You don’t feel as I do

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Auch wenn sie jegliches Recht dazu haben: Besonders schmerzhaft ist es, nach Niederlagen zu erleben, wie Mitspieler und -verlierer sich duschen, beim Anziehen darüber diskutieren, wohin sie heute Abend noch ausgehen werden, dann in ihre Personenkraftwagen steigen und davonrauschen, als sei nichts passiert, um sich von nun an dem nächsten Programmpunkt des Tages zu widmen.

Man wird das Gefühl nicht los, dass aus diesem Holz auch viele Fußballer geschnitzt sein könnten.

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  1. Warum denn so verbissen, Herr Trainer?

  2. Verbissen trifft es nicht. Es ist die Ernsthaftigkeit des Spiels, was natürlich ein Widerspruch in sich ist, ohne welche das Ganze aber keinen Spaß macht, was wiederum oberflächlich gesehen einen Widerspruch darstellt.

    Es ist ja sogar bei Gesellschaftsspielen so, dass Leute, die das Spiel nicht ernst nehmen, den Spaß daran zerstören. Bei diesen Spielen hier, bei denen ich mir 90 Minuten lang die Lunge aus dem Hals gerannt bin, dann zu sehen, wie gleichgültig das Mit-Verlierern ist, zerstört ebenfalls den Spaß.

    Oder ist vielleicht nur eine Ent-Täuschung im Wortsinne. Womit alles ohnehin wieder bei einem selbst landet. Fußball ist aber nun mal – in diesen Situationen leider – kein Tennis.

  3. Allerdings sollte der Fokus hier gar nicht auf tatsächlichen Erlebnissen meiner kleinen Wenigkeit liegen. Sondern auf dem, was manchmal Leute vermitteln, die vorgeben, ernsthaft zu spielen.

  4. Ja, die Leute, die das Spiel während des Spiels nicht ernst nehmen, zerstören des Spaß. Das ist klar.

    Aber nach dem Spiel – und darum geht es ja nun – mag das etwas anderes sein. Nämlich eine Projektion eines ernsthaften Spiel über dessen Ende hinaus auf Dinge, die nach dem Spiel passieren.

    Man kann natürlich jetzt darüber diskutieren, wann ein Spiel endet (und der Ernst beginnt?). Dann könnte man sagen, dass Umkleiden und Abfahren noch dazu gehören. Aber streng genommen ist das Spiel mit dem Abpfiff beendet.

    Nach dem Spiel sind Verlierer und Gewinner eben keine Spielfiguren mehr und können mit anderen Rollen (Trinkkumpane wohl am häufigsten im Amateursport) adressiert werden. Wer das nicht tut/kann/will ist in meinen Augen verbissen. Verbissen in ein Spiel, das man dann zu ernst nimmt. Denn eigentlich sollte es – trotz allem Ernst während der Partie – Spaß machen. Und deshalb muss nach Abpfiff Schluss sein mit Ernst.

  5. Ich sehe den Widerspruch nicht. Im Wettstreit so zu spielen, um sagen zu können, alles dafür gegeben zu haben, diesen zu gewinnen und anschließend zu überlegen, was der Tag oder auch die Nacht noch so mit-sich-bringt und wie die weiteren Stunden zu verbringen: Mit Arbeit, mit der Tochter, mit Freunden vor der Theke, alleine vor der Theke. Solcherhand von gleichgültig und spielendem unernst zu sprechen erschließt sich mir nicht.
    Da hier auf Sprache geachtet wird habe ich eine Bitte: So wie hier beschrieben ist das was gemeint ist vielleicht spielen, aber es ist kein Spiel per Definition. Deshalb verbietet sich das Wort gänzlich für den Sport. Das Spiel kennt kein Gewinnen. Dementsprechend beglückwünsche ich die duschenden und schnackenden Kollegen zu ihrer pädagogischen Einstellung.

    Zu guter Letzt: Sehe ich das richtig, das hier vorgeschrieben wird, wie Erlebnisse und daraus herleitbare Gefühlslagen zu verarbeiten zu sind?? – Frei nach: Wer am Grab nicht weint der trauert dem Erbe hinterher!

  6. Aber, um es mit Peter Bamm zu sagen, und insofern hat der Trainer natürlich Grund zu seiner Darstellung, „Das Spiel ist das einzige, was Männer wirklich ernst nehmen. Deshalb sind Spielregeln älter als alle Gesetze der Welt.“

  7. Sehe ich das richtig, das hier vorgeschrieben wird, wie Erlebnisse und daraus herleitbare Gefühlslagen zu verarbeiten zu sind?

    Vorgeschrieben?

    Meines Erachtens geht es nicht wirklich darum, was nach dem Ende passiert. Sondern darum, dass der Trainer denjenigen, bei denen das Erlebte nicht mal kurze Zeit nachhallt, unterstellt, dass ihnen auch schon während des Ereignisses die für ihn angebrachte Leidenschaft (oder Intensität, oder Ernsthaftigkeit) fehlte.

    Und das kann ich gut nachvollziehen, da würde ich mich nickend danebenstellen.

  8. Trainer, ich verstehe jedes deiner Worte (natürlich auch so, wie ich sie verstehen will)!

  9. Ich verstehe übrigens auch jedes einzelne Wort. Aber Trainer, verstehe ich den Sinn der Wortaneinanderreihung insgesamt besser, wenn ich im letzten Satz das Wort „Fussballer“ durch „Profifussballer“ ersetze?

  10. Als dein ehemaliger Mitspieler und Kompagnon auf der linken Spielfeldhälfte muss ich bzgl. Deiner Aussage, Du hättest Dir „90 Minuten lang die Lunge aus dem Leib gerannt“ nachhaken.

    1) Wann hast Du je 90 Minuten am Stück auf dem Platz gestanden? (Anm.: mit „gestanden“ meine ich „gerannt“)

    2) Wann hast Du je 90 Minuten am Stück auf dem Platz gestanden? (Anm.: mit „gestanden“ meine ich „gerannt“)

    und

    3) Wann hast Du je 90 Minuten am Stück auf dem Platz gestanden? (Anm.: mit „gestanden“ meine ich „gerannt“)

    Beim Rest des Beitrags stimme ich mit Dir überein.

  11. In all den Jahren, bevor Du Dich zur Mannschaft bequemt hast, natürlich. Danach musste ich ja nicht mehr, weil Du stets die Kohlen aus dem Feuer geholt hast.

  12. sternburg, wie Du siehst: nein, die Ergänzung „Profi“ wäre nicht nötig, um besser zu verstehen (auch wenn Kaj nicht gemeint war, wie überhaupt nicht mein konkretes Selbstspielen gemeint war. Naja, fast gar nicht.)

  13. Tut mir leid, aber dann verstehe ich es erst recht nicht: Was sind denn dann die „Mitspieler“ aus dem ersten Absatz, die so sind, wie eventuell auch viele Fussballer sind? Feldhockeyspieler? Pokergegner?

  14. Die Mitspieler sind natürlich die Mitspieler, die man so erlebt, aber es war und sollte kein konkreter Mitspieler gemeint sein, weil ich hier niemanden konkret anpinkeln wollte, sondern nur allgemein mal in die Runde jener pinkeln wollte, die so sind.

    Also: keine Profi-, sondern Mitspieler, aber nicht die tatsächlichen ehemaligen meinigen. Aber auch Profis!



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