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Schlagwort: Elfmeterschießen

Alle Elfmeterschießen deutscher Clubs im Europapokal (und Losentscheide)

Filed unter: „Mit Legenden aufräumen“.

Die Bilanz bei Elfmeterschießen in Europapokalen ist aus Sicht deutscher Clubs zwar nicht ausgeglichen, sondern leicht positiv, aber weit entfernt davon, makellos zu sein. Insgesamt stehen 24 gewonnene Durchführungen 16 verlorenen gegenüber. Insofern kann man den Mythos gerne auch beerdigen, dass es irgendetwas mit der Nationalität und der manchmal dazugehörigen Mentalität zu tun hätte, dass es bei der Nationalmannschaft des DFB in dieser Disziplin so gut läuft. Schließlich fanden die allermeisten der unten aufgelisteten Elfmeterschießen zu einer Zeit statt, als die Zahl der Ausländer in einer Vereinsmannschaft noch begrenzt war oder schlicht gar keine zu einem Elfmeter antraten.

(Sollten noch welche fehlen, ob von Werder Bremen, dem 1. FC Kaiserslautern oder auch von Hansa Rostock: die Kommentarspalte ist 24/7 geöffnet.)

Darstellung des Ergebnisses im Elfmeterschießen ist jeweils aus Sicht des deutschen Clubs. Hinter dem Clubnamen ist die Bilanz in der Form (gewonnene/teilgenommene Elfmeterschießen) ausgewiesen. EC1 ist Champions League und Europapokal der Landesmeister, EC2 der Europapokal der Pokalsieger, EC3 ist Messe-Pokal, UEFA-Pokal und Europa League, SC steht für Supcercup. Et voilà:

FC Bayern München (5/6)
SC FC Chelsea 5:4
EC1 FC Chelsea 3:4
EC1 Real Madrid 3:1
EC3 PAOK Saloniki 9:8 (siehe auch Pfaff und der PAOKenschlag)
EC1 FC Valencia 5:4
EC1 Atvidaberg FF 3:1

FC Schalke (2/4)
EC3 Inter Mailand 4:1
EC3 Bröndby 1:3
EC3 Slavia Prag 4:5
EC1 FC Porto 4:1

Borussia Dortmund (2/4)
EC3 AJ Auxerre 6:5
EC1 FC Brügge 2:4
EC3 Udinese Calcio 3:4
EC3 Glasgow Rangers 3:1

Dynamo Dresden (3/3)
EC3 Dynamo Moskau 4:3
EC1 Partizan Belgrad 5:4
EC1 Malmö FF 5:4

Lok Leipzig (3/3)
EC2 Girondins Bordeaux 6:5
EC3 Ipswich Town 4:3
EC2 Velez Mostar 3:0

BFC Dynamo (2/3)
EC2 Cardiff City 5:4
EC2 Dynamo Moskau 1:4
EC1 FC Aberdeen 5:4

Carl Zeiss Jena (2/3)
EC3 RWD Molenbeek 6:5
EC3 Stal Mielec 2:3
EC2 Slavia Prag 3:2

Bayer Leverkusen (1/3)
EC3 Espanyol Barcelona 3:2 (siehe auch Ein Abend für acht Mark mit Tita, Calli und Liza)
EC1 Atlético Madrid 2:3
UI-Cup Tirol Innsbruck 3:5

Hamburger SV (0/2)
UI-Cup Olympique Montpellier 0:3
EC3 Sparta Rotterdam 1:4

VfB Stuttgart (1/1)
EC3 Real Sociedad 4:1

Vorwärts Berlin (1/1)
EC2 Benfica Lissabon 5:3

Sachsenring Zwickau (1/1)
EC2 AC Florenz 6:5

1. FC Kaiserslautern (1/1)
EC3 Ararat Erewan 5:4

Karlsruher SC (1/1)
UI-Cup Bursaspor 6:5

Borussia Mönchengladbach (0/1)
EC1 FC Everton 3:4

Eintracht Frankfurt (0/2)
EC3 Austria Salzburg 4:5
EC2 PAOK Saloniki 3:4

1. FC Magdeburg (0/1)
EC1 Malmö FF 1:2

Mainz 05 (0/1)
EC3 Gaz Metan Medias 3:4

Losentscheide

Im Folgenden nun die Losentscheide, wo die Bilanz verheerend aussieht, was aber bekanntlich nichts mit sportlichen Komponenten zu tun hat. 4x wurde gelost, 4x war das deutsche Team danach ausgeschieden. Kein Wunder also, dass mit Karl Wald ein Deutscher das Elfmeterschießen erfand.

