Stefan Raab spricht während der EM 2004 mit Robert Smith über Fußball

| 9 Kommentare

„You feel very sad?“

Alle Englisch-Lehrer drehen sich bei lebendigem Leibe im Grabe um.

Es kann nur eine Marketingstrategie sein, Stefan Raab keinen Dolmetscher zur Seite zu stellen.

England ist bei der EM 2004 gerade gegen Portugal ausgeschieden.

Deutschland kam nicht mal ins Viertelfinale.

„We know how it feels, to be off“

Off?

Off ist offensichtlich nur Stefan Raab himself.

Aber Hauptsache, das Interview läuft gut. Läuft es nicht. England offensichentlich ausgeschieden, Niederlande noch nicht, Deutschland schon doch auch. Unter anderem, weil Rudi Völler, äh, Michael Skibbe, nicht so gut, tja, trainiert — es gibt da dieses Buch. Von dem damals noch niemand ahnte.

Politik im deutschen Fernsehen scheint es aber zu sein, pralle Metzgersöhne Euro-English trashtalken zu lassen ohne Untertitel und das dann als, äh, lustig zu verkaufen. Wenn man sich anschaut, wie das deutsche Fernsehen 2004 so drauf war, sind eigentlich beide entschuldigt.

Rudi Völler und Phillip Lahm.



Früher war Loriot. Heute ist „You feel very sad? Ahahahahaa!“ Danach folgen Frotzeleien, die man auf dem Campingplatz nicht schlechter hören würde.

I feel very sad.

9 Kommentare

  1. Ich fühle mit. Und schnell ganz sensibel weg …

  2. Ach Gottchen, ein Deutscher, der nicht so gut englisch sprechen kann, wie ein gut englisch Sprechender. Da sollte man einen Beitrag drüber schreiben, ist es nicht ein schönes Wetter?

    Lautet das Zitat nicht: „We know how it is, to be off“?

  3. Wenn man bedenkt, dass die Engländer im Schnitt 0,0 Fremdsprachen sprechen, finde ich das, was Raab hier leistet, akzeptabel. Er wird verstanden und darauf kommt es an.

  4. Nachtrag. Was ich eigentlich schreiben wollte: dazu dreht sich kein vernünftiger Englischlehrer um, da ein Wandel in der Fremdpsrachendidaktik stattgefunden hat (form –> meaning, accuracy –> fluency). Was Raab hier macht, Inhalt verständlich vermitteln, auch wenn er nicht 100% grammatikalisch korrekt ist, ist vollkommen in Ordnung und sinnvoller als Leute, die grammatikalisch sattelfest sind, aber kein Gespräch führen können.

  5. Zugestimmt, ande, ein Mann vom Fach wohl?

    Andererseits sollten sich nicht alle Kommentare auf nur jenen Teil mit dem Englisch stürzen (ganz abgesehen davon, dass es für jeden Menschen mit Abitur peinlich bleibt, solch einen Fehler zu machen, vor Millionen im TV dann erst Recht), sondern auf die ebenfalls existente Motivation zu diesem Beitrag, dass man hier mit jemandem über Fußball sprechen will, aber nichts als Frotzeleien dabei herauskommen.

    Natürlich darf man einwenden, was ich an dieser Stelle denn auch an unrealistischen Erwartungen an eine Show wie TV Total habe. Hab ich wohl, schaue ich sonst nie. Dachte, wenn man Gäste hat, will man sich auch mit denen unterhalten oder aber miteinander frotzeln, was in Ermangelung von Englischkenntnissen wiederum schwierig ist.

    Ich finde es trotzdem bloggenswert, weil es weder informativ noch amüsant noch richtiges Englisch ist noch — mit Ausnahme der Aussage, dass Smith denkt, dass Portugal das bislang beste Team stellte — überhaupt irgendeinen Inhalt hatte.

    Man könnte natürlich auch Sack Reis dazu sagen, aber das kann man zu ganz Vielem. Und tut man ja gemeinhin auch, wenn man jedes Wochenenende Bundesliga etc.

  6. Ach kommt, Raab mag seine Fehlerchen haben. Aber: er
    hatte eben auch große Momente.
    Seine „Raabigramme“ für Harald Schmidt, Tom Jones, James Brown etwa, seine respektablen Interviews mit Phil Collins, Will Smith, Kylie Minogue, Gloria Estefan, Sophie Elis-Bextor.
    Alles Youtube-Klassiker!
    PS.: Kann sich jemand an irgendeine Szene erinnern, an der Günter Jauch, Thomas Gottschalk o.ä. maßgeblich beteiligt waren?

  7. „PS.: Kann sich jemand an irgendeine Szene erinnern, an der Günter Jauch, Thomas Gottschalk o.ä. maßgeblich beteiligt waren?“

    Wie wär’s mit dem Tor, das in Madrid schon vor dem Spiel fiel?

  8. Zugegeben, das hatte was, wobei ich auch hier an die menschlich-mangelhafte Erinnerung erinnern möchte. Und mir 90 Minuten davon ohne Spiel dazu jetzt noch mal anzutun, um mir ein Urteil zu bilden, das ist mir deutlich zu hart.

  9. Robert Smith war übrigens nicht very sad, dass England gegen Portugal ausschied:

    SZ: Aber einen Wunsch hatten Sie ganz sicher, auch wenn er nichts mit Ihrem Leben zu tun hat: Dass England weiter kommt gegen die Portugiesen.

    Robert Smith: Nein, ich finde Portugal am besten.

    SZ: Fühlen Sie in einem solchen Moment nicht mit David Beckham?

    Robert Smith: Mit Beckham? Nein! Er ist eine Flasche. Er sieht nur noch Dollars und versucht, sich in der Welt seiner Frau zurecht zu finden, anstatt seinem Instinkt zu folgen.



Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.