der 100dB befinden.

    Gruß,

    David

  13. also, ich glaub diesem gutachten.
    Hier ist aber zu beachten, dass die trötanlge ja nicht etwa beschlagnahmt worden wäre o.ä., sondern mit einigen tagen abstand netterweise an die gutachter übergeben wurde. Nicht, dass der Hausmeister da in dieser Zeit was an der Apparatur verändern würde, aber vielleicht…

  14. Moldo, muss das nicht „an des Hausmeisters Stelle“ heißen?

  15. Wichtig ist / Statistik.
    Mit Ohr ab grüßt
    netzberg

  16. Jens, jetzt wo es unbedenklich zertifiziert ist, brauchen sie den Hausmeister ja nicht mehr als Strohmann.

  17. Damit ist des Genitivs Tod endgültig bekundet. Schade irgendwie. Für des Fußballs.

  18. wie netzberg, hat die Tröte auch den Genitiv tot gemacht?

  19. Du wirst lachen – niemand hier unterschätzt es, wenn jemand einem anderen das Gehör zerstört. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass (man steckt natürlich nicht drinnen) die StA überhaupt ein teures Gutachten, auf dem jetzt (absehbar) die Landeskasse sitzen bleiben wird, in Auftrag gegeben hat.

    Nur: Es ist ziemlich abwegig, das – völlig egal, wer da jetzt in Auftrag oder aus selbstverstänlich rein eigenem Antrieb gehandelt haben mag – irgendjemand auch nur im entferntesten vorhatte, irgendjemandens Gehör zu schädigen. Es ging offensichtlich ausschließlich darum, mißliebige Meinungsäußerungen zu unterbinden. Ich weiß natürlich nicht, was da oben auf Grund fehlendem Bezugs zum Thema gelöscht wurde. Aus meiner Sicht gehört absolut zum Thema, das wir das als, jaha!, Gesellschaft nicht mehr hinkriegen, uns gegen Unverschämtheiten zur Wehr zu setzen, ohne gleich Strafvorschriften heranzuziehen.

    Ich weiß natürlich nicht, was diese Gutachten aussagen. Und ich wäre der letzte – die Problematik ist gerade bei Kollegen, die gegen schlampige, bzw. ihren eigenen Arsch retten wollende Gutachter aus dem Bereich der forensischen Psychiatrie anrennende Gutachter genug beschrieben worden – der medizinische Gutachten per se als unangreifbare Wahrheit hinstellen würde. Aber das ist – so weit wqr alle das beurteilen können, denen jeder medizinische Sachverstand und jeder Einblick in den Sachverhalt fehlt – eine realtiv einfache Aufgabe: Gab es Schädigungen des Gehörs? Und wurden diese von dem Störton verursacht?

    Wenn sich da ein Mediziner hinstellt, und sagt, die aufgetretenen Störungen können nicht von dem Störton verusrsacht worden sein, dann finde ich das glaubhaft. Das schüttelt man sich gemeinhin nicht aus dem Ärmel. Nebenbei: Ich weiß nicht, wer die Vokabel „Hörsturz“ in die Diskussion gebracht hat, aber ein Hörsturz wird meines bescheidenen Laienwissens nach nicht von Lärmstress verursacht.

    Jedenfalls kann ich mir genug mögliche Abläufe vorstellen, in denen es – z.B. nach Sichtung der Akten des MDK – tatsächlich klar war, das angezeigte Schädigungen auf keinen Fall durch den Störton hervorgerufen wurden.

    Nun gut, wir wissen immer noch nicht, was das Gutachten tatsächlich ausgeagt hat oder warum die Ermittlungen tatsächlich eingestellt wurden. Ich würde ja Geld darauf wetten, dass die Mediziner nur herausgearbeitet haben, dass in keinem Fall eine kausale Verkettung zwischen den angezeigten Verletzungen – oder auch harmlosen Schmerzen – und dem Störton nachgewiesen werden kann und deshalb die Ermittlungen mangels Tatverdacht einstweilen eingestellt wurden. Auch dies wäre aber in keinster Weise zu beanstanden.

    Wichtig wäre, sich jetzt endlich auf die Leute zu konzentrieren, die die Waffen und die Aufgaben haben, sich gegemn diese Unverschämtheit zur Wehr zu setzten. Und das ist nun ein Mal der Kontrollausschuss des DFB. Ich bin weit davon entfernt, der StA BW einen Persilschein auszustellen. Aber die richtige Reaktion wäre es jetzt nicht, sich in „die da oben“-Rhetorik gegen die StA zu wenden, von der von vornherein nur in ganz abwegigen Möglichkeiten Hilfe zu erwarten gewesen wäre, sondern sich _jetzt erst recht_ öffentlich zu fragen, warum DFB und DFL eigentlich in Ansehung des Herrn Hopp, seines „Projektes“ und meinethalben seines Hausmeisters eigentlich von ihren eigenen Regularien keinen Gebrauch machen. Statt auf die erstbeste Nebelkerze hereinzufallen.

    Ein wenig Wut bleibt nämlich noch.

    BTW: Ähm, werde ich jetzt völlig senil, oder hatte dieser Eintrag bis vor kurzem noch einen anderen Titel? In etwa den, der immer noch in der url steht?