1. FC Köln (0/1)
EC1 FC Liverpool verloren

Wismut Karl-Marx Stadt (0/1)
EC1 Gwardia Warszawa verloren

SC Aufbau Magdeburg (0/1)
EC2 Galatasaray Istanbul verloren

Hannover 96 (0/1)
EC3 FC Barcelona verloren

Schöne Faktenhuberei mal wieder, Mythos als nicht komplett falsch widerlegt, aber eben doch mit Werten, die nicht weit vom Zufall entfernt sind. Dass man Strafstöße und den Umgang mit dem Stress bei einem Elfmeterschießen sehr wohl trainieren kann, bleibt dem sonst so vertrainingswissenschaftlichten Fußball offenbar weiter ein Geheimnis, schaut man allein auf die Art der Durchführung von Strafstößen im Allgemeinen und im Elfmeterschießen ebenso.

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Alle Elfmeterschießen bei EM

Eine der prickelndsten Einrichtungen im Fußball ist das Elfmeterschießen. Sowohl, wenn man als Fan einer der beiden Mannschaften „direkt“ beteiligt ist, als auch wenn man eine Partie bei einer WM, EM oder in einem Pokalwettbewerb als mehr oder weniger neutraler Zuschauer betrachtet.

Erfunden wurde das Elfmeterschießen übrigens, wie es der Teufel so will, von einem Deutschen, einem Schiedsrichter aus Bayern namens Karl Wald. Ob das dazu führt, dass die Bilanz der deutschen Mannschaften im Elfmeterschießen bei großen Turnieren so gut ist, sei dahingestellt.

Angefangen hatte die lange Liste der Erfolge der deutschen Nationalmannschaften allerdings mit einem Scheitern in dieser Einrichtung — bei der allerersten Durchführung dieser Einrichtung im Länderfußball überhaupt. Der legendäre Schuss in den Nachthimmel über Belgrad von Uli Hoeneß ist zur stehenden Wendung geworden. Damit und mit dem anschließenden Lupfer von Panenka verlor die Auswahl der BRD das Finale um die Europameisterschaft gegen die CSSR mit 2:4 im Elfmeterschießen — und der Fußball war um eine höchst spannungsbringende Einrichtung reicher.

Übersicht aller Elfmeterschießen bei Europameisterschaften

Seit dieser Nacht von Belgrad sind viele weitere Elfmeterschießen hinzu gekommen und inzwischen gehört es schon zum Standard, dass einige der KO-Rundenspielen per Elfmeterschießen entschieden werden. Allerdings musste die Fußballwelt von 1976 bis 1996 warten, ehe dies mehr als einmal in einem Turnier der Fall war. Spitzenreiter ist die EM 2008, bei der gleich drei von vier Viertelfinals auf diesem Wege einen Sieger fanden.

Angegeben ist jeweils nur das Ergebnis im Elfmeterschießen.

EM Runde Sieger — Verlierer Ergebnis
1976 Finale CSSR – Deutschland 5:3
1980 Spiel um Platz 3 CSSR- Italien 9:8
1984 Halbfinale Spanien – Dänemark 5:4
1992 Halbfinale Dänemark – Niederland 5:4
1996 Viertelfinale England – Spanien 4:2
1996 Viertelfinale Frankreich – Niederlande 5:4
1996 Halbfinale Deutschland – England 6:5
1996 Halbfinale Tschechien – Frankreich 6:5
2000 Halbfinale Italien – Niederlande 3:1
2004 Viertelfinale Portugal – England 6:5
2004 Viertelfinale Niederlande – Schweden 5:4
2008 Viertelfinale Türkei – Kroatien 3:1
2008 Viertelfinale Spanien – Italien 4:2
2012 Viertelfinale Italien – England 4:2
2012 Halbfinale Spanien – Portugal 4:2
2016 Achtelfinale Polen – Schweiz 5:4
2016 Viertelfinale Portugal – Polen 5:3
2016 Viertelfinale Deutschland – Italien 6:5

Diese Bilanz bringt folgende Aufstellung zutage, wenn man alle durchgeführten Elfmeterschießen bei Europameisterschaften nach Erfolg pro Nation sortiert. Wenig überraschend ist England hier recht erfolglos, durchaus überraschend ist die Quote der Niederlande aber noch schlechter als jene des Teams von der Insel. Und das, obwohl man den Niederländern lange nachsagte, technisch besonders versierten Fußball zu beherrschen.

