Antrag auf Änderung des §3.1b Absatz 4kommadrei einen im Sinn

Der den vorherrschenden Zustand Beklagende fordert die folgende Ergänzung zum §3.1b Absatz 4kommadrei einen im Sinn mit der Inbrunst eines Liebhabers, der die Logik jetzt hier nicht vergewaltigen will, aber doch ein wenig Fußball gespielt hat in seinem Leben — und sogar schon mal Geld dafür bezahlt hat, zusehen zu dürfen, dass Menschen anderen Menschen einen Ball ins Tor hineinzuschießen versuchen:

Wenn schon das passive Abseits nicht ganz abgeschafft werden kann, sollte dieser Klamauk wenigstens dahingehend geändert werden, dass passives Abseits im Strafraum nicht möglich ist. Weil man nicht passiv Abseits stehen kann, wenn man im Strafraum steht, egal, wie viele neue oder noch neuere — der Franzose unterscheidet da ja sogar mit unterschiedlichen Wörtern zwischen der relativen Neuigkeit und der nicht so großen Neuigkeit — Situationen nach einem Hin- und Hergeplänkel der sich nicht entscheiden könnenden Spieler, was zu tun sei, entstehen. Denn:

Der Torwart ist immer in seinem Wirken beeinträchtigt, wenn sich gegnerische Spieler im Strafraum aufhalten, insbesondere, wenn diese vermeintlich abseits stehen, dann aber nicht abseits gepfiffen werden, weil sie den Ball, wie sie glauben, trickreicherweise, dann doch nicht berühren. Ins Spiel haben sie in jedem Fall eingegriffen, weil sie den Torhüter in seinem Stellungsspiel beeinflusst haben.

Deshalb hier der Antrag auf die Änderung des §3.1b etc. etc. pp.:

Passives Abseits gibt es nur außerhalb des Strafraums.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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(Sollte dieser Antrag nicht angenommen werden, könnte man auch über einen einfachen Austausch der Bedeutung der Vokabeln passiv < = > aktiv nachdenken, das wäre aber ein Fall für die Duden-Redaktion und nicht für Schiedsrichter, 69.000 aufgebrachte Fans und ein Spiel, in dem es zumindest theoretisch immer mal wieder um die Region, den WM-Titel respektive viele Arbeitsplätze geht.)






25 Kommentare

  • Taunus sagt:

    Dafür.

  • Jannik sagt:

    Word! (Oder gibt’s sonst noch irgendwelche Formalien bei der Unterschrift?)

  • Stefan sagt:

    Führt doch einfach eine blaue Linie ein…

  • Mahqz sagt:

    Abseits steht man erst wenn man den Ball berührt, egal wo!

  • laberlaib sagt:

    XXX

  • Lizas Welt sagt:

    „Abseits ist, wenn dat lange Arschloch zu spät abspielt.“ (Hennes Weisweiler)

  • Felix sagt:

    Find ich gut.

  • Felix sagt:

    Ergänzung: Oder man macht es umgekehrt und schafft das Abseits im Strafraum ganz ab, falls der Ball ebenfalls im Strafraum ist.

  • Ändi sagt:

    Macht es doch nicht noch komplizierter. Welcher Schiri soll da noch richtig entscheiden … Ganz einfach: Passives Abseits abschaffen und man hat eine klare Regel und alle haben mehr Freude.

  • Ändi sagt:

    btw: „Abseits ist wenn Pippo Inzaghi aufs Tor zuläuft.“

  • SuperBRAIN sagt:

    Dagegen! Beziehungsweise, ja, aber noch mehr!!

    Mich haben schon immer eine gewisse Art der Tore gestört und zwar, wenn ein passiv abseits stehender Spieler durch eine „neue“ Spielsituation plötzlich aktiv am Spiel teilnehmen durfte. Gemeint sind solche Dinger hier.

    http://www.laola1.tv/de/at/fus.....35552.html (ab 1:58)

    Ronaldo hat hier gefühlte 25m Vorsprung vor den Verteidigern und das nur, weil er im Abseits stand.

    Nürnberg hat gegen die Hertha so auch das entscheidende 2:1 in Berlin gemacht.

    Meine Forderung: Ein Spieler darf gerne passiv stehen, bis er blau wird, möchte er aber aktiv werden, muss er hinter zwei Gegner stehen, wie bei jeder normalen Abseitsentscheidung also auch.

  • Allerdings ein besonders haarsträubendes Beispiel, Danke.

    Mein Vorschlag zielt ja auch nur darauf ab, was man natürlich nicht wissen kann, weil ich es nicht erwähne, dies als Kompromissvorschlag einzubringen, so lange man sich nicht gänzlich vom passiven Abseits verabschieden möchte, was mir natürlich auch noch lieber wäre. So lange das nicht möglich ist, dann vielleicht wenigstens diesen Vorschlag hier.

