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Schlagwort: Gerhard Mayer-Vorfelder

Wodka-Wetttrinken und Champagner-Unfall

Stichwort Stuttgart. Der langjährige Präsident des VfB Stuttgart, der mit allen Wässerchen gewaschene Gerhard Mayer-Vorfelder, wurde kürzlich 80 Jahre alt, wie sicher niemandem entging.

Auf der Webseite des offziellen VfB-TVs ließ man sich nicht lumpen und karrte damalige Weggefährten vors Mikrofon. Eigentlich wohl für eine kleine Laudatio, doch es kommt dann ein wenig anders. Jürgen Sundermann zum Beispiel, gleich 3x für insgesamt 6 Saisons Trainer beim VfB, erinnert sich höchst lebendig, wie es war, als der einstige Zweitligist VfB Stuttgart den Wiederaufstieg schaffte oder man im Europapokal in Moskau antrat.

So frei von der, ähem, Leber weg redet man wohl auch nur, wenn man an der Spitze der Alterspyramide angekommen ist. „Einmalig“ nennt Wundermann Sundermann seine Erlebnisse mit Gerhard Mayer-Vorfelder und die Begeisterung schwingt immer noch mit. Anderen würde man eventuell ein wenig galanter zum Geburtstag gratulieren — bei MV scheint diese Art stimmig zu sein.

Hier die ausschweifenden Anekdoten im Beitrag beim VfB-TV selbst anhören.

(Mit Dank an Finder Yensinho.)

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Mosaikstein Mayer-Vorfelder

„Er liebt den intellektuellen Austausch, schöpft aus seiner klassischen Bildung, kokettiert mit der Bibellektüre und verwendet Latinismen.“ Was zunächst nach Alex Feuerherdt in einer Folge von Collinas Erben klingt, ist tatsächlich auf jenen gemünzt, welcher — nach Selbstauskunft und daher wohl mit Vorsicht zu genießen — dafür verantwortlich ist, dass der deutsche Fußball sich so entwickelt hat, wie es insbesondere in der A-Nationalmannschaft seit Jahren zu begutachten ist. Sein Name lautet nicht etwa Matthias Sammer oder Theo Zwanziger und auch nicht Berti Vogts, sondern Gerhard Mayer-Vorfelder, von 2001 bis 2006 DFB-Präsident.

Oliver Fritsch beschrieb ihn schon im Jahr 2011 mit diesen Worten, aktuell feiert „MV“ seinen 80. Geburtstag. Hier hegt man keinerlei Sympathien für Mayer-Vorfeldersche Weltbilder oder sein Gedankengut. Und sein Agieren für die Progression des deutschen Fußballs heilt auch keineswegs diese Ansichten, Ressentiments und Verirrungen.

Aber gelesen haben sollte man, was Mayer-Vorfelder für den deutschen Fußball tat, weshalb ich dringend diesen Text empfehle, immer im Hinterkopf habend, dass der Mythos Sammer noch auf seine umfängliche Dekomposition wartet und der empfohlene Artikel eines von vielen Mosaiksteinchen sein kann, welche zusammen diese Dekomposition leisten.

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Alle DFB-Präsidenten

Hier die Liste aller Präsidenten des DFB seit dessen Gründung im Jahr 1900 in Leipzig. Von 1945 bis 1949 existierte kein deutscher Fußballverband. Zudem gab es ab 1940 keinen DFB mehr im eigentlichen Sinne, dieser löste sich in jenem Jahr auf. Die Aufgaben des DFB übernahm das neu eingerichtete „Fachamt Fußball“, dessen Vorsitzender allerdings ebenfalls Felix Linnemann war. Das ist nicht explizit kenntlich gemacht in dieser Auflistung, aber hiermit nun erwähnt.

