Souffleurismus

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Tapfer, wie sich der Meikel da schlägt. So weit hätte es der kommende Nationaltrainer Tschechiens nie gebracht. „Simple english“ nennt man das wohl, was Michael Ballack benutzt. Für viele Menschen dieser Welt ist „simple english“ eine Wohltat, erlangen sie so auch Zugang zu Informationen, die sie mit ihren vier Jahren Grundschulenglisch ohne die Anwendung des „simple english“ nicht verstehen könnten. Und was auf uns einfach unbeholfen und stolperig wirkt, ist wahrscheinlich nur Chelsea-Vereinspolitik. Er wurde dazu angewiesen, in diesem Interview

(unbedingt bis zum Ende schauen) mit komplizierten Fragestellungen keine allzu seltenen Vokabeln zu benutzen. Im Notfall lässt er sich sogar die einfacheren Vokabeln soufflieren, bevor er eins der unbekannteren Wörter benutzt.

Das ist einfach eine komplett andere, auf die ganze Welt ausgerichtete Dimension des Merchandisings dort in der Premier League.

8 Kommentare

  1. Also ich habe jedes Wort verstanden, was trotz Englisch-LK bei Interviews lange nicht immer der Fall ist. I like simple english!
    Trainer, alter Sprachexperte, kannst du nicht mal ein „simple german“ erfinden? Wenn ich mir die Interviews aus der Bundesliga anschaue, muss es einen Markt dafür geben. Ich werfe nur mal Lincoln, Bordon und Ailton in den Raum, weil ich die öfter sehe bzw. gesehen habe. Dass die alle einen brasilianischen Pass haben, ist sicher Zufall. Nimm dich der Sache an und werde reich und sey!

  2. Finger weg von Ailton! Das sind keine schlechten Deutschkenntnisse das ist Kunst.
    Außerdem der Beweis dass man mit 5-10 deutschen Wörtern gut durch diese blöden Stimmungsinterviews kurz nach Spielende kommt.

    Was Ballack erzählt war noch nie interessant, da hilft auch kein „simple english“.

  3. Das Interview is ja noch aus der Vorbereitung letzten Saison. Heute, nach einem Jahr, siehts mit Sicherheit besser aus bzw. hoert es sich bestimmt ertraeglicher an.

  4. There have you certainly right.

  5. Achso, Zangel, das mit dem „einfach deutsch“ hatte ich mir heute auf dem Arbeitsrückweg auch überlegt. Aber einfach deutsch klänge so grausam, das könnte man keinem zumuten. Dann doch lieber „fotoshooting“, wie z. B. auf Metzelders Webseite (unter Fotoalbum) zu finden. Seit Jürgen Kalwas Kommentar wissen wir es ja besser.

  6. bayer leverkusen hat doch ein „deutsch für fußballer“-buch, oder? meine da mal was gelesen zu haben. vermutlich v.a. auf portugiesisch.-

  7. @henning: Es gibt bei YouTube ein Interview mit Ballack nach dem Gewinn des Carling Cup (http://youtube.com/watch?v=dv19RulBmf8). You‘ll be the judge. Meiner Meinung nach versteht er die sehr simplen Fragen gar nicht, hat aber gelernt so etwas zu überspielen.
    @zangel04: Hinkt der Vergleich zu den Brasilianern in Deutschland nicht ein bisschen? Oder ist Deutsch dort in der Schule Pflichtfach?

  8. Und siehe da, es gibt anscheinend tatsächlich so etwas wie „simple german“: auf deutsch heißt das dann „leichte Sprache“. Einen Preis für leichte Sprache gewann nämlich im Jahr 2004 die Seite blauer-ball.de, wie man dem Hinweis in der rechten Spalte entnehmen kann. Vergeben wird dieser Preis von einfach-fuer-alle.de. Allerdings gibt es hier andere Motive als jenes, Nichtmuttersprachlern das Verstehen zu ermöglichen.



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