    Wenn man so spielen kann wie im Beispiel von Ronaldo geschehen, kann man abseits auch gleich ganz abschaffen. Dann frage ich mich wirklich, warum man sowas nicht inzwischen zur Strategie gemacht hat: einen vorne beim Torwart rumlungern lassen. Kommt ein Pass, ist es ja eine „neue Spielsituation“ (bitte im Tonfall von Gerhard Polts „Oliver, er spielt longline!“ gekrächzt lesen) und alles ist wunderbar und regelgerecht. Wobei das dann wirklich dazu führen könnte, dass ich mich von diesem Sport abwende. (Nur Wunschdenken, schließlich bin ich weiterhin addicted.)

  • SuperBRAIN sagt:

    Ganz genau, ich zähle die Tage, dass irgendein pfiffiger Trainer mit so einem einstudierten Spielzug die Bayern im Pokal raushaut.
    Stahli reloaded.

    Passives Abseits ganz abzuschaffen, empfinde ich auch als sinnlos, denn hieße das nicht, dass Özil da hätte zurück gepfiffen werden müssen, nur weil Ronaldo da vorne rumsteht?

  • sternburg sagt:

    Das besonders haarsträubende Beispiel sieht mir auf den (wenig aussagekräftigen) verlinkten Bewegtbildern durchaus einstudiert aus.

    Ich bin jedenfalls ganz klar für einen einfachen Austausch der Bedeutung der Vokabeln passiv aktiv. Wer so steht, dass er das Stellungsspiel von Abwehrkette oder Torwart beeinflusst, der kann nicht passiv sein (was für ein hirnrissiges Verständnis des Wortes liegt der derzeitigen regelauslegung eigentlich zu Grunde? Wobei, moment, ich meine, das hatten wir schon mal, und die Formulierung kommt so im Regelwerk gar nicht vor, oder?), punkt.

    Dann wäre diese Ausnahmeregel von der Abseitsregel wieder auf das zurückgeführt, was sie eigentlich mal sein sollte: eine Regelung im Sinne der Stürmer, um seltene krasse Ungerechtigkeiten zu Gunsten der jeweils verteidigenden Mannschaft zu verhindern und dadurch das Spiel ausgewogener zu gestalten. Und damit eine Ausnahme von einer Regel (Abseits), welche selber ja schon eine mit dem Grundkonzept der Spielregeln an sich nicht vereinbare Ausnahme ist, um die jeweils verteidigende Mannschaft vor krassen Ungerechtigkeiten zu Gunsten der Angreifer zu schützen.

    Ansonsten bin ich bei Stefan. Eine blaue Linie wäre jedenfalls kühler, als schon wieder ein Aufhänger mehr für diese behämmerten „War es innerhalb oder außerhalb des Strafraums“-Diskussionen.

  • Jaja, neinnein, kommt im Regelwerk nicht vor, hatte „man“ alles schon, richtig. Man hätte statt „passiv“ auch eine andere Vokabel auswählen können. Zum Beispiel: „die-mehr-Tore-Regel“.

    Okay, die neu heraufbeschworenen Diskussionen bezüglich Strafrum oder nicht Strafraum habe ich nicht bedacht, es geht mir aber im Endeffekt eh nur darum, dass man nicht eine Regel einführen kann, die man dann wie im doch, wenn auch sehr kurzen, treffenden Beispiel völlig ad absurdum führt, wenn ein Spieler irgendwo im Abseits rumstehen darf, kilometerweit, und genau dieser dann alleine im Strafraum das Tor erzielt.

    Wenn man möchte, dass mehr Tore fallen, dann soll man das bitte einfach so handhaben, und nicht über eine Hintertür versuchen, die jeden Abwehrspieler samt Torwart zu absoluten Deppen werden lässt (nach außen hin).

    Ansonsten: Wieso ist das mit dem Grundkonzept des Spiels nicht vereinbar, sternburg? Ohne abseits gäbe es keinen „Fußball“, wie wir ihn kennen, sondern nur kick and rush. Die grundsätzliche Existenz der Abseitsregel ist das konstituierende Moment des eigentlichen, modernen Fußballs.

