Mimosenstadl: Es sind wieder Plätze frei!

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Nachdem Kevin Kuranyi es schon nicht ertragen konnte, mit anzusehen, wie ohne ihn erfolgreicher Fußball der besseren Sorte gespielt wurde, hat sich jetzt auch Torsten Frings als Mimose mit Bank-Allergie geoutet. Der FOTO-Zeitung sagte er, dass er über einen Rücktritt nachdenke.

Lassen wir mal außen vor, dass die FOTO sich das Interview wahrscheinlich größtenteils selbst ausgedacht oder die Fragen so manipulativ gestellt hat, dass Frings nicht anders konnte, als die von ihr gewünschten Aussagen zu tätigen.

Das können wir natürlich nicht außen vor lassen.

Sollte es dennoch zufällig wahr sein, dann gibt es bald nur noch einen Elf-Mann-Kader in der Nationalelf (plus natürlich Jermaine Jones auf der Tribüne), weil sich keiner mehr auf die Bank setzen mag. Da fehlt dann wahlweise „Vertrauen“ oder „Rückendeckung“, der Tee war zu kalt und mittwochs bekommt man ohnehin so schlecht Babysitter — weil ja Länderspiel ist. Jogi Löw muss die Aufstellungen ab sofort drei Tage vor dem Spielbeginn bekannt geben und die jeweiligen Einladungsemails versenden. Sollte sich in der Zwischenzeit einer der elf Ausgewählten verletzen oder ihm plötzlich einfallen, dass er ebenfalls eine Mimose ist — draußen zu kalt, die Verletzungsgefahr, immer diese Eigentore und was sonst noch alles dem Marktwert schaden könnte — kann er leider nicht mehr ersetzt werden und die Nationalmannschaft beginnt das Spiel eben mit einem Mann weniger.

Oliver Bierhoff wird als gescheiter Marketingmann nicht lange zögern, die so frei gewordenen Plätze auf der Bank entweder meistbietend an Fans zu versteigern oder sie diversen Gönnern gönnen. Vielleicht sehen wir bald Dieter Zetsche oder Herbert Hainer neben Hansi Flick.

Gute Fußballer, die zum Beispiel dann eingewechselt werden könnten, wenn ihre besonderen Stärken vonnöten sind, um einen Rückstand umzudrehen oder eine Führung zu halten, gibt es dann auf der Bank aber nicht mehr. Entweder von Anfang an spielen oder gar nicht erst hinfahren, alles andere ist unter der Würde eines der Nationalelf Würdigen.

Aber nicht vergessen: Es stand in der FOTO (von der im Laufe des Tages wahrscheinlich noch diverse Zeitungen abschreiben werden), also wohl nur heiße Luft.

Und jetzt wieder Musik.

20 Kommentare

  1. da wird mir im Nachhinein sogar Olli Kahn sympathisch; wie schwer muss der, als unverwundbarer Torwart-Titan mit Bayern und Bild im Rücken, geschluckt haben bei der WM – aber er hat es geschluckt.

  2. Werbung, jetzt wieder zurück zur Werbung!

    Der Fringser wird halt alt. Und ein Jones ist kein Streit. Noch nicht.

    Am besten gefiel mir der Babysitter :)

  3. Pingback: Was über Pflanzen. at ***textilvergehen***

  4. Der Kult des Ich… In anderen Ländern wäre man happy für sein Land zu spielen und akzeptiert so was. Meine Güte. Aber Frings-Family hat auch so ihre Probleme…

  5. Hier mal was von der Werder Hauspostille Kreiszeitung [Link leider tot].

    >>>Weder in den Katakomben des Borussia-Parks noch gestern in Bremen wollte sich Frings zu seiner Situation äußern. „Ich sage nichts dazu. Ich konzentriere mich mit Werder auf das Heimspiel gegen Dortmund“, war der einzige Kommentar, den sich der Bremer entlocken ließ.<<<<

    Und dann gibt Fringser der BLÖD ein Interview?
    Kann ja wohl nicht sein. Gibt das bessere Noten in der Sport-BLÖD? Welche Vorteile haben sie ihm garantiert?

    Falscher Fuffiger. Weg mit dem!

  6. Ui, jetzt haste mir aber einen Moment erwischt. Habe doch jetzt echt nach der FOTO-Zeitung als Printmedium gesucht. gnagnagnagna.

    ansonsten: sehr schön. der Babysitter made my day.

  7. Nachtrag: der DFB hat das aber offenbar ernst genommen. Bundesjogilöw hat per Pressemitteilung (bislng nicht online) das Ding kommentiert …

  8. Schlimme Nummer vom Frings. Charakter- und würdelos. Vor allem der Satz, dass Hitzelsberger und Rolfes nicht besser seien als er, finde ich peinlich. Das ist derart respektlos. Den Mitspielern aber auch dem Trainer gegenüber. Widerlich. Möchte nicht in der Kabine dabei sein, wenn die drei das nächste Mal aufeinandertreffen.

