Zum Inhalt springen

Schlagwort: Lettland

Meiste Meistertitel in Folge im Fußball

Da sich der FC Bayern München gerade anschickt, zum 5. Mal in Folge Deutscher Meister zu werden, womit er seinen nach der letzten Saison aufgestellten Rekord im deutschen Fußball von vier Titeln in Serie noch weiter ausbauen würde, stellt sich auch die Frage, wie es überhaupt weltweit im Fußball so aussieht bezüglich derartiger Serien.

Hier also die ultimative Liste mit jenen Clubs, die am häufigsten in Folge Meister wurden. Wobei man anmerken muss, dass Zwergländer mit nur sehr wenigen Clubs in ihren ersten Ligen hier ausgenommen sind. Das bringt uns zu folgender Liste mit einem Rekordträger aus einer baltischen Nation.

Meistertitel in Folge Club Land
14 Skonto Riga Lettland
13 Rosenborg Trondheim Norwegen
11 BATE Borisov Weißrussland
10 BFC Dynamo DDR
10 Piunik Jerewan Armenien
10 Sheriff Tiraspol Moldawien

Vom absoluten Rekordwert von Skonto Riga wäre der FC Bayern München auch im Falle eines Titelgewinns im Jahr 2017 also immer noch meilenweit entfernt. Allerdings hätte man immerhin schon die Hälfte der Serien der ebenfalls auf den Topplätzen zu findenden Clubs erreicht. In der Bundesliga ist man – außer beim FC Bayern München – über die aktuelle Stärke des deutschen Rekordmeisters nicht besonders glücklich. Schließlich gewannen die Bayern ihre letzten Titel nicht jeweils knapp vor einem oder mehreren Verfolgern, sondern stets mir riesigem Abstand, standen teils schon – wie in der Saison 2012/13 – am 28. Spieltag als neuer (und meist auch alter) Deutscher Meister fest.

Für einen Meistertipp weniger spannende Ligen

Das macht die Angelegenheit, auf den Gesamtsieger der Bundesliga am Ende einer Saison zu tippen, nicht besonders lukrativ. Sofer der FC Bayern München wieder Meister wird, jedenfalls. An die aktuelle Realität angepasst sind die Quoten bei Wettanbietern wie Betway dafür für eventuelle Meistertitel anderer Clubs umso höher. Von Verhältnissen wie in der Premier League in England, wo kaum einmal ein Team seinen Titel mehr als einmal verteidigt, kann man in der Bundesliga dennoch nur träumen.

Rekordserien in den großen fünf Ligen Europas

Immerhin sind die Verhältnisse in den großen Ligen Europas allgemein noch nicht ganz so arg wie in jenen Ländern wie Lettland, Armenien oder Norwegen, aus denen die obigen Rekordhalter stammen. Das verrät jedenfalls ein Blick auf die aktuellen Rekorde in den fünf großen Ligen Europas in Bezug auf Meistertitel in Folge. Auch wenn sich der FC Bayern und auch Juventus gerade anschicken, hier neue Rekorde aufzustellen, so sind diese in ihrem Umfang immer noch halbwegs überschaubar.

Land Verein Titel in Folge
Italien Inter Mailand und Juventus je 5 Titel in Folge
Deutschland FC Bayern München 4 Titel in Folge
Spanien Real Madrid 2x 5 Titel in Folge
Frankreich Olympique Lyon 7 Titel in Folge
England Huddersfield Town, FC Arsenal, FC Liverpool, Manchester United (2x) je 3 Titel in Folge

Der erste Rekord in England von Huddersfield Town stammt dabei sogar aus den Jahren von 1925 bis 1927 und wurde seitdem nicht mehr übertroffen, lediglich eingestellt. In der 1992 eingeführten Premier League gewann nur Manchester United den Titel drei Mal in Folge, dies allerdings gleich zwei Mal.

In Deutschland hofft man dennoch inständig, dass der FC Bayern München es dem Rekordhalter in den fünf europäischen Ligen nicht gleichmacht. Das ist Olympique Lyon, das Anfang dieses Jahrhunderts gleich sieben Mal in Folge Meister in Frankreich wurde. Für die Vermarktung der Bundesliga eine Horrorvision.

