Eine Krähe hackt der anderen einen Fußballplatz in die Provence

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Ich weiß, dass Ihr wisst, und dass jeder gelesen hat. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass es irgendjemandem doch entgangen sein sollte, noch mal der kleine Hinweis, wie die Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die ja schon sichere Teilnahme an der EM 2012 in Polen und der Ukraine ablaufen wird:

Damit keine Langeweile aufkommt, geht es dann gleich weiter nach Südfrankreich, in die Provence, wo der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp eine Nobelherberge mit zwei angrenzenden Golfplätzen hat bauen lassen. Hopp sei „froh und stolz“, berichtet Bierhoff, den DFB-Tross in seinem Hotel zu beherbergen. Ein Fußballplatz wird deshalb eigens neu angelegt. Der Preis soll sich in einem für den DFB sehr akzeptablen Rahmen bewegen. „Herr Hopp hat sich da bei der Betreibergesellschaft für uns stark gemacht“, berichtet Reisechef Wolfgang Wirthmann.

Die Quartiersauswahl hat selbstredend nichts mit der Bewertung von unzulässigen Beschallungsmaßnahmen, Dopingprobenschlampereien, 50+1-Umgehungen oder Jobs von Söhnen von DFB-Präsidenten zu tun.

Es dient schlicht dazu, dass der Papa „stolz“ sein kann. Froh ist er auch ein bisschen, weil das doch die Beziehungen verbessert, die er ja immer wieder mit seinem Gebaren arg strapaziert.

Auf der anderen Seite geht es dem DFB einzig und allein darum, die paar Euro zu sparen, die sich ergeben, weil man eben den Besitzer oder so der Nobelherberge kennt. Wer würde es dem DFB verdenken, das nebenbei mitzunehmen?

Etwaige Interessensverquickungen sind dabei natürlich rein zufällig und beabsichtigt.

10 Kommentare

  1. Was den sehr akzeptablen Preis anbelangt: ich dachte immer, die Hotels müssten dafür bezahlen, dass die Nationalmannschaft kommt…?

    Davon abgesehen finde ich den Vorgang nicht skandalös. (Was Du, Trainer, auch nicht sagtest, ich weiß.)

  2. komm, wir sind doch alle nur neidisch, dass wir im Gegensatz zu Hopp nicht die Kohle haben, die maßgebenden DFB-Funktis mit Geld zu zu scheißen.

  3. Wie ist denn eigentlich die Lautsprechergeschichte ausgegangen? Wenn die Vereine für Becherwürfe und Bengalos verantwortlich gemacht werden, weil man ihnen die Sicherungspflicht für Dritte (die Zuschauer) zuweist, dann sollte das doch erst recht gelten, wenn ein leitender Vereinsangestellter unter den Augen der Ordner bei drei Spielen versuchte gefährliche Körperverletzung begeht. Und der Mäzen kommentiert, der Angestellte habe das „sicher nur gut gemeint“. Platzsperre, Punktabzüge wären demnach doch angemessen? Googlen bringt nur Meldungen von Mitte August, dass der Kontrollausschuss ermittele.

  4. In Zeiten der Finanzkrise muss wohl auch der weltweit größte Sportverband sparen. Löblich, löblich.

    Die Beschallungsstory hab ich auch nicht mehr auf dem Radar. So etwas versendet sich irgendwie. Andererseits sind wir nicht beim Halma. Wer wird da kleinlich nachkarten wollen? Wo die Heimstätte der Hoffenheimer sogar WM-Austragungsort des Mädchenturniers kürzlich im ins Wasser gefallenen Sommermärchen war.

    Der Begriff Dopingprobenschlampereien ist eigentlich urheberrechtlich zu schützen vom Trainer.

  5. Was aus der Lautsprechergeschichte wird, werden der Präsi und der TSG-Mäzen dann sicher bei einem schönen Glas provencialischem Rotwein diskutieren.

  6. Wunderbar Trainer! Mit diesem Beitrag, dürfte der falsche Fuffy den heutigen Grund für seine tägliche Rücktrittsdrohung und die damit verbunde Sympathieabpressung seiner Vasallen gefunden haben.
    Der morgige Grund wird noch gesucht (jemand was im Angebot?), am Freitag sind’s dann die Türken, die den armen Mesut auspfeifen.

  7. Mal abwarten, ob es alsbald noch etwas provenceller geht.
    Was sparen die bloß? Nen Zwanziger pro Nacht und Nase?

  8. Ich kann die Sparambitionen des DFB schon nachvollziehen. Aus Gründen.

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