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Schlagwort: 1. FC Kaiserslautern

Alle Trainer aus Österreich in der Bundesliga

Kommen wir wieder einmal zur Historie der deutschen Bundesliga. Erneut soll es hier nicht um die Akteure auf dem Platz, sprich: die Spieler, gehen. Sondern um jene Zampanos, die an der Linie die Marschroute ihres Clubs vorgeben, welche sie im besten Falle unter der Woche im Training schon einstudiert haben. Dabei bietet Österreich als Herkunftsland von Trainern in der Bundesliga natürlich einen ganz großen Vorteil: das Fehlen einer Sprachbarriere, wenn ein Trainer aus der Alpenrepublik in die deutsche Bundesliga wechselt. Zumindest für den Umgang mit einheimischen Spielern und den Medien gilt das natürlich. Und so darf es nicht überraschen, dass Österreich jenes Land ist, welche die zweitmeisten Trainer der Bundesliga aus dem Ausland stellte, hinter den ebenfalls direkt an die Bundesrepublik Deutschland grenzenden Niederlanden. Hier die Übersicht, welche Trainer es konkret waren, die seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 für kürzere oder längere Zeit das Zepter auf einer der 18 Trainerbänke der Erstligisten im deutschen Fußball schwangen.

Liste Trainer aus Österreich in der Bundesliga

Name Clubs
Max Merkel TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg, FC Schalke 04, Karlsruher SC
Franz Binder TSV 1860 München
Ernst Ocwirk 1. FC Köln
Ernst Happel Hamburger SV
Helmut Senekowitsch Eintracht Frankfurt
Felix Latzke SV Waldhof Mannheim
Josef Hickersberger Fortuna Düsseldorf
Kurt Jara Hamburger SV, 1. FC Kaiserslautern
Peter Pacult TSV 1860 München
Peter Stöger 1. FC Köln, Borussia Dortmund
Ralph Hasenhüttl FC Ingolstadt, RB Leipzig
Robert Körner 1. FC Nürnberg
Adi Hütter Eintracht Frankfurt

Der weitaus umtriebigste Trainer aus Österreich war somit Max Merkel, der gleich vier verschiedene Vereine im Oberhaus trainierte. Kurzzeitig war er sogar im Gespräch als neuer Trainer des FC Bayern München, als dieser sich während der Saison 1977/78 von Gyula Lorant trennte. Doch eine Spielerrevolte verhinderte die Verpflichtung beim FC Bayern, sodass Max Merkels Meistertitel mit dem Lokalrivalen TSV 1860 München und der spätere Titel mit dem 1. FC Nürnberg seine einzigen beiden Meistertitel in Deutschland bleiben sollten. Allerdings zählt Max Merkel damit zu einer recht kleinen Zahl an Menschen, die es überhaupt schafften, mehr als einmal Meister der deutschen Bundesliga zu werden. Dazu zählt auch sein Landsmann Ernst Happel, der den Hamburger SV zu seiner erfolgreichsten Zeit in der Vereinsgeschichte antriebt. 1982 und 1983 wurde er mit dem Club von der Alster Deutscher Meister, 1983 gewann er als Trainer des Hamburger SV sogar noch den Europapokal der Landesmeister.

Hütter und Hasenhüttel zuletzt

Aktuell (im Jahr 2018) ist nur ein Trainer aus Österreich in der Bundesliga beschäftigt, nachdem Ralph Hasenhüttl nicht zu den Bayern, sondern in die Premier League zum FC Southampton wechselte. Dort steht Hasenhüttl vor der schwierigen Aufgabe, seinen Club vor dem Abstieg zu bewahren, noch dazu in einem Land, in dem nicht zuletzt aufgrund des großen Interesses an Sportwetten, wie man z. B. bei wettapp.net nachvollziehen kann, der Druck ein wenig höher ist. Mit deutlich weniger Druck, aber noch besseren Resultaten als sein Vorgänger Niko Kovac arbeitet zurzeit hingegen Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt. Zwischenzeitlich träumten die Fans dort sogar von der Meisterschaft. Diese Träume dürften sich wieder erledigt haben. Damit ist auch eine außergewöhnliche Errungenschaft wieder in weitere Ferne gerückt, die der Österreicher Adi Hütter hätte erreichen können. Würde er in Deutschland Meister, wäre er der erste Trainer, der in Österreich (Salzburg), der Schweiz (YB Bern) und eben in Deutschland als Trainer Meister geworden ist. Stand der Auflistung ist übrigens der 30.12.2018, es können also in Zukunft natürlich noch weitere Trainer mit der Nationalität „Österreich“ hinzukommen – und Adi Hütter vielleicht sein besonderes Kunststück erreichen.

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Alle Fußballer des Jahres in Schweden

Seit 1946 bereits wählt man im Fußball in Schweden einen „Fußballer des Jahres“. Damit ist Schweden zusammen mit Österreich das erste Land überhaupt gewesen, in dem eine solche Auszeichnung vergeben wurde. Erster Sieger war Gunnar Gren, der später noch in Italien beim AC Mailand und zwei weiteren Clubs reüssierte. Konkret heißt diese von der schwedischen Zeitung Aftonbladet in Kooperation mit dem schwedischen Fußballverband vergebene Ehrung „Guldbollen“, was, wie man unschwer erkennen kann, „Goldener Ball“ bedeutet. Lange bevor es also den Ballon d‘Or im europäischen Fußball gab, wurde in Schweden bereits ein solcher Goldener Ball an einzelne Spieler vergeben.

Liste Fußballer des Jahres in Schweden

Hier also die komplette Liste seit 1946 bis heute.

Jahr Spieler Club(s)
1946 Gunnar Gren IFK Göteborg
1947 Gunnar Nordahl IFK Norrköping
1948 Bertil Nordahl Degerfors IF
1949 Knut Nordahl IFK Norrköping
1950 Erik Nilsson Malmö FF
1951 Olle Ahlund Degerfors IF
1952 Kalle Svensson Helsingborgs IF
1953 Bengt Gustavsson IFK Norrköping
1954 Sven-Ove Svensson Helsingborgs IF
1955 Gösta Löfgren Motala AIF
1956 Gösta Sandberg Djurgardens IF
1957 Ake Johansson IFK Norrköping
1958 Orvar Bergmark Örebro SK
1959 Agne Simonsson Örgryte IS
1960 Torbjörn Jonsson IFK Norrköping
1961 Bengt Nyholm IFK Norrköping
1962 Prawitz Öberg Malmö FF
1963 Harry Bild IFK Norrköping
1964 Hans Mild Djurgardens IF
1965 Bo Larsson Malmö FF
1966 Ove Kindvall IFK Norrköping, Feyenoord Rotterdam
1967 Ingvar Svahn Malmö FF
1968 Björn Nordqvist IFK Norrköping
1969 Tommy Svensson Östers IF
1970 Jan Olsson VfB Stuttgart
1971 Ronnie Hellström Hammarby IF
1972 Ralf Edström Åtvidabergs FF
1973 Bo Larsson Malmö FF
1974 Ralf Edström PSV Eindhoven
1975 Kent Karlsson Atvidabergs FF
1976 Anders Linderoth Östers IF
1977 Roy Andersson Malmö FF
1978 Ronnie Hellström 1. FC Kaiserslautern
1979 Jan Möller Malmö FF
1980 Rolf Zetterlund IK Brage
1981 Thomas Ravelli Östers IF
1982 Torbjörn Nilsson IFK Göteborg, 1. FC Kaiserslautern
1983 Glenn Hysen IFK Göteborg
1984 Sven Dahlkvist AIK Solna
1985 Glenn Strömberg Atalanta Bergamo
1986 Robert Prytz BSC Young Boys
1987 Peter Larsson IFK Göteborg
1988 Glenn Hysen AC Florenz
1989 Jonas Thern Malmö FF, Benfica Lissabon
1990 Tomas Brolin IFK Norrköping, AC Parma
1991 Anders Limpar FC Arsenal
1992 Jan Eriksson IFK Norrköping, 1. FC Kaiserslautern
1993 Martin Dahlin Borussia Mönchengladbach
1994 Tomas Brolin AC Parma
1995 Patrik Andersson Borussia Mönchengladbach
1996 Roland Nilsson Helsingborgs IF
1997 Pär Zetterberg RSC Anderlecht
1998 Henrik Larsson Celtic Glasgow
1999 Stefan Schwarz FC Valencia, AFC Sunderland
2000 Magnus Hedman Coventry City
2001 Patrik Andersson FC Bayern München, FC Barcelona
2002 Fredrik Ljungberg FC Arsenal
2003 Olof Mellberg Aston Villa
2004 Henrik Larsson Celtic Glasgow, FC Barcelona
2005 Zlatan Ibrahimovic Juventus Turin
2006 Fredrik Ljungberg FC Arsenal
2007 Zlatan Ibrahimovic Inter Mailand
2008 Zlatan Ibrahimovic Inter Mailand
2009 Zlatan Ibrahimovic Inter Mailand, FC Barcelona
2010 Zlatan Ibrahimovic FC Barcelona, AC Mailand
2011 Zlatan Ibrahimovic AC Mailand
2012 Zlatan Ibrahimovic AC Mailand, Paris Saint-Germain
2013 Zlatan Ibrahimovic Paris Saint-Germain
2014 Zlatan Ibrahimovic Paris Saint-Germain
2015 Zlatan Ibrahimovic Paris Saint-Germain
2016 Zlatan Ibrahimovic Paris Saint-Germain, Manchester United
2017 Andreas Granqvist FK Krasnodar

Zuletzt wurde der Seriensieger Zlatan Ibrahimovic erstmals nach 10 Auszeichnungen in Folge wieder abgelöst, und das sogar von einem Verteidiger, der noch dazu nur in der russischen Liga tätig ist. Dennoch bleibt Zlatan Ibrahimovic natürlich mit insgesamt 11 „Guldbollen“ mit weitem Abstand Rekordsieger dieser Auszeichnung.