Kommentare geschlossen

Auswertung der Prognosen der EM-Qualigruppen

Mit Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Teilnehmer fragten wir uns zu Beginn der Qualifikation dazu, ob diese Qualifikation wörklöch so schröcklöch öde werden würde, wie nach allgemeiner Einschätzung zu befürchten stand. 25 Menschen teilten ihre Tipps für die jeweils drei ersten Plätze mit.

So endete die EM-Qualifikation schließlich:

A: Tschechien, Island, Türkei, Niederlande, Kasachstan, Lettland
B: Belgien, Wales, Bosnien-Herzegowina, Israel, Zypern, Andorra
C: Spanien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Luxemburg, Mazedonien
D: Deutschland, Polen, Irland, Schottland, Georgien, Gibraltar
E: England, Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen, San Marino
F: Nordirland, Rumänien, Ungarn, Finnland, Färöer, Griechenland
G: Österreich, Russland, Schweden, Montenegro, Liechtenstein, Moldawien
H: Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan, Malta
I: Portugal, Albanien, Dänemark, Serbien, Armenien

Dabei fallen vor allem drei Gruppen heraus, die nicht das Erwartete brachten: Gruppe A mit dem Scheitern der Niederlande, der Direktqualifikation Islands, Gruppe F mit dem schwachen Abschneiden von Griechenland und Finnland sowie dem überraschenden Gruppensieger Nordirland und Gruppe I, in der weder Serbien noch Dänemark erreichten, was man allgemein erwartet hatte oder hätte.

Das Gegenteil stellten vor allem die Gruppen E (England – Schweiz – Slowenien) und H (Italien – Kroatien – Norwegen) dar, in der fast alle Teilnehmer sogar die endgültige Platzierung korrekt voraussagten. Ebenso wenig überraschen die Gruppensiege von Spanien und Deutschland, wobei es da bei den weiteren Platzierungen schon variabler zuging.

Nun also zur Auswertung.

Korrekt getippe Platzierungen

Ingesamt gab es 9 Gruppen à 3 Platzierungen zu tippen, macht 27 Tipps pro Teilnehmer. 25 Personen nahmen teil. Macht 675 Tipps. Davon waren – unten im Datenteil grün gekennzeichnet – 205 völlig korrekt. Dies entspricht einer Quote von 30,4 Prozent richtiger Tipps. Die Zahl der völlig richtigen Tipps schwankte dabei zwischen 7 (26 Prozent) und 14 (52 Prozent) von 27.

Direktqualifikanten

Interessanter als die Frage nach den genau richtig getippten Platzierungen war ja aber die Frage, wie genau man vorhersagen könne, welche Teams sich schließlich qualifizieren bzw. die Playoffs erreichen. Der Ausgang der Playoffs wurde in der gesamten Auswertung nicht berücksichtigt, weil deren Teilnehmer damals natürlich nicht bekannt waren und dementsprechend auch nicht eingeschätzt werden konnten.

Im zweiten Schritt wird also die Zahl der richtig getippten direkt Qualifizierten betrachtet. Hier gab es 9 Gruppen à 2 Qualifikanten, also 18 Tipps von 25 Teilnehmern, macht 450 Tipps. Davon waren 265 Prognosen korrekt, womit sich ein Prozentwert von 58,9 Prozent als zutreffend erwies. Die Zahl der richtigen Tipps variierte hier zwischen 12 (67 Prozent) und 8 (44 Prozent).

Korrekt getippte Qualifikanten

Doch im Kern war ja die Frage, ob man ahnen könne, welche drei Teams in einer Gruppe die für die Qualifikation relevanten Plätze erreichen würde. Hier waren also wiederum 675 Tipps nötig gewesen. Allein danach ausgewertet, wie viele dieser drei Teams, egal auf welcher Position die Qualfikation bewältigten, waren nicht weniger 534 Tipps von 675 zutreffend, somit 79,1 Prozent. Der Zahl der korrekten Tipps schwankte dabei zwischen 17 (63 Prozent) und 24 (89 Prozent). Im Schnitt wurden also nur 20,9 Prozent von 27 zu prognostizierenden Qualifikanten nicht korrekt prognostiziert.

