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Schlagwort: Werder Bremen

Wuseum im Weserstadion

Ein Museum für einen Fußballclub. „Wer braucht denn sowas?“ Nun, anscheinend immer mehr Menschen und dementsprechend auch immer mehr Clubs, die ein solches über ihre Historie, ihre Erfolge, besonderen Momente, auch über ihre Fankultur und nicht zuletzt über das, von dem sie glauben, dass es sie ausmacht, einrichten. So auch der SV Werder von 1899, in dessen Vereinsnamen das Wort London Bremen übrigens gar nicht vorkommt, der dennoch in allen offiziellen Statistiken stets als „SV Werder Bremen“ geführt wird, welcher er nun mal nicht ist.

Teil einer Stadionführung im Weserstadion, das kürzlich unter vielen Protesten seinen Sponsorennamen änderte (von 2007 bis 2018 zahlte EWE jährlich 3 Mio für die Namensrechte, die das Unternehmen aber nicht nutzte), ist auch ein abschließender Besuch in jenem Museum, das sich der SV Werder von 1899 im Jahr 2004 eingerichtet hat, welches er ganz frech, um einmal diese 1980er-Jahre-Vokabel wieder aus dem Abstellschrank zu holen, „Wuseum“ getauft hat. Nach dem Besuch des Schalke-Museums und des Borusseums (das MSV-Museum wartet noch auf einen ständigen Ort für seine Ausstellung) nun also das Wuseum, welches hier kurz beleuchtet wird, allerdings leider tatsächlich wirklich nur kurz, da der Besuch dort ebenso war.

Fassade Weserstadion mit Schriftzug Wuseum

Das aktuelle Weserstadion ist komplett von einer Außenhaut eingefasst, die aus Solarzellen besteht und dem Bauwerk die Anmutung einer Kuchenbackform verleiht. Zu gerne hätte man hier das Weserstadion noch einmal mit eigenen Augen gesehen, bevor diese zwischen futuristisch und belanglos oszillierende Außenhaut angebracht wurde. Sprich: Man hätte gerne das Stadion noch einmal gesehen, denn jetzt besteht es zumindest für den aus Menschenperspektive davor herumwandelnden Beobachter nur noch aus dieser Solaranlage – und den charakteristischen Flutlichtmasten. Fürs Klima natürlich ein wichtiger Schritt, für den Ästheten einer, der ein wenig Mühe macht.

Die Stadionführung leitet natürlich auch in die Mannschaftskabinen des Weserstadions. Diese sind tatsächlich ein wenig geräumiger als im Westfalenstadion, was aber auch nicht schwer ist. Eine schöne Eistonne zum Eintauchen steht ständig bereit, ein Entmüdungsbecken und ansonsten hat man auch hier pro Spielerhintern nicht wesentlich mehr Platz als in einer Kreisligakabine, der Raum selbst ist aber deutlich größer.

Spielerkabine im Weserstadion

Bemerkenswert ist da schon eher die Kabine für die Schiedsrichter, die nicht nur mit PC und Gedöhns ausgestattet ist, in ihr befinden sich auch zwei Schaufensterpuppen, denen man vor Spielbeginn die jeweils am Spieltag genutzten Trikots der beiden sich duellierenden Teams überstreift.

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Alles zum neuen Spielplan

Der neue Spielplan der Bundesliga für die Saison 2019/20 ist veröffentlicht worden. Natürlich gibt es viele Meinungen dazu, vor allem von den Fans, was ihnen gefällt und was nicht, aber auch von Offiziellen der Vereine. Diesmal ungewöhnlich: Sehr deutlich kritisierte Michael Zorc vom BVB die Ansetzungen, die seinen Club seiner Meinung nach ein wenig benachteiligten. Ebenfalls selbstverständlich, dass der Meister der vergangenen Saison das Eröffnungsspiel am Freitag des ersten kommenden Spielwochenendes bestreitet. Und das ist, wie noch stets in den letzten sieben Jahren, bekanntlich der FC Bayern München. Sein Auftaktgegner beim Heimspiel und damit dem ersten von wie immer 306 Partien der kommenden Bundesliga-Runde bestreitet der amtierende Meister in seiner Allianz-Arena in Fröttmaning gegen Hertha BSC.

FC Bayern eröffnet die Saison zu Hause

Die Bayern werden allgemein diesmal als nicht so stark eingeschätzt wie in den meisten letzten Jahren zu vor. Deshalb lohnt sich in diesem Fall auch eine Wette auf den Gesamtsieger der Bundesliga, sprich: den kommenden Deutschen Meister, besonders. Gleich mehrere Kandidaten dürften realistische Chancen haben, am Ende der Saison die Meisterschale in Empfang zu nehmen. Und darum gilt gerade für Novizen bei Sportwetten, dass sie jetzt zuschlagen sollten, und sich bei einem der vielen Wettanbieter einen Willkommensbonus zu sichern. Diesen gewähren im Prinzip alle Wettanbieter am Markt allen Neukunden in unterschiedlicher Höhe. Wie das genau abläuft, erklärt diese Webseite in allen Details. Dann einfach auf den kommenden Deutschen Meister tippen und zusätzlich den Willkommensbonus einstreichen.

Hier nun also der komplette erste Spieltag der kommenden Saison im Überblick:

FC Bayern München - Hertha BSC
Borussia Dortmund - FC Augsburg
Bayer Leverkusen - SC Paderborn 07
Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04
VfL Wolfsburg - 1. FC Köln
Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim
Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf
SC Freiburg - FSV Mainz 05
1. FC Union Berlin - Rasenballsport Leipzig

Damit hat der erste Spieltag auch direkt einen echten Kracher zu bieten, nämlich den (nicht nur West-) Klassiker zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04. Angesichts des Verlaufs der letzten Saison droht den Schalkern damit schon wieder sofort ein Fehlstart, denn die Borussia aus Mönchengladbach ist trotz aller Abgänge zumindest auf dem Papier deutlich stärker einzustufen als die Knappen. Doch wie man weiß, beginnen alle Partien immer beim Stand von 0:0 und auch vor jeder neuen Saison werden die Karten komplett neu gemischt, zumindest, was das Momentum und die psychische Komponente innerhalb einer Mannschaft betrifft.

Aufsteiger im direkten Duell und mit Ost-Derby

Immer interessant auch, gegen wen die Aufsteiger in ihre Saison in der nun höheren Spielklasse bestreiten dürfen bzw. müssen. Ganz besonders interessant natürlich für jenen Club, der zum ersten Mal in der Bundesliga aktiv wird, den 1. FC Union Berlin. Ihm haben die Gestalter des Spielplans das einzig mögliche Ostderby der Bundesliga zugeteilt, die Eisernen treten in ihrem ersten Bundesligaspiel überhaupt gegen Leipzig an, immerhin in einem Heimspiel.

Der SC Paderborn reist zum 1. FC Köln und damit treffen sich gleich zwei Aufsteiger im direkten Duell gegeneinander. Feels like immer noch 2. Bundesliga, aber wenigstens ist die Distanz nicht allzu weit, sodass wohl viele Fans des SC Paderborn ihren Club an den Rhein begleiten werden.

Zum Abschluss noch ein Klassiker

Ebenso spannend ist natürlich die Konstellation am 34. und damit letzten Spieltag in der Bundesliga. Da ergibt sich für die Saison 2019/20 die folgende Ansetzung der jeweils neun Paarungen an einem Spieltag:

Borussia Dortmund - TSG Hoffenheim
Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05
Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC
VfL Wolfsburg - FC Bayern München
Eintracht Frankfurt - SC Paderborn 07
Werder Bremen - 1. FC Köln
SC Freiburg - FC Schalke 04
FC Augsburg - Rasenballsport Leipzig
1. FC Union Berlin - Fortuna Düsseldorf

Einen Klassiker hält auch dieser Spieltag also bereit: Werder Bremen gegen den 1. FC Köln. Beide werden aber wohl nicht ins Titelrennen eingreifen können.

Die Meisterschale könnte am letzten Spieltag womöglich eher in Dortmund übergeben werden, in Wolfsburg – oder vielleicht ja auch in Augsburg oder in Mönchengladbach. Der Titelfavorit bleiben natürlich die Bayern, doch immer noch im Umbruch befindlich, weiß man nicht, wie sie sich in der kommenden Saison präsentieren werden, zumal der BVB enorm aufgerüstet hat und in Lucien Favre zweifelsohne über den taktisch fähigeren Trainer verfügt. Einen guten Trainer hat aber auch Leipzig in der neuen Saison, nämlich Julian Nagelsmann, der von Hoffenheim zum anderen überaus populären Club der Bundesliga gewechselt ist. In jedem Fall dürfte die kommende Saison spannender werden als die allermeisten in den letzten Jahren, als die Bayern häufig schon weit vor dem letzten Spieltag als Meister feststanden.

Eins bleibt, wie es immer war

Was diesem Spielplan und allen bisherigen und zukünftigen der Bundesliga allerdings ohnehin innewohnt, ist, dass jedes Team zweimal gegen jedes andere spielt – einmal beim Gegner und einmal im eigenen Stadion. Nur die Reihenfolge (und die Auf- und Absteiger der Bundesliga) ändert sich von Jahr zu Jahr. Während an einem Spieltag zudem immer mehr verschiedene Anstoßzeiten genutzt werden, ist das angenehme der letzten beiden Spieltage, dass dann alle neun Partien zeitgleich stattfinden. Am Samstag um 15.30 Uhr, wie es zu Opas Zeiten noch an jedem Spieltag Usus war.

