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Kategorie: EM 2012 – Noch ist Polen nicht verloren

Die Ukraine schon eher

Der Fußballmoment 2012

Es gibt natürlich viele Kandidaten für den Fußballmoment des Jahres 2012. Die meisten davon kann wohl jeder für sich selbst runterbeten.

Drogbas Ausgleichstor, übrigens nach gegnerischem Standard, im „Finale dahoam“, die verschossenen Elfmeter von Arjen Robben gegen Chelsea und gegen Dortmund. Der Untergang des ruhmreichen FC Bayern mit 2:5 im Pokalfinale mit anschließendem Realitätsverlust von Philipp Lahm, der in seinem Team die klar bessere Mannschaft erkannt haben wollte. Die 4 Tore Schwedens, von denen das letzte sich mit einer ähnlichen Surrealität im Spielverlauf angekündigt hatte, samt des leichenblassen Jogi Löws im Interview, der schwärzer war als sein eigener Schatten. Die vielen Insolvenzen und abgewendeten Insolvenzen diverser Vereine, der Wechsel von Klaus Allofs zum Publikumsmagneten der Liga und dergleichen mehr. Angeheiterte Dortmunder, die in Mikrofone singen, ohne dies zu beherrschen, und ein jubelnder und dabei fotografierter, zum Mem gerinnender Mario Balotelli, dazu der im EM-Halbfinale an der Mittellinie per Kopf verteidigende Manuel Neuer, welcher damit Jogi Löw wohl den Job rettete, denn ein 0:3 oder 0:4 hätte Jogi Löw wohl nicht im Job als Bundestrainer erlebt.

Kurz gesagt ist die Auswahl aus einem bewegten Fußballjahr 2012 recht groß. Doch während es für 2011 noch das Sportfoto des Jahres war, mit eindeutig sportlichem Bezug, war im Jahr 2012 der Fußballmoment des Jahres jener jähes Entsetzen bewirkende Moment, als das beim relaxten Semipublic Viewing versammelte Publikum von der Aufstellung für das Halbfinale gegen Italien erfuhr.

Steffen Simon, ausgerechnet, bestätigte mit seiner immer ein wenig zu aufgeregten Stimme, dass Podolski und Kroos von Anfang an spielen würden, Jogi Löw damit von seiner Linie abwich und sich nach den Stärken des Gegners richtete. Obwohl die meisten Umsitzenden keine ausgewählten Experten des Fußballsports waren, war allen klar, was das bedeuten würde. Bange, entsetzte und auch resignierte Blicke gingen durch die Runde. Und insofern war dies kein toller Fußballmoment für Jogi Löw oder die Nationalmannschaft — auch wenn die Reaktionen hernach ebenfalls ihre besondere, erlebenswerte Qualität besaßen — aber ein tolles Beispiel dafür, wie bei so einem Anlass eben doch alle hingehen, weil sie das eigene Team gewinnen sehen wollen. Und bei einer derartigen Aufstellung mit entsprechendem Resultat ab dem Bekanntwerden der Spielernamen alle gleich belämmert in die Röhre schauen.

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The Final Countdown

Der neue Stern am Bloggerhimmel, Fokus Fussball, hatte für seinen Adventskalender um einen Beitrag gebeten. Das „schönste Fußballerlebnis im Jahr 2012″ lautete die Anweisung, und da diese Seite hier zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht zu erreichen war, schnell noch der Nachtrag, dass mein Text mit gar schaurigem Inhalt im Adventskalender von Fokus Fussball an dieser Stelle zu finden ist:

The Final Countdown.

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Einen neuen Tiefpunkt erwühlt

Es ist ja nichts Neues. Also, der Inhalt schon, die Vorgehensweise nicht. Der Inhalt ist (hier) neu, weil derlei Publikationen heutzutage gottseidank weiträumig gemieden werden können. Bewirkt dann aber doch eine leichte Spur von Ekel, wo man doch eigentlich nur noch mit den Schultern zucken sollte: Jeder eben so tief wie er kann.

Verärgert und tief enttäuscht sei Löw aber über andere Dinge, und diese Verärgerung könne durchaus nachhaltig sein. Die Verunglimpfung seiner Spieler als „Memmen“ in manchen Boulevard-Medien empfindet Löw als glatte Unverschämtheit, genauso wie die Tatsache, dass ihm nach dem Ausscheiden in seinem Hotelzimmer hinterhergeschnüffelt wurde und „Sport-Bild“ seinen blauen Pullover aus dem Papierkorb fingerte und als Symbol des Scheiterns und der Missachtung veröffentlichte. Tatsächlich soll das ehemals gute Stück in der Wäsche eingelaufen sein.

Wenn seine Verärgerung nachhaltig wäre, mit den richtigen Adressaten dieser Verärgerung, hätte dieses absurde Hinterherschnüffeln in der intimsten Privatsphäre des Bundestrainers wenigstens noch eine gute Seite. Schade, dass ausgerechnet jetzt Stenger abgesägt wurde, der für Gleichbehandlung der Medien sorgte, man denke zudem an das Stichwort Maulwurf vor dem Griechenlandspiel.

Man muss zwangsläufig so tief unten im Papierkorb wühlen, wenn man selbst nichts an Inhalten bezüglich des Sportlichen beizutragen hat. Das wiederum, siehe Eingang, ist nun mal nichts Neues.

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Anleitung zum Abhaken — Folge II

Wir haben gelernt, dass Lukas Podolski einen Tag brauchte, um den Abstieg seines Clubs zu verdauen. Auch wohl nur deshalb, weil es mit ihm und dem 1. FC Köln eine Sache ist, die von Häätze kommt. Bei einem anderen Club wäre er ähnlich wie Otto Rehhagel bei Hertha BSC im Moment des Schlusspfiffs des letzten Spiels mit der Angelegenheit schon durch gewesen. Ah, dieses saftige Steak heute Abend und morgen der Flug nach Mauritius.

Heute lernen wir, wie lange Thomas Müller brauchte, um seine Enttäuschung über das Aus bei der EM zu verarbeiten: „Zwei, drei Tage“. Und das wiederum auch nur, weil er zu Hause nicht im Haushalt hilft, wie er freimütig zugibt. Da wolle er sich „nicht aufdrängen“, wenn er denn schon mal zu Hause ist, was ja eher selten der Fall sei. Hätte er noch bei der Spülmaschine geholfen, es wäre dann wohl doch nur ein Podolski’scher Tag gewesen, um mit der Sache abzuschließen. Zwei, drei Tage bedeuten auch, dass er beim Finale am Sonntag mit der Angelegenheit schon fertig war, nachdem er am Donnerstag ausgeschieden war. Schon ernüchternd, dieses Herzblut, fehlende.

Unsereins fährt tagelang ziellos quer durch die Republik Stadt, um das Aus zu verarbeiten. Andere, die sogar selbst am Aus Schuld tragen, brauchen schlappe zwei, drei Tage. Was wohl auch erklärt, wieso die einen Profis sind und die anderen nicht. Ein professioneller Umgang mit Enttäuschungen gehört insbesondere beim Fußball eben dazu. Anders als Hürdenläufer oder Ringer, die jahrzehntelang ohne Niederlage durch ihre Karriere kommen können, verlieren Fußballer alle paar Tage mal, selbst mit den besten Teams der Welt. Und doch würde man sich einen Tick mehr emotionale Beteiligung bei den Protagonisten selbst wünschen. Es muss ja nicht gleich wie bei Bastian „Sebastian“ Schweinsteiger sein, der seit seinem verschossenen Elfmeter gegen Chelsea monatelang in ein Tief abtaucht. Aber so zwei, drei Monate statt der Müllerschen zwei, drei Tage fänden wir dann schon angemessen nach einer Halbfinalniederlage bei einer EM.