Ob man das noch interessant nennt, muss trotz des unerwartet schlechten Abschneidens von vor allem Griechenland und den Niederlanden jeder für sich selbst entscheiden.

Hier würde man auch trotz der unerwartet spannenden Gruppe mit Deutschland darauf plädieren, die Eingangsfrage, ob die EM-Quali „schröcklöch öde“ werden würde, in Bezug auf die Ergebnisse mit ja beantworten.

Die Daten im Detail – vor allem interessant für die, die teilnahmen – folgen hier jetzt in drei Versionen, entsprechend der obigen drei Auswertungsverfahren. Kann man durchscrollen oder jeweils mit diesen Links ansteuern (funktioniert nur in der Komplettversion des Textes).

1. Platzierung genau richtig
2. Direktqualifikanten korrekt
3. alle sich überhaupt Qualifizierenden richtig

Unzweifelhaft natürlich, dass alle Werte noch wesentlich günstiger ausgefallen wären, wenn ein gewisser „Trainer Baade“ nicht mitgetippt hätte.

PS: Was hier erstmals auffiel, ist, dass eine solche Qualifikation gerade mal 13 Monate dauert – in diesem Fall von September 2014 bis Oktober 2015, also nicht annähernd die zwei Jahre, die die Pause zwischen zwei großen Turniere beträgt.

10 Kommentare

Alle lettischen Pokalsieger

Der Pokalwettbewerb im Fußball in Lettland wird seit 1937 ausgetragen, allerdings gab es kriegsbedingt einige längere Pausen. Zudem war der Wettbewerb von 1943 bis 1991 der Pokalwettbewerb der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik und somit nicht jener eines eigenständigen Staates.

Seit 1992 bis heute ist der auf lettisch Latvijas Kauss futbola genannte Wettbewerb aber wieder ein nationaler Pokalwettbewerb.

Jahr Pokalsieger
1936/1937 Riga FK
1937/1938 Riga Vilki
1938/1939 Riga FK
1939/1940 -
1940/1941 -
1941/1942 -
1942/1943 FK ASK Riga
1943/1944 -
1944/1945 -
1945/1946 Daugava Liepaja
1946/1947 Daugava Liepaja
1947/1948 Dinamo Liepaja
1948/1949 Sarkanais Metalurgs
1949/1950 FK AVN Riga
1950/1951 FK AVN Riga
1951/1952 FK AVN Riga
1952/1953 Sarkanais Metalurgs
1953/1954 Sarkanais Metalurgs
1954/1955 Sarkanais Metalurgs
1955/1956 FK VEF Riga
1956/1957 Dinamo Riga
1957/1958 RER Riga
1958/1959 FK ASK Riga
1959/1960 FK ASK Riga
1960/1961 CSK Broceni
1961/1962 LMR Liepaja
1962/1963 LMR Liepaja
1963/1964 Vulkans Kuldiga
1964/1965 Baltika Liepaja
1965/1966 FK ASK Riga
1966/1967 Juras Osta Ventspils
1967/1968 Starts Broceni
1968/1969 Elektrons Riga
1969/1970 FK Jurnieks Riga
1970/1971 FK VEF Riga
1971/1972 FK Jurnieks Riga
1972/1973 Pilots Riga
1973/1974 Elektrons Riga
1974/1975 Lielupe Jurmala
1975/1976 Kimikis Daugavpils
1976/1977 Elektrons Riga
1977/1978 Elektrons Riga
1978/1979 Kimikis Daugavpils
1979/1980 Elektrons Riga
1980/1981 Elektrons Riga
1981/1982 Energija Riga
1982/1983 Elektrons Riga
1983/1984 Celtnieks Riga
1984/1985 Celtnieks Riga
1985/1986 Celtnieks Riga
1986/1987 FK VEF Riga
1987/1988 RAF Jelgava
1988/1989 Torpedo Riga
1989/1990 Daugava Riga
1990/1991 Celtnieks Daugavpils
1991/1992 Skonto Riga
1992/1993 RAF Jelgeva
1993/1994 Olimpija Riga
1994/1995 Skonto Riga
1995/1996 RAF Jelgava
1996/1997 Skonto Riga
1997/1998 Skonto Riga
1998/1999 FK Riga
1999/2000 Skonto Riga
2000/2001 Skonto Riga
2001/2002 Skonto Riga
2002/2003 FK Ventspils
2003/2004 FK Ventspils
2004/2005 FK Ventspils
2005/2006 FK Liepajas Metalurgs
2006/2007 FK Ventspils
2007/2008 FC Daugava Daugavpils
2008/2009 -
2009/2010 FK Jelgeva
2010/2011 FK Ventspils
2011/2012 Skonto Riga
2012/2013 FK Ventspils
2013/2014 -

