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Schlagwort: Technik

#namethegame – Wie heißt dieses Dings-Spiel in welcher Region?

Mal wieder bei Twitter kam gerade die Frage danach auf, was denn eigentlich „Fünferle“ sei, nachdem ich twitterte, dass Schachtjar Donzek das gerade in Schalkes Fünfmeterraum spiele.

Fünferle heißt jenes Spiel, in dem alle Beteiligten auf ein Tor spielen, also ohne Verteidiger, Tore aber nur zählen, wenn sie volley erzielt werden. Jeder hat 10 Punkte, bei einem erhaltenen Tor als Torwart bekommt man einen Punkt abgezogen. Bei einem Fehlschuss neben das Tor (oder auch bei einem gehaltenen Ball) muss der Fehlschütze ins Tor, kann also nur dort Punkte verlieren, sich durch einen gehaltenen Ball aber auch wieder daraus entfernen. Plus wahrscheinlich viele weitere Variationen, nehm ich an, das ist so das Grundgerüst.

Dort, wo ich aufwuchs, am Niederrhein am westlichen Rande des Ruhrgebiets, nannte man das Spiel „Fünferle“. Womöglich, weil man nur innerhalb des Fünfmeterraums überhaupt köpfen/volley schießen durfte, das weiß ich nicht mehr exakt.

Die Frage ist nun: Wie hieß dieses Spiel dort, wo Du es gespielt hast – und wo war das?

PS: Wir hatten dieses Thema übrigens schon mal, wie aus diesem Beitrag zu regionalen Varianten der Bezeichnung für bolzen/pöhlen/tschutten hervorgeht. Leider ist der Link zur damaligen Auflistung zum Thema „Fünferle“ und seine regionalen Varianten beim Blog „Bolzplatz“ tot, weil dieses Blog tot ist.

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Weg mit dem Onkel(haften)

Ah, haben Sie das gesehen? Sabine Lisicki hat den Schläger richtig herum gehalten.

Dort, Wahnsinn, Andrea Henkel weiß tatsächlich, wie sie ihr Gewehr bedienen muss.

Und Britta Steffen, toll, wie sie nach dem Start ins richtige Becken sprang.

Kann man sich vorstellen, dass derartige Nichtigkeiten von einem Kommentator einer Sportart abgesondert werden, der den zu kommentierenden Sport ernst nimmt?

Im Frauenfußball, dieses Zwitters der Aufmerksamkeit unter den Randsportarten, ist so etwas Usus, zumindest bei Claudia Neumann und Norbert Galeske.

Es wäre leicht, diesen Text jetzt mit der Aussage zu beginnen, dass „die wahren Sexisten hinter dem Mikrofon sitzen“. Doch das wäre populistisch. Sexistisch ist es nicht, sondern herablassend dem Zuschauer gegenüber, dem ständig eingebleut werde soll, was er vom Gesehenen zu denken habe. In jedem Satz ein anbiederndes Flehen um Akzeptanz des Frauenfußballs, alles wird schön-bewertet, statt einfach das Spiel zu begleiten.

Da wird „gute Technik“ bei einer simplen Ballannahme gelobt. Wenn eine Spielerin einen Pass des Gegners abfängt, bei dem sie schlicht angeschossen wurde, wird ihre „Antizipation“ gelobt und bei einer Grätsche doch tatsächlich, man fasst es nicht, die „Körperbeherrschung“ der Grätschenden.

So gut gemeint ihre Anti-Thoelke-Attitüde auch sein mag, dass eigentlich alles, was die Spielerinnen auf dem Rasen abliefern, ein Lob wert sei, weil sie nun mal vom Männerfußball des höchsten Niveaus so meilenweit entfernt sind, so bumerangartig schlägt sich das auf die Wahrnehmung des Gesehenen und der Übertragenden nieder.

Wenn sich die Besten der Besten in einer Sportart messen, wie es bei einer Europameisterschaft der Fall ist, kann das Loben vom Beherrschen der Grundtechniken dieser Sportart doch nur wie Hohn wirken. Als stünden die Frauen zum ersten Mal auf dem Platz, als seien sie Kinder, denen man Vieles nachsehen müsse, weil sie ja noch üben.

Der geneigte Zuseher wird geradewegs dazu gezwungen, innerlich ständig zu widersprechen und aufzustöhnen, dass dieser und jener Pass nun mal grottig war und diese und jene Parade, ein jeder hat es doch gesehen, voll daneben gingen. Dass Spielzüge nicht gedeihen und Bälle mangels Technik unnötig verloren gehen.

Dass das, was die Kommentatoren von sich geben, nichts mit dem zu tun hat, was auf dem Rasen passiert. Galeske und Neumann gerieren sich, als seien sie Onkel und Tante dieser Spielerinnen, freuen sich über jeden angekommenen Pass beinah ins Koma, weil die Agenda, dass Frauenfußball gefördert werden soll, keine Kritik erlaubt.

Den größten Gefallen täten sie dem Sport damit, ihn ernstzunehmen und zu kommentieren, was sie sehen. Und nicht, was Onkel und Tante wohlwollend tätscheln würden — und den Zuschauer zu brainwashen.