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Diese EM war wie Schach — nur ohne Würfel

Es liegt schon eine feine Ironie darin, dass der Fußball ausgerechnet in jenen Momenten in beinahe allen Kreisen der Gesellschaft ankommt, da er sich so sehr weiter entwickelt hat, dass er von Vielen abgesehen vom platten Ergebnis gar nicht mehr zu begreifen ist.

Natürlich ist das alles keine Raketenwissenschaft, was die Teams auf dem Platz aufführen. Doch eine angemessene Bewertung der Dramatik oder Kunst eines Spiels scheint nur noch für geringe Teile des Publikums möglich zu sein. Eine eher triviale Erkenntnis, wenn doch etwa die Hälfte der Nation bei einer EM zuschaut, in die Bundesligastadien aber nur ein Bruchteil der Bevölkerung strömt.

Selbst die vermeintlichen Experten im TV sind beim Erläutern der Mechanismen im Spiel allzu oft überfordert — oder aber es wird gar nicht erst versucht. Was direkt zur Frage führt, wieso man nicht … weiter bei Kickwelt.

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Den bitteren Nachgeschmack loswerden

Wie ein in Deutschland lebender Amerikaner, dem man vergeblich versuchte, den Fußball näherzubringen, feststellte, ist Fußball deshalb so langweilig, weil die Mannschaft, die erstmal 2:0 führt, fast immer auch gewinnt.

Daran musste ich denken, als es nach 20 Minuten 0:1 stand und ich mir kaum vorstellen konnte, das solch krasse Fehler erneut passieren würden, dass es gleich noch mal zu einem Gegentor kommen würde.

Nach eigener Ecke ausgekontert, und das auch noch wie die viel zitierte Schülermannschaft — möglicherweise eine Folge dessen, dass man defensiv auf diesem Niveau viel zu selten gefordert wird. Selbst Griechenland erzielt 2 Tore gegen die deutsche Mannschaft, welche das dort aber mit 4 eigenen Toren mehr als wett machen kann. Zu-Null-Spiele sind rar, und wenn man dann Italien vor der Brust hat, klappt es halt nicht zwangsläufig mit den nötigen eigenen Toren.

Ein Mitseher verkündete in der Pause, dass ein 0:2 aufzuholen ja schon schwierig sei, in nur 45 Minuten, aber ein 0:2 gegen Italien aufzuholen sei quasi unmöglich. Natürlich hätte man ein frühes Tor willkommen geheißen, und doch hätte man genauso wenig gegen 2 späte Tore einzuwenden gehabt.

Vermiest wurde die Stimmung beim öffentlichen Sehen an einem recht zivilen Orte, keinem expliziten Public-Viewing-Ort, aber schon vorher davon, dass ein Mitseher lautstark die „Scheißitaliener“ beschimpfte und sich wohl auch ansonsten im Stadion wähnte, und nicht in einer recht gesitteten öffentlichen Runde. An einem Ort, an dem ich derartige Ausfälle nicht erwartet hätte, legten sich auch andere noch ähnlich ins Zeug, immerhin blieb es bei „Superdeutschland“-Gesängen und nichts Anderem.

Eine Niederlage, bei der man nach 36 Minuten 0:2 hintenliegt, ist immer besser als ein Dortmund oder Manchester Barcelona, wo man die emotional kalte Dusche erst Sekunden vor dem Ziel erhält. Besser zu verarbeiten meint das, denn schlecht sind Niederlagen in KO-Rundenspielen immer. Weshalb man auch guter Dinge war, dass diese Niederlage, ebenso wie das Finale 2008 nicht allzu lange würde nachhängen.

Vielleicht noch auf ein paar geschwätzige Worte ins Stamm-Tanzlokal, wo man den einen oder anderen zu treffen hoffte, der sich mit dieser überflüssigen wie krude zustande gekommenen Niederlage auseinandersetzen wollte, und man könnte vielleicht den Podolski’schen Weg des Umgangs mit Niederlagen oder Abstiegen gehen: Nach einem Tag schon wäre alles verarbeitet. Man könnte es ja wenigstens mal versuchen, dieses ärgerliche Verlieren nicht immer so breit auf die Laune Einfluss nehmen zu lassen.

Also noch rüber zum Stamm-Tanzlokal, nicht weit vom öffentlichen Guckort. Dort alles voller Schlandis, in einem Etablissement, das mit seinem sonstigen Programm ein Publikum anzieht, das völlig fern des Schlandismus ist. Außer an jenem Abend, möglicherweise, weil es so nah zum öffentlichen Guckort liegt.

Und wie man dort bei noch einigen Bieren über das so unnötige Ausscheiden und einhergehende Platzen des Traumes vom Titel palavert, schwingen einige der weiter hinter im Raum sitzenden Schlandis, optisch ansonsten unverfänglich wirkend, tatsächlich ein dreimaliges „Sieg Heil!“ an.

Liest sich jetzt irgendwie so weg, kennt man ja von überall und allen Idioten. War aber tatsächlich ein echter Schlag in die Magengrube. Kennt man zwar, aber nicht an einem Ort, der üblicherweise völlig frei von derartigen Holzbirnen ist, sofern das beim einfachen Gespräch zu beurteilen ist. Und sicher, vielleicht, hoffentlich war es auch erstmal nur die Lust an der Provokation, keine echte Anhängerschaft des Nationalsozialismus, die da sprach. Nicht nur fred hat schon des öfteren „Heil Hitler!“ oder Ähnliches in Fußballkabinen vernommen, ohne dass die Aussprechenden Neonazis waren.

Und dennoch war das noch das i-Tüpfelchen auf der Stimmung für diesen Abend, der damit einen ganz üblen Nachgeschmack hinterließ. Scheißitalienrufende Deppen beim Spiel, hinterher Sieg-Heil-Gröhlende in einem Laden, wo man derart achtloses Rumprollen und -pubertieren nicht erwarten würde. Mir fiel das Gesicht aus der Kinnlade oder umgekehrt und ich ging, nach kurzem Hinweis an den Besitzer, was da gerade skandiert worden war, nach Hause ins Bett.

Am nächsten Tag wollte dieses schale Gefühl des Wiederverlorenhabens nicht weichen, gewürzt mit Sieg-Heil-Rufen von Vollidioten, Podolski ist da einfach besser als ich, weshalb eine Methode hermusste, die schon Bono von U2 angewandt hatte, als er nach dem Live-Aid-Konzert von 1985 dachte, den Auftritt seiner Band komplett in den Sand gesetzt zu haben. Bono schnappte sich ein Auto und fuhr drei Tage lang durch Wales. Ganz so schlimm war es bei mir nicht, aber ich setzte mich ebenfalls in ein motorisiertes Gefährt.

Um mal die eine oder andere Ecke der Stadt zu erkunden, die bislang aus weißen Flecken auf der kognitiven Landkarte bestand. Und wie es der Zufall so wollte, tat sich irgendwo hinter einer Ecke, weit südwestlich vom Wedaustadion, wo Duisburg ohnehin nur aus Grün besteht, plötzlich ein Fußballplatz auf, auf dem gerade ein Kleinfeldturnier stattfand.

