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Schlagwort: Liverpool

Alle namibischen Meister

Natürlich gibt es einen Grund, warum die nationale Meisterschaft im Fußball in Namibia erst seit 1990 ausgetragen wird. Zuvor war das Land schließlich politisch nicht souverän, befand sich in Abhängigkeit von Südafrika. Erst mit dem dortigen politischen Umsturz und der völligen Souveränität Namibias hatte man die Möglichkeiten und die Motivation, eine eigene Meisterschaft im Fußball durchzuführen, was man dann auch 1990 unter dem Dach der Namibia Premier League tat. Zuvor hatte es einige quasi semi-offizielle Meisterschaften gegeben, welche hier in der Liste aber nicht erfasst sind.

Ab 1990 gab es dann also regelmäßigen Meisterschaftsbetrieb. Einzig 1997 wurde kein Meister ausgespielt. Außerdem erfolgte die Meisterschaft zunächst noch im Kalenderjahr, ehe de Wechsel von Kalender- auf Fußballjahr im Jahr 2001 erfolgte. Nach einem Sponsor ist die volle Bezeichnung zur Zeit MTC Namibia Premier League, was aber immer wieder mal wechselt und deshalb im Folgenden nicht verwendet wird. Nun also die komplette Liste aller Meister seit der Unabhängigkeit Namibias.

Liste der Meister in Namibia

Jahr Club Stadt
1990 Orlando Pirates Windhoek
1991 Eleven Arrows Walvis Bay
1992 Ramblers Windhoek
1993 Chief Santos Tsumeb
1994 Black Africa Windhoek
1995 Black Africa Windhoek
1996 Blue Waters Walvis Bay
1997 - -
1998 Black Africa Windhoek
1999 Black Africa Windhoek
2000 Blue Waters Walvis Bay
2001/02 Liverpool Okahandja
2002/03 Chief Santos Tsumeb
2003/04 Blue Waters Walvis Bay
2004/05 FC Civics Windhoek
2005/06 FC Civics Windhoek
2006/07 FC Civics Windhoek
2007/08 Orlando Pirates Windhoek
2008/09 African Stars Windhoek
2009/10 African Stars Windhoek
2010/11 Black Africa Windhoek
2011/12 Black Africa Windhoek
2012/13 Black Africa Windhoek
2013/14 Black Africa Windhoek
2014/15 African Stars Windhoek
2015/16 - -
2016/17 - -

Erwähnenswert ist wohl auch der Umstand, dass es sich bei den Spielern in der Namibia Premier League um Halbprofis handelt, sie gehen also neben ihrer Spielertätigkeit zumindest in Teilzeit noch einer regulären Arbeit nach. Sofern diese Verhältnisse für alle Beteiligten gleich sind, ist dagegen sicher nichts einzuwenden, ob dies gewährleistet ist, weiß man allerdings nicht. Zur Zeit besteht die Liga aus 16 teilnehmenden Clubs, davor hatte sie aus 12 Teams bestanden.

Niveau des Fußballs in Namibia bleibt fraglich

Auf welchem Niveau in Namibia Fußball gespielt wird, ist schwierig einzuschätzen. Natürlich nehmen auch Clus aus der Namibia Premier League an der afrikanischen Champions League teil. Größere Erfolge blieben dort aber bislang aus – und angesichts der großen Heterogenität des Fußballs in Afrika ist es weiterhin schwierig, das Niveau der Liga annähernd richtig einzuschätzen. Die Nationalmannschaft Namibias befindet sich lediglich auf Rang 133 der Weltrangliste der FIFA – das bedeutet selbst unter den afrikanischen Verbänden ist der namibische Fußball nur unter ferner liefen zu finden.

Natürlich stellt die Namibia Premier League auch für Freunde von Wetten auf Fußballspiele einen besonderen Anreiz dar. Das kann man bekanntlich inzwischen online erledigen, wie natürlich auch andere Spiele wie Eye of Horus online mitspielen kann, in dem Fall sogar ohne Anmeldung.

Angesichts ihres doch recht jungen Alters zeigt sich eine überraschende große Vielfalt an Siegern der Namibia Premier League, wobei der Rekordmeister Black Africa mit 8 Titeln durchaus einen großen Abstand zur Zahl der Titel aller anderen Clubs in Namibia aufweist. Die genauen Zahlen zeigt die folgenden Aufstellung.

