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Schlagwort: Österreich

Update! „Tor des Jahres“ — alle auf einen Klick-Blick

[Update 2021] Marcel Risse 2016 mit einem überaus sehenswerten Freistoßtor, Lukas Podolski 2017. Nils Petersen mit schönem Weitschuss 2018, Marcel Hertel mit Fallrückzieher 2019 und – selbstverständlich – Valentino Lazaro mit seinem Hacken-Akrobatik-Tor 2020, bei dem sofort feststand, dass es das Tor des Jahres werden würde. Alle Videos siehe unten.

[Update 2016] Das Tor des Jahres 2015 erzielte Carsten Kammlott. Das wird hier extra noch mal erwähnt, weil man sich den dazugehörigen Beitrag der Sportschau ruhig geben sollte, sofern man sehen möchte, wie ein Profi der 3. Liga so lebt. Jeden Sonntag bei den Eltern zum Essen (wobei das der eine oder andere Weltmeister ja ebenso pflegen soll) und derlei mehr. Nicht prickelnd, aber erhellend. Und das Tor an sich natürlich: hier der Beitrag (der obere), sicher nicht lange online. (Außerdem erfährt man so, dass Reinhold Beckmann immer noch die Sportschau macht. Dachte, der spielt jetzt Gitarre.) Und für die Jüngeren vielleicht interessant, dass dieses Tor einen weltbekannten Vorfahren hatte. Das Tor, nicht Kammlott.

[Update 2013] Dass ein Schwede mit bosnischen Wurzeln in einem Freundschaftsspiel in Schweden gegen England das Tor des Jahres in Deutschland erzielen kann, bleibt eines dieser Geheimnisse des professionellen Sportjournalismus. Ein fantastisches Tor erzielte Ibrahimovic mit seinem Fallrückzieher natürlich unbestritten, aber die Frage, was das bei den deutschen Toren des Jahres zu suchen hat, bleibt offen — vielleicht mal bei der Sportschau nachfragen.

[Update 2012] Heute gibt es dann den Neuzugang für 2012 2011: Señor Raúl. Ein schön anzusehender Lupfer beim hohen Sieg gegen den 1. FC Köln. Was der FC Schalke übrigens auch ohne Raúl schafft, wie gestern gesehen.

[Update 2011]

Ein Schuss aus 60 Metern. Kreativ. Gab es erst seit 2007 nicht mehr.

[Update 2009]

Ich hab dann mal eine nur wenig Voraussicht benötigende Änderung vorgenommen, siehe Ende der Liste. Sollte ich mich getäuscht haben, werde ich mich damit bestrafen, selbst so ein Tor wie das von Grafite erzielen zu müssen und es so lange zu versuchen, bis es klappt — allerdings ohne Gegenspieler. Schwer genug.

Aber ich werde mich ohnehin nicht täuschen.

Und wie profan Ballacks Tor von 2008 plötzlich wirkt …

Aus aktuellem Anlass, da Diego mit seinem Tor aus 60m Entfernung gegen Alemannia Aachen gerade Tor des Monats wurde, ein Überblick über die bisherigen Schützen des „Tor des Jahres“ seit der Einführung dieser Wahl im Jahr 1971.

1971 Ulrik Le Fevre
1972 Günter Netzer und Gerd Müller
1973 Günter Netzer
1974 Erwin Kostedde
1975 Klaus Fischer
1976 Gerd Müller
1977 Klaus Fischer
1978 Rainer Bonhof
1979 Harald Nickel
1980 Karl-Heinz Rummenigge
1981 Karl-Heinz Rummenigge
1982 Klaus Fischer
1983 Jürgen Wilhelm
1984 Daniel Simmes
1985 Pierre Littbarski
1986 Stefan Kohn
1987 Jürgen Klinsmann
1988 Jürgen Wegmann
1989 Klaus Augenthaler
1990 Lothar Matthäus
1991 Andreas Müller
1992 Lothar Matthäus
1993 Augustine „Jay-Jay“ Okocha
1994 Bernd Schuster
1995 Jean-Pierre Papin
1996 Oliver Bierhoff
1997 Lars Ricken
1998 Olaf Marschall
1999 Giovane Elber
2000 Alex Alves
2001 Kurt Meyer
2002 Benjamin Lauth
2003 Nia Künzer
2004 Klemen Lavric
2005 Kasper Bögelund
2006 Oliver Neuville
2007 Diego
2008 Michael Ballack
2009 Grafite
2010 Michael Stahl
2011 Raúl
2012 Zlatan Ibrahimovic
2013 Raúl und Julian Draxler
2014 Mario Götze
2015 Carsten Kammlott
2016 Marcel Risse
2017 Lukas Podolski
2018 Nils Petersen
2019 Marcel Hartel
2020 Valentino Lazaro