Genug Anlass zum Pitchspotten war auch gegeben, denn dahinter befanden sich noch zwei weitere Ascheplätze, einer gut in Schuss, einer schon halb von der Natur zurückerobert. Und solche Plätze liebe ich ja.

Ein zugewuchertes Tor, ein Platz, auf dem man schlendern kann, die Schuhe nass vom feuchten Rasen, auf dem gerade das Turnier im Gange war und die vereinzelten Torschreie, wenn mal wieder ein Ball den richtigen Weg gefunden hatte.

So etwas macht doch gleich das Hirn ein bisschen freier und vermindert den üblen Geschmack der Sieg-Heil!-Rufe im eigenen Stammladen.

Achja, und dann gehen solche Dinge ja immer auch ein wenig durch den Magen. Welcher fußball-adäquat versorgt sein will, um die Niederlage, das Überflüssige daran und die Schlandis mit ihrem ebenso überflüssigen Nationalismus abzustreifen, wie alle drei Dinge einem länger auf dem Gemüt herumsitzen, als es dem Anlass angemessen wäre. Was dieser entspannte Abend nicht zu eliminieren in der Lage war, war die Gewissheit, dass an dieser Form von Partypatriotismus überhaupt nichts harmlos ist, wenn er so ausartet.

Immerhin mal in die Bezirksliga aufgestiegen.

Pitchspotting saves lives Stimmungen.

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Vertrainert

Warnung! Beitrag stammt aus der Rubrik „Hinterher ist man immer schlauer“.

Italien erzielt 2 Tore, Deutschland nur 1, damit ist die „Mission 2012″ beendet, schon zwei Schritte vor dem eigentlichen Ziel.

„Vercoacht“ lautet das einhellige Urteil von Presse und Blogs. Nur wenige Stimmen werfen ein, dass der Trainer nicht die — haarsträubenden — Fehler der Spieler auf dem Platz begangen habe. Dennoch trat die Mannschaft wieder so auf, wie Jogi Löw früher gerne gehandelt hatte: zaudernd und nicht mit letzter Konsequenz, den Glauben ans Gewinnenkönnen irgendwo zwischen den Testspielen gegen Holland und die Schweiz verloren habend.

Natürlich passiert Mats Hummels ein derartig gewichtiger Fehler eben nur alle paar Stunden mal. Wenn es dann ein EM-Halbfinale ist, wird von mangelnder „Siegermentalität“ gequatscht, dabei könnte man es auch schlicht als Unterlegenheit dem Gegner gegenüber interpretieren. Wie die zweite Halbzeit zeigte, war die deutsche Mannschaft jedoch nicht derart unterlegen, dass sie nicht mit ihren Stärken (aus der Qualifikation) dieses Spiel bei glücklicherem Verlauf auch eindeutig für sich hätte entscheiden können. Aber Siegermentalität — die fehlt, sofern es so etwas überhaupt gibt, nicht den Spielern, sondern dem Bundestrainer.

Ein weitaus größeres Problem stellt jener Faktor dar, über den Jogi Löw sogar selbst noch mit seinem Stab scherzt bzw. wettet. Dass Deutschland kein Tor nach Standards erhalte oder aber selbst kein Tor nach Standards erzielen werde, lautete eine mit seinem Co Hans-Dieter Flick abeschlossene Wette. Ein Vorgang, der den Rezipienten dieses Umstands sprachlos zurücklässt angesichts der Bedeutung dieses Turniers und der sonstigen, extrem akribischen Vorbereitung — man denke an die 45 Studenten der Kölner Sporthochschule. Sich auf den Gegner bis in die kleinsten Details vorzubereiten, selbst aber keinerlei Pläne für Standardsituationen zu schmieden, ist vor allem eines: Unprofessionell. Und das muss sich Jogi Löw vorwerfen lassen.

Gegen Italien erzielte man ein Eckenverhältnis von 14:0. 14 mal bot sich die Chance, mit einer einstudierten Variante wenigstens einen Torschuss abgeben zu können. Stattdessen: blind reingeschlagene Bälle, von denen einige sogar noch viel zu flach kamen und leichte Beute der italienischen Verteidiger wurden. Lezteres kann passieren, die gesamte Lage, keine Standards vorzubereiten, jedoch nicht. Dass man zwar eine Taktik austüftelt, bei den sich daraus ergebenden Vorteilen — und genau das ist ein ruhender Ball wie bei einer Ecke nun mal — aber wieder nach dem guten alten Prinzip des Zufalls zu verfahren, spottet all dem Geschreibsel vom so cleveren Erfolgstrainer.

Wer sich hier aber ebenfalls Vorwürfe gefallen lassen muss, sind die Spieler. Ihnen sei zwischen der Griechenlandpartie und dem Italienhalbfinale teilweise die Decke auf den Kopf gefallen, ist zu lesen. Statt aber in dieser Zeit, oder natürlich schon Wochen vorher, selbst die Initiative zu ergreifen, bleibt es bei den halbhohen Eckbällen von Toni Kroos, weil es dem Team, nein, nicht an Typen, aber an Eigeninitiative mangelt. Wie unglaublich verwegen, geradezu umstürzlerisch wäre es gewesen, sich selbst einige Varianten zusammenzustellen? Und wie wenig Zeit und Energie hätte man dafür benötigt?

So blieben sage und schreibe 14 Eckbälle ohne jeden Effekt, wie es wie (in anderen Beiträgen schon) gesagt seit Jahren Tradition in der Nationalmannschaft ist. Unter Löw, unter Klinsmann, unter Völler und auch, wie ein zufälliger Fund zeigt, unter Ribbeck.

Auch Standardsituationen seien lange Zeit nicht einstudiert worden.

Klingt bekannt, nicht wahr?

Das ist eine sehr alte Krankheit, die sich in der deutschen Nationalmannschaft wohl einfach nicht ausrotten lässt. Denn das Zitat stammt aus dem Jahr 2000, von der katastrophalen EM. Immerhin aber, und das war damals anders als im Jahr 2012, sind dann wenigstens die Spieler selbst aktiv geworden.

Erst auf Aufforderung von Ziege in Richtung DFB-Trainer Horst Hrubesch sei dies beim Trainingslager trainiert worden. „Dann haben wir vor dem Spiel gegen Mallorca erstmals Ecken geübt.“

Auch wenn es damals dann an sinnvollem Vorgehen mangelt (man fasst es manchmal wirklich nicht, wie lange 2000 schon her ist, in diesem Aspekt), immerhin kam überhaupt eine Initiative der Spieler.

„Aber ein Eckentraining macht keinen Sinn, wenn einer den Ball auf fünf Angreifer reinschlägt – und es sind keine Verteidiger dabei, nur der Torwart.“ Ziege vermisste ein Konzept des Teamchefs.