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Bundesliga-Meisterschaften, die durch die Tordifferenz entschieden wurden

Noch ist es in dieser Saison 2018/19 nicht ausgeschlossen: dass die Tordifferenz über die Meisterschaft entscheidet. Auch, wenn das zugegebenermaßen äußerst unwahrscheinlich ist, drei Spieltage vor Saisonende und bei 16 Toren, die Borussia Dortmund gegenüber dem FC Bayern München aufholen müsste. Doch unmöglich ist es nicht. Schließlich begann die gar nicht mal so kurze Geschichte der anhand der Tordifferenz entschiedenen Meistertitel in der Bundesliga mit einem Sieg am letzten Spieltag, der bis heute der höchste Bundesliga-Sieg der Historie ist.

Immerhin sechsmal entschied am Ende die Tordifferenz über den Meistertitel in jetzt 56 Saisons, also in mehr als jeder 10. Saison ist dies der Fall. Allerdings ließ man sich einerseits 15 Jahre seit Gründung Zeit, bis es zum ersten Mal soweit war, andererseits ist es seit dem Beginn des neuen Jahrhunderts kein einziges Mal in inzwischen 19 Jahren mehr vorgekommen. Und dass die Zahl der mehr erzielten Tore – statt der reinen Tordifferenz – über den Titel entschieden hätte, gab es noch nie. Gleich beim ersten Mal wäre es aber fast schon soweit gekommen.

1977/78

Die Mutter aller Schlachten um die Tordifferenz fand an jenem letzten Spieltag der Saison 1977/78 statt, als Jupp Heynckes fünfmal im Rheinstadion traf, Otto Rehhagel mit Borussia Dortmund unterging und die Kölner so weise waren, sich nicht auf dem Vorsprung von 10 Toren vor Beginn des Spieltags auszuruhen, sondern ihrerseits beim 5:0 gegen den FC St. Pauli nicht mit Toren sparten. So blieb es bei am Ende drei weniger kassierten Toren als Konkurrent Borussia Mönchengladbach. Damit gelang der zweite und letzte Bundesligatitel des 1. FC Köln, der auch gleich noch das Double gewann (damals eine echte Besonderheit).

Club Tore Diff Punkte
1. 1. FC Köln 86:41 +45 48:20
2. Borussia Mönchengladbach 86:44 +42 48:20
3. Hertha BSC 59:48 +11 40:28

1982/83

Zwei Nordclubs ganz oben, und nur der Unterschied einer um 8 Tore besseren Tordifferenz machte den HSV zum Meister vor Werder Bremen, gerade mal vor zwei Jahren wieder aufgestiegen nach dem bislang einzigen Abstieg aus der ersten Bundesliga. Der Drittplatzierte VfB Stuttgart hatte mit 80 sogar noch ein Tor mehr erzielt als der Meister HSV mit seinen 79 Toren, aber weniger Punkte gesammelt. Keine allzu dramatische Angelegenheit war diese Entscheidung, auch, wenn es natürlich alles am letzten Spieltag noch hätte kippen können.

Club Tore Diff Punkte
1. Hamburger SV 79:33 +46 52:16
2. Werder Bremen 76:38 +38 52:16
3. VfB Stuttgart 80:47 +33 48:20

1983/84

In dieser Saison kam es zur seltsamen Konstellation, dass der Hamburger SV beim VfB Stuttgart quasi ein Finale um die Meisterschaft austragen durfte oder musste. Dieses gewann er zwar auch mit 1:0, es hätte aber noch ein paar Tore mehr gebraucht, um den VfB Stuttgart auch in der Tabelle zu überflügeln. Dass sogar drei Mannschaften am Ende punktgleich waren, gab es auch nur dieses eine Mal, aber Mönchengladbach hatte sich diesmal – anders als 1978 – offenbar ohnehin nicht mehr ernsthaft Chancen auf den Titel ausgerechnet.

Club Tore Diff Punkte
1. VfB Stuttgart 79:33 +46 48:20
2. Hamburger SV 75:36 +39 48:20
3. Borussia Mönchengladbach 81:48 +33 48:20
4. FC Bayern München 84:41 +43 47:21

1985/86

„Kutzop“.

Und das ist dann auch schon die komplette Geschichte dieses Dramas, bei dem der Tabellendritte Bayer Uerdingen immerhin auf die stolze Tordifferenz von +3 Toren kam.

Bliebe vielleicht noch zu erwähnen, dass dies der einzige Elfmeter war, den Michael Kutzop in seiner gesamten Profikarriere vergab. Und dass den Bremern immer noch ein Remis beim letzten Spiel in Stuttgart gereicht hätte, welches aber mit 1:2 verloren ging, während die Bayern zu Hause Borussia Mönchengladbach mit 6:0 abfertigten. Alles live verfolgt am Fahrradradio meines Kumpels, damals. Immerhin hatte der Fußballgott ein Einsehen und erlaubte Werder Bremen 1988 schließlich den Titel in der Bundesliga. Zu spät allerdings für Rudi Völler, der da schon über die Alpen nach Italien entfleucht war und somit zwar Weltmeister ist, aber nie Deutscher Meister wurde (und auch in Italien kein Landesmeister).

Ich schweife ab, hier geht es ja um die Entscheidung per Tordifferenz. Voilà:

Club Tore Diff Punkte
1. FC Bayern München 82:31 +51 49:19
2. Werder Bremen 83:41 +42 49:19
3. Bayer Uerdingen 63:60 +3 45:23

1991/92

Die sportlich schwärzeste Stunde der Frankfurter Eintracht fand mit einem 1:2 bei Hansa Rostock statt, woraufhin der VfB Stuttgart, der seinerseits erst spät in Leverkusen in Unterzahl zum Siegtreffer kam, mal wieder Meister wurde, wie das früher öfter der Fall war. Erstaunlich, dass man bei Borussia Dortmund diese einzige Saison mit 20 Clubs in der 1. Liga, in der man bis zuletzt im Meisterrennen war, kaum je erwähnt. In jedem Fall einer der spannendsten letzten Spieltage überhaupt in der Bundesliga-Historie.

Club Tore Diff Punkte
1. VfB Stuttgart 63:32 +30 52:24
2. Borussia Dortmund 66:47 +19 52:24
3. Eintracht Frankfurt 76:41 +35 50:26

1999/2000

Ballack, Unterhaching, Eigentor.

Auch diese Geschichte ist schnell erzählt, bzw. dürfte allgemein bekannt sein – und erneut war der FC Bayern Nutznießer dessen, dass er eine bessere Tordifferenz als sein Kontrahent aufwies. Da ahnte man bei Bayer Leverkusen allerdings noch nicht, was die Saison 2002 noch für sie bereithalten sollte …

Club Tore Diff Punkte
1. FC Bayern München 73:28 +45 73
2. Bayer Leverkusen 74:36 +38 73
3. Hamburger SV 63:39 +24 59

Der Glaube daran, dass sich die Saison 2018/19 in diese Liste einreiht, ist hier trotz meines Tweets von jüngst quasi nicht vorhanden. Spannend wäre es aber natürlich schon und wie der aktuell etwas schräge Spieltag gezeigt hat, auch nicht komplett unmöglich.

Wer die Saison 2000/2001 mit dem Meister der Herzen alias der Vierminuten-Meisterschaft des FC Schalke 04 hier vermisst, dem sei gesagt, dass der FC Bayern damals die schlechtere Tordifferenz aufwies, durch den späten Ausgleich beim Hamburger SV aber eben einen Punkt mehr sammelte als Schalke. Ohne diesen Punkt wäre man punktgleich gewesen – und bei dieser Entscheidung hätte dann Schalke die Nase vorn gehabt. Dem war aber nicht so, weshalb diese Saison auch nicht in dieser Zusammenstellung auftaucht. Dramatische Saisons gab es aber auch so schon genug. Nur seit 2012 ist da nicht mehr allzu viel Drama gewesen, Baby.

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Alle niederländischen Trainer in der Bundesliga

Über 50 Jahre läuft die Bundesliga nun schon und läuft und läuft und läuft. Erst in den letzten Jahren hat man sich aber auch bei der Position des Trainers vermehrt für Einflüsse von außerhalb Deutschlands geöffnet. Natürlich gab es auch früher schon immer mal wieder Trainer aus dem Ausland auf der Bank. Doch in den meisten Fällen waren dies Trainer aus dem deutschsprachigen Ausland wie Österreich oder der Schweiz, aus dem aus mehreren Gründen mit Deutschland eng verwobenen Jugoslawien oder eben ansonsten aus direkter Nachbarschaft. Nämlich aus den Niederlanden oder wie man im Fußball gerne auch gemeinhin sagt: aus Holland.

Hier der Blick auf alle Trainer aus den Niederlanden in der Geschichte der Bundesliga.