Dauer DFB-Präsident
1900 – 1904 Ferdinand Hueppe
1904 – 1905 Friedrich Wilhelm Nohe
1905 – 1925 Gottfried Hinze
1925 – 1945 Felix Linnemann
1949 – 1962 Peco Bauwens
1962 – 1975 Hermann Gösmann
1975 – 1992 Hermann Neuberger
1992 – 2001 Egidius Braun
2001 – 2006* Gerhard Mayer-Vorfelder
2004 – 2012* Theo Zwanziger
2012 – 2015 Wolfgang Niersbach
2016 – 2019 Reinhard Grindel
2019 – Fritz Keller **

* Von 2004 bis 2006 bekleideten Gerhard Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger diese Funktion als sogenannte Doppelspitze. Von 1945 bis 1949 existierte kein deutscher Fußballverband.

** Vorbehaltlich seiner Wahl im September 2019, der nichts im Wege stehen dürfte.

Wie man sieht, hatte der DFB auch weit über 100 Jahre nach seiner Gründung nur Männer als Präsidenten.

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Mit Legenden aufräumen: Berti Vogts‘ Anteil an der Neustrukturierung nach 2000

Zugegeben, es ist kein wirklicher Beweis, sondern nur eine einzelne Aussage eines Zeitzeugen, allerdings des wohl wichtigsten in jener schwarzen Epoche. Berti Vogts behauptet ja immer, alles, was an Reformen etc. auf den Weg gebracht wurde, fuße zu nicht unbedeutenden Teilen auf seiner Initiative. Das mag insofern nicht gänzlich falsch sein, als er sich immer für Reformen im Bereich der Ausbildung des Nachwuchses ausgesprochen hat, Ihr lacht, aber das war damals nicht selbstverständlich. Man sollte sich erinnern können, welche Häme und auch Widerstand Klinsmann beim Umbauen der Nationalmannschaft entgegengebracht wurde.

Insofern war Vogts tatsächlich immerhin Befürworter von Reformen. Dass er heutzutage aber überall herumrennt und auch jenen, die nicht gefragt haben, ins Mikro plärrt, dass die heutigen Erfolge alle auf seinem Mist gewachsen seien, lässt sich leicht entkräften, dank des Interviews von Zeit online mit Gerhard Mayer-Vorfelder, der in jener Phase Präsident des DFB war und damit an den Schaltpulten für eventuelle Veränderungen saß.

ZEIT ONLINE: Zu den Initiatoren zählt man auch Berti Vogts, auch er selbst.

Mayer-Vorfelder: Berti Vogts behauptet immer, dass er Pläne in der Schublade hatte und hat. Ich hab aber noch keinen gesehen.

Auch ansonsten informativ amüsant das kurze Interview, informativ nicht, denn das Folgende wusste man ja schon. Wobei es durchaus die ebenfalls noch zu entkräftende Legende gibt, dass der Franz sich ja stets akribisch auf jeden Gegner vorbereitet habe etc. und eigentlich doch ein viel tollerer Trainer als nur aus dem Bauch raus war. Fraglich übrigens an selbiger Stelle, was Rudi Völler denn zum Sportdirektoren qualifiziert, abgesehen von seiner Bekannt- und Beliebtheit, wenn er schon als Trainer so wenig wusste, was er überhaupt tun will.

Franz Beckenbauer hat großen Charme, aber wenig Sinn für Konzepte. Rudi Völler war in dieser Frage nicht besonders initiativ.

Die Frage wäre noch dazu erlaubt, warum dann ausgerechnet Franz Beckenbauer im Exekutiv-Komitee der FIFA sitzen musste, wenn er doch mit Konzepten nichts anfangen kann. Das sind allerdings andere Baustellen, hier sollte es um die Legende vom für alle Erfolge der Nationalmannschaft verantwortlichen Vogts gehen.