In allen anderen Bereichen besitzt man nun also ein Konzept, in jenem Bereich, in dem ca. ein Drittel aller Tore im Fußball fallen, jedoch nicht. Wer ein Drittel der geforderten Leistung nicht bringt, benötigt in den zwei anderen Dritteln des Tests schon die volle Punktzahl, um nicht durchzufallen. Und da hat Jogi Löw das Glück verlassen, denn die Aufstellung und die Personalien waren nun mal nicht geeignet, jene Spielweise wie gegen die Niederlande oder aus der Qualifikation wieder aufs Feld zu bringen. Die Frage nach den Gründen dafür kann allein Jogi Löw beantworten. Er ist jedenfalls knapp durchgefallen durch die Prüfung „Titelgewinn“. Dennoch darf Jogi die Prüfung in zwei Jahren noch einmal wiederholen. Beim dritten Durchfallen allerdings …

Weiterer Blödfug rund um die Nachbetrachtung des Spiels findet sich in der Aussage, dass die deutsche Mannschaft „noch Stunden hätte spielen können, und kein Tor erzielt hätte“. Erstens hat sie ja nun mal noch ein Tor erzielt, zweitens ist per se immer das Gegenteil der Fall: Je länger man spielt, desto wahrscheinlicher wird ein Tor. Und drittens gaben die Italiener doch selbst zu, dass sie eine Verlängerung physisch nicht mehr überstanden hätten.

Man kann sich das immer nur schwer vorstellen: Dass Fußballer so trainiert sind oder werden, dass sie es gerade schaffen, 90 Minuten lang ihren Sport auf höchstem Niveau abzuliefern. Werden es 10, 20, 30 Minuten mehr, sehen einige schon Sternchen. Was auch deshalb kaum nachvollziehbar zu sein scheint, weil doch für 100 oder 105 Minuten trainiert zu sein auch einen Wettbewerbsvorteil im Haifischbecken bedeutete, in welchem alle Profifußballer der Welt nun mal sitzen, und in welchem sie sich um die begehrtesten und lukrativsten Anstellungen streiten.

Offensichtlich war es aber so, dass jene in weiß noch laufen konnten und jene in blau platt waren. Die Fitness der deutschen Spieler (wohl mit Ausnahme Schweinsteigers) war also in Ordnung und auch viel besser als jene der Italiener. Angesichts der ausgesprochenen Jugend des deutschen Kaders wohl keine Überraschung, überraschend aber, dass man diesen Faktor nicht noch besser ausspielte. Klar, wer 2:0 führt, muss sich nicht aus seinem Strafraum wagen, und dennoch gelang es, die italienischen Spieler stark zu ermüden. Als der Anschlusstreffer zum 1:2 gefallen war, fehlten nur noch wenige Sekunden, vielleicht 100, 200, vielleicht 500, bis der Ausgleich folgen würde — so wirkte es jedenfalls.

Angesichts der nicht mal mangelhaften, sondern schlicht nicht existenten Vorbereitung auf Standards war es bezeichnend, dass die letzte Gelegenheit, noch einmal den Ball in den Strafraum zu bringen damit vergeudet wurde, einen erhaltenen Freistoß kurz auszuführen, während Torwart Neuer gerade vors italienische Tor eilte, statt ihn hoch und schnell hereinzubringen. Der Schiedsrichter pfiff ab, und statt eines viel umjubelten Ausgleichs erfüllten Thomas Müllers Tränen und die drückende Stille der Enttäuschung in der Kabine die Gemüter der Fußballrepublik.

Durchgefallen, schon wieder.

Auch wenn es diesmal wenigstens keine Fußballgötter waren, sondern benennbare Fehler, und man Fehler beheben kann: Genau diese Gelegenheit kommt nie wieder, sie wurde vertrainert.

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Halb Finale

… und heute folgt die andere half.

Die erste half, Portugal — Spanien, ist bereits gespielt. Und Menschen fragen mich auf offener Straße (das ist in diesen Tagen Twitter), ob ich ernst meine, dass ich mich von dieser Partie gut unterhalten fühlte. Ich tappe nicht in die Falle, die Qualität eines Spiels mit dem Verweis auf statistische Zahlen wie Ballbesitz oder Zahl der Schüsse Richtung Tor zu unterfüttern. Und es würde mein Urteil auch schwächen, wenn ich darauf verwiese, dass noch keines der Spiele bei der EM mit spanischer Beteiligung derart unterhaltsam gewesen sei — was ohnehin nicht ganz zuträfe, denn das Aufeinandertreffen mit Italien war tatsächlich noch besser.

Ich fühlte mich jedenfalls eines Halbfinals eines großen Turniers würdig unterhalten. Viele andere nicht. Statt nun zu überlegen, warum Cristiano Ronaldo so teilweise merkwürdige Laufwege hatte, ob er wirklich der allerallereinzige im gesamten portugiesischen Team ist, der ungefähr 1 von 12 dieser Vollspannfreistöße im Tor unterzubringen in der Lage wäre (was wiederum ohnehin etwas blöd ist, wenn man nur 11 davon erhält), gehe ich lieber der Frage nach, wieso diese große Langeweile bei großen Teilen des TV-Publikums aufkam.

Gleichwohl es ein schmaler Grat ist, von dem man zur einen Seite hin schnell in Richtung Attitüde und Posertum heruntergleiten kann, wenn man ein Spiel für „sehenswert und spannend“ erklärt, dass die Mehrheit der Menschen schlicht einschläfernd fand, will ich diesen Grat mal beschreiten, und hoffe, ich rutsche nicht zur Seite ab.

Annahme 1 – Mangelnde emotionale Involviertheit

Spanien hasst man hierzulande noch immer nicht so, wie man es mit Italien zu tun pflegt. Auch Portugal läuft, abgesehen von „CR7″, eher unter „egal“, ob sie etwas gewinnen oder nicht. Ergo war den meisten egal, welches von zwei schönspielenden südländischen Teams weiterkam. Und daraus resultierte wiederum die eigene mangelnde Beteiligung. Welche aber die Grundzutat dabei ist, eine Partie spannend zu finden oder besser: überhaupt Kontakt mit ihr aufzunehmen.

Annahme 2 – Mangelnde Kenntnis von möglichen Passwegen

Ich weiß, das wird jetzt hier sehr arrogant, aber wenn man keine Gassen auf dem Spielfeld sieht, sieht man evtl. nur kurz nach Abgeben geblockte Pässe, und nicht die beinahe-100-prozentige Torchance, die dann eben nicht stattfand, aber kurz davor war, zu passieren. Wer auf die Partie gestern schaute und von „Langeweile“ sprach, litt entweder unter Annahme 1 oder unter dem Problem aller Eventies: Dass nur Torschüsse als gute Spielszenen durchgehen. Weil nur dann auch der letzte Depp erkennt, dass „es jetzt gefährlich vor dem Tor“ wird. Im tatsächlichen Spiel hingegen gab es massenweise schicke Szenen, die zu mehr hätten führen können, und somit das Spiel als äußerst lebendig erscheinen ließen.

Annahme 3 – Wo Tikitaka draufgeschrieben wird, ist auch Tikitaka drin

Was dann aber eben nicht der Realität entspricht. Denn weil Portugal gestern zumindest so lange, bis die Puste ausging, ganz anders störte als die spanischen Gegner zuvor, waren ungewöhnlich viele lange Bälle Spaniens zu sehen und sogar mehrfach, man höre und staune: Fehlpässe ins Aus. Nicht einer, sondern mindestens mehrere. In der Verlängerung war es dann wieder Tikitaka und auch mit besonderem Zug zum gegnerischen Tor. Vorher aber eben nicht. Merke: Nur weil ständig überall behauptet wird, dass Spanien stets nur Tikitaka und langweilig spiele, muss das nicht in jeder Partie auch tatsächlich so geschehen.

