Gestatten, CHAN

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Gestatten, CHAN. Nein nicht Jackie, aber CHAN. Aus Afrika. Nie gehört? Das ändert sich in diesem Moment gerade.

Ein großes Turnier — aber Mesut Özil, Sami Khedira, Mario Gomez und Miroslav Klose, auch Per Mertesacker und Lukas Podolski dürften nicht mitspielen? Ja, so etwas gibt es. Denn CHAN ist die Abkürzung für die „Afrikanische Nationenmeisterschaft“. Diese wiederum ist nicht der bekannte „Afrika-Cup“, sondern eben die Nationenmeisterschaft.

Gespielt wird alle zwei Jahre, immer in gerade Jahren, um dem Afrika-Cup nicht im Wege zu stehen. Besonderheit beim CHAN: Spielberechtigt sind allein Spieler, die in ihrer eigenen, nationalen Liga beschäftigt sind. Wer im Ausland spielt, darf nicht mittun für sein Land, selbst wenn er in einem anderen afrikanischen Land unter Vertrag steht.

Ein Anachronismus, ein Überbleibsel aus der Zeit, als man das Verlassen des eigenen Landes bei einem Fußballprofi noch als Vaterlandsverrat etikettierte und ihn naserümpfend nicht mehr fürs Nationalteam nominierte? Weit gefehlt, denn eingeführt wurde diese Afrikanische Nationenmeisterschaft erst im Jahr 2009 und steht nach 2011 im Jahr 2014 erst vor ihrer dritten Durchführung.

Da könnte man jetzt lange rätseln, welche Motivation der afrikanische Kontinentalverband hat, ein solches, doch durchaus völlig seriös betriebene Turnier zu etablieren. 16 Teams qualifizieren sich, jeweils ein Land ist Ausrichter, ganz wie es bei einem vollwertigen Turnier eben Usus ist.

Spielen denn fast alle Spieler beim Afrika-Cup im Ausland — so dass man hier all jenen eine Verkaufsbühne bieten möchte, welche noch keinen lukrativen Job in den alten Kolonialmächten in der Tasche haben? Oder ist es wirklich so ein großer Gewinn, die Spielstärken der nationalen Ligen ohne alle Söldner zu ermitteln? Dann wiederum darf aber auch kein in der Liga aktiver Ausländer mit von der Partie sein. Fragen über Fragen zu einem im doppelten Sinne neuen Wettbewerb. Neu eingeführt und gerade frisch entdeckt, die Afrikanische Nationenmeisterschaft namens CHAN.

3 Kommentare

  1. Finde ich spontan eigentlich eine ganz coole Idee, aber da kommen mir noch ein paar Fragen in den Sinn.
    Sind das dann dieselben Trainer wie die der „normalen“ Nationalmannschaften? Oder sind da auch nur heimische erlaubt, für den Fall, dass sonst ein ausländischer Coach beschäftigt wird?
    Und gibt es auch Spieler, die in beiden Turnieren mitspielen? Und vor allem: in beiden Qualifikationen?

    In Europa wäre das angesichts des übervollen Terminkalenders wohl unmöglich, aber reizvoll finde ich die Idee schon. Wobei dann wohl nur England, Spanien, Italien und Deutschland Siegchancen hätten. Da könnte man doch ein kleines Sommerturnier draus machen, spätestens 2022.

  2. Nach dem gleichen Prinzip wird ja auch beim „Superclásico de las Américas“ zwischen Brasilien und Argentinien gespielt:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Supercl%C3%A1sico_de_las_Am%C3%A9ricas

  3. Pingback: #Link11: Fußball ist (k)ein Menschenrecht | Fokus Fussball



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