Wie heutzutage üblich, nimmt der Pokalsieger einer kleineren Fußballnation nur an der Qualifikation zur Europa League teil, dies ist allerdings immer noch mehr, als der lettische Pokalsieger noch zu Sowjetzeiten erwarten durfte. Nur im Falle eines gesamtsowjetischen Pokalsiegs hätte eine lettische Mannschaft am damaligen Europapokal der Pokalsieger teilnehmen dürfen. Kaum nötig zu erwähnen, dass dies nie einem lettischen Club gelang.

Die eher geringen Erfolge des Fußballs in Lettland — nur eine Qualifikation für ein großes Turnier mit der EM 2004 steht zu Buche — sind allerdings auch darin begründet, dass in dem Land im Baltikum Eishockey Sportart Nr. 1 ist.

Auf Platz folgt dann Basketball, nicht etwa Fußball, welcher sich erst seit einigen Jahren größerer Beliebtheit erfreut. Dies gilt jedoch in erster Linie für die Nationalmannschaft. Zur Zeit ist Artjoms Rudnevs beim Hamburger SV allerdings der einzige aktive Profi aus Lettland in Deutschland.

Ausgetragen wird der Wettbewerb vom 1922 gegründeten lettischen Fußballverband Latvijas Futbola federacija (LFF), welcher 1922 der FIFA beitrat und diesen Schritt nach seiner Unabhängigkeit von der UdSSR 1992 wiederholte.

Verfolgenswert ist der lettische Fußball aber nicht zuletzt deshalb, weil seine Liga Virsliga in schicken, kleinen Stadien stattfindet, weil die Nähe der Fans groß und die Einkommen der Spieler nicht exorbitant sind. Und wer sich für Sportwetten interessiert, findet in Lettland immer mal wieder einige tippenswerte Begegnungen, deren besten Quoten man auf dieser Seite einsehen kann.

Internationale Erfolge im Fußball werden wohl für Lettland weiter auf sich warten lassen. Was nichts daran ändert, dass der nationale Pokalwettbewerb seit der Unabhängigkeit in Skonto Riga zwar einen Rekordsieger kennt, aber keinen Seriensieger. Immerhin 7 verschiedene Vereine gewannen den Latvijas Kauss futbola seit 1992. Und es steht nirgendwo geschrieben, dass einer der künftigen lettischen Pokalsieger nicht für Furore in der Europa League sorgen könnte.

Auf Platz 119 der Weltrangliste liegend, gäbe das auch sicher einen Schub für die Nationalmannschaft, die sich auch für das nächste große Turnier, die WM 2014 in Brasilien, bedauernswerterweise aller Voraussicht nach nicht qualifizieren wird.

Kommentare geschlossen

Alle lettischen Meister

Den ersten Fußballmeister spielte man in Lettland im Jahr 1922 aus, Serienmeister der 1990er nach der wiedererlangten Unabhängigkeit ist Skonto Riga.