Mit Nia Künzer immerhin schon eine Frau als Gewinnerin dabei, sowie mit Jürgen Wilhelm und dem damals 80-jährigen Kurt Meyer auch zwei Amateure. Rekordsieger bleibt Klaus Fischer mit 3 Toren, vor Günter Netzer, Gerd Müller, Lothar Matthäus und Karl-Heinz Rummenigge mit je 2 Toren des Jahres.

In den meisten Fällen braucht man nur auf die Jahreszahl und den Namen zu schauen, schon ist klar, welches Tor es gewesen sein muss. Beispiele:

Lothar Matthäus 1990
Nia Künzer 2003
Lars Ricken 1997
Klaus Fischer 1982
Oliver Bierhoff 1996

Was an dem wurschtigen, glücklich abgefälschten, kraftlosen, unplatzierten Torschuss Bierhoffs von 1996, der dem armen tschechischen Torhüter durch die plötzlich nur noch mit der Konsistenz unaufgeblasener Luftballons funktionierenden Hände glitt, Tor-des-Jahres-würdig gewesen sein soll (außer eben seiner Wirkung), wird sich uns nie erschließen. Klaus Fischers Tor von 1982 begeistert da schon eher, so wie alle seine Tore des Jahres es vermögen.

Ich persönlich hätte auch diesmal eher auf Christoph Preuß‘ Fallrückzieher gesetzt als auf diese dann doch irgendwie gar nicht so schwierigen Tore der Marke Augenthaler 1989, Alves 2000 oder eben Diego 2007, aber ich bin ja auch nicht die Masse.

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Auswertung der Prognosen der EM-Qualigruppen

Mit Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Teilnehmer fragten wir uns zu Beginn der Qualifikation dazu, ob diese Qualifikation wörklöch so schröcklöch öde werden würde, wie nach allgemeiner Einschätzung zu befürchten stand. 25 Menschen teilten ihre Tipps für die jeweils drei ersten Plätze mit.

So endete die EM-Qualifikation schließlich:

A: Tschechien, Island, Türkei, Niederlande, Kasachstan, Lettland
B: Belgien, Wales, Bosnien-Herzegowina, Israel, Zypern, Andorra
C: Spanien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Luxemburg, Mazedonien
D: Deutschland, Polen, Irland, Schottland, Georgien, Gibraltar
E: England, Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen, San Marino
F: Nordirland, Rumänien, Ungarn, Finnland, Färöer, Griechenland
G: Österreich, Russland, Schweden, Montenegro, Liechtenstein, Moldawien
H: Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan, Malta
I: Portugal, Albanien, Dänemark, Serbien, Armenien

Dabei fallen vor allem drei Gruppen heraus, die nicht das Erwartete brachten: Gruppe A mit dem Scheitern der Niederlande, der Direktqualifikation Islands, Gruppe F mit dem schwachen Abschneiden von Griechenland und Finnland sowie dem überraschenden Gruppensieger Nordirland und Gruppe I, in der weder Serbien noch Dänemark erreichten, was man allgemein erwartet hatte oder hätte.

Das Gegenteil stellten vor allem die Gruppen E (England – Schweiz – Slowenien) und H (Italien – Kroatien – Norwegen) dar, in der fast alle Teilnehmer sogar die endgültige Platzierung korrekt voraussagten. Ebenso wenig überraschen die Gruppensiege von Spanien und Deutschland, wobei es da bei den weiteren Platzierungen schon variabler zuging.

Nun also zur Auswertung.