Liste aller holländischen Trainer der Bundesliga

Stand der Liste ist der 24.04.2018. Sie enthält auch jene Trainer aus den Niederlanden, welche nur interimistisch als Bundesliga-Trainer tätig waren, damit sie komplett ist. Zudem wurde der erst noch kommende Trainer der TSG Hoffenheim, Alfred Schreuder, der zur Saison 2019/20 in der Bundesliga beginnen wird, ebenfalls bereits aufgenommen.

Name Clubs
Gertjan Verbeek 1. FC Nürnberg
Bert van Marwijk Borussia Dortmund, Hamburger SV
Louis van Gaal FC Bayern München
Jan Notermans Arminia Bielefeld
Ricardo Moniz Hamburger SV
Andries Jonker FC Bayern München, VfL Wolfsburg
Aad de Mos Werder Bremen
Rinus Michels Bayer Leverkusen, 1. FC Köln
Huub Stevens FC Schalke 04, Hamburger SV, Hertha BSC, TSG Hoffenheim, VfB Stuttgart, 1. FC Köln
Jos Luhukay Borussia Mönchengladbach, FC Augsburg, Hertha BSC
Fred Rutten FC Schalke 04
Martin Jol Hamburger SV
Arie Haan VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg
Eddy Achterberg FC Schalke 04
Dick Advocaat Borussia Mönchengladbach
Gerald Vanenburg TSV 1860 München
Peter Bosz Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen
Alfred Schreuder TSG Hoffenheim

Mit dann insgesamt 18 verschiedenen Fußball-Lehrern führen die Niederlande die inoffizielle Wertung der Zahl der Trainer aus dem Ausland also an. Das darf eigentlich aufgrund der geographischen Nähe und der fußballerischen Exzellenz, die die Niederlande in den 1970ern und dann wieder ab den 1990ern (bzw. seit dem Gewinn der Europameisterschaft 1988) an den Tag legten, nicht überraschen.

Besondere Beziehung Deutschland – Niederlande

Die Geschichte des niederländischen Fußballs ist eine besondere. Das gilt ebenso für die Beziehung Fußballdeutschlands zu seinem westlichen Nachbarn. Ressentiments gibt es auf beiden Seiten. Dass diese dann aber nicht so groß sind, dass man nicht Trainer aus den Niederlanden anheuern würde, ist natürlich insofern klar, als dass es im Fußball stets ein übergeordnetes Ziel gibt: den Erfolg. Und wenn dieser mit einem Holländer an der Seitenlinie wahrscheinlicher wirkt, verpflichtet man eben einen solchen auch. Wobei diese Öffnung natürlich auch Teil der allgemeinen Entwicklung im Fußball ist. Seit dem Bosman-Urteil und seinen weitreichenden Konsequenzen ist der Fußball überall in Europa immer internationaler geworden, selbst in der oft als so borniert beschriebenen deutschen Bundesliga.

Meister-Trainer aus Holland

Deutscher Meister wurde übrigens nur ein einziger dieser Trainer aus den Niederlanden: natürlich das „Feierbiest“ Louis van Gaal. Allen anderen Coaches aus dem Nachbarland blieb ein solcher Erfolg verwehrt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und da kann man sich natürlich überlegen, vielleicht eine der vielen denkbaren Sport Bundesliga Wetten zum nächsten Meistertrainer aus den Niederlanden zu wagen. Eventuell gelingt dies ja in Kürze Peter Bosz mit Bayer 04 Leverkusen (kleiner Scherz). Aber Niko Kovac‘ Tätigkeit beim Dauermeister FC Bayern scheint nicht in Stein gemeißelt zu sein. Und dass Dortmunds aktueller Trainer Lucien Favre gerne schon mal von Selbstzweifeln geplagt von sich aus das Weite sucht, ist hinlänglich bekannt. Bei beiden Dauerkandidaten für den Meistertitel könnte es also schon rasch einen anderen Trainer geben. Vielleicht ja wieder einer aus Holland, wie beim FC Bayern Louis van Gaal oder bei Borussia Dortmund Peter Bosz.

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Alle Spiele zwischen dem HSV und Werder Bremen in der Bundesliga

Erst zum zweiten Mal findet in dieser Saison 2018/19 eine Spielzeit der Bundesliga statt, ohne dass es dabei zum Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen kommt. Denn, wie alle an Fußball interessierte Welt weiß, der Hamburger SV ist erstmals überhaupt aus der Bundesliga abgestiegen und aktuell nur Zweitligist. Zuvor gab es lediglich in der Saison 1980/81 diesen Klassiker der Bundesliga nicht. Damals hatte Werder Bremen in der Vorsaison den Gang ins Unterhaus antreten müssen. Ein bislang einmaliger Ausrutscher von Werder Bremen, der mit dem sofortigen Wiederaufstieg repariert wurde. Beim Hamburger SV hofft man zurzeit, dass es für ihren Club ebenfalls bei einem nur einjährigen Gastspiel in der 2. Bundesliga bleibt. Auf dass man den vielen, oft legendären, oft umkämpften Duellen in der 1. Bundesliga so rasch wie möglich das nächste hinzufügen kann.

Denn kein Duell gab es in der Historie der Bundesliga bislang so häufig wie jenes zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen, da eben beide jeweils nur eine Saison fehlten bzw. voraussichtlich fehlen werden. Hier also die Übersicht über alle direkten Begegnungen im einzig wahren Nordderby der Bundesliga inklusive aller relevanten Daten.