Erfolge aller Elfmeterschießen bei Europameisterschaften nach Nation

Nation gewonnen verloren Quote
CSSR/Tschechien 3 0 100
Türkei 1 0 100
Spanien 3 1 75
Deutschland 2 1 66
Portugal 2 1 66
Polen 1 1 50
Dänemark 1 1 50
Frankreich 1 1 50
Italien 2 3 40
Niederlande 1 3 25
England 1 3 25
Schweiz 0 1 0
Schweden 0 1 0
Kroatien 0 1 0

Was allen diesen engen, aber sportlichen Entscheidungen im Fußball bei KO-Rundenspielen gemein ist: man weiß nicht, wie es ausgeht. Das weiß man im Fußball zwar nie, aber gerade im Elfmeterschießen dürften die Chancen selbst für den vermeintlichen Außenseiter deutlich höher auf ein Weiterkommen sein als im normalen Spielverlauf. Diese Ungewissheit macht das Wetten im Fußball besonders bei KO-Rundenspielen so attraktiv. Gut, wenn man in diesem Falle weiß, wo man zu Sportwetten Tipps bekommt, um sich vorher schlau zu machen, wo man denn seine Tipps am besten platziert. Wie ein Elfmeterschießen dann, ob bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften oder im Pokal, ausgeht, das steht natürlich immer noch auf einem anderen Blatt. Gute Unterhaltung ist aber garantiert, ob mit oder ohne Sportwetten auf den Ausgang von Elfmeterschießen.

Für die kommende EM 2016 darf übrigens wieder mit einer größeren Anzahl an Elfmeterschießen gerechnet werden. Zum ersten Mal wird es wie bei einer Weltmeisterschaft auch bei einer Europameisterschaft ein Achtelfinale geben. Das bedeutet gleich acht (!) Gelegenheiten mehr, dass es nach 120 Minuten immer noch unentschieden steht. Wie sich in der aktuellen Qualifikation zeigt, ist auch die Überlegenheit de vermeintlich großen Nationen im Einzelfall dann doch immer zu überwinden. Und erst recht natürlich in einem Elfmeterschießen, so man es bis dahin schafft. Die neutralen Zuschauer wird es freuen, die Fans der jeweiligen Nationen nur im Falle eines glücklichen Ausgangs. Holländer dürften also eher wenig erpicht darauf sein, eine Partie nicht in den 120 Minuten zu entscheiden. Spanier werden da etwas gelassener sein, zumindest wenn sie auf die Historie vertrauen. Was man im Fußball bekanntlich niemals tun sollte.

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Gewinnspiel: Zwei Tore in der Verlängerung aufholen

Heute endlich wieder eine neue Folge der beliebten Reihe „Gewinnspiel ohne Gewinne“, bei dem es nur um den sportlichen Ehrgeiz geht, die aufgeworfene Frage möglichst umfassend zu beantworten.

Einem Amerikaner Fußball schmackhaft zu machen, sollte man vielleicht nicht unbedingt bei Fortuna Düsseldorf versuchen. Verstehn‘S mich nicht falsch: das ist ein tolles Stadion mit super Stimmung. Aber die Rede ist hier nicht von 2013, der Versuch liegt schon einige Jährchen zurück. Der Herr kannte Fußball aber ohnehin schon vorher und hatte sein Urteil für sich bereits seit geraumer Zeit gefällt und war wohl eher aus Höflichkeit dann doch mit ins Stadion gekommen.

Das Kernproblem des Fußballs lautet seiner Auffassung nach:

„Wenn eine Mannschaft 0:2 hinten liegt, ist das Spiel eigentlich immer entschieden.“

In vielen Fällen mag das zutreffen. Das 5:3 in Schweden der deutschen Mannschaft war der erste Sieg nach einem 0:2-Rückstand in einem Pflichtspiel seit 1954 (!), seit jenem 3:2 gegen Ungarn nämlich. 50 Jahre sind dann schon mal gut zwei Drittel eines Menschenlebens.

Noch dramatischer wird der Fall, wenn man statt insgesamt 90 Minuten nur noch 30 Minuten oder in unserem Fall, siehe unten, zwangsläufig sogar weniger Zeit hat, einen Zwei-Tore-Rückstand wenigstens zu egalisieren. Wenn man nämlich von der Verlängerung spricht.