Korrekt getippe Platzierungen

Ingesamt gab es 9 Gruppen à 3 Platzierungen zu tippen, macht 27 Tipps pro Teilnehmer. 25 Personen nahmen teil. Macht 675 Tipps. Davon waren – unten im Datenteil grün gekennzeichnet – 205 völlig korrekt. Dies entspricht einer Quote von 30,4 Prozent richtiger Tipps. Die Zahl der völlig richtigen Tipps schwankte dabei zwischen 7 (26 Prozent) und 14 (52 Prozent) von 27.

Direktqualifikanten

Interessanter als die Frage nach den genau richtig getippten Platzierungen war ja aber die Frage, wie genau man vorhersagen könne, welche Teams sich schließlich qualifizieren bzw. die Playoffs erreichen. Der Ausgang der Playoffs wurde in der gesamten Auswertung nicht berücksichtigt, weil deren Teilnehmer damals natürlich nicht bekannt waren und dementsprechend auch nicht eingeschätzt werden konnten.

Im zweiten Schritt wird also die Zahl der richtig getippten direkt Qualifizierten betrachtet. Hier gab es 9 Gruppen à 2 Qualifikanten, also 18 Tipps von 25 Teilnehmern, macht 450 Tipps. Davon waren 265 Prognosen korrekt, womit sich ein Prozentwert von 58,9 Prozent als zutreffend erwies. Die Zahl der richtigen Tipps variierte hier zwischen 12 (67 Prozent) und 8 (44 Prozent).

Korrekt getippte Qualifikanten

Doch im Kern war ja die Frage, ob man ahnen könne, welche drei Teams in einer Gruppe die für die Qualifikation relevanten Plätze erreichen würde. Hier waren also wiederum 675 Tipps nötig gewesen. Allein danach ausgewertet, wie viele dieser drei Teams, egal auf welcher Position die Qualfikation bewältigten, waren nicht weniger 534 Tipps von 675 zutreffend, somit 79,1 Prozent. Der Zahl der korrekten Tipps schwankte dabei zwischen 17 (63 Prozent) und 24 (89 Prozent). Im Schnitt wurden also nur 20,9 Prozent von 27 zu prognostizierenden Qualifikanten nicht korrekt prognostiziert.

Ob man das noch interessant nennt, muss trotz des unerwartet schlechten Abschneidens von vor allem Griechenland und den Niederlanden jeder für sich selbst entscheiden.

Hier würde man auch trotz der unerwartet spannenden Gruppe mit Deutschland darauf plädieren, die Eingangsfrage, ob die EM-Quali „schröcklöch öde“ werden würde, in Bezug auf die Ergebnisse mit ja beantworten.

Die Daten im Detail – vor allem interessant für die, die teilnahmen – folgen hier jetzt in drei Versionen, entsprechend der obigen drei Auswertungsverfahren. Kann man durchscrollen oder jeweils mit diesen Links ansteuern (funktioniert nur in der Komplettversion des Textes).

1. Platzierung genau richtig
2. Direktqualifikanten korrekt
3. alle sich überhaupt Qualifizierenden richtig

Unzweifelhaft natürlich, dass alle Werte noch wesentlich günstiger ausgefallen wären, wenn ein gewisser „Trainer Baade“ nicht mitgetippt hätte.

PS: Was hier erstmals auffiel, ist, dass eine solche Qualifikation gerade mal 13 Monate dauert – in diesem Fall von September 2014 bis Oktober 2015, also nicht annähernd die zwei Jahre, die die Pause zwischen zwei großen Turniere beträgt.

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Das Wunder von Wien

Heute blieb es aus, das Wunder von Wien, wieder nur 1:1 zu Hause, es wird ja wieder nichts mit der EM-Qualifikation. Wenn sie aber schon länger nicht mehr so richtig Fußball spielen können, eins können sie in aller Regel, sagt das Klischee: Humor und Selbstironie, Stichwort Schmäh und Kottan. Kennt man vom gemeinen Michel oder besser gesagt Piefke eher nicht.