Saison Meister
1921/1922 SV Kaiserwald Riga
1922/1923 SV Kaiserwald Riga
1923/1924 Riga FK
1924/1925 Riga FK
1925/1926 Riga FK
1926/1927 Olimpija Liepaja
1927/1928 Olimpija Liepaja
1928/1929 Olimpija Liepaja
1929/1930 Riga FK
1930/1931 Riga FK
1931/1932 ASK Riga
1932/1933 Olimpia Liepaja
1933/1934 Riga FK
1934/1935 Riga FK
1935/1936 Olimpija Liepaja
1936/1937 Olimpija Liepaja
1937/1938 Olimpija Liepaja
1938/1939 Olimpija Liepaja
1939/1940 Riga FK
1940/1941 -
1941/1942 ASK Riga
1942/1943 ASK Riga
1943/1944 -
1944/1945 -
1945/1946 -
1946/1947 -
1947/1948 -
1948/1949 -
1949/1950 -
1950/1951 -
1951/1952 -
1952/1953 -
1953/1954 -
1954/1955 -
1955/1956 -
1956/1957 -
1957/1958 -
1958/1959 -
1959/1960 -
1960/1961 -
1961/1962 -
1962/1963 -
1963/1964 -
1964/1965 -
1965/1966 -
1966/1967 -
1967/1968 -
1968/1969 -
1969/1970 -
1970/1971 -
1971/1972 -
1972/1973 -
1973/1974 -
1974/1975 -
1975/1976 -
1976/1977 -
1977/1978 -
1978/1979 -
1979/1980 -
1980/1981 -
1981/1982 -
1982/1983 -
1983/1984 -
1984/1985 -
1985/1986 -
1986/1987 -
1987/1988 -
1988/1989 -
1989/1990 -
1990/1991 -
1991/1992 Skonto Riga
1992/1993 Skonto Riga
1993/1994 Skonto Riga
1994/1995 Skonto Riga
1995/1996 Skonto Riga
1996/1997 Skonto Riga
1997/1998 Skonto Riga
1998/1999 Skonto Riga
1999/2000 Skonto Riga
2000/2001 Skonto Riga
2001/2002 Skonto Riga
2002/2003 Skonto Riga
2003/2004 Skonto Riga
2004/2005 Metalurgs Liepaja
2005/2006 FK Ventspils
2006/2007 FK Ventspils
2007/2008 FK Ventspils
2008/2009 Metalurgs Liepaja
2009/2010 Skonto Riga
2010/2011 FK Ventspils
2011/2012 FC Daugava Daugavpils
2012/2013 FK Ventspils
2013/2014 FK Ventspils
2014/2015 FK Liepaja
2015/2016 FK Spartaks Jurmala
2016/2017 -
2017/2018 -
Kommentare geschlossen

Playoffs mit Teilnehmern aus Europa

Folgend eine Aufstellung aller je mit Teams aus Europa stattgefunden habender Playoff-Spiele für die Qualifikation zu einer EM oder WM.

Eigentlich sollte es nur um die WM-/EM-Playoffs der UEFA aus jüngerer Zeit gehen, sprich seit der WM 1998, als diese Playoffs in großem Umfang eingeführt wurden. Wenn man dann aber einmal dabei ist, sieht man, dass diese Erfindung schon lange existiert und insofern gar nicht so merkwürdig ist, wie sie auf den in 1980er Jahren Fußballsozialisierten heute immer noch wirkt.

Obschon sie natürlich begrüßenswert ist: Jede auf sportlichem Wege durch den Ausgang eines Spiels zustande gekommene Entscheidung ist besser als eine mit irgendwelchen ominösen Torkoeffizienten oder Fairplaywertungen oder — im Prinzip noch absurder — durch einen Quervergleich von Gruppendritten, welche gegen unterschiedliche Gegner antraten. Wie man unten sieht kommt dieser Weg der Entscheidung erstaunlich häufig ohne Zusätze an die Spielzeit von 180 Minuten aus, der Auswärtstorregel, über deren Berechtigung man natürlich ebenfalls streiten könnte, sei Dank.

Wen nur die jüngere Zeit interessiert, der möge sofort nach unten scrollen, andere werden sicher einige Begnungen aus älterer Zeit finden, welche ihnen entfallen waren.