Wer wird der nächste Sieger sein?

Insofern lohnt es sich mittlerweile wieder, eine Wette darauf abzuschließen, wer in einem konkreten Jahr diese Auszeichnung zum Fußballer des Jahres in Schweden erhält. Es muss nicht mehr automatisch Zlatan Ibrahimovic sein, auch wenn dieser immer noch aktiv ist. Zurzeit noch in den USA, möglicherweise bald schon wieder in Europa; doch so langsam ist auch er in die Jahre gekommen. Insofern lohnt sich ein Blick bei dem einen oder anderen Wettanbieter, wer denn inzwischen Favorit auf den Guldbollen ist und ob man nicht vielleicht selbst schon ahnt, wer es im Jahr 2018 und in all den folgenden Jahren sein könnte.

Anders als früher lohnt für eine solche Prognose übrigens kaum noch der Blick auf die Torschützenkönige in Schweden. Inzwischen ist es auch in Schweden so wie in allen kleineren Ländern: die besten Spieler wandern ab in die großen Ligen. Aus Schweden heraus insbesondere in die englische Premier League. Gerade deshalb könnte es aber von Vorteil sein, sich dort auszukennen, wenn man einen kleinen Wettbonus mit einer Wette auf den nächsten Sieger des Guldbollen erreichen möchte. Heiße Kandidaten gibt es in Schweden bzw. aus Schweden aktuell übrigens nicht wenige. 2015 wurde die U21 von Schweden Europameister. Die damaligen Sieger sind größtenteils tatsächlich inzwischen in den großen Ligen Europas unterwegs.

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Die drei Karrieren der Musketiere

Ohhh, ja, wenn die Rubriken hier noch seriös gepflegt würden, müsste man spätestens jetzt die Rubrik „Oppa erzählt vom Krieg“ eröffnen. Allerdings hieße der Oppa hier nicht Trainer Baade, sondern Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk. Zum Glück, denn nicht zuletzt deshalb fehlt allen drei Dokus das Pathos und es werden auch weniger schöne Aspekte nicht ausgespart.

Drei ganz besondere Figuren des deutschen Fußballs werden hier beleuchtet, alle drei lange Zeit Nationalspieler, zwei Vize-Weltmeister, ein Weltmeister, alle drei mit Stationen im Ausland, einer hernach sogar noch Trainer der Nationalmannschaft. Aber, wie hier allzu häufig üblich, alle drei auch Figuren mit ihrem Zenit in den 1980er Jahren.

Dennoch: Auf Sportbusiness-Messen wird heutzutage die Mär verbreitet, man müsse immer auch eine Geschichte um einen Sportler herumerzählen können, am besten sollten diese einen Hamster besitzen, der Zirkusstückchen vorführen kann. Bei allen diesen drei Typen hier hingegen reichte das, was man auf dem Spielfeld zu sehen bekam. Weiß irgendjemand, mit wem Briegel verheiratet war oder ist? Welches Auto Rudi Völler fuhr? Was Toni Schumacher als Hobby hatte? Sie alle erzählten ihre jeweils eigene Geschichte in dem Sport, den sie ausübten. Was ihrer Epoche geschuldet sein mag, in der es eben keine Sendezeit für allzu viel Boulevard rund um den Sport gab. Was aber auch dem geschuldet sein mag, dass sie ihren jeweils eigenen Werdegang mit auf den Platz nahmen. Ein Umstand, den man auch erfühlte, ohne diesen zu kennen.

Das allerdings kann man hier nachholen in drei sehenswerten Dokus, jeweils knapp eine Dreiviertelstunde lang, schaut sich gut weg und ist doch erhellend. Die Jugendtrainer ebenso zu Wort kommen lässt wie frühere Mitspieler, einstige Trainer, aber auch einordnende Journalisten. Und wie oben erwähnt fehlt trotz des Blicks hinter die Kulissen jegliches Schmierantentum und so kann man diese drei Karrieren wirklich genießen, schließlich kommen Spielszenen jeweils auch nicht zu kurz.

In den Karrieren jener drei Musketiere nämlich, als da wären:

Toni Schumacher

Natürlich kommt eine Doku bei diesem wie eine entfesselte Bestie haltenden Torhüter nicht am Thema „Battiston“ vorbei. Doch hier liegt der Schwerpunkt auf den Anfängen der Karriere, in der sich damals noch „Harald“ Schumacher ein Zimmer mit der ebenfalls auftretenden Schwester teilen musste. Wer hätte gedacht, dass der harte Toni — man erfährt auch, warum er so genannt wird — inzwischen Kunstsammler ist? Und wie das so war, als er dann „Anpfiff“ veröffentlichte, durchaus mit Stimmen anderer Menschen als den sonst üblichen. Und wie er nach beinahe zwei Jahrzehnten Funkstille dann doch wieder bei seinem Effzeh einsteigen durfte und auch wollte. Prädikat: Toni hält zumindest hier den Ball.

Rudi Völler

Dass der nette Volksheld, von diesem getauft auf den Namen „ein‘ Rudi Völler“, auch ganz anders kann als nett zu sein, weiß man spätestens seit seiner Scheißdreck-und-Käse-Rede nach einem 0:0 auf Island. Manch Fußballnation wäre heutzutage bekanntlich froh über ein 0:0 auf Island oder sogar in einem EM-Achtelfinale, doch das war damals gänzlich anders. Wie auch Völlers Karriere noch so ganz anders verlief als die heutigen Fußballkarrieren. Auch er in „bescheidenen Verhältnissen“ aufgewachsen, wie man euphemistisch für jene ganz am Ende der Leiter der Wirtschaftskraft gerne sagt, auch er von seinem Heimatverein erst im Quasi-Erwachsenenalter zu seinem ersten Proficlub gewechselt, dauerte Völlers Karriere weit über die Zeit als Aktiver hinaus. Von den Anfängen in Hanau bis zur Sportdirektorzeit beim Bayer, kommen hier auch die weniger lobhudelnden Stimmen zu Wort. Der Rudi, der cholerische Volkstribun, der erst in letzter Zeit ein wenig von seiner Strahlkraft verliert. Und die zweieinhalb Minuten vom un- redseligen Calli erträgt man hier auch gut, zumal der Blick auf die Zeit in Italien dafür entschädigt. Einzig von Olympique Marseille wollte wohl niemand etwas zu Rudi Völler sagen. Welche Gründe das wohl haben könnte? Prädikat: Die liebe „Tante Käthe“ kann auch anders.

Hans-Peter Briegel

Wer sah je Bilder von Hans-Peter Briegel bei einem seiner Leichtathletik-Wettkämpfe? Vom deutschen Jugendmeister im Weitsprung? Wer hat je ein Interview mit dessen Leichtathletik-Trainer gehört? Wer weiß heute noch von der immensen Torgefahr des eigentlich ja Verteidiger spielenden Briegels? Und wer könnte sich heute vorstellen, dass jemand erst mit 16 (!) mit dem Vereinsfußball beginnt und hinterher Vize-Weltmeister ist. Viele Stimmen vom Beginn der Karriere der „Walz aus der Pfalz“ und noch dazu viele Bilder aus seiner Zeit in Italien, die man ja hier damals nicht zu sehen bekam. Prädikat: Hoch gehopst, weit gesprungen.

Durchaus alle drei sehenswert für verschneite Abende unter der Woche, jetzt, da die Bundesliga mal wieder beinahe komplett nicht den Winter im Europapokal überstehen wird.

Danach freuen wir uns dann auf die kommenden Dokus, wie das so war, im Internat von Julian Draxler, im Internat von Leroy Sané und ganz besonders die Doku zur wilden Zeit im Internat von Toni Kroos.