Annahme 4 – Der Bundesliga-Quervergleich

Man darf davon ausgehen, dass die meisten Zuseher Fan einer bestimmten Mannschaft in einer der diversen Bundesligen sind. Dort ist Herzblut und somit emotionale Beteiligung und somit das Empfinden von Spannung per se gegeben. Gleichzeitig ist es in keinem einzigen Pflichtspiel jemals (außer bei Goldene-Ananas-Spielen) egal, ob die eigene Mannschaft gewinnt. Ergo empfindet man Spiele vom eigenen Team niemals als langweilig, selbst wenn sie das objektiv sind. Denn man könnte ja verlieren, oder aber man verwaltet eben gerade seine Führung — aber was gibt es Schöneres in einem Fußballspiel, als zu führen? Weshalb auch ein objektiv langweiliges Spiel der eigenen Mannschaft immer genossen wird. Für Portugal — Spanien gilt das nicht. Der gemeine Zuschauer möchte unterhalten werden, die Spieler und Teams aber suchen den Erfolg. Das sind zwei gänzlich unterschiedliche Ziele. Eine Krux, welche man während 90 oder 120 Minuten nicht auflösen kann.

Soweit also die 4 Grundannahmen, wieso das Spiel so ein verbreitet schlechtes Zeugnis erhielt, welches es aus hiesiger Sicht nicht verdient hatte. Abschließend hinzugefügt, dass es fern liegt, irgendjemanden davon überzeugen zu wollen, ebenso zu empfinden wie der Autor. Wer das Spiel langweilig fand, hat ein Recht auf gesunden Schlaf. So ähnlich eben, wie es hier bei den allermeisten CL-Gruppenspielen geht, siehe Annahme 1.

Es muss zudem noch angefügt werden, dass der in diesem Fall englische Kommentar der BBC die Qualität der Partie von selbst und automatisch um gefühlte 20% anhob. Kann man nur empfehlen, dann werden selbst nicht so extrem hochklassige EM-Half Finals mehr als erträglich, wie gestern geschehen.

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Deutschland — Italien bei Turnieren oder Don’t look back in Ehrfurcht

Explizit noch mal der Hinweis, dass solche Auflistungen der Vergangenheit keinerlei Aussagekraft für die Zukunft besitzen. Sie sind nur das, was auch der Fußball selbst ist: Eine nette Spielerei. Und weil wir das wissen, dürfen wir uns diesen Blick in die Vergangenheit auch erlauben, ohne in Ehrfurcht vor dieser zu erstarren. Was wir hier denken und tun ist ohnehin vollkommen wurscht, wichtiger ist, dass die Journalisten, die auf diese Bilanz verweisen (werden), nicht von den Spielern wahrgenommen werden. Und dass niemand, niemand, niemand seine Frage auf der Pressekonferenz damit einleitet, dass Deutschland noch nie zuvor bei einem Turnier gegen Italien gewann. Denn dies ist der einzige Weg, auf welchem eine derartige Bilanz Wirkmächtigkeit für die Zukunft erhält: Wenn sie die Psyche der ausführenden Spieler verändert, obwohl dazu keinerlei Anlass bestünde.

Wir also dürfen diesen Kram hier lesen und genießen, nicht aber die Spieler. Und falls doch irgendein Honk diese Frage auf der Pressekonferenz stellt, sollte er unter allen Umständen hinzufügen, dass die Vergangenheit (in diesem Fall) keinen Einfluss auf die Zukunft hat. Was aber auch nur noch wenig retten könnte, denn ist die Information vom Noch-nie-gewonnen-haben erst einmal zu den Spielern durchgedrungen, wird sie sich dort einnisten und ihre Wirksamkeit, die sie ja eigentlich nicht besitzt, voll entfalten. Es sei denn, die Spieler sind ähnlich unbekümmert, wie man es ihnen in böser Absicht des Öfteren unterstellt. Dann prallte diese Information eventuell an ihnen ab und hätte doch keine Auswirkung auf das kommende Halbfinale.

Apropos Halbfinale. Wir wollten uns ja den bisherigen Turnierspielen gegen Italien widmen — und da sind gleich zwei Halbfinals und ein Finale dabei. Also los:

WM 1962, Vorrunde
Deutschland — Italien 0:0

WM 1970 Halbfinale
Italien — Deutschland 4:3 n. V.

WM 1978 2. Finalrunde
Italien — Deutschland 0:0

WM 1982 Finale
Italien — Deutschland 3:1

EM 1988 Vorrunde
Deutschland — Italien 1:1

EM 1996 Vorrunde
Deutschland — Italien 0:0

WM 2006 Halbfinale
Italien — Deutschland 2:0 n. V.

Bilanz bisher also 7 Turnierspiele, alle Vorrunden- und Zwischenrundenspiele endeten remis, alle KO-Rundenspiele gewann Italien, 3 an der Zahl, 2 davon erst in der Verlängerung. Torbilanz aus deutscher Sicht: 5:10. Von den 5 Toren gegen Italien im Wettbewerb erzielte 1 Paul Breitner im WM-Finale, 2 Gerd Müller und 1 „ausgerechnet“ Schnellinger sowie 1 Andreas Brehme.

Man hört es nicht gerne, aber es lässt sich nicht vermeiden, die folgende total neue und bahnbrechende Erkenntnis aus dieser Bilanz zu ziehen: Bei Turnieren hat Deutschland noch nie gegen Italien gewonnen — und deshalb logischerweise bislang jedes KO-Rundenspiel gegen Italien verloren. Der Song ist zwar eigentlich *******, aber plötzlich hat man Grönemeyers „Zeit, dass sich was dreht“ im Ohr. Vielleicht auch, weil er zur Zeit der bitteren letzten Turnierniederlage gegen Italien gerade en vogue war.

„Wir haben keine Angst“, erklingt eine sonore Stimme, und Sommermärchenfilmguckern läuft ein leichter Schauer über den Rücken.

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Beobachtungen vom Spielfeldrand bei der Partie Dänemark — Deutschland

Neben der reinen Reise zum Stadion fand darin ja auch noch eine Partie statt.

Toni Kroos klebt an der Außenlinie

„Aus Gründen“ kann der Autor nichts zu den Vorfällen zwischen der 45. und 55. Minute sagen, ansonsten aber gibt es doch Einiges, was aufgefallen ist, und was ja durchaus heute Abend seine Wiederaufführung finden könnte:

