Die Pest (ist zu Ende)

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Wir waren eingeschlossen in einen Raum mit der Bundesliga, die Höchststrafe, ob kafkaesk oder eher camusois, sei dahingestellt, die ihr Wesen verloren hatte. Das perfekte Jahr hatte es nun doch nicht gegeben, bis dahin aber sahen wir Woche für Woche die selbe Aufführung. Ein Entrinnen war allerdings nicht möglich, kein Entkommen aus dieser von außen abgeriegelten Stadt, die einst so lebendig gewesen war. Mit bunten Wendungen, vielerlei Theatern und immer auch wieder Durststrecken, das sei nicht bestritten, aber Durststrecken, deren Ende absehbar war, selbst wenn diese mal wieder Halbserien lang dauerten.

Irgendwann wich jeder Lebensmut aus allen Zuschauern, irgendwann war die Qual kaum noch auszuhalten, und dennoch konnten die Tore der Stadt nicht geöffnet werden. Hier war man geboren, zufällig hereingeraten zu einem ungünstigen Zeitpunkt und nun war man eben mitgefangen. Gehangen noch nicht, aber das erledigte die Pest dann schon selbst.

Als sie sich endlich verzog, hätte man eigentlich jubilieren können, dass das Leben weiterginge. Doch die Pest hatte alle erledigt. Nicht mal mit dem eigentlichen Töten all der fröhlichen Momente, dem rauschhaften Auf und Ab, das sonst hier tobte. Sondern mit der unerträglichen Gleichförmigkeit allen Treibens und dem Ausbleiben von Abwechslung zermürbt. Als die Pest ging, wohl weil nur noch die wirklich Immunen übrig geblieben waren, waren auch diese nur noch wie der Tod selbst, abgestorben alles Lebensbejahende und dann waren die Tore der Stadt wieder geöffnet, aber niemand verspürte mehr die Kraft, noch hinauszugehen.

8 Kommentare

  1. Aha, das alte „Die Liga ist tot“-Lied wurde jetzt umgedichtet in „Der FCB ist die Pest“. Bin gespannt auf die nächste Stufe der bizarren Vergleiche.

  2. Mir kam da eher spontan der HSV beim ersten lesen des Textes in den Sinn.

    Aber „das perfekte Jahr hatte es nun doch nicht geben“ deutet dann doch eher in den Süden.

    Trainer, bitte um Aufklärung.

  3. Ich versteh nur Bahnhof… :-)

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  5. Nö, der FCB ist nicht die Pest. Vielleicht sollte man nicht so viele Literaturbezüge einbauen, aber die Pest ist die Langweile, der Tod, wenn sich nichts mehr bewegt, nicht ein spezieller Verein.

  6. Es ist richtig schwer sich auf die nächste Bundesligasaison zu freuen, Trainer, wir Recht Sie doch haben. Besonderer Dank gebührt natürlich der DFL und dem DFB die immer brav pro Bayern agieren; ist ja die stärkste Marke der Liga. Der Hang zur Selbstreflexion oder gar -kritik ist bei beiden Verbänden ohnehin nicht ausgeprägt, wie man leider nach dem Pokalfinale in Bezug auf den DFB wieder sehen konnte, der es einfach nicht verstehen will dass ein Hauptschiedsrichter bei briefkopfrelevanten Entscheidungen involvierte Spieler, Linien- und den vierten Schiedsrichter zu befragen hat.

  7. Vielleicht sollte Gunnar mehr Bücher lesen. Nein, ganz sicher sogar.

  8. Vielleicht sollte Tyler weniger meinen Literaturkonsum kommentieren. Nein, ganz sicher sogar.



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