Von einer der ganz wenigen Verlängerungen im hochklassigen Fußball, in der es einer Mannschaft gelang, in der Verlängerung einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen, spricht übrigens heinzkamke in wunderbarer, feinster Detailarbeit (das kann man gar nicht genug loben, so gelungen ist dies) zusammengestellter Worte in seinen Fünf Zeilen, die der Fußball schrieb (XLVII).

Die Rede ist von jener Partie, welche auch die Leser von Trainer Baade jüngst zu einer ihrer beiden liebsten Partien aller Zeiten gewählt hatten. Es geht um das WM-Halbfinale 1982 zwischen Deutschland und Frankreich.

Drüben bei angedacht warf wiederum Gunnar vom Stehblog die Frage auf, in welchen anderen relevanten Partien es dieses Phänomen schon mal gegeben habe. Hier fiel kein Beispiel ein (nein, im „Jahrhundertspiel“ gab es nie einen Zwei-Tore-Rückstand), weshalb Hilfe mal wieder sehr willkommen wäre:

In welcher Partie gelang es einem Team, in der Verlängerung einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen?

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Reine Freude (auf schwedisch)

Ohne besonderen Anlass schauen wir mal, wie positiv Fußball wirken kann. Ein schönes Beispiel von der WM 1994, als Schweden im Elfmeterschießen gegen Rumänien ranmusste (und umgekehrt).



Ich mag ja immer sehr an Elfmeterschießen, dass es dem Torhüter Gelegenheit gibt „alleine das Spiel zu gewinnen“ und er dann — nur bei dieser Gelegenheit im Fußball — explizit zum Helden werden kann.

(Gefunden bei @kentudezenog. Kann man immer mal wieder anschauen, wenn das eigene Team Niederlage an Niederlage reiht. Wobei … das macht dann wohl nur noch depressiver.)

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Alle isländischen Pokalsieger

Der Pokalwettbewerb im Fußball auf Island mit dem Namen „Bikar Karla“ wird erstaunlicherweise erst seit 1960 ausgetragen. Sponsor dieses Wettbewerbs ist das Kreditkartenunternehmen VISA, weshalb er offiziell VISA Bikar Karla heißt.

Veranstaltet wird er vom Knattspyrnusamband Islands, wie der isländische Fußballverband KSI mit vollem Namen heißt. Natürlich hat dieser seinen Sitz in Reykjavik, wo traditionell die Großzahl der isländischen Fußballverbände beheimatet ist.

Jahr Pokalsieger
1959/1960 KR Reykjavik
1960/1961 KR Reykjavik
1961/1962 KR Reykjavik
1962/1963 KR Reykjavik
1963/1964 KR Reykjavik
1964/1965 Valur Reykjavik
1965/1966 KR Reykjavik
1966/1967 KR Reykjavik
1967/1968 IB Vestmannaeyja
1968/1969 IB Akureyri
1969/1970 Fram Reykjavik
1970/1971 Vikingur Reykjavik
1971/1972 IB Vestmannaeyja
1972/1973 Fram Reykjavik
1973/1974 Fram Reykjavik
1974/1975 IB Keflavik
1975/1976 Valur Reykjavik
1976/1977 Valur Reykjavik
1977/1978 IA Akranes
1978/1979 Fram Reykjavik
1979/1980 Fram Reykjavik
1980/1981 IB Vestmannaeyja
1981/1982 IA Akranes
1982/1983 IA Akranes
1983/1984 IA Akranes
1984/1985 Fram Reykjavik
1985/1986 IA Akranes
1986/1987 Fram Reykjavik
1987/1988 Valur Reykjavik
1988/1989 Fram Reykjavik
1989/1990 Valur Reykjavik
1990/1991 Valur Reykjavik
1991/1992 Valur Reykjavik
1992/1993 IA Akranes
1993/1994 KR Reykjavik
1994/1995 KR Reykjavik
1995/1996 IA Akranes
1996/1997 Keflavik IF
1997/1998 IB Vestmannaeyja
1998/1999 KR Reykjavik
1999/2000 IA Akranes
2000/2001 IF Fylkir Reykjavik
2001/2002 IF Fylkir Reykjavik
2002/2003 IA Akranes
2003/2004 Keflavik IF
2004/2005 Valur Reykjavik
2005/2006 Keflavik IF
2006/2007 FH Hafnarfjördur
2007/2008 KR Reykjavik
2008/2009 Breidablik Kopavogur
2009/2010 FH Hafnarfjördur
2010/2011 KR Reykjavik
2011/2012 KR Reykjavik
2012/2013 Fram Reykjavík
2013/2014 KR Reykjavík
2014/2015 Valur Reykjavík
2015/2016 Valur Reykjavík
2016/2017 IBV Vestmannaeyar
2017/2018 UMF Stjarnan
2018/2019 Vingur Reykjavík

Seit 1973 findet jedes Finale im Nationalstadion Islands statt, dem Laugardalsvöllur in Reykjavik. Sein Fassungsvermögen liegt bei 15.000 Zuschauern. Der Sieger des Finales, welches in all den Jahren erst 4x im Elfmeterschießen entschieden werden musste, ist automatisch für die Europa League qualifiziert.