Liste Bundesliga-Duelle HSV – Werder Bremen

Datum Saison SpTg Heim Erg. Zuschauer
12. 10. 1963 1963/64 7 Werder 4:2 (2:1) 40.000
26. 03. 1964 1963/64 24 HSV 1:1 (1:1) 22.000
26. 09. 1964 1964/65 6 Werder 0:0 (0:0) 40.000
13. 02. 1965 1964/65 21 HSV 0:4 (0:2) 55.000
11. 12. 1965 1965/66 16 Werder 2:0 (2:0) 15.000
21. 05. 1966 1965/66 31 HSV 1:3 (1:2) 15.000
24. 09. 1966 1966/67 6 Werder 5:1 (3:0) 20.000
25. 02. 1967 1966/67 23 HSV 1:1 (1:1) 23.000
19. 08. 1967 1967/68 1 Werder 1:4 (1:1) 40.000
6. 01. 1968 1967/68 18 HSV 2:1 (1:0) 16.000
4. 09. 1968 1968/69 4 HSV 5:2 (2:1) 18.000
1. 02. 1969 1968/69 21 Werder 1:1 (1:0) 30.000
6. 09. 1969 1969/70 4 Werder 1:1 (1:1) 35.000
14. 04. 1970 1969/70 29 HSV 2:2 (0:0) 10.000
10. 10. 1970 1970/71 10 HSV 1:1 (0:0) 14.000
17. 04. 1971 1970/71 28 Werder 2:2 (1:0) 25.000
27. 11. 1971 1971/72 16 HSV 2:1 (0:0) 18.000
24. 06. 1972 1971/72 33 Werder 4:0 (2:0) 8.000
18. 11. 1972 1972/73 13 HSV 2:2 (2:0) 14.000
5. 05. 1973 1972/73 30 Werder 1:4 (1:3) 16.000
25. 08. 1973 1973/74 4 Werder 1:1 (0:0) 28.000
26. 01. 1974 1973/74 21 HSV 3:0 (1:0) 23.000
21. 12. 1974 1974/75 17 Werder 1:0 (0:0) 36.000
7. 06. 1975 1974/75 33 HSV 2:0 (2:0) 24.000
22. 11. 1975 1975/76 15 Werder 1:3 (0:2) 37.000
29. 05. 1976 1975/76 32 HSV 1:2 (1:2) 24.000
21. 08. 1976 1976/77 2 Werder 2:2 (1:1) 37.000
22. 01. 1977 1976/77 19 HSV 5:3 (1:1) 18.000
24. 09. 1977 1977/78 9 Werder 1:2 (0:1) 36.000
18. 02. 1978 1977/78 26 HSV 1:1 (1:1) 18.400
19. 08. 1978 1978/79 2 Werder 1:1 (1:0) 28.000
14. 03. 1979 1978/79 22 HSV 2:2 (1:0) 40.000
20. 10. 1979 1979/80 9 Werder 1:1 (0:0) 40.000
22. 03. 1980 1979/80 25 HSV 5:0 (2:0) 31.000
28. 11. 1981 1981/82 15 Werder 3:2 (2:1) 40.000
15. 05. 1982 1981/82 32 HSV 5:0 (1:0) 53.500
25. 08. 1982 1982/83 2 HSV 1:1 (1:1) 25.000
29. 01. 1983 1982/83 19 Werder 3:2 (2:0) 40.500
23. 09. 1983 1983/84 8 Werder 0:0 (0:0) 41.000
17. 03. 1984 1983/84 24 HSV 4:0 (2:0) 46.000
20. 10. 1984 1984/85 9 Werder 5:2 (1:1) 35.000
3. 04. 1985 1984/85 24 HSV 2:0 (1:0) 50.000
31. 08. 1985 1985/86 4 Werder 2:0 (1:0) 35.100
1. 02. 1986 1985/86 21 HSV 0:1 (0:0) 44.000
16. 08. 1986 1986/87 1 HSV 3:0 (2:0) 46.000
28. 02. 1987 1986/87 19 Werder 2:1 (1:0) 32.000
14. 11. 1987 1987/88 16 HSV 0:0 (0:0) 34.600
14. 05. 1988 1987/88 33 Werder 1:4 (1:1) 38.000
23. 07. 1988 1988/89 1 Werder 2:1 (0:1) 24.600
18. 02. 1989 1988/89 17 HSV 2:0 (0:0) 21.000
20. 09. 1989 1989/90 10 HSV 4:0 (2:0) 14.000
31. 03. 1990 1989/90 27 Werder 2:1 (2:1) 21.700
1. 09. 1990 1990/91 4 Werder 3:1 (2:1) 20.400
15. 03. 1991 1990/91 20 HSV 3:2 (2:0) 43.000
10. 11. 1991 1991/92 17 HSV 0:1 (0:1) 20.600
28. 04. 1992 1991/92 35 Werder 1:1 (1:0) 20.000
4. 12. 1992 1992/93 16 HSV 0:0 (0:0) 46.000
29. 05. 1993 1992/93 33 Werder 5:0 (2:0) 38.400
24. 10. 1993 1993/94 13 Werder 0:2 (0:2) 37.000
9. 04. 1994 1993/94 30 HSV 1:1 (1:1) 36.950
6. 10. 1994 1994/95 7 Werder 1:4 (1:3) 38.878
2. 04. 1995 1994/95 24 HSV 0:0 (0:0) 42.000
18. 08. 1995 1995/96 2 HSV 3:3 (2:1) 32.247
5. 03. 1996 1995/96 20 Werder 2:1 (2:1) 29.000
2. 11. 1996 1996/97 13 Werder 0:0 (0:0) 35.400
3. 05. 1997 1996/97 30 HSV 3:2 (2:0) 31.392
17. 10. 1997 1997/98 11 Werder 0:0 (0:0) 34.800
27. 03. 1998 1997/98 28 HSV 2:1 (0:1) 38.261
23. 10. 1998 1998/99 9 HSV 1:1 (0:0) 29.052
13. 04. 1999 1998/99 26 Werder 0:0 (0:0) 34.486
28. 11. 1999 1999/00 13 Werder 2:1 (0:0) 35.838
15. 04. 2000 1999/00 30 HSV 0:0 (0:0) 52.800
6. 09. 2000 2000/01 3 HSV 2:1 (1:0) 37.382
3. 02. 2001 2000/01 20 Werder 3:1 (1:0) 31.526
22. 09. 2001 2001/02 7 HSV 0:4 (0:2) 43.014
24. 02. 2002 2001/02 20 Werder 0:1 (0:0) 32.250
18. 08. 2002 2002/03 2 Werder 2:1 (1:1) 33.000
2. 02. 2003 2002/03 19 HSV 1:0 (0:0) 46.742
29. 11. 2003 2003/04 14 HSV 1:1 (0:1) 55.500
1. 05. 2004 2003/04 31 Werder 6:0 (3:0) 42.500
30. 10. 2004 2004/05 11 Werder 1:1 (0:1) 42.550
9. 04. 2005 2004/05 28 HSV 1:2 (0:1) 55.500
18. 12. 2005 2005/06 17 Werder 1:1 (1:0) 42.100
13. 05. 2006 2005/06 34 HSV 1:2 (0:1) 57.000
23. 09. 2006 2006/07 5 HSV 1:1 (0:0) 57.000
17. 02. 2007 2006/07 22 Werder 0:2 (0:1) 42.100
1. 12. 2007 2007/08 15 Werder 2:1 (1:0) 42.100
7. 05. 2008 2007/08 32 HSV 0:1 (0:0) 57.000
23. 11. 2008 2008/09 14 HSV 2:1 (1:1) 56.121
10. 05. 2009 2008/09 31 Werder 2:0 (1:0) 42.100
20. 12. 2009 2009/10 17 HSV 2:1 (2:0) 57.000
8. 05. 2010 2009/10 34 Werder 1:1 (0:0) 41.150
25. 09. 2010 2010/11 6 Werder 3:2 (2:0) 35.000
19. 02. 2011 2010/11 23 HSV 4:0 (1:0) 54.121
10. 09. 2011 2011/12 5 Werder 2:0 (0:0) 42.500
18. 02. 2012 2011/12 22 HSV 1:3 (0:2) 56.553
1. 09. 2012 2012/13 2 Werder 2:0 (0:0) 42.100
27. 01. 2013 2012/13 19 HSV 3:2 (1:1) 54.758
21. 09. 2013 2013/14 6 HSV 0:2 (0:1) 53.290
1. 03. 2014 2013/14 23 Werder 1:0 (1:0) 42.100
23. 11. 2014 2014/15 12 HSV 2:0 (0:0) 57.000
19. 04. 2015 2014/15 29 Werder 1:0 (0:0) 42.100
28. 11. 2015 2015/16 14 Werder 1:3 (0:2) 42.100
22. 04. 2016 2015/16 31 HSV 2:1 (2:0) 57.000
26. 11. 2016 2016/17 12 HSV 2:2 (2:2) 55.237
16. 04. 2017 2016/17 29 Werder 2:1 (1:1) 42.100
30. 09. 2017 2017/18 7 HSV 0:0 (0:0) 54.631
24. 02. 2018 2017/18 24 Werder 1:0 (0:0) 42.100

Damit steht die aktuelle Gesamtbilanz dieser beiden Gründungsmitglieder der Bundesliga gegeneinander momentan bei folgendem Stand:

39 Siege für Werder Bremen, 35 Remis, 34 Siege für den Hamburger SV bei 157:158 Toren.

Die Heimbilanz von Werder in der Bundesliga sieht gegen den HSV wie folgt aus:

28 Siege, 16 Remis, 10 Niederlagen bei 94:63 Toren.

Die Heimbilanz des HSV in der Bundesliga sieht gegen Werder Bremen so aus:

24 Siege, 19 Remis, 11 Niederlagen bei 95:63 Toren.

Derbys sind das Salz in der Bundesliga-Suppe

Selbst dann, wenn man kein Fan dieser beiden stolzen Clubs ist, wird deren direktes Duell aktuell in der Bundesliga doch sehr vermisst. Derartige Derbys sind nun mal das Salz in der Suppe, ob nun eben HSV – Werder oder das Revierderby Schalke – BVB oder zumindest früher einmal FC Bayern – TSV 1860. Und solche oft brisanten Duelle sind es dann auch, die auch den normalen Fußballfan zu dem einen oder anderen Wett Tipp bewegen, worüber man sich stets up to date vorzüglich auf der Seite bundesliga-tipps.info informieren kann, wie die Endung der Domain ja auch schon anzeigt.

Bleibt zu hoffen, dass Werder Bremen bald wieder den früheren „Dino“ HSV zu einem Derby in der Bundesliga empfangen kann – und umgekehrt natürlich genauso. Eine weitere Hoffnung auf dieses Duell, das in dieser Saison wegen des sportlichen Abstiegs des Hamburger SV ausfallen muss, gibt es aber noch. Beide Clubs stehen bekanntlich im Halbfinale des DFB-Pokals und würden beim jeweiligen Weiterkommen im DFB-Pokalfinale in Berlin aufeinandertreffen. Ein Finale Werder Bremen – Hamburger SV, das gab’s noch nie. Dafür aber eben jene über 100 direkten Duelle in der Bundesliga, wie sie hier oben aufgelistet sind.

Rekordspieler bei diesen direkten Duellen ist übrigens Manfred Kaltz vom Hamburger SV mit nicht weniger als 35 Einsätzen gegen Werder Bremen. Daran wird erst einmal lange niemand mehr herankommen, auch wenn die nächsten 100 Nordderbys sicher noch folgen werden …

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Ältester Doppel-Torschütze der Bundesliga

Claudio Pizarro ist der älteste Doppeltorschütze der Bundesligageschichte. Bei der 2:1-Niederlage in Mainz gelang dem Peruaner sein zweites Tor seit dem Erreichen des für Fußballer doch stolzen Alters von 40 Jahren. Der erste – und einzige andere – „40er“, der in der höchsten deutschen Spielklasse traf, war ebenfalls ein Bremer: Miroslav Votava gelang dies im August 1996 in Stuttgart. Für Werder dürften die beiden Treffer Pizarros nicht mehr als eine nette Randgeschichte bleiben. In Mainz war und blieb das Tor ein Anschlusstreffer, eine Woche zuvor gegen Leverkusen kamen die Bremer gar mit 2:6 unter die Räder. Allerdings sind die Tore zwei weitere Gründe, warum Bremens Oldie ein Teil der Bundesligageschichte ist.
 


