Legenden bestätigen: Ze Germans from the punkt

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Noch mal ein kurzer Nachklapp zum Real-Madrid-Spiel, welches der FC Bayern München ja erst im Elfmeterschießen für sich entschied. Gefunden beim Guardian, der der Frage nachgeht, ob der gute Ruf deutscher Mannschaften in Elfmeterschießen überhaupt berechtigt ist.

Erfahrene Fahrensmänner bei Fußballquizzen wissen natürlich, dass das auf die Nationalmannschaft mit kleiner Einschränkung uneingeschränkt zutrifft. Bei Weltmeisterschaften: 4x angetreten, 4x gewonnen. Bei Europameisterschaften hingegen 2x angetreten, 1x gewonnen, 1x Belgrader Nachthimmel. Insgesamt also 6x angetreten, 5x gewonnen — nicht perfekt, dennoch ausreichend gut, um dem Gegner einen sprichwörtlichen Köttel in der Hose angedeihen zu lassen, sofern er gegen eine deutsche Mannschaft ins Elfmeterschießen muss.

Aber es gibt ja noch andere internationale Wettbewerbe im Fußball, bei denen die Deutschen übrigens (ja, ist so) weniger erfolgreich sind als die Engländer, Europapokale nämlich. Und da stellt sich dann eben die Frage, wie es um die Werte bei dort durchgeführten Elfmeterschießen aussieht.

Kurz gesagt: 33x angetreten, 23x gewonnen. Klingt schon beeindruckend und bestätigt, dass der Mythos von den Deutschen beim Elfmeterschießen auf Realitäten fußt. Das schließt übrigens DDR-Mannschaften mit ein. Von „einem“ Trainer Baade würde man jetzt vielleicht erwarten, dass er auch noch die 33 einzelnen Paarungen im Elfmeterschießen kredenzt, aber: nicht heute.

Interessante Anmerkung des Guardians, dass dieser Wert bis zu einem gewissen Zeitpunkt noch wesentlich beeindruckender war, und das war zufällig der Zeitpunkt des Elfmeterschießens von Schalke 04 gegen Inter Mailand, welches mit einem 4:1-Sieg für Schalke endete.

Mit diesem Sieg im Frühjahr 1997 klang die Bilanz nämlich so: 25x angetreten, 20x gewonnen.

Was sagt uns das? Es scheint wirklich nur um Deutsche zu gehen. Seit die Zahl der Ausländer in deutschen Teams zugenommen hat, sinkt die Siegesquote bei Elfmeterschießen. (Vorsicht, das ist Ironie und der Versuch, auf die statistische Nichtbelastbarkeit solcher Daten in derart geringem Umfang hinzuweisen, worauf aber sicher viele gerne reingefallen wären.)

Ansonsten also endlich mal ein Mythos, der auch das genaue Hinschauen überlebt.

8 Kommentare

  1. Auf das ein Elfmeterschießen in 2 Wochen nicht mehr nötig sein wird. Macht man Körper bestimmt nicht mehr oft mit.

    Ich erlaube mir hier mal eine Frage zu stellen, die mich schon länger beschäftigt, auf die ich aber noch keine eindeutige Antwort gefunden habe:
    Wann darf sich ein Spieler CL-Sieger nennen? Offiziell jetzt.
    Die Spieler, die am Finale teilgenommen haben offensichtlich. Die Ersatzspieler auch. Was ist mit denjenigen, die beim Finale nicht einmal im Kader standen, aber vorher tatkräftig mitgewirkt haben und nun verletzt sind? Was ist mit denen, die in der Winterpause verkauft wurden? Eher nicht. Was ist mit einem Usami, der nur gefühlte 2 Minuten auf dem Feld war? Reicht es sogar, wenn man nur einmal bei einem Spiel im Kader war (Emre Can)? Oder reicht es etwa sogar, wenn man nur für die akt. Saison bei der CL gemeldet war (Breno)?

    Wahrscheinlich ist es so, dass man in der Rückrunde vom Verein für die CL gemeldet sein muss. Verifizieren konnte ich das aber noch nicht.
    Bonusfrage: Wer bekommt alles eine Medaille?

  2. Meinem Empfinden nach ist jeder Spieler offiziell Sieger eines Wettbewerbs, der in der betreffenden Saison im Kader stand, selbst wenn er nicht eingesetzt wurde und nicht mal auf der Bank saß.

    Schwieriger als bei Vereinsmannschaften ist es noch bei Nationalmannschaften, denn da müssten sich eigentlich auch jene Spieler Welt- oder Europameister nennen dürfen, die in der Qualifikation gespielt haben, wobei sich hier dann die Frage ebenfalls erweitert: Ist auch jemand, der in einem Qualifikationsspiel im Kader stand, aber nicht eingesetzt wurde, ein Titelträger? Da man aber gemeinhin nur jenen Spielern das Recht zubilligt, den Titel zu tragen, welche auch am Endturnier teilnahmen, wäre das eine überflüssige Diskussion.

    Anders als die von Dir aufgeworfenen Fragen. Wie die „offizielle“ Regelung ist, weiß ich nicht, könnte man ja tatsächlich daran ablesen, wer alles eine Medaille bekommt. Gute Frage, ich warte mal ab, ob ein Leser mehr weiß, ansonsten mach ich mich mal schlau.

    Also: Wer weiß was dazu?

  3. Recht interessant finde ich, wie das in der Premier League gehandhabt wird. Da muss man mindestens 10 Spiele in einer Saison bestritten haben (Einwechslungen zählen mit), damit man sich „Meister“ nennen darf.

    Bei Interesse:

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_football_players_with_a_Premiership_medal

  4. Von „einem“ Trainer Baade würde man jetzt vielleicht erwarten, dass er auch noch die 33 einzelnen Paarungen im Elfmeterschießen kredenzt, aber: nicht heute

    Bitte? Wer sind Sie? WordPress-Account gehackt?

  5. Und weiter geht es mit Bonusbonusfragen, Trainer: Welcher Nationalität waren denn die Elferschützen? Wieviele Nichtdeutsche trugen und tragen zum Nimbus bei?

  6. Dr Socrates, dasselbe habe ich mich beim Lesen auch gefragt.
    Am Samstag ist ja Pokalfinale mit den Bayern, die im Halbfinale Gladbach im Elfmeterschießen schlugen. Verschossen haben da Brasilien und Norwegen. (Wobei neben Deutschland auch Österreich, Belgien und Frankreich getroffen haben.)

  7. Na, alles klar, Sönke? 23 von 34, es geht abwärts. Und jetzt den Vizetitel verteidigen :D

  8. Was mir allerdings ein wenig Sorge bereitet angesichts des Löw’schen Beschleunigungsbemühens (Sie wissen schon, 1,1 statt 2,irgendwas Sekunden und so):

    In Extremsituationen, schreiben die Forscher, wird die Angst so groß, dass die Betroffenen die Priorität darauf legen, die Angst zu mildern und die Stresssituation so bald wie möglich zu beenden. Tatsächlich fanden die Forscher, dass Spieler aus Verlierermannschaften wesentlich schneller schießen. Sie warten nach dem Pfiff des Schiedsrichters im Schnitt 0,58 Sekunden bis zum Anlauf, ein ganzes Stück kürzer als Spieler ohne Elfmeter-Vorgeschichte oder solche mit Siegen in der Vergangenheit.

    Ok, meine Beschleunigungsthese ist ein wenig abstrus; der hier zitierte Artikel indes nicht. Finde ich.



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