Ex-round and round and round and round

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Ganz so rund geht es im Neckarstadion bald nicht mehr zu, wenn es nach den Wünschen des VfB geht. Die Laufbahn soll abgeschafft werden. Dagegen regt sich Widerstand, schließlich gibt es in Deutschland kaum noch große Stadien mit Laufbahn. Diese Laufbahnen dienen den Interessen einer besonders exotischen Gattung von Sportlern: den Leichathleten. Kennt jemand einen Leichtathleten? Ich meine jetzt nicht aus dem Fernsehen, sondern in seinem privaten Umfeld. Ich selbst war vor Beginn meiner E-Jugendzeit zwei oder drei Jahre im Leichtathletikverein, habe aber damals schon immer neidisch zu den gleichzeitig trainierenden Fußballern rübergeschaut und sobald es möglich war, gewechselt.

Ich kenne keinen einzigen Menschen, der (noch) aktiv Leichtathletik betreibt. Ich kenne auch niemanden, der — außer bei Olympia — deren Wettkämpfe, ob im Stadion oder am Fernseher verfolgt. Wären meine Zahlen nicht so subjektiv, könnte man fast sagen, Leichtathletik sei eine Randsportart, sowohl, was die Zahl der Ausübenden angeht, als auch, was die Zahl der Zuschauer angeht. Und Randsportarten sind nett, sollten aber bitte nicht den „Big One“ in Deutschland im Wege stehen. Die „Big One“ in Deutschland sind schließlich Fußball, Fußball und Fußball. Seit Michael Schumacher tot ist, kommt noch einmal Fußball dazu. Da nützen auch kleine, unbedeutende Weltmeistertitel (Handball, Hockey) nichts.

Dass Fußball mit ohne Laufbahn aber viel stimmungsvoller ist, viel mehr Spaß beim Zugucken macht und auch den potenziellen Heimschiedsrichter viel mehr beeinflusst, ist inzwischen nichts Neues mehr. Insofern sollte man doch auch beim VfB Stuttgart — nicht natürlich bei Hertha BSC, wo es seit jeher an Sachverstand mangelt — so klug sein, die Laufbahn abzuschaffen und bessere Fußball-Heimspiel-Atmosphäre schaffen. Wie gesagt, diese Pläne gibt es, doch stehen diesen die Proteste gegen die Abschaffung der Laufbahn im Wege. Hätte mich auch gewundert, wenn man das gerade in Stuttgart einfach so über die Bühne bekäme.

Leichtathletik. Pah.

10 Kommentare

  1. Hey. Psst, trainer: Wie heißt das stadion in stuttgart HEUTE???

  2. Westfalenstadion. Warum?

  3. Also ich gucke regelmäßig Leichtathletik im Fernsehen (Sigi Heinrich und Dirk Thiele sind einfach nur geil) und auch live, bin aber trotzdem dafür, möglichst viele reine Fußballstadien zu haben. In der Bundesliga haben momentan 3 Vereine mit diesem Problem zu kämpfen. Stuttgart, Berlin und Nürnberg. Das Olympiastadion wird ja ganz sicher nicht umgebaut, aber wenn dies in den anderen passieren würde, wäre das sicher für die Leichtathletik kein Problem, denn es gibt noch genügend andere Stadien, in denen Leichtathletik betrieben werden kann. Zu nennen sind da natürlich das Olympiastadion in München (am Wochenende ist da übrigens Europacup), sowie zum Beispiel auch relativ große Stadien in Ulm und Wattenscheid. Das sollte doch sicher reichen… Außerdem gibt es sehr viele Sportfeste in kleinen Stadien (Leverkusen, Cuxhaven, Ratingen) was auch gerade ihren Reiz ausmacht.
    Also zusammengefasst: Pro Leichtathletik! Pro reine Fußballstadien!

  4. Ich war als Kind Leichtathlet, auch heute bin ich noch auf der Playstation aktiv (Athen 2004).

    Ich seh lieber Leichtathleten ihre Runden drehen, als Footballer vor einer handvoll Leute meinen Rasen kaputt machen, den sie vorher auch noch vollgemalt haben.

  5. Vergiss nicht die Laufbewegung! Es ist eine Sportart (ja, die Laufbewegung an sich ist eine extra Sportart. Glaubts mir!), wo Zehntausende mitmachen und dreißig zugucken, nicht wie beim Fußball umgekehrt. Wer zu alt für Fußball ist, der läuft. Und da es bald nur noch Alte gibt, wird die Laufbewegung massiv stärker werden. Lauter Dr. Strunze. Die Laufbewegung hat sogar eine eigene Kolumne beim Spiegel. Also, denk an meine Worte: Die Laufbewegung!

  6. Nicht dass ich ein Freund der Leichtathletik wäre, aber Kontakt zu diesem Sport habe ich sehr regelmäßig. Meine direkten Nachbarn sind die Eltern von Wolgang Killing und er selbst wohnt auch nur 300 Meter entfernt.
    Wie stolze Eltern nun mal sind, erzählen sie häufig von früher, erwähnen seine aktuellen Aktivitäten oder zeigen Zeitungsartikel und Bücher. „Unser Wolfgang …“ ist eine beliebte Vokabel, wenn man sich am Gartenzaun trifft oder spontan ein Glas Wein vor dem Haus verzehrt. Aber warum erzähle ich das, wenn es um die Schaffung reiner Fußballstadien geht? Ich bin dafür!

  7. Für kleinere Orte könnte die Anschaffung von reinen Fußballstadien ein Segen sein… Beispiel: Mein Heimatort Neubrandenburg. Im Fußball reicht es nur für die Verbandsliga, über die Oberliga kommt man nicht hinaus. In der Leichtathletik hat man zumindest Namen wie Astrid Kumbernuss und Ralf Bartels, um mal nur 2 zu nennen… wenn die Leichtathleten nicht mehr iun Stuttgart, Berlin und Nürnberg, tragen sie ihre Wettkämpfe in Städten wie Neubrandenburg aus, wo die Euphorie auf Grund der Erfolge ihrer Einheimischen recht groß ist, was dann auch dem Leichtathletik-Sport zu Gute kommt…

    Und in den Fussballstadien herrscht uneingeschränkte Athmosphäre!

  8. Ich kenne Wolfgang Kieling, aber auch eigentlich nur aus Abwärts und Patrick Pacard.

  9. Ach ja, hab ich vergessen: Ich war Kreismeister (Kreis Duisburg-Mülheim) im Jahr 1999 über 100m (und ich glaub auch über 200m) und geh auch heute noch regelmäßig zu Fuß. Bin ich damit ein Leichtathlet? ;-)

  10. @ nolookpass:
    Was hat „die Laufbewegung“ mit Stadien zu tun?
    Nicht dass demnächst die Stöckchenschleiferinnen auch ihnen eigenen Dome wollen …

    Ich kucke nur Leichtathletik wenn Mocki rennt.



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