Christine Westermann trinkt Kölsch

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Das ist nicht erstaunlich, schließlich muss sie eine Menge Enttäuschungen erleiden, da sie Fan des 1. FC Köln ist, wie sie im Interview mit der WELT verrät. Bedauerlicherweise ist sie trotz ihres aus der Sicht von hier unten fortgeschrittenen Alters erst in diesem Jahrtausend so richtiger Fan geworden, was natürlich bedeutet, dass sie keinen einzigen Titelgewinn des Effzäh miterlebt hat. Stattdessen muss sie die von der Südtribüne in allen Facetten beleuchteten Trauerspiele rund um Hoffnungsträger, unvernünftige Manager und Scoutingprobleme beim dortigen Fußballklub erdulden.

Interessant ist dieses Gespräch aber auch aus anderen Gründen.

So nutzt Westermann nicht die ollen Fußballmetaphern, deren Bärte bei Zeitreisen Vermögen kosten könnten, sondern sagt z. B.:

„Aber wenn ich halt nur Brot und Magermilch habe, kann ich halt keinen Marmorkuchen backen.“

Süß schon fast, nicht der Marmorkuchen, sondern diese Metapher. Auch dass sie ein zweimaliges „halt“ autorisiert hat, wirkt angenehm.

Lustig ist weiterhin die Beobachtung, welche Westermann bezüglich des Auftretens der Kölner Spieler gemacht hat:

„Sehen aus wie schlechte Fußballspieler …“

… und wundert sich weiter noch, warum denn Teams wie Liverpool oder Barcelona das alles können, was die Kölner nicht können, schließlich würden diese genauso lange üben und üben, da müsse doch mal wenigstens irgendein Spielzug gelingen.

Das eigentlich Bezeichnende an diesem Interview für die Lage beim 1. FC Köln ist aber, dass es aus dem Jahr 2007 stammt und im Jahr 2010 bis auf ein paar Namen von Handelnden alles noch haargenauso gilt wie damals.

4 Kommentare

  1. Nicht unputzig. Besonders wenn sie nach diesem lustigen Spiel in Essen, welches in dem Artikel thematisiert wird (0:5), von verschiedenen „Teilen“ in der Mannschaft spricht, u.a. dem schweizerischen, dem türkischen, dem brasilianischen – und eben „noch die alten Kölner“. Beim Blick auf die damalige Mannschaftsaufstellung bestand die Fraktion der alten Kölner während der 90 Minuten aus Lukas Sinkiewicz, damals routinierte 21 Jahre alt. Naja, vielleicht hatte sie ja auch Matthias Scherz gemeint.
    Und zu ihrer Frage, warum man das Pokalspiel damals gegen Schalke gewonnen habe (4:2 n.V., ich war sogar aus Versehen im Stadion), hätte ich eine vorsichtige Interpretation: könnte daran gelegen haben, dass sie 51 Minuten in Überzahl auf dem Platz standen, was sie allerdings nicht daran hinderte, zunächst einen 2:0-Vorsprung (bzw. mit einem Mann mehr eine 2:1-Führung) zu verspielen und in die Verlängerung zu müssen. Ja, im Beantworten von drei Jahre alten Fragen kann man sich auf mich verlassen.
    Wer übrigens aufgrund dieses nicht unsympathischen Interviews der Meinung ist, Frau Westermann wäre eine Ur-Kölsche – nix da, die kommt aus Mannheim. Was in puncto Fußball vielleicht einiges bei ihr erklärt, aber nichts entschuldigt.

  2. Wie wäre es mal mit einem fundierten Artikel?

  3. Sehr gerne, Hans, immer her damit.



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