  • sternburg sagt:

    [Überlege gerade, ob man meinem obigen Kommentar eigentlich überhaupt anmerkt, dass ich mit Dir völlig einer Meinung bin]

    Das Grundkonzept der Spielregeln lautet: Alle dürfen den Ball innerhalb des Spielfeldes überall hinspielen, solange sie dafür nicht Hände oder Arme verwenden (Ausnahme: Torhüter). Ziel ist es, den ball durch ein Tor zu schießen. Damit eine gegenläufige Spielrichtung zweier Mannschaften ensthet, werden jeder jeweils ein gegenüberliegendes Tor zugeordnet. Dorthin versucht die jeweils ballbesitzende Mannschaft denselben unter Anwendung der ersten regel zu transportieren.

    Abseits regelt, dass bestimmte Spieler in ganz bestimmten Spielsituationen plötzlich nicht mehr angespielt werden dürfen, obwohl sie am Spiel teilnehmen und sich auf dem Spielfeld befinden. Das ist eine Ausnahme von, ja, das Gegenteil dieses Grundkonzepts. Aber halt eine notwendige Ausnahme, um den Vorteil der ballbesitzenden Mannschaft, einfach Spieler in Tornähe postieren zu können, auszugleichen. Wobei es weniger die Unfairniss des Vorteils an sich ist (gleicht sich schließlich während des Spiels aus), als die sich schnell einstellende Langeweile.

    Irgendwann hat man mal eine (vermeintlich oder nicht sei dahingestellt) Schwachstelle dieser Ausnahme-Regelung empfunden. Denn diese ermögliche durch geschickte Verschiebung der Abwehrspieler das Unterbinden von Angriffen, welche mit einem Ausnutzen des unfairen Angreifer-Vorteils, Spieler zwischen Abwehr und Torwart lauern lassen zu können, herzlich wenig zu tun haben. Diesen Exzess der Ausnahme wollte man zurückdrängen.

    Kann man machen. Kann man nicht machen. Nicht jedoch kann man dies dadurch machen, dass diese Ausnahme von der Ausnahme völlig neue Spieltaktiken ermöglicht, das Spiel grundsätzlich ändert. Dann hätte man das Abseits besser gleich abgeschafft.

    Das passive Abseits, wie es heute angewendet wird, ist als hätte man (endlich) eine Tempobegrenzung auf Autobahnen eingeführt, welche nach Beschwerden aber nur noch auf Fiat und BMW und nur noch bei Westwind Gültigkeit hat.

  • „Unfairniss“ ist süß. Und zur ersten Aussage: Habe ich nicht ganz so empfunden, da tat die Aufklärung not.

  • Rasender Falkenmayer sagt:

    Dafür! Jederzeit!

    Und seit die Schiedsrichter alle möglichen bunten Leibchen anhaben, so dass man sie leicht für Spieler hält, sollten sie zur besseren Unterscheidun bunte Mützen tragen.

  • Daniel sagt:

    Als ich klein war, war ich mir sicher, dass Ronaldo in der betreffenden Situation aus einem Spieler im passiven zu einem Spieler im aktiven Abseits wird.

    Dann kam irgendwann jemand und faselte was von neuer Spielsituation – die ich im vorliegenden Fall aber einfach nicht erkennen kann.

    Das ist Abseits.

    Als Torwart stimme ich dem Vorschlag übrigens ohne Einwände zu. JEDER Spieler, der auch nur in der Nähe des Balles steht oder (noch schlimmer) sich bewegt, sollte als im Abseits stehend gewertet werden. Denn Torhüter sind kognitive Wunder, sie haben nie nur den Ball im Auge, sondern immer auch den Rest ihres Umfelds.

  • Hank sagt:

    Dafür!

  • dotdeguy sagt:

    Dein Vorschlag geht in die richtige Richtung, aber meiner Meinung nach sollte man das passive Abseits deutlich vereinfachen – oder komplett abschaffen.

    „Neue Spielsituation“ ist völliger Quatsch. Es kann doch nicht sein, dass ein Spieler 2m im Abseits steht, dann eine Sekunde wartet – und schwupps! gilt es nicht mehr als Abseits, weil… weil es eine neue Spielsituation ist?

    Besser und eindeutiger wäre: Ein Spieler ist nur dann im passiven Abseits, wenn er überhaupt nichts mit dem Spielzug zu tun hat. Wenn er später in den gleichen Spielzug eingreift, wird Abseits gepfiffen. Außerdem kann es im 16m niemals passives Abseits geben (zum Beispiel bei Schüssen auf’s Tor).

  • schön, dass sich da dann doch immer mehr Fürsprecher finden. Ich habe meinen Blog so genannt, weil das Passive Abseits in der derzeitigen Form die wohl dümmste Regel ist, die sich die Fifa ausgedacht hat. Und das, obwohl es so viele dumme Regeln gibt…

  • zack sagt:

    Gilt das noch? Bin auch 2011 noch dafür.

  • Nach meiner Kenntnis ist das sofort, äh, immer noch, ja.

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