Welche damit als reine solche enttarnt ist. Es wird immer trauriger um den Weltmeister aus Korschenbroich. Jetzt klittert er schon seine eigene Biografie, weil er sich so fürchterlich unterschätzt fühlt. Warum er nicht einfach als Privatier in seinem Wohnzimmer in Korschenbroich sitzt und ab und zu nichtssagende Interviews gibt, statt durch die Welt zu jetten und von Misserfolg zu Misserfolg zu eilen, ist auch nicht so ganz nachvollziehbar. Hier hatte man allerdings auch noch nie ausgesorgt und hätte die Wahl, einfach die Füße hochzulegen. Welche, wenn man es kann, wohl plötzlich recht unattraktiv wird. Dennoch, so langsam muss man sich Sorgen machen, ob Vogts nicht in Richtung esoterische Verschwörungstheoretiker abdriftet. 1998, nach der völlig verdienten Roten Karte gegen Christian Wörns („Vielleicht ist der deutsche Fußball manchen Leuten zu erfolgreich“) hatte man das noch für im Eifer des Gefechts entstanden gehalten. Da seine Serie an obskuren Aussagen nicht abreißt, steckt da vielleicht mehr hinter.

Legende also abgehakt.

Andere bereits entkräftete Legenden:

to be continued

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Aprilscherze

Da fielen mir einige ein:

Sepp Blatters Vorschlag, die Tore zu vergrößern. Jürgen Kohler als Bundesligatrainer. Theo Zwanzigers Vorschlag, nur noch mit neun Spielern zu spielen. Maradonas Wunsch, Nationaltrainer zu werden. Einstudierte Choreographien nach Torerfolgen. Beckenbauers Aussage über Matthäus, dass dieser alles über den Fußball wisse. Röbers Versuch, noch mal Trainer zu sein. Die amerikanischen Versuche, das Unentschieden abzuschaffen. Udo Latteks Aussage, dass man Thomas Hörster erschießen solle. Platinis Versprechungen vor seiner Wahl zum UEFA-Präsidenten. Kai Pflaume als Sportmoderator. Sepp Maier als neutraler BTT. Die Strafen für die italienischen Manipulierklubs. Deutschland in roten Auswärtstrikots. Wolfsburg in der Bundesliga. Kioyo am Elfmeterpunkt. Jack Warner von der FIFA nur verwarnt. Uli Stielike als U21-Trainer. Gelb für Torjubel. Betonfussballplätze bei der WM-Qualifikation. Die Doppelspitze beim DFB. Keine große tägliche Sportzeitung in Deutschland. Eugen Strigel. Rückennummern jenseits der 30. Meier Manager in Köln. Uli Hoeneß hat keine Email-Adresse. Deutschland — Österreich 1:0. Die Aachener Geldkoffer-Affäre. Günter Eichberg. Die Auslandsvermarktung der Bundesliga. Vogtssche Verschwörungstheorien. Matthäus lernt Englisch. Holland im Elfmeterschießen 2000. Lehmanns Bruder mit Sonnenbrille vor Gericht als Jens Lehmann. Die Phrase „Meister der Herzen“. Interviews direkt nach Spielende. Moderne Interpretationen von passivem Abseits. Dopingsperren für Kiffen. Felix Magath als Jugendförderer. Ligen ohne Abstiegsregelung. Saudi-Arabiens WM-Auftritte …

Aber ein eigener Aprilscherz fällt mir keiner ein.

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’ss ned sso aarg

Dass die Süddeutsche mittlerweile wieder zur alten Rechtschreibung übergegangen ist, ist bekannt. Neu ist, dass sie sich jetzt auch der lautmalerischen Rechtschreibung verschrieben hat und Bildunterschriften so formuliert, wie die auf dem Bild gezeigten sie aussprächen.
[photopress:prassident.jpg,full,centered]

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Mayer-Vorlaller

Dass Mayer-Vorfelder angeblich trinkt, ist inzwischen ein alter Hut, auch wenn es mir beim ersten Hören dessen noch ziemlich neu war, damals, ca. 2002. Deshalb muss auf diesen alten Hut auch nicht weiter eingegangen werden. Interessant zu lesen sind aber die beiden Begründungen der Gerichte, wieso dem Antrag von Mayer-Vorfelder gegen die diesbezügliche Satire des SWR stattgegeben wurde bzw. nicht stattgegeben wurde. Nachzulesen sind diese Begründungen im Helgoländer Vorboten [Link leider tot].

„Es kann offenbleiben, ob sich der Antragsteller zu Recht als absolute Person der Zeitgeschichte bezeichnet…“

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