Da Island als in der Fünf-Jahres-Wertung sehr schlecht platziertes Land jeweils nur sehr wenige Teilnehmer an der Europa League stellen kann, ist dieser Weg ein besonders begehrter, um europäisch spielen zu können. Gleichzeitig macht die Kürze des Weges dorthin den Pokalwettbewerb zu einer Veranstaltung mit sehr eigenem Charakter, höchstens vergleichbar mit jenen anderer sehr kleiner Nationen.

Der nächste Wettbewerb startet im Sommer 2013 — und wird auch im Sommer 2013 wieder beendet sein.

Rekordtitelsieger des Fußballpokals in Island ist KR Reykjavik, welche bislang 13x siegreich in diesem Wettbewerb waren.

Anders als in Deutschland, wo man sehr viel länger im Freien Fußball spielen kann als auf Island und erst spät auf Hallenfußball ausweichen muss, spielt Hallenfußball in Island eine wichtigere Rolle, um einen ganzjährigen Trainingsbetrieb zu gewährleisten.

Der Fußballpokal wird allerdings wie in Deutschland klassisch auf dem Feld draußen ausgetragen. So wie aber die Saison der Liga auf Island im Kalenderjahr stattfindet, findet auch der Pokal entlang des Kalenderjahres statt, so dass sein Finale im späten Sommer durchgeführt wird, wenn man auch in Island noch nicht in die Halle ausweichen muss.

Im Jahr 2012 beispielsweise wurde das Finale des Pokals in Island am 18. August ausgetragen — während die 1. Runde erst am 25. Juni begonnen hatte.

Überhaupt zeichnet sich der Pokal in Island durch eines aus, was auch die Liga im Fußball auf Island definiert. Beide sind kurz, klein und kompakt. In der Liga auf Island treten nur 12 Mannschaften an. Dementsprechend gibt es im Bikar Karla, dem Pokal, nur 16 Mannschaften, die überhaupt an den Start gehen, womit die gesamte Veranstaltung direkt mit ihrem Achtelfinale beginnt und nach zwei weiteren Runden schon im Finale angelangt ist.

Insgesamt gewannen den Pokal in Island bislang 11 verschiedene Teams, der letzte Neuling war dabei Breidablik Kopavogur, das den Pokal 2009 zum ersten und einzigen Mal für sich gewann.

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Wie Arjen Robben mit Monty Python vergessen lernen könnte

Lassen wir mal beiseite, dass bei zwei in kurzer Folge verschossenen Strafstößen überhaupt noch nicht die Rede davon sein kann, dass hier eine dauerhafte Form von Unfähigkeit vorliegt, dann ist das Folgende recht spannend:

Drei wirksame Tipps soll es für Sportler geben, welche plötzlich nicht mehr beherrschen, was sie eigentlich in Weltklassemanier können. So wie Robben zum Beispiel Strafstöße verwandeln, denn vor seinem Doppel-Fail gegen Dortmund und Chelsea hatte er zwei Jahre lang keinen einzigen Strafstoß vergeben.

Psychologen empfehlen drei Tricks: sich immer wieder der gleichen Situation aussetzen («practice under pressure»). Ein Lied summen während der Ausübung, um sich selber am Nachdenken zu hindern («Always Look on the Bright Side of Life»). Oder Mantra-artig ein Wort brabbeln, das der gewünschten Bewegung entspricht («saaanft» etwa beim Putten auf dem Green oder «swusch» beim Basketball-Freiwurf).

Wobei es wichtiger wäre, dass Bastian Schweinsteiger seinen Fehlschuss vergisst, als dass Arjen Robben dies gelingt. Am 13. 6. werden die beiden schließlich Gegner bei der EM 2012 sein.

Merkwürdigerweise beschleicht mich die Ahnung, dass Jupp Heynckes die NZZ nicht ausreichend regelmäßig liest. Und auch nicht jene Quellen, aus denen sich der verlinkte Beitrag speist.