Vor der EM 2008 wurde in Österreich jedenfalls eine Mockumentary mit dem Titel „Das Wunder von Wien: Wir sind Europameister“ erstellt, in der gemockumentariet wurde, dass Österreich den Titel gewonnen habe. Natürlich mit einer Gijon-gleichen Situation im letzten Vorrundenspiel gegen Deutschland und einem Cordoba-gleichen Sieg gegen Deutschland im Halbfinale. So weit, so vorhersehbar, aber angenehm inszeniert. Vielleicht etwas lang geraten, aber viele Fußballpromis, ob vom grünen Rasen oder aus den Medien, haben bei diesem Werk eines hier nicht bekannten österreichischen Satirikers mitgemacht.

In hiesigen Gefilden wäre es wohl eher peinlich geworden, besitzt dies Werk jenes Etwas, was es liebenswert macht.

Hier Teil 1 der Mockumentary „Das Wunder von Wien: Wir sind Europameister“.



Zu allen 6 Teilen.

Und, ja, der Franz, der Netzer und selbst Trapattoni wirkten ebenfalls mit. Bei einer Satire!

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Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen

Diesem schlimmen Brasilianer, Russen, Scheichs, jedenfalls dieses ganze Kröppzeugs, was total windig ist und sich Staatsangehörigkeiten kauft, nur weil es das kann. Womit eine solche aber total entwertet wird, etwas, was man in Deutschland niemals zulassen würde, eine Idee, auf die ein Deutscher auch niemals kommen würde. Na gut, heutzutage ist das vielleicht ein bisschen aufgeweicht wegen der vielen Einwanderer und deren zweistaatlichen Kindern. Aber vor 30 Jahren hätte doch in Deutschland niemand einfach so seine Staatsangehörigkeit wie alte Unterhosen gewechselt, nur weil er davon einen Vorteil in seinem Berufsleben gehabt hätte. Denn früher war nicht nur alles anders, sondern die Menschen waren auch besser.

Bernd Krauss (grinst) […] Ich habe damals einen österreichischen Pass beantragt, weil ich mich als Nationalspieler für die Bundesliga interessant machen wollte. Ich war 1977 von Borussia Dortmund zu Rapid Wien gewechselt, weil ich beim BVB keine Perspektive mehr sah. Ich habe dann für Österreich gespielt – und 1983 kam der Anruf von Jupp Heynckes, der mich nach Gladbach holte. Später habe ich dann wieder die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen, weil wir bei Borussia zu viele Ausländer im Kader hatten.

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Wunderknaben, diese Österreicher

Für die WM 1998 nahm Udo Jürgens keinen Song mit der deutschen Nationalmannschaft auf wie noch 1978 („Buenas Dias, Argentina“) und 1990 („Wir sind schon auf dem Brenner“), sondern mit der ebenfalls qualifizierten Nationalmannschaft Österreichs, wo alle Trends eben immer mit ein bisschen Verzögerung eintreffen: „Wunderknaben“.

Da Österreich seit dieser WM 1998 in der deutschen medialen Wahrnehmung aus dem Fußball verschwunden ist, youtube aber erst deutlich später gegründet wurde, ist dieser Song wohl kaum bekannt. Zwar hier nur eine Kurzversion, doch auch diese macht schon deutlich: Im Fußball nicht, und auch bei den Songs zur WM kann Österreich den Deutschen nicht das Mikro reichen.



Bei der WM 1998 war dann aber nach der Vorrunde Schluss für die nur im Song so benannten „Wunderknaben“.

Der Titel ist übrigens eine Referenz an das deutlich erfolgreichere, dann aber nach Anschluss aufgelöste Nationalteam der Österreicher in den 1930er Jahren.

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[Update] Gewinnspiel: Rote Karten für deutsche Nationalspieler

