Endlich! Grund für Bayern-Misere gefunden

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In den letzten Jahren diskutieren die Leute sich die Finger wund, woran es denn wohl bei den Bayern liegt, dass diese seit etlichen Saisons immer nur alle zwei Jahre — und heute aller Voraussicht nach nicht mal mehr das — Meister werden, woran es zum ganz großen, dazu noch möglichst eleganten Wurf mangelt.

Fehlendes System, zu viele Alpha-Männchen, zu große Erwartungshaltung, vorne zu ausrechenbar, hinten zu anfällig, Stadion zu leise, Fans zu rot, zu selten Kaiserwetter in Fröttmaning, was da eben so alles an Theorien in den Raum geworfen wird.

Jetzt ist es ausgerechnet der große Schweiger Miroslav Klose, durch seinen Wechsel nach Rom mit dem Blick von außen versehen, der endlich auflöst, woran es eigentlich liegt. Auf die Frage, wie er es fände, dass man bei Lazio Rom stets ohne Publikum trainiere, entgegnet er der FAZ:

Man kann so konzentrierter arbeiten und hört sogar den Trainer, wenn er was während des Trainingsspiels sagt! Beim FC Bayern an der Säbener Straße habe ich oft mein eigenes Wort nicht verstanden, weil die Fans so laut waren.

Da kann natürlich kein Trainer der Welt irgendein System etablieren, wenn die Spieler ihn ohnehin nicht hören. Selbst die, die zuhören wollen, welche es sogar bei der Ansammlung von Stars mit gewissen Eigenarten beim FC Bayern geben soll, entwickeln sich dann durchs Training nicht weiter. (Dieser Umstand erklärt allerdings auch, warum Jupp Heynckes einigermaßen in München funktioniert.)

Die Lösung scheint simpel: Entweder ohne Publikum trainieren, dann klappt’s auch mit dem System — oder jeden Spieler mit Kopfhörer versehen, via dem die Anweisungen übermittelt werden. Schon 2013 kann man also wieder Meister werden, wenn man Wege findet, den Schall erfolgreich zu übertragen.

Fußball kann so einfach sein.

6 Kommentare

  1. „oder jeden Spieler mit Kopfhörern versehen“

    Beats by Dr. Dre?

  2. Nee, Funkkopfhörer mit Verbindung zum Trainer à la American Football meinte ich.

  3. Großartig. Ich habe zwar erst 2 Trainingseinheiten bei den Bayern gesehen, aber darunter die erste unter Klinsmann. Da war es sehr voll, und am nächsten Tag stand in allen Zeitungen, was er während des Spiels gesagt hat.

  4. „Nee, Funkkopfhörer mit Verbindung zum Trainer à la American Football meinte ich.“

    Und Robben sollte man die mit Helm liefern, also zumindest mal für die Halbzeitpause…

  5. Nä nee: „Ansammlung von Stars mit gewissen Eigenarten beim FC Bayern geben soll“ – das tendiert gegens Ressentiment.
    Lieber Vereine, wo mehr Fans beim Training sind als woanders beim Spiel. Guckst Du Aufsteiger in die 2. Liga. – Nein, nicht gut. Und Jupp ‚funktioniert‘ vielleicht sogar bis zum glücklichen Abpfiff in München …

  6. Den Spott mal ganz beiseite gelassen, aber mir ist schon seit jeher schleierhaft, warum es überhaupt öffentliches Training gibt. Gut, meinetwegen ab und zu mal ein bisschen was für die Fans zeigen, aber generell würde ich doch vermuten, dass es sich ohne Beobacher (selbst wenn sie keinen Lärm machen) konzentrierter arbeiten lässt. Mal ganz abgesehen davon, dass jeder Furz eine Minute später im Internet und am nächsten Tag in der Zeitung steht.



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