 

Ein weiterer Bundesliga-Rekord

 
Wenn Claudio Pizarro dann doch einmal die Fußballschuhe an den Nagel hängen sollte, wird er vielen Fußballfans aus verschiedenen Gründen in Erinnerung bleiben. Bei manch einem überwiegt dann womöglich die Verwirrung darüber, in welchen Jahren der Peruaner zwischen Bremen und Bayern hin- und herwechselte. Die meisten Beobachter – und besonders Bremen- und Bayernfans – dürften jedoch vorwiegend an die Tore des in die Jahre gekommenen Angreifers denken. Dabei ist der neu aufgestellte Rekord als ältester Doppeltorschütze der Liga „nur“ ein Indiz dafür, wie professionell der 40-Jährige lebt und trainiert, um auch in diesem Alter noch in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen. Andere Rekorde, wie die des besten ausländischen Bundesligatorjägers oder Bremens Rekordtorschützen sind jedoch deutlich repräsentativer für Pizarros Karriere. Den Status als treffsicherster Bundesligalegionär dürfte ihm Bayerns Robert Lewandowski allerdings im Normalfall noch in dieser Saison wegschnappen. Dem Polen fehlen nur noch acht Tore, um mit Pizarros 193 Toren gleichzuziehen. Die meisten davon – genauer gesagt 105 – erzielte Claudio Pizarro für Werder. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er in den vergangenen zwei Jahrzehnten kaum eine Chance ausließ, zu Werder zurück zu kehren.
 

Bremen, Bayern … oder doch Bremen?

 
Da sich Pizarros Werder-Karriere eher zu einer mehrteiligen Serie entwickelte, statt bei einem Film aus dem Jahr 1999 zu bleiben, ist es in der Tat schwierig, bei all den Vereinswechseln den Überblick zu behalten. Das Timing des ersten Transfers zum FC Bayern München dürften Fußballromantiker mit etwas Wehmut analysieren. Nach zwei Jahren an der Weser wechselte er 2001 nach München und war somit nicht Teil der Bremer Meistermannschaft von 2004. Die sechs Meistertitel, die er mit den Bayern gewann, dürften jedoch als Trost dienen. Auch in dieser Saison ist der FCB trotz der bisher starken Leistungen von Borussia Dortmund nach wie vor Favorit auf die Deutsche Meisterschaft, wobei dies wiederum den Value von Fußballwetten auf den BVB in die Höhe treibt. Auch die Bremer starteten gut in die Saison und haben nach aktuellem Stand – trotz der zwischenzeitlichen Schwächephase – weiterhin gute Chancen, sich für den europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Pizarros vierter permanenter Aufenthalt in Bremen dürfte wohl nach der aktuellen Spielzeit zusammen mit seiner Karriere enden.

Interessant ist zudem, dass er für einen Stürmer dieser Klasse bei keinem Wechsel riesige Transfererlöse generierte. Die umgerechnet 8,2 Millionen Euro, die Bayern bei der ersten Verpflichtung zahlten, sind mit Abstand die größte Summe, die ein Verein für Pizarro auf den Tisch legte. Im besten Fußballeralter wechselte er dann ablösefrei zum FC Chelsea, wo er jedoch nicht wirklich glücklich wurde. Der Rest ist Geschichte, und diese schreibt er eindeutig in der Bundesliga am besten.

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Die drei Karrieren der Musketiere

Ohhh, ja, wenn die Rubriken hier noch seriös gepflegt würden, müsste man spätestens jetzt die Rubrik „Oppa erzählt vom Krieg“ eröffnen. Allerdings hieße der Oppa hier nicht Trainer Baade, sondern Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk. Zum Glück, denn nicht zuletzt deshalb fehlt allen drei Dokus das Pathos und es werden auch weniger schöne Aspekte nicht ausgespart.

Drei ganz besondere Figuren des deutschen Fußballs werden hier beleuchtet, alle drei lange Zeit Nationalspieler, zwei Vize-Weltmeister, ein Weltmeister, alle drei mit Stationen im Ausland, einer hernach sogar noch Trainer der Nationalmannschaft. Aber, wie hier allzu häufig üblich, alle drei auch Figuren mit ihrem Zenit in den 1980er Jahren.

Dennoch: Auf Sportbusiness-Messen wird heutzutage die Mär verbreitet, man müsse immer auch eine Geschichte um einen Sportler herumerzählen können, am besten sollten diese einen Hamster besitzen, der Zirkusstückchen vorführen kann. Bei allen diesen drei Typen hier hingegen reichte das, was man auf dem Spielfeld zu sehen bekam. Weiß irgendjemand, mit wem Briegel verheiratet war oder ist? Welches Auto Rudi Völler fuhr? Was Toni Schumacher als Hobby hatte? Sie alle erzählten ihre jeweils eigene Geschichte in dem Sport, den sie ausübten. Was ihrer Epoche geschuldet sein mag, in der es eben keine Sendezeit für allzu viel Boulevard rund um den Sport gab. Was aber auch dem geschuldet sein mag, dass sie ihren jeweils eigenen Werdegang mit auf den Platz nahmen. Ein Umstand, den man auch erfühlte, ohne diesen zu kennen.

Das allerdings kann man hier nachholen in drei sehenswerten Dokus, jeweils knapp eine Dreiviertelstunde lang, schaut sich gut weg und ist doch erhellend. Die Jugendtrainer ebenso zu Wort kommen lässt wie frühere Mitspieler, einstige Trainer, aber auch einordnende Journalisten. Und wie oben erwähnt fehlt trotz des Blicks hinter die Kulissen jegliches Schmierantentum und so kann man diese drei Karrieren wirklich genießen, schließlich kommen Spielszenen jeweils auch nicht zu kurz.

In den Karrieren jener drei Musketiere nämlich, als da wären:

Toni Schumacher

Natürlich kommt eine Doku bei diesem wie eine entfesselte Bestie haltenden Torhüter nicht am Thema „Battiston“ vorbei. Doch hier liegt der Schwerpunkt auf den Anfängen der Karriere, in der sich damals noch „Harald“ Schumacher ein Zimmer mit der ebenfalls auftretenden Schwester teilen musste. Wer hätte gedacht, dass der harte Toni — man erfährt auch, warum er so genannt wird — inzwischen Kunstsammler ist? Und wie das so war, als er dann „Anpfiff“ veröffentlichte, durchaus mit Stimmen anderer Menschen als den sonst üblichen. Und wie er nach beinahe zwei Jahrzehnten Funkstille dann doch wieder bei seinem Effzeh einsteigen durfte und auch wollte. Prädikat: Toni hält zumindest hier den Ball.

Rudi Völler

Dass der nette Volksheld, von diesem getauft auf den Namen „ein‘ Rudi Völler“, auch ganz anders kann als nett zu sein, weiß man spätestens seit seiner Scheißdreck-und-Käse-Rede nach einem 0:0 auf Island. Manch Fußballnation wäre heutzutage bekanntlich froh über ein 0:0 auf Island oder sogar in einem EM-Achtelfinale, doch das war damals gänzlich anders. Wie auch Völlers Karriere noch so ganz anders verlief als die heutigen Fußballkarrieren. Auch er in „bescheidenen Verhältnissen“ aufgewachsen, wie man euphemistisch für jene ganz am Ende der Leiter der Wirtschaftskraft gerne sagt, auch er von seinem Heimatverein erst im Quasi-Erwachsenenalter zu seinem ersten Proficlub gewechselt, dauerte Völlers Karriere weit über die Zeit als Aktiver hinaus. Von den Anfängen in Hanau bis zur Sportdirektorzeit beim Bayer, kommen hier auch die weniger lobhudelnden Stimmen zu Wort. Der Rudi, der cholerische Volkstribun, der erst in letzter Zeit ein wenig von seiner Strahlkraft verliert. Und die zweieinhalb Minuten vom un- redseligen Calli erträgt man hier auch gut, zumal der Blick auf die Zeit in Italien dafür entschädigt. Einzig von Olympique Marseille wollte wohl niemand etwas zu Rudi Völler sagen. Welche Gründe das wohl haben könnte? Prädikat: Die liebe „Tante Käthe“ kann auch anders.

Hans-Peter Briegel

Wer sah je Bilder von Hans-Peter Briegel bei einem seiner Leichtathletik-Wettkämpfe? Vom deutschen Jugendmeister im Weitsprung? Wer hat je ein Interview mit dessen Leichtathletik-Trainer gehört? Wer weiß heute noch von der immensen Torgefahr des eigentlich ja Verteidiger spielenden Briegels? Und wer könnte sich heute vorstellen, dass jemand erst mit 16 (!) mit dem Vereinsfußball beginnt und hinterher Vize-Weltmeister ist. Viele Stimmen vom Beginn der Karriere der „Walz aus der Pfalz“ und noch dazu viele Bilder aus seiner Zeit in Italien, die man ja hier damals nicht zu sehen bekam. Prädikat: Hoch gehopst, weit gesprungen.

Durchaus alle drei sehenswert für verschneite Abende unter der Woche, jetzt, da die Bundesliga mal wieder beinahe komplett nicht den Winter im Europapokal überstehen wird.

Danach freuen wir uns dann auf die kommenden Dokus, wie das so war, im Internat von Julian Draxler, im Internat von Leroy Sané und ganz besonders die Doku zur wilden Zeit im Internat von Toni Kroos.