Jahr Spieler Partie Gegner Karte/Grund
1928 Hans
Kalb
Olympia-Viertelfinale Uruguay Meckern
1928 Richard
Hofmann
Olympia-Viertelfinale Uruguay ?
1938 Hans
Pesser
WM-Achtelfinale Schweiz Revanchefoul
1958 Erich
Juskowiak
WM-Halbfinale Schweden Revanchefoul
1968 Günter
Netzer
Freundschaft Chile ?
1968 Dieter
Erler
Freundschaft CSSR ?
1979 Konrad
Weise
EM-Qualifikation N‘lande Rot, ?
1986 Thomas
Berthold
WM-Viertelfinale Mexiko Rot, Tätlichkeit
1986 Lothar
Matthäus
Freundschaft Österreich Rot, Meckern
1989 Ronald
Kreer
WM-Qualifikation Österreich Rot, ?
1990 Rudi
Völler
WM-Achtelfinale N‘lande Rot, unsportliches Verhalten
1991 Thomas
Berthold
EM-Qualifikation Wales Rot, Tätlichkeit
1992 Ulf
Kirsten
Freundschaft Österreich Rot, grobes Foulspiel
1996 Thomas
Strunz
EM-Vorrunde Italien Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel
1998 Jürgen
Kohler
Freundschaft Brasilien Rot, grobes Foulspiel
1998 Christian
Wörns
WM-Viertelfinale Kroatien Rot, grobes Foulspiel
2001 Sebastian
Deisler
WM-Qualifikation Gr‘land Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel
2001 Carsten
Ramelow
WM-Qualifikation Albanien Rot, Tätlichkeit
2002 Carsten
Ramelow
WM-Vorrunde Kamerun Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel
2002 Christian
Wörns
Freundschaft Bosnien – H. Rot, Unsportlichkeit
2005 Robert
Huth
Freundschaft Nordirland Rot, absichtliches Handspiel
2005 Mike
Hanke
Confed-Cup um Platz 3 Mexiko Rot, grobes Foulspiel
2006 Lukas
Podolski
Freundschaft Georgien Rot, Tätlichkeit
2008 Bastian
Schw’st‘ger
EM-Vorrunde Kroatien Rot, Tätlichkeit
2009 Jérôme
Boateng
WM-Qualifikation Russland Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel
2010 Miroslav
Klose
WM-Vorrunde Serbien Gelb-Rot, Foulspiel
2012 Ron-Robert Zieler Freundschaft Argentinien Rot, Notbremse
2019 Emre Can EM-Qualifikation Estland Rot, Notbremse

So, nach langer Pause: Heute mal wieder etwas aus der allseits beliebten Rubrik: Gewinnspiele ohne Gewinn außer Rum und Ähre. Wichtiger ist bei dieser Angelegenheit neben dem Rum ohnehin, dass Gewinnspiele bei Trainer Baade ohne zu googlen ablaufen sollten, für die Neulinge unter uns. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen nicht unter 2 Jahren Konferenzschauen Premiere/Sky, Tee-Irgendwas oder sonstige Anbieter, ohne je ein einziges Spiel in seiner vollen Länge sehen zu dürfen oder zur Not auch eine Zwangseinweisung in einen dieser Kanäle als Moderator der Halbzeitpausenkonferenz, wobei natürlich sofort lebensgefährliches Austrocknen des gesamten Körpers respektive Hirns droht, wenn man mit den immer selben Floskeln von Stefan Effenberg, Ottmar Hitzfeld oder Peter Alexander Kahn konfrontiert wird. Eine Zuwiderhandlung ist offensichtlich nicht besonders empfehlenswert, und, um es mit Louis van Gaal zu sagen: Die modernen Kommunikationsmittel werden mir schon dabei helfen, eventuelle Zuwiderhandlungen lückenlos zu entdecken.

Nun aber zum eigentlichen Spiel, nur zufällig gerade zum Wochenende beginnend: Dem populären „Gewinnspiel ohne Gewinn“.

Ich muss gar nicht viel Worte machen, die Überschrift erklärt eigentlich schon alles:

Welche deutschen Nationalspieler bekamen je in einem Länderspiel eine Rote Karte (oder einen Platzverweis!), in welchem Spiel, wann, wo, und warum?

Damit das nicht so einfach zu gewinnen ist, müssen natürlich alle gefunden werden, die es je gab.

Ich werfe den obligatorischen Christian Wörns in die Runde, im WM-Viertelfinale 1998 gegen Kroatien, in Lyon, wegen einer vermeintlich vom Schiedsrichter so interpretierten Notbremse. Obwohl es ja eigentlich des unsäglichen, damals schon viel zu alten Loddars Schuld war, mit seinem viel zu kurzen, wurschtigen Pass. Aber der Loddar geht doch immer vom Platz/aus der Verantwortung, wenn es drauf ankommt, das müsste man inzwischen gelernt haben.