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[Update] Alle Fünferpacks der Bundesliga im Video

[22.9.2015: Update mit Robert Lewandowskis Fünferpack von heute, dem ersten in diesem Jahrtausend in der Bundesliga und dem ersten seit 24 Jahren.]

Naja, fast alle. Dazu die Bilder vom einzigen Spiel in 50 Jahren, in welchem ein Spieler der Bundesliga 6x traf. Wo liegt eigentlich Messis Rekord? Dieter Müller darf seinen jedenfalls nun schon seit 36 Jahren hegen und pflegen. Fernsehbilder gibt es allerdings keine davon.

Dieter Müller, 17. August 1977 1. FC Köln — Werder Bremen 7:2



Von hier an dann alle fünffachen Torschützen, welche es in der Liga je gab. Einziger Spieler, dem dies mehrfach gelang, ist die Standardantwort bei Quizspielen, wenn es um Torrekord geht: Gerd Müller. Und das gleich vier Mal.

Robert Lewandowski, 22. September 2015, Bayern München — VfL Wolfsburg 5:1

[Video folgt]

Michael Tönnies, 27. August 1991 MSV Duisburg — Karlsruher SC 6:2



Dieter Hoeneß, 25. Februar 1984 Bayern München — Eintracht Braunschweig 6:0



Frank Hartmann 1. November 1986 1. FC Kaiserslautern — FC Schalke 04 5:1




Jürgen Klinsmann, 15. März 1986 Fortuna Düsseldorf — VfB Stuttgart 0:7



Jupp Heynckes, 29. April 1978 Borussia Mönchengladbach — Borussia Dortmund 12:0



Gerd Müller, 10. September 1976 Bayern München — TeBe Berlin 9:0



Gerd Müller, 5. Mai 1973 Bayern München — 1. FC Kaiserslautern 6:0



Gerd Müller, 19. Februar 1972 Bayern München — Rot-Weiß Oberhausen 7:0



Franz Brungs, 2. Dezember 1967 1. FC Nürnberg — Bayern München 7:3



Leider bislang nicht als bewegte Bilder zu finden:

Atli Edvaldsson, 4. Juni 1983 Fortuna Düsseldorf — Eintracht Frankfurt 5:1
Manfred Burgsmüller, 6. November 1982 Borussia Dortmund — Arminia Bielefeld 11:1
Gerd Müller, 12. Juni 1976 Bayern München — Hertha BSC 7:4
Klaus Scheer, 1. September 1971 FC Schalke 04 — 1. FC Köln 6:2
Rudolf Brunnenmeier, 27. Februar 1965 TSV 1860 München — Karlsruher SC 9:0
Karl-Heinz Thielen, 7. Dezember 1963 1. FC Köln — 1. FC Kaiserslautern 5:1

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Alle Trainer von DFB-Pokal-Siegern

Jahr Verein Trainer
1953 Rot-Weiss Essen Karl Hohmann
1954 VfB Stuttgart Georg Wurzer
1955 Karlsruher SC Adolf Patek
1956 Karlsruher SC Ludwig Janda
1957 FC Bayern München Willibald Hahn
1958 VfB Stuttgart Georg Wurzer
1959 Schwarz-Weiß Essen Hans Wendlandt
1960 Borussia Mönchengladbach Bernd Oles
1961 Werder Bremen Georg Knöpfle
1962 1. FC Nürnberg Herbert Widmayer
1963 Hamburger SV Martin Wilke
1964 TSV 1860 München Max Merkel
1965 Borussia Dortmund Hermann Eppenhoff
1966 FC Bayern München Zlatko Cajkovski
1967 FC Bayern München Zlatko Cajkovski
1968 1. FC Köln Willi Multhaup
1969 FC Bayern München Branko Zebec
1970 Kickers Offenbach Alfred Schmidt
1971 FC Bayern München Udo Lattek
1972 FC Schalke 04 Ivica Horvat
1973 Borussia Mönchengladbach Hennes Weisweiler
1974 Eintracht Frankfurt Dietrich Weise
1975 Eintracht Frankfurt Dietrich Weise
1976 Hamburger SV Kuno Klötzer
1977 1. FC Köln Hennes Weisweiler
1978 1. FC Köln Hennes Weisweiler
1979 Fortuna Düsseldorf Hans-Dieter Tippenhauer
1980 Fortuna Düsseldorf Otto Rehhagel
1981 Eintracht Frankfurt Lothar Buchmann
1982 FC Bayern München Pal Csernai
1983 1. FC Köln Rinus Michels
1984 FC Bayern München Udo Lattek
1985 Bayer Uerdingen Karl-Heinz Feldkamp
1986 FC Bayern München Udo Lattek
1987 Hamburger SV Ernst Happel
1988 Eintracht Frankfurt Karl-Heinz Feldkamp
1989 Borussia Dortmund Horst Köppel
1990 1. FC Kaiserslautern Karl-Heinz Feldkamp
1991 Werder Bremen Otto Rehhagel
1992 Hannover 96 Jürgen Gelsdorf
1993 Bayer Leverkusen Dragoslav Stepanovic
1994 Werder Bremen Otto Rehhagel
1995 Borussia Mönchengladbach Bernd Krauss
1996 1. FC Kaiserslautern Eckhard Krautzun
1997 VfB Stuttgart Jogi Löw
1998 FC Bayern München Giovanni Trapattoni
1999 Werder Bremen Thomas Schaaf
2000 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2001 FC Schalke 04 Huub Stevens
2002 FC Schalke 04 Huub Stevens
2003 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2004 Werder Bremen Thomas Schaaf
2005 FC Bayern München Felix Magath
2006 FC Bayern München Felix Magath
2007 1. FC Nürnberg Hans Meyer
2008 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2009 Werder Bremen Thomas Schaaf
2010 FC Bayern München Louis van Gaal
2011 FC Schalke 04 Ralf Rangnick
2012 Borussia Dortmund Jürgen Klopp
2013 FC Bayern München Jupp Heynckes
2014 FC Bayern München Pep Guardiola
2015 VfL Wolfsburg Dieter Hecking
2016 FC Bayern München Pep Guardiola
2015 Borussia Dortmund Thomas Tuchel
2018 - -

Falls sich jemand fragen sollte, was mit den Pokalsiegen vor und während des Zweiten Weltkriegs ist, bzw. wieso diese hier fehlen: Bis 1945 hieß der Wettbewerb Tschammer-Pokal, erst ab 1953 wurde er als DFB-Pokal geführt, was ja wiederum in der Titelzeile so als Inhalt für diese Seite angekündigt ist.

Wie immer bleibt der DFB-Pokal eine der interessantesten Veranstaltungen für alle an Sportwetten interessierten. Sie werden zwar gefühlt weniger, doch ist gerade der Pokal immer für Überraschungen gut. Und sollte es mal zu einer solchen kommen, ist die Quote mit einem unterklassigen Sieger gleich geeignet, ein ganzes Wochenende zu versilbern. Einige Anbieter von Sportwetten findet man hier, mit einigen zusätzlichen Informationen. Ausgelost wurde die 1. Runde des DFB-Pokals ja schon, auch hier warten trotz — oder gerade wegen — des Vorgangs, in der 1. Runde die höherklassigen Teams noch zu setzen und somit auf jeden Fall gegen ein unterklassiges Team antreten zu lassen, sicher wieder viele Überraschungen.

Schließlich gibt es nicht erst einen ehemaligen DFB-Pokalsieger, siehe oben, der es schon mal geschafft hat, in der 1. Runde gegen Amateure auszuscheiden.

Was die Trainer angeht, die den DFB-Pokal bislang gewannen, so hat es noch niemand häufiger als 3x geschafft, wie die unten stehende Tabelle zeigt, in der alle Trainer aufgelistet sind, die es mehr als 1x geschafft haben.

Jahr Verein/e Titel
Karl-Heinz Feldkamp Bayer Uerdingen, Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern 3x
Ottmar Hitzfeld FC Bayern München 3x
Thomas Schaaf Werder Bremen 3x
Udo Lattek FC Bayern München 3x
Otto Rehhagel Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf 3x
Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln 3x
Georg Wurzer VfB Stuttgart 2x
Zlatko Cajkovski FC Bayern München 2x
Huub Stevens FC Schalke 04 2x
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 2x
Felix Magath FC Bayern München 2x
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 2x
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Trainer mit den meisten Spielen in der 1. Bundesliga

Trainer Spiele Vereine
Otto Rehhagel 832 Kickers Offenbach, Werder Bremen, Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf, FC Bayern München, 1. FC Kaiserslautern,
Jupp Heynckes 642 Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München, Eintrach Frankfurt, FC Schalke 04, Bayer Leverkusen
Erich Ribbeck 569 Eintrach Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, FC Bayern München
Udo Lattek 522 FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, 1. FC Köln, FC Schalke 04
Thomas Schaaf 513 Werder Bremen, Eintracht Frankfurt
Felix Magath 495 Hamburger SV, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, FC Bayern München, VfL Wolfsburg, FC Schalke 04
Hennes Weisweiler 470 Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln
Ottmar Hitzfeld 461 Borussia Dortmund, FC Bayern München
Friedhelm Funkel 459 Bayer Uerdingen, MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC
Christoph Daum 426 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt

Stand 30.6.2015

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Alle Tore von Torhütern in der Bundesliga

Bevor wir uns weiter unten den konkreten Einzelfällen widmen, zunächst mal die Übersicht der Torhüter, die überhaupt in der Bundesliga ein Tor erzielten.

