Ringelpiez mit ohne Pipi*

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Da war „Alfred E.“ Lehmann, der hellste unter den hell strahlenden Sternen in seinem eigenen Gehirn, letztens beim in südamerikanischen Ländern wegen seines dort oft aus Tuben geschnüffelten Wohlfühlfaktor verbreitenden, schwache Seelen süchtig machenden Anteils verbotenen JBK in der Talkshow, und heraus kam dabei genau das, was der Fußball selbst auch ist: heiße Luft. Bzw. beim Jens war sie etwas abgekühlt, könnte sein, dass das Präsidium beim VfB Stuttgart, so es dort eins gibt, klar gemacht hatte, dass die Hubschrauberflüge demnächst wirklich gestrichen würden, wenn er so weitermachte. Da Jens Lehmann selten 5 Euro oder auch damals in Leverkusen nur 5 DM in der Tasche hat, weil er ständig sein Portemonnaie verliert, auf Auswärtsspiele gibt ihm seine Frau auch eigentlich immer einen Brustbeutel mit ein paar Notgroschen mit, die wenigstens noch für die Telefonzelle reichen, um ein Taxi zu rufen, welches dann gleich bis, man hat’s ja, nach Stuttgart nebenan bei der Ich-AG vom Starnberger See durchfährt — deshalb hatte Jens Angst. Er weiß nämlich selbst, dass er sogar diesen nur schwer zu verlierenden Brustbeutel schon so oft — meist auf dem Platz, kurz nach der Contenance — verloren hat, dass ihm die ganze Strecke vom Stuttgarter Trainingsplatz bis nach Hause ohne Hubschrauber alleine zu fahren respektive zu fliegen dann doch ein bisschen unheimlich vorkam.

Entsprechend von den Ängsten der Konsequenzen bei Nichteinlenken geprägt verlief dann auch das Gespräch. Also auf JBKs Seite von der Angst geprägt, dass ihm („aber sprich nur eine ernsthafte Frage, und ich werde gesund“) womöglich mal eine tatsächliche journalistische Sequenz gelingen könnte, woraufhin er natürlich für den Rest seines Lebens für den gesamten Boulevard verbrannt wäre. Wozu wiederum auch die ZDF-Berichterstattung von „Wetten, dass …?“ und WM und EM und so gehört, wo der JBK halt gerne hingeht, und da will er halt gerne auch beim nächsten Mal wieder dabei sein, apropos halt!, war die letzte WM nicht ohnehin in China und Olympia letztens in Nürnberg und ist er eigentlich überhaupt noch beim ZDF? Seine Frau hatte ihm extra einen Brustbeutel umgehängt, in dem die Antworten auf die für ihn wirklich wichtigen Fragen (welche hätte es auch sonst geben können?) gestanden hätten, wenn er denn mal nachgeschaut hätte: WM 2010 auf Staatskosten ist gegessen, seit er letztens woanders unterschrieben hat, das Ding heißt nicht mehr ZDF, sondern Sat1, auch wenn er noch den gleichen Sermon im selben Studio macht. Und: „Du wirst nicht gleich gefeuert, wenn Du mal eine ernsthafte Frage stellst, ohne sie sofort zurückzunehmen.“

Wie bei Jens eben auch so oft, hatte JBK seinen Brustbeutel dann aber leider nicht gefunden und herauskam schließlich das hier:

„Schuld ist meine fußballerische Erziehung.“

und

„Vielleicht ist das einfach so in mir drin.“

Hintragen zur Entschuldigung für sein Verhalten wollte JBK den „Jens“, wie er ihn in hartmannscher Tradition beharrlich duzte, dann doch nicht, was wie gesagt am Brustbeutel lag, den er nicht fand. Darin hätte er auch die Notiz gefunden: „Du sollst nicht das Gegenteil von dem sagen, was Du eigentlich meinst.“ Anders wäre es nicht zu erklären gewesen, dass er noch so in Südamerika verbotene Versatzstücke anbrachte wie, dass man ja, also „man“, nicht er, der Auffassung sein könnte, dass es „entwürdigend“ sei, jemandem die Brille zu stehlen, der daraufhin dann nur noch schlecht vorwärtskommen könne. Oder auch, dass es „Küchenpsychologen“ gebe, die „soll es ja geben“, die behaupten würden, niemals würde er selbst das behaupten, dass der geduzte Jens nur seinen Rücktritt provozieren wolle.

Jens konterte gekonnt, wie er es in 22 Jahren Karriere noch immer nicht gelernt hat, damit, dass er nun mal noch nie einem eine richtig in die Fresse gehauen oder einem Besoffenen auf seiner Garagenauffahrt in den Körper getreten habe oder seinen Zwillingsbruder z. B. einen Polizisten als Arschloch hätte bezeichnen lassen, worauf das Publikum offensichtlich dann doch aus Südamerika eingeflogen und von so viel Süßholz total benebelt: in Applaus ausbrach.

Was er denn da hinter der Bande gemacht habe, gab er schließlich gegen Ende doch noch preis, sympathisch, dass die Kameras noch nicht alles sehen: sein Suspensorium zurechtgerückt. Warum er das mit seinem Hirn immer noch nicht geschafft hat, diese Antwort blieb die einfühlsame Plauderrunde mit JBK schuldig. Na dann wollte ihn der JBK auch schiedlich-friedlich entlassen. Denn die letzte Anweisung hatte dieser dann doch noch in seinem Brustbeutel gefunden: Dass es immer versöhnlich enden müsse, sofern es nicht um Autobahnen, sondern um Hubschrauberflüge ginge.

(* Ein Alleinstellungsmerkmal von Oliver Kahn, übrigens.)

3 Kommentare

  1. Bei JBK kann man gar nicht gut aussehen. Da hat Lehmann noch ganz passabel abgeschnitten.
    Viel schlimmer fand ich die Sache mit dem Wohnwagentypen. Da wurde mal wieder auf platteste Art ein Gegensatz zwischen „working poor“ (gute Menschen, Applaus) und Arbeitslosen (böse Menschen, kein Applaus, mahnende Worte vom Anwalt) konstruiert, um diejenigen, die eh ganz unten sind, noch gegeneinander auszuspielen und dem Publikum den ersehnten Konflikt zu liefern, auf daß wollüstig Partei ergriffen werden kann. Und sobald es ans Eingemachte ging, wurde abgebrochen, Werbung, nächstes Thema.

    Antijournalismus pur.

    Und so sehr ich, als bekennender Lehmannfan, das wohlgefällige Lehmannbashing ablehne, so sehr stimme ich jedem zu, der JBK am liebsten ins nächste Schwarze Loch outsourcen möchte – wir würden ein einmaliges physikalisches Phänomen erleben, nämlich die Rückehr eines Materieklumpens von hinter dem Ereignishorizont, weil er selbst dafür zu eklig ist.

  2. Den Hernn JBK muß man ja nun nicht mehr in ein Schwarzes Loch wünschen, er ist ja schon lange drin. Auch wenn das Schwarze Loch täglich suggeriert Farbe ins Leben bringen zu können.

  3. Pingback: DailySoccer 20/12/2009 | Spielfeldrand - Das Magazin



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