Schwarze Berge

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Die meisten slawischen Wörter geben einem Sprecher einer germanischen Sprache nicht den Hauch einer Chance, zu erahnen, was sie bedeuten könnten.

Nehmen wir das in Montenegro gesprochene serbisch: Was könnte zum Beispiel nogomet bedeuten? Nun, das ist ganz leicht: Fußball natürlich. Sprečavanje bedeutet Behinderung, izabrani sudija ist der Schiedsrichter und ruka, klar, ist die Hand.

Nicht ganz so schwierig stellt sich das beim Wort Montenegro dar. Schließlich kennen wir alle jene Montes, die die Epo-Kuriere herauf- und herabfahren, und Negros kennen wir wohl auch ein paar, wenn wir mal amerikanische Filme geschaut haben oder damals Fan von Eintracht Braunschweig waren.

Diese schwarzen Berge sind seit heute das 208. Mitglied der FIFA. Zur Feier des Tages überreichte Dejan Savicevic in seiner Funktion als Präsident des montenegrinischen Fußballverbands der FIFA die Fahne von Montenegro. Die sieht übrigens so aus und erinnert nur ganz leicht an die Fahne des nebenan liegenden Albanien. Dass die Auswahl der knapp 600.000 Montenegriner aber jemals die Qualifikation für ein FIFA-Turnier überstehen wird, halte ich für ähnlich wahrscheinlich wie das Ausbleiben eines deutschen Sieges gegen San Marino[1]. Überhaupt können mit Montenegros Beitritt nur noch 15,3846 Prozent der FIFA-Mitgliedsländer an einer WM teilnehmen. Vorher waren es mit 15,4589 Prozent deutlich mehr, so dass es sogar Österreich ein paar Mal geschafft hat.

[1] Nach Löw’scher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

3 Kommentare

  1. Bin kein Experte, aber hatte den Verdacht, dass Montenegro Singular ist, und habe dann bei Wikipedia folgendes entdeckt: Das Wort soll angeblich venzianischen Ursprungs sein. Die Einwohner nennen ihr Land „Crna Gora“, was auf Serbisch ebenfalls „schwarzer Berg“ heißt. Man spricht in Montenegro einen Dialekt des Serbischen, hält es aber wohl für eine eigene Sprache und nennt es montegrinisch. Der englische Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema ist ellenlang. Den werden vermutlich nur Slawisten genießen.

  2. Dem Link folgend gibt’s ein paar Geschichten und Bilderchen aus Montenegro bzw. Crna Gora. Meistens sind die Berge garnicht so schwarz.
    In Kotor war ich zufällig zu Gast bei Zoran Lemajic, als Torwart 1995 mit Sporting Lissabon portugiesischer Meister und damals Mannschaftskamerad von Figo.
    Noch ein Sprachbeispiel für das ach so schwierige Slawische: Torwart = golman.

  3. Pingback: Fritten, Fussball & Bier



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