Name Tore davon 11m
Hans-Jörg Butt 26 26
Andreas Köpke 2 2
Jens Lehmann 2 1
Marwin Hitz 1 0
Frank Rost 1 0
Volkmar Groß 1 1
Wolfgang Kneib 1 1
Manfred Manglitz 1 1
Ralf Zumdick 1 1
Oliver Reck 1 1
Dieter Burdenski 1 1

Der erste Torhüter überhaupt, der in der Bundesliga ein Tor erzielte, war Manfred Manglitz. Er traf am 3. Juni 1967 für den MSV Duisburg gegen Borussia Mönchengladbach per Strafstoß zum 1:3. Da er später in den (ersten) Bundesliga-Skandal verwickelt war, ist dieses Premierentor für einen Torwart in der Bundesliga vielleicht weniger bekannt als es das verdient hätte. Möglicherweise der Hauptgrund für diesen Vorgang war, dass dieses Tor in der Partie am 34. Spieltag dieser Saison erzielt wurde, als für beide Teams schon alles gelaufen war, insbesondere bei einem Rückstand von 0:3 für den MSV Duisburg. Der Strafstoß wurde in der 87. Minute verwandelt, somit konnte man sich diese Besonderheit auch erlauben, ohne den Gegner damit unsportlich zu behandeln o. Ä. Zeuge dieser Premiere im Bundesligafußball waren übrigens laut fussballdaten.de satte 5.000 Zuschauer im Wedaustadion, Anstoß war an diesem Samstag und Spieltag um 16.00h. Mönchengladbach beendete die Saison auf dem 8. Platz, der MSV Duisburg auf dem 11. Rang, somit ging es ohnehin für beide Teams um nichts mehr, in einer Zeit, in der die Endposition noch nicht an etwaige Fernsehgelder gekoppelt war. Mehr würde man gerne von Augenzeugen oder gar Handelnden erfahren, hat hier aber noch keine weiteren Informationen dazu gefunden.

Auch bei Ralf Zumdicks Elfmetertor war es so, dass dieses am letzten Spieltag fiel. Der 34. Spieltag der Saison 1987/1988 hatte den 1. FC Nürnberg als Gegner nach Bochum geführt, wo der VfL seine Partie im Ruhrstadion recht locker mit 3:0 gewann, Zumdicks Elfmetertor fiel ebenfalls kurz vor Schluss, nämlich in der 88. Minute, hier immerhin vor 15.000 Zuschauern. Schiedsrichter der Partie war ein gewisser Hans-Joachim Osmers, der später noch aus anderen Gründen zu Berühmtheit gelangen sollte. Der von Zumdick überwundene Kollege im Tor der Nürnberger war übrigens Andreas Köpke, der selbst 2x in der Bundesliga als Torschütze erfolgreich war. Nürnberg beendete die Saison als 5., womit man in den UEFA-Pokal einzog, dort aber in der 1. Runde nach einem 2:1-Auswärtssieg bei AS Rom — damals mit Rudi Völler —, aber einer 1:3-Heimniederlage nach Verlängerung ausschied. Die beiden Auswärtstore in Rom hatten Souleyman Sané und Dieter Eckstein erzielt – vor 16.200 Zuschauern, beim Heimspiel waren es dann immerhin 20.000. Der VfL Bochum beendete die Saison auf einem sicheren 12. Platz, der damals zudem noch sicherer war als heute, weil es in jener Saison nur zwei Absteiger gab.

Auch Wolfgang Kneib traf per Elfmeter für seine Arminia Bielefeld im der Partie gegen Eintracht Frankfurt vom 16. März 1985, hier ging es allerdings noch mit sportlichem Ernst um Punkte. In der 89. Minute lag sein Team mit 1:2 zurück, als er an diesem 23. Spieltag zum 2:2-Ausgleich traf. Genutzt hat es in der Endabrechnung dann doch wenig: Arminia Bielefeld stieg wegen der schlechteren Tordifferenz (-15) gegenüber Fortuna Düsseldorf (-13) als 16. direkt ab. Eintracht Frankfurt landete mit 32 Punkten in der Endabrechnung sicher auf dem 12. Rang, 3 Punkte vor den Abstiegsrängen.

Kneib erzielte in der folgenden Saison übrigens gleich noch ein Tor, beim 7:1 über Eintracht Braunschweig zum 1:0 (!) in der 11. Minute, da war Arminia Bielefeld aber schon in die 2. Bundesliga abgestiegen und somit gehört dieses weitere Torhütertor hier nur als Randnotiz hin.

Der hier bislang völlig unbekannte Volkmar Groß erzielte sein Tor für einen der vier Berliner Clubs in der Bundesliga, für Tennis Borussia Berlin. Dieses Tor stellt aber auch einen dieser zunächst klassischen Fälle in der Bundesliga dar: Es war der 34. Spieltag der Saison, TeBe führte zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern ohnehin schon mit 3:1 und man schrieb die 89. Minute, als Groß im Mommsenstadion vor 4.000 Zuschauern am 21. Mai 1977 zum 4:1 per Handelfmeter gegen Josef Stabel traf. Lautern konnte zwar noch auf 2:4 verkürzen, TeBe war mit 6 Punkten Rückstand aber schon vor Anpfiff abgestiegen und Lautern als 13. mit sicherem Abstand gerettet.

Dieter Burdenski hatte weniger Glück als die meisten Torhüter, die Tore erzielten: Sein 2:2-Ausgleich im Heimspiel für Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart am 5. Spieltag der Saison, dem 8. September 1979, reichte am Ende nicht zu Punkten. Burdenski hatte in der 57. Minute getroffen, in der 90. gelang Stuttgart dann aber der 3:2-Siegtreffer. Am Saisonende stieg Werder zum ersten und einzigen Mal ab, es fehlten aber ohnehin 4 Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz.

Auch Nationaltorwart und Europameister Andreas Köpke traf wie Jens Lehmann gleich zwei Mal in seiner langen Karriere in der Bundesliga, beide Male allerdings per Strafstoß. Sein zweites Tor war dabei wieder der mehr oder weniger klassische Fall: Sein 1. FC Nürnberg führte am 11. Spieltag bereits mit 2:0 gegen Dynamo Dresden, in der 88. Minute erhielten die Franken einen Foulelfmeter zugesprochen. Diesen verwandelt Köpke gegen René Müller zum 3:0-Endstand. Am 8. Oktober 1993 wurden immerhin 30.000 Zuschauer Zeuge dieses seltenen Schauspiels.

Anders hatte die Lage eine Saison zuvor ausgesehen. Diesmal war am 12. Spieltag der 1. FC Köln zu Gast, der aber zum Zeitpunkt von Köpkes Tor mit 1:0 in Führung lag. Köpke glich in der 45. Minute aus, Nürnberg kam in der 2. Halbzeit noch zum 2:1-Siegtreffer und Köpke hatte entscheidend mitgeholfen, diesen Sieg zu sichern. Am 31. Oktober 1992 sorgte er mit diesem Tor dafür, dass der Club am Ende mit 28 Punkten deren 2 Vorsprung auf den ersten Absteiger hatte, auch wenn Nürnberg auf Rang 13 einlief. Bei der deutlich schlechteren Tordifferenz gegenüber dem ersten Absteiger VfL Bochum waren diese damals noch 2 Punkte aber Gold wert.

Das Torhüter-Tor von Marwin Hitz, eines von nur dreien aus dem Spiel heraus in der Bundesliga-Geschichte, dürfte den meisten noch präsent sein, fiel es doch in dieser Saison 2014/2015. Er erzielte es für seinen FC Augsburg im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen zum 2:2-Endstand. Was das schließlich für beide Teams bedeutet haben wird, ist noch abzuwarten. In jedem Fall ist der Schweizer damit der erste Ausländer, dem als Torhüter ein Tor in der Bundesliga gelang.