Liste der Titel pro Club

Club Titel
Black Africa 8
African Stars 3
Blue Waters 8
FC Civics 3
Chief Santos 2
Orlando Pirates 1
Liverpool 1
Eleven Arrows 1
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The Kop loves you

Weil der Clip eine zeitlang bei youtube wieder verschwunden war und — auf einem Bein kann man schlecht stehen — weil heute die überarbeitete Version des Films „Yellow Submarine“ in den USA in ausgewählten Theatern anläuft, noch mal jenen Bericht der BBC aus dem Jahr 1964 eingeworfen, in dem die Menschen auf dem „Kop“ in Liverpool „She loves you“ singen.



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Bela-Rethy-Facts-Sheet N° 1 — Nordkorea

Das nach außen völlig abgeschottete Nordkorea — kein Staat der Erde hat eine geringere Ausländerquote als Nordkorea — nimmt in Südafrika 2010 erst zum zweiten Mal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil.

Nordkoreas erste Teilnahme fand 1966 bei der WM in England statt.

Bei diesem ersten Auftritt auf der Weltbühne des Fußballs gelang Nordkorea ein sensationeller 1:0-Erfolg über Italien. Obwohl doch alle nach dem 0:3 in der Auftaktpartie gegen die UdSSR mit einem Gesänge- und tonlosen Ausscheiden dieses Exoten gerechnet hatten. Gegen Chile glückte im zweiten Spiel der Ausgleich in der 88. Minute, ehe es im letzten Vorrundenspiel zu einer der größten Sensationen bei Weltmeisterschaften überhaupt kam.

Gruppe D
Dienstag, 12.07.1966 UdSSR – Nordkorea 3:0 Middlesbrough, 22.568
Freitag, 15.07.1966 Nordkorea – Chile 1:1 Middlesbrough, 15.887
Dienstag, 19.07.1966 Nordkorea – Italien 1:0 Middlesbrough, 18.727
Viertelfinale
Samstag, 23.07.1966 Portugal – Nordkorea 5:3 Liverpool, 51.780

Nach dem von niemandem erwarteten, von den Zuschauern in Middlesbrough aber vernehmlich gefeierten 1:0-Sieg gegen Italien stand Nordkorea unter den besten acht Teams der Welt. Gegen Viertelfinalgegner Portugal führte Nordkorea dann sogar schon mit 3:0, ehe vier Tore von Eusebio plus ein weiteres von Eusebio aufgelegtes Tor doch noch die Niederlage und das Ausscheiden Nordkoreas erwirkten. Nichtsdestotrotz bleibt von diesem ersten Auftritt bei einer WM vor allem der Sieg gegen Italien im Gedächtnis und eher weniger das dramatische Ausscheiden.

Allerhöchste Rethy-Alarmstufe gilt deshalb für die folgende Information: „Der Torschütze des 1:0-Siegtores gegen Italien heißt Pak Doo Ik.“ – „Die Legende sagt, vor dem entscheidenden Schuss hatte er in den Boden getreten, so dass sein Gegner getäuscht war und ausrutschte, woraufhin Pak Doo Ik gegen Enrico Albertosi einschießen konnte und die Italiener vorzeitig nach Hause fuhren.“


(In der etwas längeren Zusammenfassung des Spiels sieht man, dass Nordkorea durchaus noch weitere gute Chancen hatte und nicht — wie so häufig bei „sensationellen“ Siegen — nur einen einzigen Sonntagsschuss ins Tor versenkte.)

Das der übrigen Welt unbekannte Land hat etwa 22 Millionen Einwohner, von denen knapp 8 Millionen zur Zeit beim Militär sind, aktiv oder als Reservist. Der Wehrdienst in Nordkorea dauert je nach Waffengattung zwischen drei und sieben Jahre. Nordkorea verfügt nach China über die zweitgrößte Armee Asiens, weitere Quellen sprechen von der drittgrößten der Welt, mit einer Million Mann ständig an der Waffe. Aber das nur am Rande. Wichtig ist Pak Doo Ik. Pak Doo Ik. Damals, an einem Dienstag in England.

Die Italiener mussten vorzeitig von der WM 1966 nach Hause reisen und wurden mit Schimpf und Schande, des Weiteren mit faulem Obst und tumultartigen Szenen empfangen.

Pak Doo Ik und seine Teamkollegen wurden daheim mit Orden empfangen.

Es war damals gar nicht so einfach, dass Nordkorea überhaupt an der WM teilnahm, denn Großbritannien pflegte keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea. Man einigte sich darauf, vor Spielen Nordkoreas statt deren Hymne nur einen Marsch zu spielen. Alle vier Versionen dieses Marsches hörte ein gewisser Pak Doo Ik vom Spielfeld aus, weil er alle vier WM-Spiele Nordkoreas von Beginn an bestritt.