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Alle Fußballer des Jahres in Österreich

Hier die Liste aller Fußballer des Jahres in Österreich. Sie beginnt erst mit dem Jahr 1984. Die Gründe dafür werden unter anderem hier bei Wikipedia erklärt. Es gab eben mehrere Betreiber einer solchen Wahl. Die hier dargelegte, die tatsächlich erst seit 1984 in dieser Form existiert, befragt dabei jeweils die relevanten Trainer in Österreich. Dabei wurden folgende Fußballer in Österreich zum Fußballer des Jahre gewählt, einige gleich mehrfach. Zudem sind beispielsweise in Alexander Zickler (Deutschland) oder Nestor Gorosito (Argentinien) auch Ausländer zum besten Fußballer eines Jahres in Österreich gewählt worden. Zuletzt wird die Wahl hingegen von einem Spieler dominiert, der nicht mehr in Österreich Fußball spielt, sondern beim FC Bayern München und dort auch die Champions League gewann: David Alaba.

Liste der Fußballer des Jahres in Österreich (APA-Wahl)

Jahr Fußballer des Jahres Verein
1984 Herbert Prohaska FK Austria Wien
1985 Herbert Prohaska FK Austria Wien
1986 Toni Polster FK Austria Wien
1987 Heribert Weber SK Rapid Wien
1988 Herbert Prohaska FK Austria Wien
1989 Gerhard Rodax FC Admira Wacker
1990 Andreas Ogris FK Austria Wien / Espanyol Barcelona
1991 Nestor Gorosito FC Swarovski Tirol
1992 Andreas Herzog SK Rapid Wien / Werder Bremen
1993 Franz Wohlfarth FK Austria Wien
1994 Heimo Pfeifenberger SV Austria Salzburg
1995 Ivica Vastic SK Sturm Graz
1996 Michael Konsel SK Rapid Wien
1997 Toni Polster 1. FC Köln
1998 Ivica Vastic SK Sturm Graz
1999 Ivica Vastic SK Sturm Graz
2000 Radoslaw Gilewicz FC Tirol Innsbruck
2001 Ronald Brunmayr Grazer AK
2002 Vladimir Janocko FK Austria Wien
2003 Andreas Ivanschitz SK Rapid Wien
2004 Steffen Hofmann SK Rapid Wien
2005 Mario Bazina Grazer AK / SK Rapid Wien
2006 Alexander Zickler FC Salzburg
2007 Ivica Vastic LASK Linz
2008 Marc Janko FC Salzburg
2009 Steffen Hofmann Sk Rapid Wien
2010 Zlatko Junuzovic FK Austria Wien
2011 David Alaba TSG Hoffenheim / FC Bayern München
2012 David Alaba FC Bayern München
2013 David Alaba FC Bayern München
2014 David Alaba FC Bayern München
2015 David Alaba FC Bayern München
2016 David Alaba FC Bayern München
2017 Marcel Sabitzer RB Leipzig
2018 - -

Gleich sechs (!) Mal in Folge gewann David Alaba diese Wahl, und es spricht nur wenig dagegen, dass er diese Wahl 2017 auch zum siebten Mal in Folge für sich entscheiden könnte.

Dennoch ist diese Angelegenheit naürlich nicht schon im Vorhinein entschieden. Weshalb man sich auch bei jeder weiteren anstehenden Wahl natürlich mit einem Tipp auf den Ausgang dieser Entscheidung der Trainer in Österreich das Verfolgen deses Prozederes versüßen kann. Dafür muss man nicht mal auf die die besten online casinos mit leichtem Gewinn hier zurückgreifen, denn ganz gewöhnliche Anbieter von Sportwetten werden dabei natürlich auch im Rennen sein.

Logischerweise ist jener David Alaba mit bislang sechs Auszeichnungen auch der Rekordsieger dieser Wahl. Komplett sieht die Liste jener Spieler, die mehr als einmal Fußballer des Jahres in Österreich wurden wie folgt aus:

Häufigste Sieger bei der Wahl zu Österreichs Fußballer des Jahres

Spieler Auszeichnungen
David Alaba 6x
Ivica Vastic 4x
Herbert Prohaska 3x
Toni Polster 2x
Steffen Hofmann 2x

Bei dieser Wahl stehen also alle Spieler zur Verfügung, die entweder Österreicher sind oder in Österreich im jeweiligen Jahr gespielt haben. Bei der von der Vereinigung der Fußballer durchgeführten „VdV-Wahl“ hingegen können nur Spieler gewählt werden, die in Österreich tätig sind bzw. im betreffenden Zeitraum waren. Dort wird dann sogar unterschieden nach der 1. Liga in Österreich (der Bundesliga) und der 2. Liga in Österreich (der „Ersten Liga“). Außerdem wird dort auch die Fußballerin des Jahres sowie die Mannschaft des Jahres gekürt, welche durchaus auch mal eine Mannschaft aus der 2. Liga, also der „Ersten Liga“ sein kann. Die Nationalmannschaft gewann dort nur, als die U20 Österreichs 2007 bei der WM den 4. Platz erreichte, die A-Nationalmannschaft gewann dort noch nie.

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Schnieke Anekdote: Marco Bode ist tatsächlich wie Marco Bode

Einer dieser unglaublich freakigen Trikotsammler — man weiß nicht, wer einen Freakigkeitswettbewerb gewönne: Groundhopper oder Trikotsammler — erzählt hier eine wunderbare Anekdote über Marco Bode, die so völlig ins Bild passt, das man sich aus der Ferne, natürlich bar jeglicher Kenntnis, von ihm gemacht hat. Aber dass sie dieses Bild so bestätigt, passt, nunja, ins Bild. Und der Rest über den Trikotsammler ist auch nicht gänzlich uninteressant, freakig hin oder her.

Und achja, Marco Bode ist tatsächlich ein Mensch, der an der Tankstelle schon mal … aber lest selbst.

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Leise in der Höhenluft

Heute über Miroslav Klose zu schreiben bedeutet selbstredend, die Kirche im Dorf lassen zu müssen, wie er es angenehmerweise als Mensch selbst immer tat, und ebenso Superlative verwenden zu können. Sein Abschied kommt ungewöhnlich spät in dieser Zeit, da die Jungen immer jünger werden, wenn sie ins Pressbecken Profifußball geworfen werden. Ein ergrauter Schweinsteiger ist mit nur 32 Jahren schon verraucht, ehe er sich nach dem WM-Finale 2014 einmal umgesehen hat. Gleichwohl war Kloses Abschied lange erwartet, im Grunde bedeuteten die letzten beiden Saisons bei Lazio Rom nur noch das Abklingbecken einer Karriere, die mit dem Weltmeistertitel 2014 ihren völlig verdienten Höhepunkt erreicht hatte. Jenes Turnier, bei dem der schmächtige, drahtige, allzu oft in wenigen Teilen seines Tuns als Weltklasse geltenden Miroslav Klose den großen, echten Ronaldo in der ewigen Torschützenliste der WM überholt hatte. Ausgerechnet – eine Vokabel, die hier einmal angebracht ist – in einer Partie gegen Brasilien, in Brasilien, als Gegner in deren fiaskösem Halbfinal-Heimspiel.

Das Dorf, in dem man die Kirche lassen muss, heißt aber wohl nicht wirklich Blaubach-Diedelkopf, wo fußballerisch alles begann, sondern Opole. Dort als Sohn eines Fußballprofis und einer Handballnationalspielerin geboren, aber eben in Polen, nicht in Deutschland, wo er erst später hinzog und (natürlich) anfangs kein Deutsch beherrschte. Und selbst wenn diese Stadt Opole kein Dorf ist, dann steht er mit seinem Herziehen aus dem damals noch existierenden Ostblock für einen Teil der alten Bundesrepublik, in der man die Vokabel „Integration“ noch nicht mal annähernd buchstabieren konnte.

Was bleibt einem Jungen, der die Sprache nicht spricht, was heute allzu gerne überbewertet wird, aber nun mal Fakt ist, sofern man sein Hobby nicht wie Klose heute beim Angeln ohne soziale Komponente ausüben will? Neben der Musik nur der Sport, der keine Sprache spricht, der aber zumindest ihm eine Heimat bot. Ob er da schon das große Talent war, ist unbekannt. Dass er sein Talent aber intensiv geschärft hat, davon zeugt seine Anwesenheit und vor allem sein Erfolg bei Weltmeisterschaften von 2002, als er noch mit Haudegen wie Marko Rehmer, Gerald Asamoah oder Jens Jeremies über die Runden kommen musste, bis zur Weltmeisterschaft 2014, neben Mario Götze oder Toni Kroos, als der Fußball ein völlig anderer geworden war. Und Klose war wie immer auch bei diesem Turnier trotz sich abzeichnendem Alter vor dem Tor nicht zu stoppen.

Mag sein, dass er bei der WM 2002 fünf Tore per Kopf erzielte und seine Sprungkraft ihn in die Weltöffentlichkeit katapultierte. Schon im selben Turnier bewies er mit seinem äußerst klugem Pass zu Marco Bodes 1:0 gegen Kamerun aber, dass er eben nicht nur eine Strafraumwaffe war, die vollstreckt. Sondern dass er mitspielt. Was er immer weiter verfeinerte, weshalb er heute als Held aus gleich zwei sehr unterschiedlichen Jahrzehnten der Fußballstile gilt und geht.