Frank Rost traf einst in der 90. Minute ebenfalls aus dem Spiel heraus im Heimspiel von Werder Bremen gegen Hansa Rostock, doch mit diesem Ausgleich zum 3:3 war die Partie noch nicht vorüber. Durch Ailton gelang per Foulelfmeter sogar noch der Siegtreffer zum 4:3. Lohnenswert also auch hier der Ausritt von Frank Rost in den gegnerischen Strafraum. Dieser Sieg gelang Werder am 29. Spieltag, man schrieb den 31. März 2002. Am Ende landete Werder auf dem 6. Rang, Rostock auf dem gefahrlosen 14. Werder zog damit, punktgleich mit dem 1. FC Kaiserslautern, aber wegen der besseren Tordifferenz, in den UEFA-Pokal ein. Dort erreichte Werder über Metalurg Donezk die 2. Runde, wo dann aber Endstation gegen Vitesse Arnheim war.

Jens Lehmann traf wie oben zu sehen, ebenfalls gleich 2x in der Bundesliga. Sein erster Treffer am 12. März 1995 war noch ein eher unbedeutendes Tor und dann eben auch per Strafstoß: Beim Stand von 5:1 im Heimspiel des FC Schalke verwandelte Lehmann in der 84. Minute einen Foulelfmeter gegen Rainer Berg zum 6:1, Gegner München 1860 gelang immerhin danach noch das zweite Ehrentor zum Endstand von 6:2. Allerdings fand diese Partie am 21. Spieltag statt, so dass es für beide Teams sportlich noch um alles ging.

Spektakulär in jeglicher Hinsicht war dann Jens Lehmanns 2. Tor für den FC Schalke, welches er in der 90. Minute des Derbys bei Borussia Dortmund per Kopf zum 2:2-Ausgleich und Endstand erzielte. Einmalig bislang, in solch einer Partie so ein enorm wichtiges Tor zu erzielen — und besonders nett, dass er nach einem kurzen Ausflug zum AC Mailand in der Folge bei eben jener Borussia Dortmund anheuerte. Wenn hier nicht alles täuscht, war dies somit das erste Tor eines Torhüters aus dem Spiel heraus, welches Lehmann am 19. Dezember 1997 gelang.

Ebenfalls für den FC Schalke, dort scheint man ein besonderes Faible für diese Art von Torhütertoren zu pflegen, erzielte Oliver Reck sein Tor per Strafstoß am 9. Februar 2002. Damals ging es am 22. Spieltag zu Hause gegen den FC St. Pauli, Recks Tor zum 4:0 durch Foulelfmeter in der 80. Minute war auch der Endstand dieser Partie. Bezwungen wurde Simon Henzler, der das Gästetor hütete. Am Ende der Saison landete Schalke auf Platz 5, der FC St. Pauli stieg mit 7 Punkten Rückstand als Tabellenletzter ab. Schalke 04 qualifizierte sich zwar für den UEFA-Pokal und erreichte über Kamen Ingrad die 2. Runde, wo gegen Bröndby Kopenhagen im Elfmeterschießen Schluss war, hätte sich aber auch ohne diesen Sieg den 5. Platz nicht nehmen lassen.

Hans-Jörg Butts 26 Tore in der Bundesliga sind Legende, es wäre zu viel, hier jedes einzelne zu diskutieren – auch wenn das für extreme Liebhaber interessant sein mag. Bemerkenswert sind in jedem Fall mehr als einige seiner Torerfolge. So ist er mit seinen gleich 2 verwandelten Strafstößen in der Partie Hamburger SV – VfB Stuttgart in der Saison 1999/2000 der einzige Torhüter in der Bundesligageschichte, der 2 Tore in einem Spiel erzielte. Rodolfo Cardoso hatte den HSV in der 5. Minute in Führung geschossen, es folgten zwei verwandelte Strafstöße in der 55. und 79. Minute. Da es sich hier um den 2. Spieltag handelte, darf nicht davon ausgegangen werden, dass man hier wenig sportlichen Ernst an den Tag legte.

Außerdem erwähnenswert, dass Butt in genau jener Saison 1999/2000 der interne Torschützenkönig des HSV wurde: Mit am Saisonende 9 verwandelten Elfmetern hatte er die meisten Tore im Kader erzielt, allerdings zusammen mit zwei weiteren Feldspielern. Butt, die Wunderwaffe.

Butt erzielte übrigens auch gleich drei Tore in der Champions League, interessant, ob das bislang überhaupt irgendeinem anderen Torhüter „gelang“. Alle drei (!) Tore erzielte er gegen Juventus, eines für den HSV beim legendären 4:4, eines für Bayer Leverkusen und das dritte für den FC Bayern München bei Juventus, als es für die Bayern durchaus ums Weiterkommen oder Ausscheiden ging.

Nicht zuletzt: Hans-Jörg Butt ist der einzige Torhüter, der in der 1. Bundesliga (HSV und Leverkusen), in der 2. Bundesliga (VfB Oldenburg) und in der 3. Liga/Klasse (FC Bayern II) Tore erzielte. Da muss wohl noch viel Wasser in diverse Meere fließen, bevor diese Leistung eingeholt oder überboten wird.

(Ebenfalls zu erwähnen wären wohl noch das Tor von Frank Rost im Elfmeterschießen des Pokalfinales von 1999, als Werder Bremen gegen Bayern München gewann, sowie das Tor von Manuel Neuer im Elfmeterschießen beim „Finale dahoam“, als die meisten anderen Feldspieler des FC Bayern abwinkten, selbst anzutreten, sowie auch das Tor von Jean-Marie Pfaff im Elfmeterschießen des UEFA-Pokals gegen PAOK Saloniki, allerdings bleibt es hier auf dieser Unterseite zunächst mal bei Torhütertoren in der 1. Bundesliga. Mit Toren von Torhütern in Elfmeterschießen machte man angesichts der langen Geschichte des DFB-Pokals mit seinen vielen Partien auch zwischen unterklassigen Teams eine ganz neue Büchse auf, die erstmal geschlossen bleiben mag. Für die 1. Bundesliga ist man mit diesem Text jedenfalls auf dem aktuellen Stand.)

Und ja, Bewegtbilder von diesen Toren wären auch nett gewesen … für die meisten waren aber ohne Zugriff auf WDR-Archive keine aufzutreiben.

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Alle Relegationsspiele zur 1. Bundesliga

Eine Übersicht über alle Relegationsspiele zum Aufstieg in die bzw. Abstieg aus der 1. Bundesliga.

Die erste Phase der Relegation zur 1. Bundesliga von 1982 bis 1991 brachte folgende Paarungen und Ergebnisse.

Saison Zweitligist Erstligist Hinspiel Rückspiel Gesamt
1981/1982 Kickers Offenbach Bayer Leverkusen 0:1 1:2 1:3
1982/1983 Bayer Uerdingen FC Schalke 04 3:1 1:1 4:2
1983/1984 MSV Duisburg Eintracht Frankfurt 0:5 1:1 1:6
1984/1985 1. FC Saarbrücken Arminia Bielefeld 2:0 1:1 3:1
1985/1986* Fortuna Köln Borussia Dortmund 2:0 1:3 3:3
1986/1987 FC St. Pauli FC Homburg 1:3 2:1 3:4
1987/1988** SV Darmstadt 98 Waldhof Mannheim 3:2 1:2 4:4
1988/1989 1. FC Saarbrücken Eintracht Frankfurt 0:2 2:1 2:3
1989/1990 1. FC Saarbrücken VfL Bochum 0:1 1:1 1:2
1990/1991*** Stuttgarter Kickers FC St. Pauli 1:1 1:1 2:2

* Die Paarung Fortuna Köln gegen Borussia Dortmund wurde in einer dritten Partie auf neutralem Platze, in diesem Falle in Düsseldorf, entschieden. Borussia Dortmund gewann diese Partie mit 8:0 gegen Fortuna Köln.

** Die Paarung SV Darmstadt 98 gegen Waldhof Mannheim wurde in einer dritten Partie auf neutralem Platze, in diesem Falle in Saarbrücken entscheiden. Sie endete mit 0:0 n. V. und 5:4 im Elfmeterschießen für Waldhof Mannheim.

*** Die Paarung Stuttgarter Kickers gegen FC St. Pauli wurde in einer dritten Partie auf neutralem Plazte, in diesem Falle in Gelsenkirchen, entschieden. Die Stuttgarter Kickers gewannen diese Partie mit 3:1 gegen den FC St. Pauli.

Die Paarungen und Ergebnisse der Relegation zur 1. Bundesliga seit Wiedereinführung zur Saison 2008/2009 im Folgenden.