  9. Pingback: Torsten Frings ist eine beleidigte Leberwurst — Doktor Fußball

  10. Mal ein bisschen Tempo rausnehmen und die nächsten Länderspiele abwarten.
    Einen Frings in der momentanen Form kann man nicht gebrauchen – sinnbildlich dafür steht das Spiel Werder-Gladbach – als Fringsi sich von einem Rookie hat austanzen lassen.
    Naja, passiert einem älteren Spieler schonmal, der länger verletzt gewesen ist. Aber jetzt nicht allzu dünnhäutig werden (gilt für Frings und Jogi zugleich): Liefert er in den nächsten Spielen gute Leistungen für Werder, so ist er auch wieder eine Stütze in der Nationalelf.
    Aber seine Zeit geht altersbedingt auch langsam dem Ende entgegen, deswegen ist ein gesunder Mehrkampf um die Sechserposition keine Demontage, sondern eine Notwendigkeit für eine Mannschaft.
    Wenn der (oder ein) Leitwolf nicht mehr das Wild reißen kann, muss er durch einen neuen ersetzt werden…

  11. Pingback: Lutscher, was geht? | catenaccio

  12. Äh, Spieler, die ein Spiel drehen können, gibt es schon lange nicht mehr auf der deutschen Bank. Da änderte auch ein Frings nichts.

  13. Hat jemand etwas anderes von dem erwartet? Bei „Die FIFA hat mir das WM-Halbfinale gestohlen, nur weil ich in Notwehr mit fünf Meter Anlauf einem Argentinier eine verpassen wollte und ihn noch nicht mal getroffen habe“-Frings waren doch eh immer die Anderen Schuld. Gerne erinnere ich mich an ein sog. Ruhrpott-Derby im Jahr 2004, als dieser Großmeister, damals in den Reihen von Borussia Dortmund, zu Hochform auflief: erst den Ball nicht ins leere Tor schieben, sondern lieber einen Elfmeter schinden, dann den zweiten Elfer gleich selbst verballern – und sich nach dem Spiel hinstellen und dem Schiri die Schuld an der Niederlage geben. Und das in seinem damals ersten Spiel sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss! Fand ich schon damals hochprofessionell. Als Jammerlappen hatte der es halt schon immer drauf, und nach Funktionären und Spielleitern ist jetzt eben mal der Trainer dran.
    Außerdem sollte er dringend mal zum Friseur. Aber das ist eine andere Geschichte.

  14. Bei der Foto zu jammern ist natürlich albern, da kriegt er auch zu recht Prügel dafür. Andererseits wenn ich Frings wäre und man mir Luschen wie Hitzelsberger und eventuell Rolfes vorziehen würde, dann wäre ich auch genervt.

  15. Ja nu, dann auch ein bisschen Verständnis für Nutella-Käwwin. Wenn mir ein Podolski vorgezogen werden würde, der wahrscheinlich besser ist, aber in seinem Verein seit Jahren nichts bis gar nichts abliefert, wäre ich auch genervt. Allerdings niemals so weit, dass ich fluchtartig das Weite suchen oder mich bei dem Schmierblatt mit den vier großen Buchstaben ausheulen müsste.

  16. @Rob:
    Luschen brauchst Du, um einen Null spielen zu können. Und da es in erster Linie die Aufgabe des „6ers“ ist, dem 10er (synonym: Leader, Capitano,etc.) den Rücken freizuhalten, damit hinten nichts anbrennt, sind die „Luschen“ Rolfes und Hitze auf dieser Position nicht als Fehlbesetzung anzusehen.

    Ein weiser Philosoph dieses Jahrhunderts brachte es mit folgendem Zitat vor einiger Zeit mal ziemlich genau auf den Punkt:

    „Fußball ist wie Skat, nur ohne Würfel.“ (oder so ähnlich)

    ;-)

  17. Frings hat ja bei der EM mächtig auf die Kacke gehauen und sich mit/trotz Rippenverletzung quasi selbst aufgestellt. Das hat der Yogi wohl gar nicht gut gefunden. Daraus hat der gelernt (man kann alles von Yogi sagen, aber nicht, dass er doof ist) und er statuiert jetzt ein Exempel, dass ihm nicht noch mal einer seiner Spieler die Regie aus den Händen nimmt.

    Und wenn er ein Kerl wäre, der Fringser, dann würde er entweder die Klappe halten und auf der Bank sitzen oder kalt lächelnd Schluss machen. Was gar nicht geht – jedenfalls für einen echten Kerl, ist bei der Blöd jammern. Nicht anerkennen, dass man gezockt und verloren hat, das ist pubertäres Gehabe. Man möchte ihm zurufen: Frings, denk nach wie du aussiehst, sei ein Mann.

  18. Und wenn der Chef den Konkurrenzkampf ausruft, dann stelle ich mich nicht hin und sage provokativ „das geht mich alles nichts an…“ . Schon klar. Nicht der Schlauste unser Thorsten. Besser kicken als die Leichtmatrosen H+R kann er aber schon noch. Also finde ich seinen Ärger verständlich.

    @Janus: Kuranyi war doch von Anfang an nur eine Platzhalter, vom Stürmer-Notstand 2002 bis eben die ersten jungen Spieler nachkommen. KK sollte sich eher freuen, dass keine Talente da waren. So hat er immerhin um die 50 Länderspiele machen dürfen.

  19. Gildet das noch: Drei mal ist Bremer Recht!?
    Wenn ja, dann ist jetzt gut. Einfach mal sitzen bleiben und die Fresse halten. Kauf dir ’nen Lutscher.

  20. Mir gefällt es sehr, dass einzelne Nationalspieler ´mal aufmucken. In Zeiten des familienfreundlichen Wohlfühl-Fußballs à la premiere etc. und eines Nationalteams zum Knuddeln (Poldi, Schweini, Jogi, Hansi) ist ein wenig Zoff großartig. Süß, wie sich Jogi und Oli über Kevin geärgert haben. Tat gut.



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