  • Mario Gomez fabriziert auch aus nächster Nähe gesehen immer mal wieder technische Pannen, andererseits ist er auch immer derjenige, der am weitesten vorne drinsteht und deshalb per se die meisten Gegenspieler um sich herumstehen hat, was
  • leider nicht entschuldigt, sich bei einem EM-Turnier ans eigene Bein zu schießen, sowie auch viele weitere Bälle zu verschludern
  • Wenn das seine Aufgabe sein sollte, hat er sie ganz okay bewältigt, anderenfalls gäbe es da jemanden, der sicher etwas graziler durch dicht gestaffelte Abwehren seinen Weg fände
  • Thomas Müller läuft wie ein Spielzeugmännchen, leider auch dementsprechend unrund, hakelnd in der Bewegung, als hätte er eine künstliche, nicht passende Hüfte oder unterschiedlich lange Beine, wie es viele Spieler tun, wenn sie den Ball treiben — nur dass Thomas Müller auch ohne Ball so hakelig läuft
  • Die Ersatzspieler wirkten beim Aufwärmen allesamt extrem unmotiviert, was in der Natur ihrer Rolle begründet liegen könnte, in der Hitze oder in allgemein schlechter Stimmung im Team — oder auch einfach getäuscht haben könnte
  • Manuel Neuer bleibt weiterhin souverän, ein zur Ecke abgeklatschter Ball war bei den allerdings auch geringen Offensivbemühungen der Dänen das einzige, was nicht zu 100% perfekt klappte
  • Bastian Schweinsteiger bemüht, arg bemüht, seine Form wiederzufinden, der Schweiß trat ihm aus allen Poren, möglicherweise waren diese deshalb verstopft, etwas mehr Spielfreude oder -kunst zu zeigen
  • Grundsätzlich fantastisch, diesen Leuten einfach aus nächster Nähe beim Fußballspielen zuzuschauen, und das gilt uneingeschränkt auch für die Dänen, weshalb man manchmal bei allem Staunen und aller Begeisterung nicht vergessen hätte sollen, dass es bei diesem Zauber auch um Punkte ging
  • Obwohl man schon 1 Millionen Mal im Stadion war, vergisst man immer wieder, dass der echte Fußballplatz viel kleiner ist, als er im TV wirkt, weshalb die Vielzahl der so unglaublich präzise gespielten Pässe ein klein wenig von ihrer Faszination verlieren, was aber durch die gesamte hochstehende Technik mehr als wett gemacht wird
  • Sami Khedira hätte wohl das Zeug zum Spieler des Turniers, wenn nicht wenigstens zum „Man of the match“, wenn dieser nicht von jeweils einem einzelnen Experten ausgesucht würde, welcher in diesem Fall („Lukas Podolski“) leider falsch lag
  • Özils Kunst blitzte nur in jenen wenigen Momenten auf, in denen sie kaum Wirksamkeit erzeugen konnte, was durchaus mit fehlender Abstimmung mit Mario Gomez zu tun haben könnte, welche man zugegeben nicht in wenigen Tagen erreichen kann, herzlichen Dank auch noch mal an den FC Bayern und den niederländischen Fußballverband für dieses trojanische Pferd, auch wenn es den Niederländern nun doch nix genützt hat
  • Obwohl die meisten Beobachter den Sieg als „verdient“ einstufen, hatte man vor Ort den Eindruck, dass die Dänen in der zweiten Halbzeit deutlich mehr vom Spiel hatten und bis auf die letzten etwa 15 Minuten eigentlich in dieser Halbzeit einem Punktsieg näher waren, wenn auch die ganz großen Torgelegenheiten fehlten.
  • Dass Stadionsprecher der jeweiligen Landessprache anwesend sind und Tore so feiern, als sei es jeweils ein Heimspiel, ist gut für die Stimmung, aber schlecht für das Gefühl, dass diese Partien eigentlich auf neutralem Grund stattfinden. Ansagen, wann die letzte Bahn fährt etc. gerne in der Landessprache der Fans, Torschützen etc. bitte nicht. Aber man ist ja äußerst genügsam geworden.
  • André Schürrle hat gerade wohl den Akku voll, und sollte vielleicht nicht erst so spät ins Spiel geworfen werden — aber das ist natürlich Spekulation
  • Sehr erstaunlich, wie häufig die Spieler Standprobleme hatte und wegrutschten, das galt nach grobem Schätzen für alle Spieler gleichermaßen, der Platz war kurz zuvor gewässert worden, was offensichtlich nicht allen Aspekten des Fußballspiels gut tut
  • Die ukrainischen Zuschauer neben und vor uns waren eindeutig auf Seiten der Dänen

Und „das Feuer nicht eröffnen“ hatten die Dänen wohl etwas zu wörtlich genommen.

Das Feuer nicht eröffnen

Das also von direkt vom Spielfeldrand des Stadions in Lemberg, wo Reihe 8 auf Höhe der Mittellinie etwa 5 Meter Entfernung bis zur Außenlinie bedeuteten. Und ja, es ist faszinierend, wie riesig der Unterschied zwischen der deutschen und der dänischen Nationalmannschaft zu zum Beispiel Spielern in der zweiten deutschen Bundesliga aus der selben Entfernung in den technischen Belangen ist.

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Als Deisler die letzte Hoffnung war

Beruflicher Aufenthalt in Berlin, und mitten in der Woche ein Länderspiel. Wir schrieben das Jahr 2000, das Sommermärchen war von dort aus gesehen ebenso weit entfernt wie von heute aus: 6 Jahre würden noch ins Land gehen, bis der (Länder-)Fußball vollends in der Mitte der Gesellschaft angekommen sein würde (oder kann sich irgendjemand lebhaft erinnern, wo er die EM 2004 verfolgt hat?), und eben deshalb auch an seinen Rändern. Wobei er beim vorletzten Spiel gegen Griechenland, heutiger Gegner bei der EM 2012, zumindest am rechten Rand schon längst angekommen war, wie mir der Blick in die Kneipe unschwer verriet, in die ich mich auf der Suche nach einer Sehmöglichkeit des Länderspiels zwischen Deutschland und Griechenland begeben hatte. Vom Hotel aus in Mitte irgendwo Richtung Nordwesten, was vielleicht nicht die beste Idee war. Doch Fußball war noch nicht angekommen in der Mitte, und deshalb zeigten auch nur besondere Kneipen überhaupt Fußballspiele live und in Farbe (allerdings nicht nur „solche“).

Die Gegend wurde immer weniger prächtig, doch der Auswahlmöglichkeiten taten sich nicht entsprechend des Fußweges mehrere auf, sondern eigentlich nur eine einzige, man hatte das Gefühl, dass das Einkommen der Anwohner proportional zur Entfernung von Mitte sank und da der Anstoß nahte, also eben in diese Kneipe gehuscht, die von innen zunächst das Herz jeden Fußballfans höher hätte schlagen lassen, wären da nicht noch die anderen Begleitumstände gewesen.

Denn an einer der vier Wände des ersten Raumes, den man durch den Eingang betrat, waren fein säuberlich alle bisherigen Bundestrainer als eingerahmtes, nicht zu kleines Foto an die Wand gehängt. Bundestrainer und Reichstrainer. Echtes Geschichtsbewusstsein, das heißt, Fußballgeschichtsbewusstsein, das kann ja nichts Schlechtes, nun, es war dann vielleicht doch eher „Geschichtsbewusstsein“.

Die Wirtin noch bürgerlich-harmlos berockt, blickte ob des Neuankömmlings ein wenig skeptisch, vielleicht schauten öfter mal Zivile rein, waren die vier übrigen Gäste ein älterer Herr und drei Skins, man durfte davon ausgehen, nicht von der linken Sorte.

Als erster prangte „Dr. Otto Nerz“ an der Wand, möglicherweise sogar mit der Unterschrift „Reichstrainer“ von 1926 bis 1936 versehen, darunter die üblichen Bekannten, die Zeit von Erich Ribbeck war gerade abgelaufen. Angesichts eines gegen damals extrem verschlafene, weil noch in der Sommerpause befindliche Spanier errungenen 3:1 4:1-Sieges surfte man ein wenig auf der Euphoriewelle, die Völlers Amtsantritt bewirkt hatte.