Mag er ansonsten trocken sein wie ein Graubrot, ob nun nach polnischem oder deutschem Rezept gebacken — Klose, das war über lange Jahre die Kavallarie, die zur Not immer aushalf. In seinem ersten Länderspiel mit dem Siegtreffer kurz nach Einwechslung gegen Albanien, später beim erwähnten 2:0 über Kamerun in Japan, beim 1:1 gegen Argentinien bei der WM 2006, das Ausgleichstor, das erst das vermeintliche Sommermärchen rund machte oder ganz am Ende gegen Ghana und Brasilien 2014.

Gestatten, der freundliche Herr Klose. Nicht mit Hut, nicht mit Charme und nicht mit Melone, war er neben dem Platz so dröge, dass er selbst zu Beckenbauers Zeiten kaum zum Star getaugt hätte. Im Gegensatz zu diesem aber auch bis heute frei von Skandalen geblieben ist. Die alte Sehnsucht aller Fußballromantiker, dass es nur um die Leistung auf dem Platz geht, hat er — wahrscheinlich ohne es je zu ahnen — verkörpert.

Mag es auch beim Weggang aus Bremen böses Blut gegeben haben. Dem stillen Klose wurde das mehrheitlich nicht nachgetragen. Man kann ihn sich vorstellen als jemand, der gerade weil er sich nicht darstellen will, etwas von jenem Fußball transportiert, den er noch aus Blaubach-Diedelkopf kennt. Und wenn er der letzte Vertreter dieser Art gewesen sein wird, der nie ein Internat von innen gesehen hat, dann wird er umso mehr dem DFB das Stückchen Authentizität geben können, deren Fehlen Oliver Bierhoff nie verstanden hat. Womit wir wieder beim Thema sind. Bierhoff, das war ein One-Trick-Pony, der Mann mit der Inselbegabung Kopfball.

Klose hingegen war Spielkultur in Vollendung, wohin er sich auch drehte und das 20 Jahre lang.

Klose, die Kavallerie. Die kommt jetzt nie mehr.

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Update! „Tor des Jahres“ — alle auf einen Klick-Blick

[Update Nr xy] Marcel Risse 2016 mit einem überaus sehenswerten Freistoßtor, Lukas Podolski 2017. Nils Petersen mit schönem Weitschuss 2018.

[Update Januar 2016] Das Tor des Jahres 2015 erzielte Carsten Kammlott. Das wird hier extra noch mal erwähnt, weil man sich den dazugehörigen Beitrag der Sportschau ruhig geben sollte, sofern man sehen möchte, wie ein Profi der 3. Liga so lebt. Jeden Sonntag bei den Eltern zum Essen (wobei das der eine oder andere Weltmeister ja ebenso pflegen soll) und derlei mehr. Nicht prickelnd, aber erhellend. Und das Tor an sich natürlich: hier der Beitrag (der obere), sicher nicht lange online. (Außerdem erfährt man so, dass Reinhold Beckmann immer noch die Sportschau macht. Dachte, der spielt jetzt Gitarre.) Und für die Jüngeren vielleicht interessant, dass dieses Tor einen weltbekannten Vorfahren hatte. Das Tor, nicht Kammlott.

[Update April 2013] Dass ein Schwede mit bosnischen Wurzeln in einem Freundschaftsspiel in Schweden gegen England das Tor des Jahres in Deutschland erzielen kann, bleibt eines dieser Geheimnisse des professionellen Sportjournalismus. Ein fantastisches Tor erzielte Ibrahimovic mit seinem Fallrückzieher natürlich unbestritten, aber die Frage, was das bei den deutschen Toren des Jahres zu suchen hat, bleibt offen — vielleicht mal bei der Sportschau nachfragen.

[Update 29. Januar 2012] Heute gibt es dann den Neuzugang für 2012 2011: Señor Raúl. Ein schön anzusehender Lupfer beim hohen Sieg gegen den 1. FC Köln. Was der FC Schalke übrigens auch ohne Raúl schafft, wie gestern gesehen.

[Update 24. Januar 2011]

Ein Schuss aus 60 Metern. Kreativ. Gab es erst seit 2007 nicht mehr.

[Update 7. April 2009]

Ich hab dann mal eine nur wenig Voraussicht benötigende Änderung vorgenommen, siehe Ende der Liste. Sollte ich mich getäuscht haben, werde ich mich damit bestrafen, selbst so ein Tor wie das von Grafite erzielen zu müssen und es so lange zu versuchen, bis es klappt — allerdings ohne Gegenspieler. Schwer genug.

Aber ich werde mich ohnehin nicht täuschen.

Und wie profan Ballacks Tor von 2008 plötzlich wirkt …

Aus aktuellem Anlass, da Diego mit seinem Tor aus 60m Entfernung gegen Alemannia Aachen gerade Tor des Monats wurde, ein Überblick über die bisherigen Schützen des „Tor des Jahres“ seit der Einführung dieser Wahl im Jahr 1971.

1971 Ulrik Le Fevre
1972 Günter Netzer und Gerd Müller
1973 Günter Netzer
1974 Erwin Kostedde
1975 Klaus Fischer
1976 Gerd Müller
1977 Klaus Fischer
1978 Rainer Bonhof
1979 Harald Nickel
1980 Karl-Heinz Rummenigge
1981 Karl-Heinz Rummenigge
1982 Klaus Fischer
1983 Jürgen Wilhelm
1984 Daniel Simmes
1985 Pierre Littbarski
1986 Stefan Kohn
1987 Jürgen Klinsmann
1988 Jürgen Wegmann
1989 Klaus Augenthaler
1990 Lothar Matthäus
1991 Andreas Müller
1992 Lothar Matthäus
1993 Augustine „Jay-Jay“ Okocha
1994 Bernd Schuster
1995 Jean-Pierre Papin
1996 Oliver Bierhoff
1997 Lars Ricken
1998 Olaf Marschall
1999 Giovane Elber
2000 Alex Alves
2001 Kurt Meyer
2002 Benjamin Lauth
2003 Nia Künzer
2004 Klemen Lavric
2005 Kasper Bögelund
2006 Oliver Neuville
2007 Diego
2008 Michael Ballack
2009 Grafite
2010 Michael Stahl
2011 Raúl
2012 Zlatan Ibrahimovic
2013 Raúl und Julian Draxler
2014 Mario Götze
2015 Carsten Kammlott
2016 Marcel Risse
2017 Lukas Podolski
2018 Nils Petersen
2019 Marcel Hartel

Mit Nia Künzer immerhin schon eine Frau als Gewinnerin dabei, sowie mit Jürgen Wilhelm und dem damals 80-jährigen Kurt Meyer auch zwei Amateure. Rekordsieger bleibt Klaus Fischer mit 3 Toren, vor Günter Netzer, Gerd Müller, Lothar Matthäus und Karl-Heinz Rummenigge mit je 2 Toren des Jahres.

In den meisten Fällen braucht man nur auf die Jahreszahl und den Namen zu schauen, schon ist klar, welches Tor es gewesen sein muss. Beispiele:

Lothar Matthäus 1990
Nia Künzer 2003
Lars Ricken 1997
Klaus Fischer 1982
Oliver Bierhoff 1996

Was an dem wurschtigen, glücklich abgefälschten, kraftlosen, unplatzierten Torschuss Bierhoffs von 1996, der dem armen tschechischen Torhüter durch die plötzlich nur noch mit der Konsistenz unaufgeblasener Luftballons funktionierenden Hände glitt, Tor-des-Jahres-würdig gewesen sein soll (außer eben seiner Wirkung), wird sich uns nie erschließen. Klaus Fischers Tor von 1982 begeistert da schon eher, so wie alle seine Tore des Jahres es vermögen.

Ich persönlich hätte auch diesmal eher auf Christoph Preuß‘ Fallrückzieher gesetzt als auf diese dann doch irgendwie gar nicht so schwierigen Tore der Marke Augenthaler 1989, Alves 2000 oder eben Diego 2007, aber ich bin ja auch nicht die Masse.

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Trainer Bundesliga-Saison 2015/2016

Mehmet Scholl prägte letztens den Begriff vom „Laptop-Trainer“, und er war nicht positiv gemeint. All jenen, welche nicht selbst als Profi aktiv gewesen waren, fehle die Einsicht darin, wie solche Profi-Fußballer ticken, wollte der Ex-Nationalspieler und Ex-Drittliga-Trainer damit zum Ausdruck bringen. Wem der Stallgeruch des Bundesliga-Betriebs fehle, der könne unmöglich so handeln, wie es die unterschiedlichen Psychen der Untergebenen verlangen.

Gleichwohl bestritt Mehmet Scholl nicht die gute Qualität der Arbeit von Trainern ohne (echte) Profi-Erfahrung, wie es bei Thomas Tuchel der Fall ist.

Eine „neue Generation“ sei am Werke, die eben anders arbeite. Aber meist völlig anders, als Scholl selbst das tun würde. Woher die Technik- und Taktikskepsis des früher doch progressiven Scholl, man denke an seinen Musikgeschmack und seine Tätigkeiten als DJ im Radio, stammt, ist nicht so einfach nachzuvollziehen.

