Swiss Late

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Während hierzulande als Protestaktion nur einfällt, 15 Minuten lang den Support einzustellen oder mit dem Rücken zum Spielfeld zu stehen, was seine Wirkung bislang nie verfehlt hat, nämlich in einem kurzen Nebensatz eines Spielberichts abgehandelt zu werden und ansonsten vor allem die Verantwortlichen eines Vereins noch jedes Mal zu einer Änderung der abgelehnten Maßnahmen zu bewegen;

zu dieser Zeit zeigt man sich in der Schweiz wesentlich kreativer, als eine Partie der SüperAlpenLig zur unwillkommenen Uhrzeit um 12.45h am Morgen angepfiffen werden soll: die Basler Zuschauer werfen Hunderte Tennisbälle aufs Spielfeld, woraufhin die Partie unterbrochen und das Spielfeld gereinigt werden muss. Knappe zehn Minuten dauert diese Aktion samt Aufräumarbeiten und hat mehr Witz und Wirkung als alle bundesdeutschen Protestaktionen in Stadien zusammen.

Zum Beispiel jene Wirkung, dass sie hier erwähnt wird, während den Support einstellen — was nichts anderes als das Äquivalent zum trotzigen Luftanhalten eines Kindes ist — hier noch nie in einem einzelnen Beitrag Erwähnung fand, weil es so herzerweichend hilflos daherkommt, dass man den den Support einstellenden Supportern zurufen möchte, dass sie sich selbst damit namenlos machen. Und wirkungslos. Ersteres gefiele dem einen oder anderen sicher, ist aber nicht der Zweck der Aktion.

Basaler ist es, dass die Basler Fans überhaupt aufs Spielgeschehen einwirken, statt wie die Lemminge immer doch noch überall hinzupilgern, selbst wenn man dafür zwei Tage vorher aufstehen muss, obwohl es einem nicht gefällt. Nachahmer in Variationen erwünscht, statt stumm wie ein Fisch auf dem dennoch bezahlten Stehplatz rumzustehen.

9 Kommentare

  1. Die Frage die sich sofort stellt: Wie haben die die Tennisbälle ins Stadion gekriegt?
    Aber ansonsten natürlich großartig.

  2. Die Frage, die sich sofort stellt: was hat das den Verein an Strafe gekostet?

    …und die Baseler sind nicht „wie die Lemminge“ in`s Stadion gepilgert? Dinge auf`s Spielfeld werfen ist also kreativ? Ich weiß nicht so recht…

  3. Männer mit Titten und echt dicken Eiern schaffen das, mars ;)
    Auch farblich schön :)

    Was erlaube Basler?

  4. schließt sich „mars“ da vollkommen an. Scheinen ja großzügige Kontrollen zu sein im Land der Eidgenossen.

  5. Ich sach mal: Stadionverbot!

  6. [Gefällt mir]

    Und übrigens: wer Tennisbälle ablehnt und sich auf „Support einstellen“ beschränkt, der geht auch nur auf angemeldete Demonstrationen, betritt den Rasen nicht und erzählt jedem, er würde sich „an der Demokratie beteiligen“, wenn er ein Wahlkreuz macht.

    Ist doch so. Hier gibts den passenden Soundtrack dafür:

    http://www.youtube.com/watch?v=BN-2uYn9q40

  7. Mehr zu sehen von dieser vor allem optisch wunderschönen Aktione gibt es übrigens hier.

    @<conroy: Großartiger Link. Aber glaubst Du nicht, die meinen das ironisch?

  8. Jetzt warte ich auf das erste Tennisspiel bei dem Fußbälle auf den Platz geworfen werden.

  9. Als Erklärung: Dieser Protest wurde von der „Muttenzerkurve“ in verschiedenen FCB-Foren angekündigt und diskutiert. Die Basler-Verantwortlichen haben den FC Luzern darüber informiert – Was die jedoch nun bestreiten…

    Die Security hat die „beballten“ Fans durchgewunken – da a) auch diese informiert wurden und b) ein Tennisball (wie die ebenfalls geworfenen Klorollen) kein Gegenstand ist, an dem man sich verletzen kann….

    Eine gelungene Aktion der Fans – und ein guter Bloggartikel von Trainer Baade!

    PS1: die Liga heisst nicht SüperAlpenLig (ist zwar noch lustig ;-)) sondern „Axpo Super League“

    PS2: @All: Bitte BASLER und nicht BASELER



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