Zudem spielte in der Nationalmannschaft besagter Sebastian Deisler, dessen Fähigkeiten damals paranormal wirken, heute neben Götze oder Özil gestellt immer noch ganz akzeptabel scheinen, vor allem, wenn man auf die Mitspieler namens Carsten Jancker, Jens Jeremies oder Marko Rehmer blickt. Carsten Jancker, der sich zu jenen Zeiten bekanntlich nicht davon distanzieren wollte, dass seine (Non-) Frisur Anlass zu Spekulationen gab, einem Wessi wie mir ohnehin aufgrund seines Ossitums plus Outfits des Rechtsseins relativ verdächtig, wie auch alle anderen Anwesenden in diesem inoffiziellen Vereinsheim der deutschen Nationalmannschaft, irgendwo fußläufige 20 Minuten von Berlin-Mitte entfernt.

Damals waren auch keine schwarz-rot-goldenen Plastikdingse en vogue, vielmehr bestand die besonders deutsche Einrichtung daraus, dass man in typischem Gelsenkirchener Barock hauste, die glattgezuppten Tischdecken mit Bierdeckeln mit altdeutscher Schrift versehen und ansonsten eben einfach nur auf Bier und den Qualmgeruch von Zigaretten vertraute, welche in Tateinheit jahrzehntelang am besonderen Bouquet dieser Gaststätte gearbeitet hatten.

Wenn man dem Autor jetzt vorwirft, diese Lokalität nicht stante pede verlassen zu haben, ahnt man ungefähr, wie arg es um seine Fußball-Leidenschaft bestellt ist. Die Alternative, das Spiel zu verpassen, war eben keine. Und das erste mobile TV im Telefon hatte der Autor auch erst im Jahr 2008, im Jahr 2000 lebten sogar noch viele Menschen gänzlich ohne mobiles Telefon, sodass sogar ein privater SMS-Ticker vielleicht hätte schwierig werden können. Das Spiel begann und die Gesellschaft begab sich ins Hinterzimmer, wo die WM-Qualifikationspartie von Hamburg aus übertragen wurde.

Recht schnell zeigte sich die Überlegenheit der Deutschen auf dem Platz, wie auch im Hinterzimmer, in dem der Autor schweigend an seinem Bier nippte und auf möglichst positiven Spielverlauf hoffte. In eigenem fußballerischem Interesse, aber auch im Interesse der Stimmung dieser Lokalität. Und da blieb eigentlich nur auf Sebastian Deisler zu hoffen, denn auch wenn Mehmet Scholl heute gerne den Erklärbär an der Außenlinie gibt: In seiner eigenen Nationalmannschaftskarriere hat er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wie auch in dieser Partie nicht.

17 Minuten benötigte Sebastian Deisler dann zur Erleichterung nur, um mit einem Treffer die Zeichen auf Sieg zu setzen. Ansonsten ist nicht viel von dieser Partie haften geblieben, denn die Umstände waren zu herausstechend. Gut, phänotypisch waren da auch bei einer Niederlage keine Verwechslungen möglich gewesen, anders als wenn der Gegner Dänemark oder Holland geheißen hätte, aber dass die Laune einem Fremden gegenüber möglicherweise nicht besonders freundlich gewesen wäre, und sei er auch noch so deutsch, schien nicht gänzlich ausgeschlossen. Und beruhigte sich ebenso wie jene Sorge des Einfahrens der drei Punkte erst gänzlich mit dem Eigentor der Griechen in der zweiten Hälfte zum 2:0-Endstand für … die deutsche Nationalmannschaft im Fußball.

Denn anders als die Herren neben mir wahrscheinlich annahmen, spielte dort nicht Deutschland, Fußball ist kein Ersatzkrieg, sondern eine Auswahl von besonders guten Fußballspielern, die gegen eine Landesauswahl anderer besonders guter (immerhin schon unter den letzten 7 des Turniers) Fußballspieler antreten. Mehr nicht, da kann man reininterpretieren, was man möchte. Wenn man es genau nehmen will, spielt dort der DFB, welcher wiederum nichts Anderes als der Fußballverband in Deutschland ist, nicht aber eine politische, alle hier lebenden Menschen vertretende von irgendetwas außer sich selbst (bzw. der FIFA, welche wiederum selbst keine Legitimation besitzt) legitimierte Einrichtung. Man versuche zum Beispiel einmal, als zwar Deutscher, aber Nichtmitglied des DFB Einfluss auf dessen Entscheidungen zu nehmen. Wie man weiß, ist das bereits als Mitglied beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Heute Abend also wieder diese Auswahl an Fußballern gegen Griechenland. Im Fußballsport und sonst nichts weiter. Es möge also allen die Zunge und auch die Tastatur vom Smartphone abfallen, die platte, chauvinistische Witzchen über die finanzielle und politische Lage der Griechen machen und die gesamte Partie in einen politischen Kontext stellen, wie das aber ohnehin für jede andere Paarung ebenso gilt. Entfesselter Anti-Italienismus scheint bedauerlicherweise zu Turnierfußballzeiten in diesen Breiten besonders hoffähig zu sein, auch dank der gewissenlosen Arbeit einer gewissen Zeitung, welche hier aber ohnehin nicht als Denkersatz fürs eigene Hirn akzeptiert würde.

Anderenfalls, falls also weder Zunge noch Tastatur vor dem Sprücheklopfen abfallen, droht die Strafe, nicht unter 8 Partien in jener Spelunke zu sehen, in der man zweifellos auf der Seite der Deutschen steht, und sich dann zu vergegenwärtigen, wie viel oder wenig man mit einem solchen Deutschland eigentlich gemein haben möchte.

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Ein Abend im Stadion zu Lemberg

Disclosure: Die Coca-Cola Company lud mich zu dieser Reise ein, da ich im Vorfeld der EM zwei mal die selbe Reise in ihrem Name verloste.

Zur Vorbereitung auf die Reise in die Ukraine gehörte auch jene fast schon anachronistisch anmutende Handlung, dass man Geld umzutauschen hätte, bevor es dann schließlich vom Flughafen Köln zum neu aus dem Boden gestampften Flughafen L‘viv gehen würde. Im Bild 200 ukrainische Hrywnja (gesprochen: Griwnija), die in etwa dem Gegenwert von 20 Euro entsprachen. Viel mehr war auch nicht nötig, sollte es doch am selben Abend wieder zurück in deutsche Gefilde gehen — und ein Bier im Stadion kostete 16 Hrywnja, ein Softdrink 14 Hrywnja,

200 ukrainische Hrywnja

Mit einer Fluggesellschaft namens „Germania“ in Lemberg zu landen, die Fußballfans das übliche „Hurra, Hurra, die Deutschen, die sind da!“ skandierend, da kann man auch ohne größeres Geschichtsbewusstsein schon mal ernsthafte Beklemmungen bekommen. Allerdings blieb der Abend abgesehen von den unsäglichen „Sieg!“-Rufen der deutschen Fans an diesem unpassenden Orte ansonsten frei von derartigem Potenzial.

Einmal aus dem Flugzeug ausgestiegen, konnte man sofort bestätigen, dass Philipp Lahm mit seiner Bezeichnung von der Sauna nicht ganz Unrecht hatte, in welcher man sich im ukrainischen Sommer zwangsläufig befand.

Etwa 30°, wobei diese zugegebenermaßen nicht die für Deutschland typische Schwüle erreichten, bei längerem Rumstehen und Warten auf den Weitertransport schon für den einen oder anderen Sturzbach an Schweiß sorgten. Fußball spielen hätte man unter diesen Bedingungen nicht unbedingt wollen, oder zumindest, wenn, dann just for fun und nicht ausgerechnet ums Weiterkommen oder Ausscheiden bei einer EM.