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Der genialische Moment (wird gemeinhin falsch verstanden)

Danke für alle Kommentare zu einem meiner letzten weniger frequentierten Beiträge: „Der eine, feine Pass“. Es freut mich natürlich, wenn ich damit erfreuen konnte, das ist ja quasi die basale Intention dieser ganzen Seite. Mir selbst muss ich keine Witze erzählen, da ich diese in aller Regel schon kenne. Ganz besonderer Dank geht in diesem Fall an den werten erz_, der die Kontextschmiede [Link zur Zeit nicht verfügbar] betreibt, ohne dass man aufgrund seines Nicks auf eine besondere Vorliebe für einen Klub aus Aue schließen sollte. Erz fügte dem Ganzen tatsächlich noch mal, wie es seine Art ist, etwas Lesenswertes hinzu, nämlich die interessante Frage, wodurch sich dieser eine, gelungene Pass von den anderen Situationen, die man so beim Spielen erlebt, unterscheide. Welche anderen Situationen er meint, schildert er in seinem Kommentar zum Beitrag.

Ich möchte einerseits nicht dem Inhalt meines eigenen oben genannten Beitrags widersprechen, dem werten Erz jedoch schon. Das allerdings nur in einer ganz bestimmten Vokabel. Denn man, wie er sich ausdrückt, berechnet nicht alle Vektoren der möglichen Bewegungen auf dem Platze. Dafür geht das Ganze für das menschliche Hirn zu schnell. Also dafür, in der Lage zu sein, die Geschehnisse und Verläufe explizit zu berechnen.

Was ich damit meine, kann sehr gut mit dem Bild veranschaulicht werden, dass ein Hund, von dem nicht anzunehmen ist, dass dessen Gehirn ganz grundsätzlich anders als das eines Menschen funktioniert, vor allem — und das ist ja offensichtlich — nicht jener Teil des Gehirns, welcher für Bewegung oder besser gesagt Bewegungskoordination im Zeit-Raum-Kontinuum zuständig ist, von welchem (dem Hund, nicht dem Kontinuum) dennoch anzunehmen ist, dass er nicht den blassesten Schimmer davon hat, was „rechnen“ überhaupt sein könnte (nicht zu verwechseln mit „zählen“). Trotzdem ist dieses irdische Wesen relativ problemlos dazu in der Lage, seinen Körper auf solche Weise in diesem Zeit-Raum-Kontinuum zur rechten Zeit an der rechten Stelle zu positionieren, dass der Hund beispielsweise eine Frisbee-Scheibe, aber auch einen sehr schnell geworfenen oder geschossenen Tennisball mit seinen ihn gegebenen Möglichkeiten aus der Luft, mitten im Flug zu fangen in der Lage ist.

Dass ihm das nicht immer gelingt, wie gut er auch geübt sei in dieser Aufgabe, lässt darauf schließen, dass schlechte Pässe, schlecht verarbeitete oder weitergeleitete Pässe weniger jenem Teil des Gehirns zuzurechnen sind, welchen wir gemeinhin dafür verantwortlich machen, dass wir als Menschen uns über Tiere und noch zu entdeckende andere Welten erheben zu dürfen meinen, als vielmehr: dass da ziemlich viel Kleinhirn beteiligt ist, welches wiederum einerseits jeder Mensch besitzt, andererseits aber, sonst gäbe es diese Unterschiede in der fußballerischen Qualität zwischen Menschen nicht, nicht bei jedem gleich gut ausgeprägt ist, in seiner Effektivität, die Lösung ballistischer Aufgaben einzuschätzen.

Denn, um es kurz zu sagen: Das Kleinhirn rechnet nicht, es schätzt. Da es schätzt, wozu eben auch eine pro Lebewesen unterschiedlich lange Lernzeit gehört, verschätzt es sich auch des Öfteren. Je nach Qualität des Spielers Kleinhirn des Hundes. Insofern darf man von einem schlechten Pass (oder auch: Torschuss) nicht auf grundsätzlich mangelnde Qualität eines Spielers schließen. Ein solcher Schluss wäre erst dann möglich, wenn man eine ausreichende Anzahl an Schuss-, Pass oder auch (für Torhüter) Fang-Situationen beobachtet hätte, welche den Gesetzen der Inferenz(?)-Statistik genüge tun würden.

Was wiederum die große Anzahl an Fehleinkäufen erklärt, welche sich nur in dem Anschauen eines Zusammenschnitts der „besten Szenen“ eines Spielers begründen. Die eigentlich relevante Information hierbei wäre ja: Wie viele Versuche hat jemand benötigt, um solch tollen Fallrückzieher, Dribbling oder auch Doppelpass hinzubekommen und noch viel wichtiger, wenn aber auch eigentlich die selbe Frage: Wie wahrscheinlich ist es, das er diese eine sehr gute Lösung der Situation zu wiederholen in der Lage wäre?

Man erinnert sich heute noch gerne und mit großer Erheiterung an die — das ist jetzt Zufall, dass es diese ist — Schalker Einkaufspolitik, irgendeinen Eddie Soundso aus Österreich tatsächlich für einigermaßen viel Geld zu verpflichten, weil jener Eddie (oder so) in jener Partie zwei oder vier gute Stürmerszenen gegen Schalke hatte. Ohne zu ahnen, wie er in seinen sonstigen Partien auftrat. Nicht weit davon entfernt ist übrigens auch jene Art, nach der der FC Bayern seine Spieler einkauft. Weil Uli Hoeneß, so traurig das ist, zwar ein Lehramtsstudium begann, dabei aber nicht weit gekommen zu sein scheint.

Ein immer mal wieder spielerisch schwächelnder Franck Ribery wäre einem Arséne Wenger sicher nicht ins Haus gekommen. Das vermeintlich „genialische Moment“, das manche Spieler manchmal zu haben scheinen, ist ja nur eine der eigenen schlechten Einkaufspolitik geschuldete Verbrämung der Tatsache, dass dieser Einkauf genau jene Aktion, die zu einem Tor führte, eben nicht ständig im einigermaßen zuverlässig abzurufenden Verhaltensrepertoire hat.

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