Welche Roten Karten/Platzverweise gab es sonst noch für deutsche Nationalspieler?

Schwarmgedächtnis: go!

Damit man es auch sieht, steht die Zwischenbilanz jetzt oben.

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Outwachler

Das ist kein Tippfehler. Da sollte nicht Auswackler oder Ottwachler stehen.

Outwachler.

Letztens erst war die EM in Österreich, wo man so ganz komische Wörter im Fußball benutzt, und in der Schweiz auch und in der Schweiz auch.

Zig Wörterbücher „Deutsch-Österreichisch“ oder „Deutsch-Wienerisch“ wurden herausgegeben. Wir haben gelernt, dass man „an der EM“ sagt, was ein „Stangerlpass“ ist und noch einiges mehr, so dass wir inzwischen sogar in der Lage wären, ein Spiel mit österreichischem Kommentar zu verstehen und zu begreifen.

Ein Wort ging uns aber durch während der EM: Outwachler.

Bedeutet Linienrichter.

Die spinnen, die Ösis.

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Färöer — Österreich 1:1

Wow, ein echter Fortschritt gegenüber Landskrona.

11. Oktober 2008. Nicht ganz so populär wie die Niederlage 1990. Aber immerhin.

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NÖ means NÖ — NÖ-Fußball

Was ist NÖ-Fußball?

Man würde annehmen, dass „NÖ-Fußball“ entweder das ist, was Energie Cottbus in dieser Saison oder Griechenland seit Otto Rehhagel spielen. Oder etwas, was nur in den frühen 1980ern vornehmlich im Dunstkreis von Drei-Akkord-schrammelnden Ansammlungen unmusikalischer, aber in den Vorzug von 0,33l-Bierdosen gekommen seiender Menschen en vogue gewesen sein kann.

Doch, ach, andere Länder, andere Abkürzungen: NÖ-Fußball ist lediglich die Bezeichnung für Fußball in Nieder-Österreich. Was, wie man hier weiß, nur entfernt etwas mit Fußball zu tun haben kann.

Es gibt bei diesen seltsamen Neinsagern — so kennt man die Österreicher gar nicht — noch mehr dieser Kajüte: eine NÖ-Landesgartenschau, das Theaterfest NÖ, das Sportland NÖ und die NÖ-Landersregierung. Ja, so stellt der kleine Mann sich Regierungen vor.

Sind Blogger von dort eigentlich auch NÖ-Blogger? Wir sagen: NÖ.

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Der Ende keines Zyklus

Frankreich verliert 1:3 in Österreich und wir blättern gar nicht allzu weit zurück, als uns die vorbildlichen Fußballinternate und natürlich die ungleich attraktiveren Aufstiegsmöglichkeiten gerade für Immigranten als mögliche Gründe für die dauerhafte Überlegenheit der Nachbarn im Westen vorgehalten wurden. Jetzt fragen wir uns, ob die Schwäche der Franzosen nicht zum großen Teil daran liegen könnte, dass alles Menschliche in Zyklen abläuft, selbst beim vermeintlich männlichen Fußball.

Wo ist der Internatsvorteil, die tolle technische und taktische Schulung, die frühe Ausrichtung auf den Fußball als Lebensinhalt und wo sind die über den grünen Rasen gelobten noch vorbildlicheren französischen Fußballausbilder, wenn man 1:3 in Österreich, ja, eben nicht einfach verliert, sondern dem Dahinsiechen der letzten Jahre — das erreichte WM-Finale 2006 war wohl nur das Pendant zu Deutschlands WM-Finale 2002 in einer ansonsten grauenhaft anzusehenden Epoche — einen für alle weit sichtbaren Leuchtturm der Einfalls- und Erfolgslosigkeit aufsetzt?

Natürlich könnte keine Auswahl der Welt den Rücktritt von Zinedine Zidane einfach so verschmerzen, und man kann solche mit Fug und Recht als Jahrhunderttalent bezeichneten Größen nun mal auch bei massig Interessenten nicht einfach so aus dem Internat zaubern. Doch genau dieses Ziel verfolgt man doch mit der Züchtung ganzer Heerscharen von Jugendlichen: Ein breites Fundament zu bilden, um die Ausschläge der Tiefs nicht allzu drastisch ausfallen zu lassen. Hier aber: 1:3 in Österreich. Eine einzelne Niederlage machte noch keinen Trend, doch für Frankreich ist es eben genau das schon lange. Es wird nur jetzt gerade besonders augenfällig.