Der Hitze war das spätere, etwas lahme Auftreten der deutschen Nationalspieler möglicherweise gezollt, vielleicht hatte Jogi sie aber auch nicht informiert, dass sie im ungünstigeren Fall tatsächlich noch ausscheiden konnten. Meist ist es ja so, dass die Spieler sich herzlich wenig darum kümmern, welche Konstellation zu welchem Ergebnis führt, vielleicht war wenigstens der erfahrene Hase Miroslav Klose so schlau gewesen, sich vorher zu erkundigen. Von Siegeswillen war aber weder etwas zu spüren noch etwas zu sehen, als die Partie schließlich um 21.45h Ortszeit begann. Und immer noch etwa 30°C herrschten.

Mit der Fluglinie Germania auf den neuen Lviver Flughafen

Zuvor stand ja noch der Trip vom niegelnagelneuen Flughafen zum Stadion an. So niegelnagelneu war der Flughafen, dass er noch nach „Autohaus“ roch, wenn man versteht, was ich meine. Und so neu war er auch, dass sein Vorplatz beim Schweifenlassen des Blickes nach rechts schon nach wenigen Metern endete.

Tonnen am Straßenende vor dem Flughafen

Ansonsten strahlte der Flughafenvorplatz in allerschönster Neuheit.

Vielsprachige Begrüßung am Flughafen

Unsere Reisegesellschaft wurde dann gleich auch noch in einem Bus befördert, der mit Wilhelm-Busch-Zitaten geschmückt war — eine nette Reminiszenz an das Herkunftsland der Reisenden.

Zudem wimmelte es überall vor Freiwilligen, die uns helfen sollten, den richtigen Bus und somit zum Stadion zu finden.

Die mehr oder weniger Freiwilligen begrüßen ihre Gäste

Da wir aber offensichtlich die letzten Gäste für jenen Tag waren, packten die Volunteers dann auch schnell zusammen, nachdem wir in die richtigen Busse verfrachtet worden waren. Auf dem Rückweg wimmelte es zwar später nochmal vor freundlichen Helfern, aber diese waren dann keinen Fotoeindruck mehr wert.

Volunteers packen ein

Die Fahrt vom Flughafen zum Stadion im Reisebus war dann leider die einzige Gelegenheit einige Impressionen aus der Ukraine zu erhalten, die nicht aus UEFA-gesteuerten Bauwerken bestand.

Hier eine Kirche in der Ukraine.

Eine Kirche in der Ukraine

Eine typische Straßenszene abseits der Altstadt. Bröckelnde Bauwerke allerorten, dazu herrlichstes Frühsommerwetter — und viele, tapfer sich Hügel hinaufrollende Straßenbahnen (bzw. O-Busse).

Typische Straßenszene in Lemberg

Das Stadion selbst war mit einer Metallumrandung eingefasst.

Das Stadion in Lviv

Die Toiletten, ja nun, sie funktionierten, aber man hatte vergessen, die Seifenspender aufzufüllen oder gar einen Papierkorb für die Papierhandtücher aufzustellen, so dass sich schon lange vor Anpfiff Berge an Papierhandtüchern in den Toilettenvorräumen stapelten.

Keine Papierkörbe in den Toiletten

First-world-problems, wieder einmal. Später sollten die Toiletten dann an ihre natürlichen Kapazitätsgrenzen gelangen, weshalb der Autor auch nichts zum Spielverlauf zwischen 45. und 55. Minute schreiben könnte, selbst wenn er es wollte. Bemerkenswert friedlich aber die Stimmung auch dann, wenn es einen (auch noch so kleinen) Anlass zum Ärgern gegeben hätte.

45. Minute.

Die Toiletten in der 45. Minute.

55. Minute am Catering.

Catering

Das Stadion war tatsächlich auf der Grünen Wiese errichtet worden, so dass man vom Stadion aus die Stadt nur erahnen konnte. Einmal auf den höheren Rang begeben, und schon rückte die Stadt, die typisch kommunistisch auch aus der Ferne anmutete, etwas näher.

Die Skyline von Lviv war vom Oberrang aus gut zu sehen.

Was gleichzeitig erklärte, wieso sich nur 20 Minuten nach dem Spiel der gesamte Vorplatz des Stadions schon geleert hatte: Erstens war es nun ja immerhin schon 23.30h Ortszeit, zum Anderen strebten alle daran interessierten zum Weiterfeiern in die Stadt.

Nach dem Spiel 1

Alle schon Richtung Altstadt?

Nach dem Spiel 2

Für uns ging es zum Flughafen, Zeit genug, denn wir verbrachten einige wenige Minuten im Stau, schon mal die Bilder von der Partie zu sichten. Wie überhaupt die Meinungen auseinandergingen, ob man ein gutes, mediokres oder eher glücklich gewonnenes Spiel gesehen hatte. Der Autor war der Meinung, dass die Mischung aus Hitze und fehlendem Glauben an ein tatsächlich mögliches Ausscheiden zu einer gewissen Laschheit im Auftritt geführt hatten, während andere Stimmen darauf verwiesen, dass man bei 9 Punkten aus 3 Partien wohl kaum meckern könne.

Meckern könne man allerdings über jene Pre-Game-Show, bei der ein englischsprachiger, ein dänisch- und ein deutschsprachiger Animateur sich etwa 90 Minuten lang vor dem Spiel alle Mühe gaben, den letzten Rest an Hirnschmalz aus den Fanhirnen zu entfernen. Ihre Bemühungen, Dezibelwettbewerbe und La-Olá-Wettbewerbe durchzuführen, verliefen dann auch mehrheitlich im akustischen Sand, weshalb es von dieser Form der Bespaßung auch keine Bilder zu sehen gibt.

Stattdessen fand kurz von Anpfiff dann doch noch einmal eine echte „Show“ statt, in der Tänzerinnen und Tänzer die Dänen, die Deutschen und einen Fußball symbolisierten und glaube ich etwas tanzten, was wohl kurz und knapp mit „schießt ein Tor für uns“ zusammengefasst wäre.

Tänzerei vor Anpfiff

Kurz zuvor hatten sich Mats Hummels & Co direkt vor unserer Gegengerade warm gemacht. Was angesichts der Temperaturen etc. pp.

Aufwärmen im Stadion zu Lemberg

Die Dänen waren vielzählig und -stimmig erschienen.

Wortspiel mit "Dänen" einfügen

Das Kapitänchen war ebenfalls da, heute einen seiner besseren Tage erwischt habend.

Das Kapitänchen war auch da.

Und die überaus herzigen Maskottchen ebenfalls.

Die Maskottchen von Warner Bros

Diese Kameras fingen den Elfmeter für Dänemark ein, den es dann nicht gab.

TV-Kameras

Nach der Partie also die schnelle Rückreise, auf dem folgenden Suchbild befinden sich Boris Büchler, Matthias Opdenhövel und Steffen Freund, die, das darf man netterweise erwähnen, keine Extrawurst bei Boarding oder Passkontrolle erhielten.

Suchbild mit Prominenten

Von da aus dann ins Hotel.

Hotel in Köln.

Ein müdes Deutschlandshirt abgelegt. Drei Punkte, um einen Länderpunkt beim Groundhopping reicher, allerdings ohne besonderen Glanz im Spiel. Ein etwas zu kurzer Trip in eine andere Welt, das erste EM-Spiel im Paket nach Hause mitgenommen.

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