Saison Zweitligist Erstligist Hinspiel Rückspiel Gesamt
2008/2009 1. FC Nürnberg Energie Cottbus 3:0 2:0 5:0
2009/2010 FC Augsburg 1. FC Nürnberg 0:1 0:2 0:3
2010/2011 VfL Bochum Borussia Mönchengladbach 0:1 1:1 1:2
2011/2012 Fortuna Düsseldorf Hertha BSC 2:1 2:2 4:3
2012/2013 1. FC Kaiserslautern TSG Hoffenheim 1:3 1:2 2:5
2013/2014 SpVgg Greuther Fürth Hamburger SV 0:0 1:1 1:1
2014/2015 Hamburger SV Karlsruher SC 1:1 2:1 n.V. 3:2
2015/2016 Eintracht Frankfurt 1. FC Nürnberg 1:1 1:0 2:1
2016/2017 Eintracht Braunschweig VfL Wolfsburg 0:1 0:1 0:2
2017/2018 Holstein Kiel VfL Wolfsburg 1:3 0:1 1:4
2018/2019 1. FC Union Berlin VfB Stuttgart 2:2 0:0 2:2
2019/2020 Werder Bremen 1. FC Heidenheim 0:0 2:2 2:2

Bislang (Stand 2016) setzte sich in 16 Duellen zwischen Erst- und Zweitligisten elf Mal der Erstligist und fünf Mal der Zweitligist durch. Drei Mal gab es nach Ablauf beider Partien keinen Sieger, so dass eine dritte, entscheidene Partie angesetzt werden musste. Von diesen drei Partien wurde eine erst nach Verlängerung und im Elfmeterschießen entschieden.

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Die torreichsten Champions-League-Partien

Wer mag nicht gerne Salz in der Suppe? Das definieren heute zwar immer mehr Menschen im Fußball anders. Aber so eine richtige Torflut macht doch zum Zuschauen — als Neutraler — meist mehr Spaß, nicht zuletzt, weil sie im Fußball so selten ist, wie wir gleich (wieder mal) sehen werden.

Heute trifft der FC Bayern München in seinem Auswärtsspiel in der Champions League Vorrunde auf den AS Rom, oder auch „die Roma“. Und beide erscheinen in den unten stehenden Listen. Letztere zwar zu neuer Stärke erwacht, Erstere allerdings ebenso und da dürfte die Stärke der Ersteren möglicherweise größer sein als jene der Letzteren. Weshalb man mit ein bisschen Glück auf einen neuen Eintrag in die unten stehende Sammlung hoffen darf. Wobei das in den letzten paar Dutzend Monaten eigentlich für jedes Spiel der Bayern galt.

Die meisten Tore in einer Champions-League-Partie, allerdings nicht pro Spieler, sondern beim Gesamtergebnis finden sich unten. Wie das so ist mit wahrscheinlich normalverteilten Ergebnissen, thront eine Partie mit satten 11 Treffern an der Spitze, auf 10 kamen bislang keine zwei Teams, deren 9 gab es dann immerhin schon 3 Mal und 8 Tore fielen gleich 18x [Update:] 19x mit den unterschiedlichsten Ausprägungen, wobei Liverpools 8:0 gegen Besiktas den höchsten Sieg in der Geschichte der Champions League überhaupt darstellt, aber eben nicht das torreichste Spiel.

11 Tore (1x)

AS Monaco - Deportivo La Coruna 8:3 (Tore)

9 Tore (3x)

Olympique Lyon - Werder Bremen 7:2
Paris St. Germain - Rosenborg Trondheim 7:2 (Tore und Highlights)
FC Villarreal - Aalborg BK 6:3

8 Tore (19x)

FC Liverpool - Besiktas 8:0 (Tore)
Hamburger SV - Juventus 4:4 (Tore und Highlights)
Chelsea - FC Liverpool 4:4 (Tore und Highlights)
Juventus - Olympiakos 7:1
Dinamo Zagreb - Olympique Lon 1:7
FC Bayern München - Sporting Lissabon 7:1
Manchester United - AS Rom 7:1
Werder Bremen - RSC Anderlecht 5:3 (Tore und Highlights)
Borussia Dortmund - Steaua Bukarest 5:3
Bröndby Kopenhagen - Manchester United 2:6
Real Madrid - Bayer Leverkusen 5:3
FC Barcelona - Bayer Leverkusen 7:1 (Tore und Highlights)
FC Valencia - FC Basel 6:2
Olympiakos Piräus - Bayer Leverkusen 6:2
Manchester United - Fenerbahce 6:2
Steaua Bukarest - Olympique Lyon 3:5
Real Madrid - Dinamo Zagreb 6:2
AS Rom - FC Bayern München 1:7

Und wenn man gerade schon mal dabei ist, kann man sich auch noch jene Partien mit jeweils 7 Toren zu Gemüte führen und erkennt, dass deutsche Teams doch häufig beteiligt waren, leider sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite des Ergebnisses.

“7

7 Tore (32x)

FC Valencia KRC Genk 7:0
FC Arsenal Slavia Prag 7:0
Juventus Olympiakos Piräus 7:0
Manchester United Real Madrid 4:3
Olympique Marseille FC Zürich 6:1
FC Valencia KRC Genk 7:0
Real Madrid APOEL Nikosia 5:2
1. FC Kaiserslautern HJK Helsinki 5:2
Werder Bremen Dinamo Minsk 5:2
Ajax Amsterdam FC Bayern München 5:2 (Tore und Highlights)
Real Madrid Ferencvaros 6:1
Real Madrid Sturm Graz 6:1
Willem II Tilburg Sparta Prag 3:4
Sparta Prag Spartak Moskau 5:2
FC Valencia Lazio Rom 5:2
Rosenborg Trondheim - Helsingborgs IF 6:1
Deportivo La Coruna Paris St. Germain 4:3
Celtic Juventus 4:3
VSC Debrecen AC Florenz 3:4
AC Florenz VSC Debrecen 5:2
Inter Mailand Tottenham Hotspur 4:3
Benfica Olympique Lyon 4:3
FC Valencia Bursaspor 6:1
MSK Zilina Olympique Marseille 0:7
Inter FC Schalke 04 2:5 (Tore und Highlights)
FC Nordsjaelland Schachtjar Donezk 2:5
Chelsea FC Nordsjaelland 6:1
FC Bayern München OSC Lille 6:1 (Tore und Highlights)
Galatasaray Real Madrid 1:6
Manchester City ZSKA Moskau 5:2
FC Bayern München - FC Basel 7:0
FC Barcelona Celtic 6:1
FC Schalke 04 Real Madrid 1:6 (Tore und Highlights)
BATE Barissov Schachtjar Donezk 0:7
FC Schalke 04 Sporting Lissabon 4:3
Real Madrid FC Schalke 04 3:4
FC Bayern München Schachtjar Donezk 7:0

Der absolute Torrekord in diesem Wettbewerb, wenn man auch den Europapokal der Landesmeister mit einbezieht, liegt übrigens bei 14 Toren in der Partie vom September 1969 KR Reykjavik – Feyenoord Rotterdam, die 2:12 endete. Beide Ehrentreffer, wenn man so will, erzielte übrigens ein Mann mit dem schönen Namen Baldvin Baldvinsson. Und das auch noch per Doppelschlag zum 1:10 und 2:10. Das nennt man wohl Moral.

PS: Alles händisch zusammengesucht und deshalb ohne Gewähr. Ihr OptaBaade.

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Wo der Peter noch zählt

Das Fazit vorab: Fünf von fünf Kohlebriketts für die Loge des Bochumer Ruhrstadions. Besonders positiv neben der angenehmen Nähe zum Spielfeld fällt der auch im Interlogen-Vergleich gute Service der Bediensteten auf. Atmosphäre haben Partien in diesem Stadion ja immer, auch wenn es langsam Patina ansetzt.

Der Niedergang des Reviers ist es, dem man von der Tribüne des Ruhrstadions aus in Form lebendig umherlaufender, aber immer weniger Punkte erreichender Fußballspieler zuschaut. Es liegt nicht an Bochum selbst, denn das gleiche Schauspiel ist auch von den Stufen des Wedaustadions oder des Niederrheinstadions aus zu erblicken. Nicht in einem einzelnen Spiel wie an jenem Montag, als der 1. FC Kaiserslautern in Westfalen zu Gast war und beim 0:0 keinen Treffer der Bochumer zuließ, selbst auch nur den Pfosten und nicht ins Tor traf. Aber die Vorzeichen, unter denen derartige Partien stattfinden, werden von Mal zu Mal betrüblicher. Nun haben sich die einst Unabsteigbaren der Ersten Liga schon ernsthaft mit Abstiegssorgen in der zweiten herumzuplagen.

Das strukturelle Problem der zwischen den immer gefräßiger (hey, das ist eine unzulässige Vermenschlichung von wirtschaftlich-sozialen Prozessen, die keine Einzelperson bewirken oder verhindern kann) werdenden Schalkern und Dortmundern ist nicht neu. Es bestand früher schon — man denke an die Aktion Heinz Höhers, den Platz für ein bisschen mehr Geld in einer Nacht zu vereisen, wie sie in Ronald Rengs „Spieltage“ beschrieben wird.