So zeigt sich wieder einmal, zum Glück für uns, aber auch die Betreiber, dass niemand den genauen Weg zum Erfolg kennt. Und der Stein der Weisen wird im Fußball durch so Faktoren wie ständige Evolution des Spiels selbst, der taktischen Mittel, aber auch der Zusammensetzung der Ligen derart raffiniert stetig verändert, dass kein Mensch ahnt, wo er wohl aufzufinden sein könnte, geschweige denn, dass jemand sein Aussehen beschreiben könnte.

In französischen Fußballinternaten befindet er sich derzeit jedenfalls nicht. Wobei auch das morgen schon wieder anders sein könnte, antizyklisch-zyklisch.

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Dumm, dümmer, Trainer Baade

Hatte ich dereinst über Ailton gelästert, der inzwischen so weit gediegen ist, dass man eigentlich nicht mehr über ihn lästern darf (wo zur Hölle ist Altach? Und wer zur Hölle nennt einen Fußballclub „Cashpoint SCR Altach“? Für Ailton allerdings wahrlich der richtige Club.), und zudem möglicherweise gar nicht so ist, wie er wirkt, darf ich mich nun selbst einreihen bei jenen, die blöd sind. Ailton wurde zwei Mal an der selben Stelle geblitzt — am selben Tag. Mir ist nun das gleiche Kunststück gelungen, allerdings nicht am selben Tag, sondern mit Abstand von zwei Jahren. Trotzdem blöd, der Baade. Spenden bitte aufs übliche Konto.

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Demut

Wir sprachen schon davon. Die Leute, die hier jetzt im Autokorso nach einem insgesamt blamablen 1:0 gegen Österreich wild durch die Nacht hupen, sind wahrscheinlich dieselben Gesellen, die nicht einen Spieler des Gegners mit Namen kennen und da irgendwo vor der Großleinwand auch immer rumgröhlen und -tröten, weil sie ihre anale, ödipale, orale oder sonst irgendwelche Phasen noch nicht abgeschlossen haben. Hauptsache Deutschland. Hauptsache Gröhlen. Hauptsache Lärm machen, tröt, tröt, hier bin ich, nehmt mich wahr, wenn es schon sonst keiner tut.

Manchmal würde man sich wünschen, diese Leute würden endlich zum Hockey abwandern. Aber das ginge wohl erst, wenn Hockey-Turniere zur Primetime im Fernsehn liefen. Also nie.

Ich habe ja nix gegen Feiern, aber das heute war alles andere, als etwas zum Feiern. Vielleicht bin ich auch zu verwöhnt und wer da draußen jetzt gerade 18 ist, der hat ja auch noch nie bewusst ein EM-Viertelfinale mit deutscher Beteiligung erlebt. Und Modefans-Bashing ist heutzutage in unserem Inzeststadl (© by Herrn Wieland) namens Blogosquarium ebenso wenig noch vermittelbar wie Kommentatoren-Bashing. Dennoch: ein wenig mehr Demut bitte. Ein 1:0 gegen Österreich.

Gute Nacht.

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Tschüss Jupp Derwall Jogi Löw?

Ich will ja nicht unken, unke aber.

Es gab da schon mal diese Situation, dass ein Remis gereicht hätte. Die Österreicher sind keine Spanier, das hat man ganz genau gesehen. Außerdem scheint wenigstens Lehmann in irgendsoetwas wie Normalform zu sein. Aber so ein Remis ist ja immer verlockend. Damals war ein Trainer dann auch Geschichte. Und vielleicht haben wir die letzten Minuten von Jogi Löw auf der deutschen Trainerbank schon hinter uns. Wäre schade um seinen putzigen Dialekt, um die Rubrik hier und vor allem um die Katastrophe, die uns drohte, wenn er wirklich kurzfristig gegangen werden „müsste“.

Komisch, da wacht man auf und plötzlich ist alles ganz anders als überhaupt. Aber so plötzlich?

So schnell kann’s gehen.

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