Gibt es überhaupt eine solche „neue Generation“, die am Werke ist. Wirft man einen Blick auf die derzeit in der Bundesliga tätigen Trainer, ergibt sich dabei folgendes Bild:

Club Trainer Profi-Erfahrung
1. FC Köln Peter Stöger 1. Liga Österreich
FSV Mainz 05 Martin Schmidt 3. Liga Schweiz
Bayer Leverkusen Roger Schmidt -
Borussia Dortmund Thomas Tuchel 2. Bundesliga
Borussia Mönchengladbach André Schubert (interim) -
Eintracht Frankfurt Armin Veh 1. Bundesliga
FC Augsburg Markus Weinzierl 1. Bundesliga
FC Bayern München Pep Guardiola 1. Liga Spanien, Nationalspieler
FC Ingolstadt Ralph Hasenhüttl 1. Bundesliga
FC Schalke 04 André Breitenreiter 1. Bundesliga
Hamburger SV Bruno Labbadia 1. Bundesliga, Nationalspieler
Hannover 96 Michael Frontzeck 1. Bundesliga, Nationalspieler
Hertha BSC Pal Dardai 1. Bundesliga, Nationalspieler
SV Darmstadt 98 Dirk Schuster 1. Bundesliga, Nationalspieler
Werder Bremen Viktor Skripnik 1. Bundesliga, Nationalspieler
TSG Hoffenheim Markus Gisdol -
VfB Stuttgart Alexander Zorniger -
VfL Wolfsburg Dieter Hecking 1. Bundesliga

Tatsächlich besitzen also eigentlich nur Markus Gisdol, André Schubert, Martin Schmidt, Roger Schmidt und Alexander Zorniger keine Profi-Erfahrung, wobei man Thomas Tuchel eigentlich hinzuzählen müsste, da er es auf nur 8 Einsätze in der zweiten Bundesliga brachte, ehe er seine aktive Karriere wegen einer Verletzung abbrechen musste, was übrigens auch auf Markus Gisdol im Alter von nur 27 Jahren zutraf. Somit kommt man auf eine Quote von 6 Trainern von 18, die keine Profi-Erfahrung mitbringen, während alle anderen es in hohe Ligen und teils sogar bis zum Nationalspieler (Frontzeck, Guardiola, Labbadia, Skripnik, Dardai, Schuster) brachten. Da kann man durchaus von einem Trend sprechen, denn früher war es die absolute Ausnahme, wenn Leute wie Neururer oder Daum es ohne Profi-Erfahrung bis zum Trainerposten in der 1. Bundesliga brachten. Heute scheint dies viel einfacher möglich zu sein. Zumal nicht vergessen werden sollte, dass all jene, deren aktive Karrieren früh endeten, mehr Zeit hatten, sich um ihre Ausbildung und Weiterentwicklung als Trainer zu kümmern.

Interessant, aber weniger von außen ersichtlich, ist dabei natürlich auch die Frage, wie diese neuartigen „Laptop-Trainer“ denn nun überhaupt vorgehen. Während der eine tatsächlich auf moderne Technik schwören mag, sieht das beim Trainer von altem Schrot und Kron, man denke an Armin Veh, vielleicht ganz anders aus. Dabei ist allgemein nicht davon auszugehen, dass die Trainer auf die Dienste von videohelden.net zurückgreifen, die Videos mit Erläuterungen für alle denkbaren Themen erstellen. Aber Videoanalyse bzw. die Aufbereitung von Hinweisen im selben Format, die kurz und knackig auch die Spieler mit geringerer Konzentrationsspanne mit allen nötigen Infos versorgt, dürfte heute einerseits bei nahezu allen Teams Standard sein. Auf der anderen Seite unterscheiden sich die Trainer immer noch sehr darin, wie intensiv sie dieses Mittel zur Unterstützung anwenden — und ebenso danach, wann sie es einsetzen. So ist vom einen oder anderen Trainer zu hören, dass er schon in der Halbzeitpause einer Partie einige rasch zusammengeschnittene Szenen für seine Spieler parat hat. Szenen, die besonders schlecht liefen, bei denen der Trainer korrigierend eingreifen möchte.

Doch Mehmet Scholl scheint das alles für übertriebenen Hokuspokus zu halten. Sein Erfolg bzw. die Abwesenheit dessen als Trainer gibt ihm allerdings nicht unbedingt recht. Ein 8. Platz in der 3. Liga mit der II. Mannschaft des FC Bayern und ein verfrühter, freiwilliger Abschied nach einer weiteren, späteren Saison mit diesem Klub stehen zu Buche. Bei sicherlich denkbar besten Trainingsbedingungen und seit Jürgen Klinsmann auch Zugriff auf alle nötigen technischen Hilfsmittel. Auch wenn Mehmet Scholl immer für einen flapsigen Spruch zu haben ist: Sein Verzicht auf Hilfmittel wie erklärende Videos, gerade bei der Internationalität der heutigen Kader, bzw. seine Kritik daran, wirkt wie ein Anachronismus eines beleidigten Alt-Profis, der nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.

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Trikot-Ausrüster Saison 2015/16

Die Bundesliga-Clubs wechseln ihre Ausrüster mittlerweile schneller als man es sich merken kann. Mit Ausnahme jener Clubs natürlich, bei denen ein Ausrüster Mitbesitzer des Clus ist versteht sich. Bei den anderen tauchen immer mal wieder Exoten auf, die sich erst neu gegründet haben, die vielleicht bislang nur aus anderen Ländern bekannt waren, die man als Zwerge im Bereich der Sportausrüstung kennt oder sogar welche, die einigermaßen fachfremd sind. Viele von den kleineren Ausrüstern verschwinden oft auch relativ rasch wieder von der Bildfläche, wenn sie es eben nicht schaffen, sich in ihrer Nische zu etablieren und den großen, alteingesessenen Ausrüstern ausreichend Konkurrenz zu machen.

Dennoch tauchen fast nur altbekannte Namen unter den Ausrüstern der Bundesliga-Clubs in der Saison 2015/2016 auf, wie die folgende Liste zeigt. Adidas und Puma sind quasi seit Anbeginn dabei, auch die kleineren Namen wie Kappa, Lotto oder erima sind nicht zum ersten Mal in der Bundesliga mit ihren Produkten vertreten.

Club Ausrüster
1. FC Köln erima
FSV Mainz 05 Lotto
Bayer Leverkusen adidas
Borussia Dortmund Puma
Borussia Mönchengladbach Kappa
Eintracht Frankfurt Nike
FC Augsburg Nike
FC Bayern München adidas
FC Ingolstadt adidas
FC Schalke 04 adidas
Hamburger SV adidas
Hannover 96 Jako
Hertha BSC Nike
SV Darmstadt 98 Jako
Werder Bremen Nike
TSG Hoffenheim Lotto
VfB Stuttgart Puma
VfL Wolfsburg Kappa

Weitere kleinere Ausrüster versuchen es immer wieder, mit ihrem Programm bei den Fußball- und Sportfans zu landen. Das geht nicht immer gut. Zuletzt versuchten sogar der 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund ihre eigene Marke zu etablieren, einmal davon in Kooperation mit einem existierenden Ausrüster, der Teil einer Kaufhauskette war. Auch dieser Versuch wurde aber wieder eingestellt, offensichtlich reicht ein einzelner Bundesliga-Club nicht, um die Attraktivität eines Ausrüsters so enorm zu steigern, dass dieser dauerhaft davon leben kann.

Den umgekehrten Weg geht adidas mit dem FC Bayern München, bei dem sie sich Anteile des Clubs zu eigen gemacht haben. Damit ist der FC Bayern wohl auf ewig an adidas als Ausrüster gebunden, was nicht nur Vorteile mit sich bringen muss. Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Historie der Ausrüster, denn eigentlich erst seit dem Krieg gibt es überhaupt im Sportbereich so etwas wie Markenartikel.

Früher war es nicht üblich, dass man zu einem speziellen Ausrüster geht, um seine Fußballspieler einzukleiden. Da tat es auch schon mal War von einem klassischen Ausrüster für Berufskleidung, wie es Alster-Textil einer von vielen ist. Oder die Frauen der Spieler oder Mütter schneiderten selbst die Sportkleidung.

Durch die einschneidende Veränderung in diesem Bereich, dass jedes Team einen festen Ausrüster besitzt, hat sich ein riesiger, schwer umkämpfter Markt ergeben. Im Prinzip erstaunlich, dass überhaupt neben den Platzhirschen adidas und Nike sowie mit Abstrichen Puma noch Raum für weitere Anbieter ist. Allerdings gibt es durchaus Marktnischen, in denen diese überleben können. Vor allem dort, wo Kunden ein nicht ganz so prall gefülltes Portemonnaei verfügen. Doch auch dort ist der Kampf um die Pfründe hart, wie das eingangs erwähnte ständige Kommen und Gehen kleinerer Anbieter demonstriert.

Ebenso bemerkenswert, dass es im Gegensatz zu früher, mit wenigen Ausnahmen, keine dauerhaften Partnerschaften mehr gibt. Borussia Mönchengladbach war immer Puma, dann lange Reebok, doch auch diese länger währenden Verbindungen sind Geschichte. Weshalb sich der Blick auf die aktuellen Ausrüster der Bundesliga-Clubs immer wieder aufs Neue lohnt. Was übrigens ebenso für Nationalmannschaften gilt.

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