WM 1958

Israel Wales 0:2 (0:1)
Wales Israel 2:0 (0:0)
 

WM 1962

Israel Italien 2:4 (2:0)
Italien Israel 6:0 (1:0)
 
Marokko - Spanien 0:1 (0:0)
Spanien Marokko 3:2 (2:1)
 
Jugoslawien Südkorea 5:1 (1:0)
Südkorea Jugoslawien 3:1 (2:0)
 

WM 1974

Die UdSSR trat aus politischen Gründen nicht zum Rückspiel in Chile an. Chile hingegen trat an und schoss sofort das 1:0. Im Anschluss wurde die Partie abgebrochen, weil ohne Gegner kein Wiederanstoß möglich war. Gewertet wurde das Spiel mit 2:0 für Chile, welches sich damit für die WM-Endrunde in Deutschland qualifizierte.

UdSSR Chile 0:0
Chile UdSSR 2:0 am Grünen Tisch
 

WM 1978

Ungarn Bolivien 6:0
Bolivien Ungarn 2:3
 

WM 1986

Da es Vierer- und Dreiergruppen in der Qualifikation gab, mussten die jeweils Zweiten der Dreiergruppen noch durch eine zusätzliche Playoff-Runde, Schottland sogar gegen den Vertreter Ozeaniens antreten.

Belgien - Niederlande 1:0
Niederlande - Belgien 2:1
 
Schottland - Australien 2:0
Australien - Schottland 0:0
 

EM 1996

Die 6 besten Gruppenzweiten aus den 8 Gruppen waren direkt qualifiziert. Der letzte und der vorletzte der Tabelle der Gruppenzweiten bestritten ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden, der passend zum EM-Ausrichter von 1996 in Liverpool, England, lag.

Irland - Niederlande 0:2 (0:1)
 
15 Kommentare

De groeten, Rafael!

Endlich isser weg. Das war ja nun wirklich nicht mehr zu ertragen, wie dieser Bubi, dieser Knilch (was ja mittlerweile auf fast alle Spieler aus dieser Perspektive zutrifft), sich noch in jedem Sommer-, Winter- oder Herbstloch mit Trikots von Bananenrepubliken oder Ähnlichem für die Zeitung ablichten ließ, diverse Spalten und Überschriften belegte und dann auch noch lächerliche Schauspielaufführungen gab, um potenzielle Wechsel nicht zu gefährden, ohne beim Abschied zu vergessen, dass er Hamburg — seine Perle — natürlich liebt und auch die Menschen dort.

Die übrigen Menschen in der Bundesrepublik scheint er nicht besonders zu mögen, ansonsten hätte er uns allen dieses jahrelange enervierende Theater inklusive herzerweichendem Gelaber von spanischen Großeltern elterlicherseits erspart, in deren Land er natürlich unbedingt spielen müsse, eines Tages. Wie schön für ihn, dass seine Großeltern nicht aus Lettland oder Albanien stammen. Sylvie van der Vaart hätte nie via OTTO-Katalog unsere Augen drangsaliert und man hätte noch tatsächliche Saure-Gurken-Zeit haben können. Und jetzt das! Da sind die Gurken mal seit dem verlorenen EM-Finale bis auf ein Streitchen zwischen Immer-noch-Heißsporn Sammer und Bundes-Jogi über eine Party extrem sauer, da wartet van der Vaart auch noch extra bis zum Ende dieser Spreewälder-sind-die-besten-Zeit, bevor er schließlich wechselt.

Es hätte doch alles so einfach sein können.

Nun sind wir froh, dass Ruhe eingekehrt ist bezüglich dieses Themas. Auch wenn wir wissen, dass das nächste leidige nicht weit sein kann. Siddharta Goppingen Gautama lauert schon darauf, dass ihm der Kopf von seinem steinernen Haupt abgeschlagen wird. Aber dazu später mehr. Sagen, wir, in einer Woche. Was ist schon eine Woche im Vergleich zum Kreislauf der ständigen Wiedergeburt?

9 Kommentare

Luxemburg also – II

Ich hatte schon davon gesprochen. Luxemburg wird der Gegner für das zusätzliche Testspiel der Deutschen, Liechtenstein war ebenfalls im Gespräch. Zum selben Thema äußert sich jemand in der FR. Dem Urheber dieses Beitrags, in welchem die deutschen Kantersiege der letzten Jahre gegen Liechtenstein und Luxemburg aufgezählt werden, scheint aber etwas durchgegangen zu sein: Liechtenstein ist im Gegensatz zu Luxemburg kein Kanonenfutter mehr.