Angeblich war das nordkoreanische Team vor der WM 1966 ein Jahr lang zusammen einkaserniert. Darunter auch ein gewisser Pak Doo Ik.

In Nordkorea wurden manche Spiele der WM 2006 übertragen, allerdings nicht live, sondern zeitverzögert. Hatte ein als feindlich eingestufter Staat das Spiel gewonnen, wurde gar nichts von dieser Partie gesendet. Doch das ist alles nicht so wichtig wie der Name des Siegtorschützen Nordkoreas gegen Italien: Pak Doo Ik.

Das größte Stadion der Welt steht in Nordkorea, das MayDay-Stadion in Pjöngjang, benannt nach dem 1. Mai und 150.000 Zuschauer fassend. Sicher war auch Pak Doo Ik schon einmal dort.

Die Menschenrechtslage in Nordkorea piep krächz pfeif … [Ein Radio-Standbildfoto von Bela Rethy (wenn man genau hinschaut, kann man schemenhaft allerdings Joseph S. Blatter erkennen, der zum Klang einer Vuvuzela sein Mantra betet, dass es im Fußball nur um Sport ginge und dieser sich aus Politik herauszuhalten habe, bis sich das Bild wieder normalisiert und die Vuvuzela verklingt) wird eingeblendet, die üblichen Vuvuzelas setzen wieder ein.] … krächz pfeif zuletzt noch 2008.

Die Kindersterblichkeitsrate in Nordkorea liegt mit 51 auf 1000 ungeheuer hoch, und damit dennoch nur auf dem 49.-schlechtesten Rang aller Nationen der Erde. Nach der Zerstörung eines für atomare Vorhaben benötigten Kühlturmes durch das nordkoreanische Militär entfernte George W. Bush Nordkorea von seiner Liste der zu ächtenden Staaten und ermöglichte neuerliche Hilfslieferungen an die seit Jahrzehnten unter Nahrungsmittelmangel leidende Bevölkerung. Seit ebenso vielen Jahrzehnten gibt es jedoch mehr als nur Gerüchte, dass sich an diesen Hilfslieferungen hauptsächlich die regierenden Clans bereichern, weshalb derartige Lieferungen bereits in den 1980er Jahren immer wieder von Seiten der Hilfsorganisationen eingestellt wurden.

Das System der Schriftzeichen der Koreaner wird von Gelehrten (von welchen, ist unbekannt) abfällig als „Morgenschrift“ bezeichnet, weil man es — anders als das Chinesische — an einem einzigen Morgen erlernen könne. Es gibt nur rund 40 Schriftzeichen, deren Anordnung allerdings deutlich von der europäischer Schriftzeichen abweicht. Internetzugang ist der breiten Bevölkerung in Nordkorea nicht möglich, immerhin gibt es ein staatsinternes Intranet… huch, hier ist irgendetwas verrutscht: Was hat das auf einem Bela-Rethy-Fact-Sheet zu suchen?

Wichtig bleibt wie erwähnt der Dienstag in England: Pak Doo Ik. Der Mann ist verheirateter Arzt und war im Jahr 2002 mit den noch lebenden insgesamt sieben Spielern der Siegermannschaft ein zweites Mal in England, was zwei Briten zur Dokumentation „The Game of Their Lives“ nutzten. Ob zu Anlass der Rückkehr der Nordkoreaner die Hymne ihres Staates gespielt wurde, ist unbekannt. Jemand anderes aber wird nicht vergessen, die Hymne auf Pak Doo Ik zu singen: Den kennt man ja dann.

(PS: Interessant ist auch, was Google Maps bei genauerem Hinsehen über Nordkorea preisgibt. Das kann aber niemals auf einem Bela-Rethy-Fact-Sheet erscheinen, weil Bela Rethy niemals annimmt, dass sich seine Zuschauer in gewissen Fragen vielleicht auch vorher schon selbst informiert haben könnten, bzw. dass sie das, während sie das übertragene Spiel schauen, noch tun könnten.)

(PPS: Die Frage sei erlaubt, ob das Wort „Vuvuzela“ — wenn man richtig hinhört — gar nicht wie „Uwe Seeler“ klingt, sondern wie Bela Rethy. Oder anders gesagt: Ob wir nicht wissen müssten, dass man sich an das 90-minütige Getröte sehr gut gewöhnt: Man hört schon nach ein paar Minuten nicht mehr so richtig hin.)

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