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Legenden bestätigen: Ze Germans from the punkt

Noch mal ein kurzer Nachklapp zum Real-Madrid-Spiel, welches der FC Bayern München ja erst im Elfmeterschießen für sich entschied. Gefunden beim Guardian, der der Frage nachgeht, ob der gute Ruf deutscher Mannschaften in Elfmeterschießen überhaupt berechtigt ist.

Erfahrene Fahrensmänner bei Fußballquizzen wissen natürlich, dass das auf die Nationalmannschaft mit kleiner Einschränkung uneingeschränkt zutrifft. Bei Weltmeisterschaften: 4x angetreten, 4x gewonnen. Bei Europameisterschaften hingegen 2x angetreten, 1x gewonnen, 1x Belgrader Nachthimmel. Insgesamt also 6x angetreten, 5x gewonnen — nicht perfekt, dennoch ausreichend gut, um dem Gegner einen sprichwörtlichen Köttel in der Hose angedeihen zu lassen, sofern er gegen eine deutsche Mannschaft ins Elfmeterschießen muss.

Aber es gibt ja noch andere internationale Wettbewerbe im Fußball, bei denen die Deutschen übrigens (ja, ist so) weniger erfolgreich sind als die Engländer, Europapokale nämlich. Und da stellt sich dann eben die Frage, wie es um die Werte bei dort durchgeführten Elfmeterschießen aussieht.

Kurz gesagt: 33x angetreten, 23x gewonnen. Klingt schon beeindruckend und bestätigt, dass der Mythos von den Deutschen beim Elfmeterschießen auf Realitäten fußt. Das schließt übrigens DDR-Mannschaften mit ein. Von „einem“ Trainer Baade würde man jetzt vielleicht erwarten, dass er auch noch die 33 einzelnen Paarungen im Elfmeterschießen kredenzt, aber: nicht heute.

Interessante Anmerkung des Guardians, dass dieser Wert bis zu einem gewissen Zeitpunkt noch wesentlich beeindruckender war, und das war zufällig der Zeitpunkt des Elfmeterschießens von Schalke 04 gegen Inter Mailand, welches mit einem 4:1-Sieg für Schalke endete.

Mit diesem Sieg im Frühjahr 1997 klang die Bilanz nämlich so: 25x angetreten, 20x gewonnen.

Was sagt uns das? Es scheint wirklich nur um Deutsche zu gehen. Seit die Zahl der Ausländer in deutschen Teams zugenommen hat, sinkt die Siegesquote bei Elfmeterschießen. (Vorsicht, das ist Ironie und der Versuch, auf die statistische Nichtbelastbarkeit solcher Daten in derart geringem Umfang hinzuweisen, worauf aber sicher viele gerne reingefallen wären.)

Ansonsten also endlich mal ein Mythos, der auch das genaue Hinschauen überlebt.

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Auf dem Vulkan tanzende Biere

Mit dem Testspiel heute gegen Frankreich geht es langsam in die vorletzte Kurve Richtung EM 2012. Da ich selbst in Bremen im Stadion weilen werde, kann ich heute nichts dazu bloggen, weshalb ich eine andere Geschichte erzähle.

Ich war jung, ich brauchte das Geld. Nicht dass ich solches jetzt nicht mehr brauchen würde, aber ich bin nicht mehr jung. Und das ist gut so. Denn dass ich nicht mehr so jung bin wie 1996 ist in vielerlei Hinsicht gut, für diese Zwecke hier aber vor allem in einer.

Nie wieder würde ich eine Schicht ganz gleich wie gut bezahlter Arbeit annehmen, wenn ein Finale eines großen Turniers am selben Tag ansteht. Selbst wenn, wie im Falle von 1996, die Arbeit in einer Kneipe mit Großbildleinwand und perfektem Blick auf das Spiel zu verrichten ist. Doppelter Lohn, wegen des großen Andrangs aber vierfache Arbeit und kaum Zeit, das Spiel ernsthaft zu verfolgen. Wie gesagt, das Gute am Nichtmehrjungsein ist, dass man die meisten Fehler bereits begangen hat und im Normalfall nicht wiederholt. Naiv wie ich war, dachte ich, dass doch sowieso niemand während des Spiels Bier bestellen würde, schließlich müsste man genau dann ja das Spiel verfolgen und würde nur in der Halbzeitpause und vor dem Spiel bestellen.