Doch die Schere geht immer weiter auf. Ein Talent wie Goretzka ist schon mit 18 nicht mehr zu halten, während er früher immerhin noch ein oder zwei Mal Torschützenkönig mit dem VfL Bochum (in der 1. Liga wohlgemerkt) geworden wäre, bevor er dann mit einem Wechsel zu Bayer Leverkusen seine Nationalmannschaftskarriere in den Rinnstein hätte fließen lassen.

Auf der Trainerbank blitzt kaum mehr als Durchhalte- und Motivationsklamauk, der immerhin das große Bedürfnis nach Heimatgefühlen bedient. Wo andere Clubs hingegen jemanden als Trainer engagieren, der heutige Gegner 1. FC Kaiserslautern zum Beispiel, der auf der Höhe der Zeit beim Fußball ist und dementsprechende Erfolge feiert. Der Blick geht vielleicht immer ein Stückchen zu lange zurück, gerade in der Stadt mit dem Bergbaumuseum. Vielleicht ist es aber keine fehlende Einstellung zum Spiel und der Kaderentwicklung, vielleicht sind die Hände tatsächlich so gebunden, wie sie scheinen.

Das Stadion, einst eine Perle der Fußballkultur, wird mit jeder Saison, jedem Besuch älter und — ein zeitlicher Scheinriese vielleicht — kleiner, überschaubarer, das Moos wächst, wo neue Impulse sprießen sollten.

So ist es gleichzeitig heimelig wie auch Indiz für den verfallende Attraktion, dass das Ziel des heutigen Abends, jene Loge beim VfL Bochum, die auch von den nicht ganz so Betuchten besucht werden kann, nach dem Sponsor des Stadionnamens benannt ist. Irgendwasmitrevierausderwortspielhölle-Lounge. Welcher wiederum aus den Bochumer Stadtwerken besteht — man rechnet offensichtlich mit keinerlei überregionaler Strahlkraft und hat damit seine eigene Größe wohl schon ganz gut eingeschätzt. Schlimmer wäre die Erklärung, dass es keine anderen Interessenten mehr gibt. Opel oder Nokia.

Doch hin zum eigentlichen Anlass des Berichts. Eine Einladung in die Loge des Ruhrstadions. Großraum-Lounge mit direktem Anschluss an die Haupttribüne. Als VfL-Fan sollte man dort zumindest ein Mal gewesen sein. Ja, gut, auf Schalke hängen dann halt noch ein paar Bergmannsutensilien von der Decke in dieser Großraum-Lounge, darauf hat man hier in Bochum verzichtet und ist im solide-gepflegten Bereich (wie beim MSV Duisburg) sowohl bei der Gestaltung als auch beim Zugang zur Haupttribüne, auf der man immerhin Ata Lameck (und komischerweise sonst keinen Ex-Profi) entdeckt. Lameck verteilt in der Halbzeitpause stibitztes Speise-Eis an umstehende Kinder und tut auch sonst alles dafür, seinem während des Reviersport-Quiz beim Autor erworbenen Image nicht zu schaden. Ein umgänglicher, sympathischer Ker (sic!) ausm Pott, der den Schalk im Nacken mit traumwandlerischer Sicherheit in jener Frequenz aufblitzen lässt, die auch nach Jahren nicht auf den Geist geht.

Für einige Hundert Menschen ist in dieser Lounge Platz, kredenzt werden natürlich Pils und Currywurst — der Autor war noch auf keiner Fußball-Veranstaltung mit eigentlich zumindest leicht gehobener Küche, in der dann doch genau diese Currywurst kredenzt wurde, ob nun in der Loge der Allianz-Arena oder bei diversen Meetings von Telekom oder Google. Fällt irgendwo das Stichwort „Fußballfans“, verlässt alle Köchinnen und Köche der Welt jeglicher Mut zu auch nur einem Fünkchen Kreativität. Currywurst neben vielem anderen auf dem Speiseplan in der Bochumer Lounge versteht sich, aber das Foto vom Menü hat es wieder nicht bis zum heimischen Rechner geschafft. Sehr zum Bedauern von Blog-G, dem ausgewiesenen Gourmet unter den Fußballbloggern, steht zu befürchten.

Auf dem Platz ansehnlicher Fußball, welcher seltsamerweise von allen Daheimgebliebenen bei Twitter als grausam und schrecklich bezeichnet wurde. Dabei spielte hier der zu jenem Zeitpunkt Vorletzte der Zweiten Liga. Als neuerdings regelmäßiger Besucher der Dritten Liga ist man da vielleicht nicht ganz so verwöhnt wie der gemeine Bundesligadehmel. Jedenfalls ging es nach Sekunden nur mit einer sehr guten Gelegenheit für den Bochumer Richard Sukuta-Pasu los (übrigens eines dieser 18×18-Kids), doch diese versemmelte er ebenso überhastet wie alle späteren Gelegenheiten, von denen einige sogar die Bewertung „Hundertprozentig“ überschritten. Alleine im Fünfmeterraum über den Ball zu säbeln, da findet selbst Andy Brehme kein Bonmot mehr für.

An der Linie übrigens das Duell zweier Ex-MSV-Trainer, aber was heißt das schon, bei einem wie Neururer, der 14 Profi-Vereine in seiner Vita trägt? Der jedoch allein in Bochum wirklich ein zu Hause fand (und in Köln und in Schalke … und … wer halt noch so anrufen sollte demnächst … ). Auf der anderen Seite Kosta Runjaic, der möglicherweise mit dem 1. FC Kaiserslautern bald in der 1. Liga spielt. Zumindest machte es nach dieser Auftaktchance für den VfL Bochum den recht starken Eindruck, denn die Bochumer Defensive schwamm in einer Vielzahl von Situationen in den ersten 30 Minuten, ehe wieder etwas mehr Gegenwehr möglich wurde. In der zweiten Halbzeit deutlich weniger Durchschlagskraft auf beiden Seiten, und dennoch kurz vor Schluss wieder eine Bochumer Gelegenheit für Sukuta-Pasu, deren Verwertung Peter zumindest innerlich hätte tanzen lassen.

Erstaunlich aber das grundlegende spielerische Potenzial von Kandidaten wie Ken Ilsö und Yusuka Tasake, das zwar oft mit dem vorletzten Pass sein Ende fand, aber durchaus adrett zu verfolgen war. Und dann fiel da plötzlich Slawomir „Paul“ Freier (oder heißt er Paul „Slawomir“ Freier?) ins Auge. Das berüchtigte Loch im Raum-Zeit-Kontinuum wurde mittlerweile das eine Mal zu oft bemüht, um es hier noch als Erklärung heranzuziehen. Ein Mann, der noch vor Miroslav Kloses Zeiten das Nationaltrikot getragen hatte, wühlt sich hier durch die Untiefen des Bochumer Ackers wie auch durch die seiner Karriere.

Potzblitz, und das an einem kalten Montagabend, wenn ältere Herren doch schon längst mit Pils und Decke in der Lounge sitzen sollten. So viel wie dem Ruhrstadion vom Glanz alter Tage geblieben ist, so viel blitzte allerdings auch bei Freiers Spiel davon auf, dass er einst zu den besten 23 in Deutschland gehört haben mag. Schaut man nach, steht sein letztes Länderspiel tatsächlich noch 2007 zu Buche und es erstaunt, wie lange man sich als Ex-Nationalspieler im Schatten jeglicher Aufmerksamkeit bewegen kann. Paul Freier, der deutsche Paul Scholes. Keine Werbeverträge, keine Sperenzken und ebenso lange im Einsatz. Nur nicht ganz so erfolgreich.

Und dennoch gelang es den Bochumern, ihren Abwärtstrend zu stoppen, nach vier Niederlagen in Folge einen Punkt gegen einen Aufstiegskandidaten zu ergattern. Welcher man übrigens selbst wäre, hätte man nicht diese vier Niederlagen in Folge zu beklagen. Aber Fußball ist bekanntlich kein Spiel im Hätte.

Eins bleibt aber auch in Bochum unverändert und das ist der Zauber, den Herbert Grönemeyers „Bochum“ vor Anpfiff versprüht. Ein Song aus einer Zeit, als tatsächlich noch Grubengold hochgeholt wurde und der Pulsschlag der Stadt aus Stahl bestand. Immerhin 16.656 Zuschauer singen diese Zeilen und wie immer jene vom Doppelpass des VfL gegen Lautern mit, keine schlechte Zahl für Bochum in diesen Tagen.

Denn in diesen Tagen ist man an einem diesigen Montagabend ein diesiger Zweitligist, und in diesem Licht scheinen Erstliga-Klassenerhalte mit Gekas, Gerland oder Gospodarek so weit weg wie der tatsächlich in London residierende Grönemeyer. Das nächste Hoch kommt auch in Bochum bestimmt, ob aber mit dem Herrn aus der Titelzeile, das „bleibt abzuwarten“. Bis dahin genießt man eben die Currywurst. Und das Flutlicht.

