A blast from the past

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Sollte es tatsächlich noch Beteiligte geben, die nicht nur das erkennen, was da passiert (das tun sicher viele der Protagonisten), sondern auch noch die Chuzpe haben, es auszusprechen?

Heribert Bruchhagen — ohnehin oftmals ein Leuchtturm für die Ansichten der Fußballromantiker unter den Interessierten („Die Spieler sollen ihre Schmerzen nicht beim Tätowieren bekommen.“), ohne dabei populistisch zu werden — wird immer noch sympathischer, denn seinen Worten zum aktuellen Zank mit den Schiedsrichtern ist nichts hinzuzufügen:

Herr Bruchhagen, wie beurteilen Sie die zunehmend scharfe und teils respektlose Kritik von Trainern und Spielern an den Bundesliga-Schiedsrichtern?

Es ist ein Problem der Persönlichkeitsstruktur der Protagonisten. Wir alle, Spieler, Trainer und Manager, nehmen uns in dieser Branche viel zu wichtig.

Woran liegt das?

Daran, dass wir durch unsere Gehälter und das Maß an Öffentlichkeit, das uns entgegengebracht wird, zur Überschätzung der eigenen Person neigen.

Auch wenn man dann doch hinzufügen muss, dass sich der Trainer dieser Stelle nicht zu wichtig nimmt, jedenfalls nicht im Umgang mit Schiedsrichtern, bleibt Bruchhagens Aussage so famos richtig und beim Zuhören befreiend, dass man ihn glatt zur neuen Lichtgestalt des Fußballs in Deutschland (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Fußball) werden lassen könnte, wenn nicht ausgerechnet diese Position auf, ähem, Lichtjahre hinaus schon vergeben wäre.

Die unerträglich werdende Hybris der Beteiligten und die selbst nach dem Abkühlen der „Emotionen“ (© by JBK) weit nach Schlusspfiff weiterhin große Uneinsichtigkeit, ja, gar Unhöflichkeit, ja, manchmal gar Proletentum, wenn nicht gar Asozialität, lassen den Zuschauer oft an der Zurechnungsfähigkeit der Beteiligten zweifeln oder wahlweise in Erwägung ziehen, dass das ganze Laientheater der Handelnden nach einem à la WWF vorgegebenen Drehbuch abläuft.

Dank Heribert sind wir jetzt aber sicher: Es ist nur die Persönlichkeitsstruktur.

9 Kommentare

  1. …beim Zuhören befreiend? Hast Du Dir laut vorgelesen? Keine Sorge, hab ich auch. Der Mann wird mir nämlich auch stetig sympathischer.

  2. Der Fußball war, ist und bleibt auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Stoff für ganze Diplomarbeiten.

    Ich sag’s mal so: Für einen „Vogel“ zum Schiedsrichter bekommt man im Amateurfußball drei bis fünf Monate, in der Bundesliga ein Spiel… wenn überhaupt.

  3. @ Jannik: Und Du denkst tatsächlich, dass das Amateur-Strafmaß korrekt ist?

  4. Heribert ist schon bewährte Kraft im Doppelpass. Mit diesen Charakterzügen ist er allerdings ein illegitimer Nachfolger unseres einstigen Herrn Ohms..

  5. Hallo Trainer, ich habe eine Frage:
    Wie lange dauert ein Lichtjahr?

  6. Der Trainer ist sich der sich in den Volksmund eingeschlichen habenden Fehlverwendung durchaus bewusst und will diese hier en passant bashen. Dies macht er deutlich, indem er ein „ähem“ voranstellt.

  7. @ Herr Wieland: Natürlich nicht. Amateur-Strafmaß zu hoch, Profi-Strafmaß um (wenn wir schon dabei sind) Lichtjahre zu gering. Vor allen Dingen fehlt jegliche Verhältnismäßigkeit – Notbremse: 3 Spiele, von hinten in die Beine und nur knapp einem doppelten Wadenbeinbruch entgangen: 3 Spiele.

  8. Trainer: Neururer fürn MSV? Wat ist dat denn?



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