So aber hatte ich an jenem 30. Juni 1996 Thekendienst in einem der wenigen akzeptablen Läden meiner Heimatstadt und die Massen waren schon in der Woche zuvor anlässlich des Halbfinals gegen England in rauen Mengen in den Laden geströmt. So rau, dass manche Leute bis in den Flur stehen mussten und wohl nur die Hälfte des Bildes sahen. Also auch nur den halben Andy Möller, wie er an einer der Eckfahnen des Wembleystadions den jubelnden Pfau gab, der durchaus dazu geeignet war, die englischen Fans in ihrem Heimstadion zu provozieren. Anlass war natürlich das gewonnene Elfmeterschießen gegen den Gastgeber und das war wohl der einzige Tag im Leben des Andy Möller, an dem ihn alle Fußballdeutschen mochten.

Jedenfalls war der Laden auch am Tage des Finales proppevoll und das wirklich Neue am Public Viewing ist eigenlich nur der Umstand, dass es draußen stattfindet. Rudelgucken an sich war auch damals schon üblich, 1990 zum Beispiel im Kino (nicht ich, aber andere) und 1996 eben in dieser Kneipe. Als der Tag begann, war Oliver Bierhoff übrigens noch nur ein Ergänzungsspieler, den kaum einer kannte, weil er seine Karriere in Italien vorantrieb. Bekanntlich war das zwei Stunden nach Anpfiff völlig anders. Ohne diese beiden titelbringenden Tore wäre er vielleicht jetzt kein Manager der Nationalelf geworden, weil er es gar nicht erst zum Stammspieler in der Nationalmannschaft gebracht hätte.

An den Spielverlauf selbst habe ich wenig Erinnerungen, obwohl immerhin nur alle 2 Minuten der Griff an den Kühlschrank nötig war. Schwieriger waren da die Bestellungen im „Saal“, wo Stuhlreihen dicht gedrängt vor der Leinwand aufgereiht waren und die Gäste immer wieder nach großen Bestellungen riefen, die kellnerlike auf einem Tablett hingeschafft werden wollten. Was auch ganz gut gelang, wenn auch mit Mühe, denn natürlich sprangen immer wieder alle auf, wenn sich eine Torchance für die Deutschen abzeichnete.

Dass es Matthias Sammer war, damals Mit-, heute Gegenspieler von Oliver Bierhoff, der den Foulelfmeter zum 0:1 durch Patrik Berger verursachte, musste ich tatsächlich nachlesen, nicht aber natürlich den Ausgleich durch den Danone-Boy. Zum Zeitpunkt des 1:1 war ich gerade in Sicherheit und nicht in der Masse der Menschen mit einem Tablett unterwegs. Da sich die kleine Pointe der Geschichte jetzt schon abzeichnet, rasch weiter zu ihrem Ende: Verlängerung, nachdem Bierhoffs Ausgleich alle erleichtert und daran erinnert hatte, wieso man auch hierhin gekommen war: zum Biertrinken.

Große Bestellungsrunde, auf ins Getümmel und als ich mitten in den Zuguckern stand, fiel nach nur 5 Minuten in der ja nach Golden-Goal-Regel gespielten Verlängerung das 2:1-Siegtor für Deutschland. Ich befand mich mit einem Tablett rundum voll mit Bier in dieser Menge, die aufsprang und den Raum hüpfend und jubelnd zum „Tollhaus“ werden ließ, während ich in artistischer Manier die wertvolle Ladung rettete, indem ich sie erst hoch über allen Köpfen hielt und im nächsten Moment samt Tablett in Richtung Fußboden abtauchte.

Was für ein Triumph! Deutschland Europameister, und alle Biere gerettet, die mir danach trotzdem aus den Händen bzw. vom Tablett gerissen wurden. Die Menge strömte auf die Straßen, wo nur Sekunden nach Abpfiff schon ein Autokorso begonnen hatte. Da ruckzuck fast niemand mehr in der Kneipe anwesend war und der Chef die Stellung hielt, schaffte ich es ebenfalls in eines der teilnehmenden Autos und merkte, dass man irgendwie schlecht jubeln kann, wenn die Menschen alle getrennt voneinander im Auto sitzen. Das bisschen Hupen ist da eher so lala. Mein erster Autokorso als Insasse, und bis heute auch mein letzter. Aber immerhin als doppelter Sieger: Die auf dem Tablett tanzenden Biere nicht in den Vulkan fallen gelassen und eben Europameister.

Und jetzt Ihr: Wo und wie habt Ihr den letzten Titelgewinn 1996 erlebt?

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Lehrvideo Teil XI: Strafstoß

Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Quote der verwandelten Strafstöße im Fußball über die Jahre hinweg relativ gleich hoch bei etwa 77% liegt, was bedeutet, dass knapp jeder vierte Strafstoß vergeben wird.