  20. Ob jemand jemandes Gehör zerstören WOLLTE, ist nicht primär interessant. Eher, dass man wissentlich dazu geeignete Mittel eingesetzt und dieses Risiko somit billigend in Kauf genommen hat.

    Und selbst wenn dem nicht so wäre: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ – alte Juristenweisheit. ;-)

    Und dass sich mehrere Schallquellen zu einem Gesamtschalldruck addieren (!!) und hohe Hz-Frequenzen Hörschäden verursachen…kann man wissen, meine ich. Vor allem, wenn man einen Haufen Menschen mit einer Schallkanone attackiert.

  21. Egal wie, moldo, sogar der Versuch des Verlusts des Genitivs ist eine Antidudenei. Und mehr! – Meine Pyrotechnik drauf!

  22. Unabhängig davon, ob diese Tröte jetzt als gesundheitsgefährdend eingestuft wird oder nicht, Fakt ist: das Ding stand monatelang im Innenraum, vor dem Gästeblock, und auch nur ein paar Meter vom kickenden Personal entfernt. Weiterer Fakt ist, dass der Verein Hoffenheim in einer ersten Stellungnahme nach Bekanntwerden des Vorfalls reichlich voreilig schriftlich bekundet hat, davon absolut nichts gewusst zu haben, was da so monatelnag in seinem Innenraum herumstand. Was könnte so ein Hausmeister eigentlich beim nächsten Mal im Innenraum aufbauen, wenn ihm irgendwas (diesmal waren es die Gästefans, aber das muss ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein) nicht gefällt? Auf der einen Seite gibt es Geisterspiele, wenn es auf Zuschauerrängen sicherheitsgefährdend abgeht, auf der anderen Seite kann ein Verein locker erklären, er habe absolut keinen Plan, wer oder was sich denn so über Monate in unmittelbarer Nähe der Spieler aufhält, ohne dass dies irgendwie sanktioniert wird. Lässt sich eigentlich wirklich nur dadurch erklären, „wer“ dieser Verein ist. Bei dem mussten ja auch Spieler nicht zur Dopingprobe erscheinen, weil der damalige Trainer Mannschaftsbesprechungen unmittelbar nach Spielschluss wichtiger fand. Da ist man schon gespannt, was die als nächstes dürfen werden.

  23. Ob der DFB es sanktioniert oder nicht, ist ja noch nicht raus.

    Ansonsten natürlich volle Zustimmung.

  24. Doch, das ist raus. Wie lange braucht man beim DFB denn im Schnitt, um Geldstrafen oder Geisterspiele zu verhängen? Drei Monate, wie in diesem Fall? Und seit wann wartet man dort bei Sicherheitsfragen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ab, ob dies eventuell gesundheitsgefährdend sein könnte? Selbst wenn sie jetzt irgendwann mal eine Geldstrafe verhängen sollten, die der Sohn einer herzensguten Frau direkt aus der Brieftasche bezahlt, dann wäre dies allerhöchstens darauf zurück zu führen, dass man öffentlichen Nachfragen aus dem Weg gehen will. Wobei ich den DFB durchaus für fähig und willens halte, das Ganze noch ein paar Jahre auszusitzen. Für mich jedenfalls ist klar, dass der DFB die Hoffenheimer wieder einmal davon kommen lassen wollte, egal, ob jetzt noch was passiert oder nicht.

  25. Hach, David – gib’s zu, Du hattest vor der Reklame zwei, drei Semester Jura? So selten blöde Scheinkompetenz kippen normalerweise nur Jurastudenten in die Kommentarspalten (da nehme ich mich fairerweise gar nicht aus).

    Ernsthaft. Man steckt zwar nicht drinnen (ich zumindest nicht). Aber die Zielrichtung des Treibens – völlig gleich, ob diese Haustechniker auf Geheiß oder völlig an Hopp vorbei handelten – war es doch offenkundig, den Dortmundern den Spaß an ihren Schmähgesängen zu verleiden (übrigens ein interessantes Menschenbild). Findest Du es nicht doch eventuell naheliegender, dass derjenige zumindest fest darauf vertraute, es werde niemand zu Schaden kommen (Exit -> allenfalls Fahrlässigkeit)? Findest Du die Vorstellung wirklich realitätsnah, die haben sich gesagt, „Pff, durchaus möglich, das wir ein paar von denen das Trommelfell zerschießen, aber das ist es wert?“ Wirklich? Dann möchte ich lieber nicht in der Nähe stehen, wenn Du Dich das nächste Mal beleidigt fühlst.

    Was Du uns mit Deinem ergoogelten physikalischem Fachwissen (ganz nebenbei: auch mir war es ja auf Grund völliger Planlosigkeit in naturwissenschaftlichen Fächern verwehrt, einen ehrlichen Beruf zu ergreifen. Aber sind diese Grundlagen wirklich nicht schon aus dem Gymnasium hängen geblieben? So als „Nerd“?) sagen willst, ist mir auch nicht so recht klar. Verstehe ich das richtig, dass die Schallkanone erst in Addition mit dem Lärm der Fans einen für diese schädlichen Lärm verursacht hat? Willst Du über diese Überlegung eventuell noch ein Mal drübergehen?

    Dein Verständnis der „alten Juristenweisheit“ würde ich mal gesondert überdenken.



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