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Älteste Debütanten in der Nationalmannschaft

Die folgende Liste bezieht sich nur auf jene Debütanten seit Einführung der Bundesliga, also seit 1963. Die Daten für die Zeit davor liegen hier nicht vor.

Name Verein Alter beim Debüt
Martin Max TSV 1860 München 33,69
Paul Steiner 1. FC Köln 33,35
Michael Preetz Hertha BSC 31,47
Oliver Reck Werder Bremen 31,27
Stefan Kuntz 1. FC Kaiserslautern 31,13
Michael Schulz Borussia Dortmund 30,56
Norbert Eder FC Bayern München 30,51
Helmut Roleder VfB Stuttgart 30,47
Michael Zorc Borussia Dortmund 30,31
Peter Nogly Hamburger SV 30,11
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Gewinnspiel: Stadiontausch

[Update: Alles chronologisch sortiert, gar 3x gab es 3 Stadien in einer Saison.]

Heute ein doch etwas diffizileres Gewinnspiel als nur „Rote Karten für Nationalspieler“ oder dergleichen Anfänger-Kram mehr.

Heute die Frage:

Welche Bundesligisten bestritten im Laufe einer Saison ihre Heimspiele in zwei verschiedenen Stadien?

Ich bitte um Euer Wissen.

3 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2 Stadion 3
TeBe Berlin 1974/1975 Mommsenst. Olympiastadion, Berlin Poststadion
VfL Bochum 1975/1976 Ruhrstadion Stadion am Schloss Strünkede Westfalenst., Dortmund
Borussia M‘gladbach 1977/1978 Stadion am Bökelberg Rheinstadion, D‘dorf Jahnstadion, Rheydt

2 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2
Hamburger SV 1969/1970 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1970/1971 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1971/1972 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
FC Bayern München 1971/1972 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
FC Bayern München 1972/1973 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Kickers Offenbach 1974/1975 Stadion am Bieberer Berg Waldstadion, Frankfurt
Rot-Weiss Essen 1974/1975 Georg-Melches-Stadion Parkstadion, Gelsenkirchen
Fortuna Düsseldorf 1975/1976 Stadion am Flinger Broich Rheinstadion
1. FC Köln 1975/1976 Müngersdorfer Stadion, Köln Radstadion, Köln
TeBe Berlin 1976/1977 Mommsenstadion Olympiastadion, Berlin
Borussia Dortmund 1976/1977 Westfalenstadion Parkstadion, Gelsenkirchen
FC St. Pauli 1977/1978 Millerntor Volksparkstadion
1. FC Kaiserslautern 1978/1979 Betzenberg, Kaiserslautern Südweststadion, Ludwigshafen
Karlsruher SC 1988/1989 Wildparkstadion Frankenstadion Heilbronn
FC St. Pauli 1988/1989 Millerntor Volksparkstadion
FC St. Pauli 1989/1990 Millerntor Volksparkstadion
SG Wattenscheid 09 1990/1991 Lohrheidestadion Ruhrstadion
TSV München 1860 1994/1995 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Hansa Rostock 1995/1996 Ostseestadion, Rostock Olympiastadion, Berlin
VfL Wolfsburg 2002/2003 VfL-Stadion Volkswagen Arena
TSG Hoffenheim 2008/2009 Carl-Benz-Stadion, Mannheim Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim
Bayer Leverkusen 2008/2009 Esprit-Arena, Düsseldorf Bay-Arena Leverkusen
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Stallgeruch satt und genug

Wenn man nach Wiesbaden fährt, lernt man eine ganze Menge über einen seit 1945 schwelenden Konflikt um die politische und administrative Zugehörigkeit dreier rechtsrheinischer — eigentlich: — Mainzer Stadtteile zu Wiesbaden, welche auch heute noch das „Mainz-xyz“ in ihrer Bezeichnung tragen. Im Laufe der Jahre ergaben sich dabei unterschiedliche Vor- und Nachteile für die Bürger und die beiden Städte, so dass weiterhin der Status Quo erhalten bliebt, welchen ein amerikanischer Offizier im September 1945 aus dem profanen Grund festlegte, dass der Rhein die natürliche Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz bilden sollte: Alle rechtsrheinischen Gebiete gehören administrativ zu Wiesbaden, dürfen aber weiterhin das „Mainz-“ in ihrem Namen tragen. Alles was linksrheinisch ist, ist somit Mainz und gehört erschwerend damit zu Rheinland-Pfalz und nicht zur hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Einen Namen trägt dieser Konflikt auch, er wird dort nach den Anfangsbuchstaben der drei betroffenen Stadtteile „AKK-Konflikt“ genannt. Eine ähnlich anachronistisch anmutende Auseinandersetzung wie jene um die Wiedereinführung lokal begrenzterer, früherer KFZ-Kennzeichen oder überhaupt diese Konflikte um von außen betrachtet als marginalst empfundene Mentalitätsunterschiede. Aber dennoch ist es ein interessantes Phänomen, insbesondere, wenn man von solchen Vorgängen sonst nur an der Grenze zur Schweiz oder nach Holland Kenntnis erlangte, nicht aber mitten im, naja, im Herzen von Europa und somit auch von Deutschland.

Einer dieser drei Stadtteile, die in Wiesbaden liegen, aber mental zu Mainz gehören, ist Mainz-Kastel. Die anderen beiden heißen Amöneburg und Kostheim. Jeweils auch mit dem Mainz- davor, so dass auf den Ortseingangsschildern die Mammutkonstruktion von der „Landeshauptstadt Wiesbaden Stadtteil Mainz-Kastel“ zu lesen ist. Der für unsere Zwecke berühmteste Sohn dieses so zerrissenen Stadtteils Mainz-Kastel ist ein Mann namens Bruno Hübner. Und dieser trat aufgrund seiner langjährigen Vereinszughörigkeit zum lange Zeit eher unterklassigen SV Wehen wohl für die meisten erst mit seinem Wechsel als Manager zu Eintracht Frankfurt in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Tatsächlich begann seine Karriere aber als aktiver Fußballer beim 1. FC Kaiserslautern, für den er in 76 Partien immerhin 19 Tore erzielte und sogar im UEFA-Cup (als man diesen noch ernstnahm) gegen Real Madrid zum Einsatz kam. Real Madrid — und wenig später beendete er im zarten Alter von 25 Jahren seine Profikarriere wegen einer Verletzung und schloss sich dem SV Wehen an. Welcher damals in der Kreisklasse spielte. Von 1986 bis 1995 war Bruno Hübner noch für den SV Wehen aktiv, mit ihm als treffsicherem Stürmer stieg der Verein bis in die Landesliga auf. Später arbeitete er als ehrenamtlicher (!) Präsident des Vereins und als Trainer des Teams. Es ist schwierig jemanden zu finden, der den Stallgeruch eines aus der Bundesliga kommenden Spielers überbietet, welcher noch 11 Jahre in den untersten Klassen rumgurkte, Trainer, Manager und Präsident seines Clubs ist bzw. war.

2007 führte Bruno Hübner den SV Wehen als Manager erstmals in die 2. Bundesliga. Es fallen einem wohl nur ganz wenige andere Menschen ein, die so sehr mit einem Verein verheiratet waren, wie Bruno Hübner mit dem SV Wehen. Gefeuert wurde er dann trotzdem aufgrund von „Differenzen“ mit dem Präsidium und sein Weg führte ihn über den MSV Duisburg, mit Pokalfinalteilnahme, zu Eintracht Frankfurt, wo er eventuell einen Champions-League-Qualifikanten oder Europa-League-Teilnehmer zusammengebaut hat. Alle Hüte ab vor Bruno Hübner, der sich nicht davon schocken ließ, dass er trotz einem überbordenden Stallgeruch in genau diesem Club, aktiv als Spieler, Trainer, Präsident und Manager seit 1986, gefeuert wurde.

Wer sich aktuell über das informieren will, was aus dem wird, was Bruno Hübner zu nicht geringen Anteilen in Wiesbaden aufgebaut hat, kann das übrigens stets beim Stehblog tun, welches sich dem SV Wehen Wiesbaden verschrieben hat. Um Bruno Hübner zu verfolgen, sollte man sich an Blog-G wenden, angesichts seines Karrierverlaufs reichen aber inzwischen auch die klassischen Sportteile ohne besonderen Vereinsfokus. Denn offensichtlich hat er in all den Jahren seines Wirkens sehr gut aufgepasst, was ihm nun außerordentlich zugute zu kommen scheint. Wie lange läuft eigentlich Hübners Vertrag noch in Frankfurt?

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