Zusammengetragen hat das sicher nicht nur Roland Loy, sondern auch die diversen Datenbanken dieser Welt. Loy fand zumindest selbst heraus, dass der in anderen Ländern unbekannte Sermon davon, dass der Gefoulte nicht selbst schießen dürfe, unsinnig sei, weil die Quote in diesen Fällen nicht von der Quote der übrigen Fälle abweiche.

Gleichzeitig hatte Metin Tolan in seinem stillgelegten Blog „Querkraft“ dargelegt, welche Methode die sicherste sein müsste, zu verhindern, dass der Torwart den Ball erreiche und abwehren könne. Für die Antwort auf diese Frage braucht man eigentlich nicht viel Phantasie: Natürlich sollte der Ball möglichst weit entfernt vom Torhüter einschlagen und das ist angesichts der Tatsache, dass bislang die wenigsten Torhüter 2,44m groß sind, nun mal der Winkel, von dem ein Fußballtor zwei besitzt. Dorthin muss der Torwart sich nicht nur zur Seite, sondern auch nach oben bewegen, was ihm schwerer fällt, als sich allein zur Seite zu bewegen.

Eigentlich ganz einfach, ganz logisch auch.

Dennoch sieht man Millionen von Strafstößen, die diese Tatsache ignorieren und stattdessen einfach auf ihr Glück hoffen, welches dann in 23% der Fälle eben nicht eintritt.

Dabei bedürfte es nur ein wenig dessen, was man den Fußballern ja gerne abstreitet: Trainingseifer. Trainingseifer, um mit einer derartigen Sicherheit in den Winkel zu treffen, dass man seine persönliche Trefferquote von 77% auf einen Wert darüber steigerte.

Wie es Theofanis Gekas in diesem Beispiel wunderbar vormacht.



Wirklich erstaunlich, dass so wenige andere Schützen nicht die Eier Lust haben, sich angemessen unter der Woche auf ihre Aufgabe Strafstoß vorzubereiten, so dass sie relativ ruhigen Gewissens in den Winkel zielen könnten. Ruud van Nistelrooij machte das wohl zu seinen Zeiten bei Manchester United meist genauso: immer hoch in den Winkel, was jeder Torhüter wusste, aber dennoch nicht verhindern konnte.

Hier und heute: Theofanis Gekas.

Aber sonst? Größtenteils amateurhaftes einfallsloses Schweigen im Wald der Winkel.

(Torhüter, die weniger als jeden vierten Strafstoß halten, sind übrigens auch dann keine „Elfmeterhelden“, wenn sie denn mal zufällig doch einen halten. Sie bleiben bei unter 23% gehaltenen (minus der vorbeigeschossenen) Strafstößen das, was die Statistik sagt: unterdurchschnittlich. Kein Grund zum Jubeln, eher ein Grund, beim Elfmeterschießen den Torwart zu wechseln.)

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Mit Legenden aufräumen: Elfmeterschießen kann man nicht üben

Wir haben allerdings keine Elfmeter trainiert, da man die nervliche Belastung in so einer Situation nicht simulieren kann.

Die hier anzubringenden Einwände muss man ja nicht mal großartig ausführen. Strategien zur Stressbewältigung, zur Stressreduktion, bis zum Erbrechen automatisierte Handlungsabläufe, die nur noch so wenig bewusste kognitive Kontrolle benötigen, dass sie viel weniger von den Umständen beeinflusst werden können als vorher, Strategien zur Kontrolle, Abwehr oder nötigenfalls Verarbeitung negativer Kognitionen sowie zu guter Letzt Stärkung des Selbstvertrauens in die eigenen Fähigkeiten durch das Wissen um die tausendfach geübten Abläufe.

Wenn man schon überhaupt irgendetwas im Fußball so trainieren kann, dass die Ausführung im Spiel mit größerer Wahrscheinlichkeit gelingt als ohne intensives Training, dann doch wohl den Umgang mit Situationen bei ruhenden Bällen.

Der Fuzzi vom Zitat oben, der etliche Jahre lang selbst „Profi“ war und nun Trainer einer „Profi“-Mannschaft ist, heißt übrigens Karsten Baumann, trainiert den VfL Osnabrück und glaubt seine Thesen von 1912 wohl auch noch. Ach, streichen wir einfach „trainiert“ und fügen „steht daneben rum, wenn die Mannschaft spielt“ ein.

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