Deshalb hat Oliver Bierhoff ja auch Luxemburg für das zusätzliche Testspiel der Deutschen ausgewählt und nicht Liechtenstein.

Die Liechtensteiner Ergebnisse in der WM-Qualifikation 2006 verdeutlichen dies:

18.08.2004 Liechtenstein – Estland 1:2 (0:1)
08.09.2004 Slowakei – Liechtenstein 7:0 (2:0)
09.10.2004 Liechtenstein – Portugal 2:2 (0:2)
13.10.2004 Luxemburg – Liechtenstein 0:4 (0:2)
17.11.2004 Liechtenstein – Lettland 1:3 (1:1)
26.03.2005 Liechtenstein – Russland 1:2 (1:2)
04.06.2005 Estland – Liechtenstein 2:0 (1:0)
08.06.2005 Lettland – Liechtenstein 1:0 (1:0)
17.08.2005 Liechtenstein – Slowakei 0:0 (0:0)
03.09.2005 Russland – Liechtenstein 2:0 (1:0)
07.09.2005 Liechtenstein – Luxemburg 3:0 (1:0)
08.10.2005 Portugal – Liechtenstein 2:1 (0:1)

Eine einzige Klatsche ist mit dem 0:7 gegen die Slowakei dabei, was die Liechtensteiner aber nicht daran hinderte, sich im Rückspiel gegen eben jene Slowaken mit einem 0:0 einen Punkt zu sichern. Überhaupt verloren sie nur vier (!) von zwölf Partien gegen so Gegner wie Russland, Portugal oder die Slowakei mit mehr als einem Tor Unterschied. Gleichzeitig ließen sie Luxemburg mit insgesamt 7:0 Toren (Grüße an Jeff Strasser) bei zwei Siegen in zwei Partien reichlich alt aussehen.

Ich verstehe nicht, warum Journalisten unfähig sind, aktuelle Ereignisse in ihr von Klischees scheinbar nur so vollgestopftes Hirn einzubauen. Liechtenstein ist sicher ein „Kleiner“, um mal auf den Einwurf von Anita Bezug zu nehmen, aber genauso sicher kein Kanonenfutter mehr.

9 Kommentare

(EM-) Showtime

Da wir hier ja keinen Bundesliga- oder Kleintalentblog haben und Werder Bremen dann doch angetreten ist und auch keinen Protest einlegen wird, kommen wir zurück zu den wichtigen Dingen im Weltfußball. Heute ist die Auslosung der Qualifikationsgruppen zur EM. Vor der Auslosung der WM-Gruppen lag ich mit zwei richtigen von drei Gegnern noch ganz gut, einen Tipp versage ich mir dies mal aber. Schließlich werden heute der deutschen Mannschaft sechs weitere zugelost und wenn ich mich aus meiner kurzen Zeit der Lehre der wirtschaftswissenschaftlichen Statistik richtig entsinne, ist das ein sogenanntes „Ziehen ohne Zurücklegen“ (mit dem Zusatz, dass nur aus bestimmten Töpfen gezogen wird) und das bedeutet Möglichkeiten in Höhen, die ein Tippen fast verunmöglichen. Die Töpfe schauen wir uns aber trotzdem mal an:

Topf 1:
Griechenland
Niederlande
Portugal
England
Tschechien
Frankreich
Schweden

Topf 2:
Deutschland
Kroatien
Italien
Türkei
Polen
Spanien
Rumänien

Topf 3:
Serbien/Montenegro
Russland
Dänemark
Norwegen
Bulgarien
Ukraine
Slowakei

Topf 4:
Bosnien-Herzegowina
Irland
Belgien
Lettland
Israel
Schottland
Slowenien

Topf 5:
Ungarn
Finnland
Estland
Wales
Litauen
Albanien
Island

Topf 6:
Georgien
Mazedonien
Weißrussland
Armenien
Nordirland
Zypern
Moldawien

Topf 7:
Liechtenstein
Aserbaidschan
Andorra
Malta
Färöer
Kasachstan
Luxemburg
San Marino

Als Veranstalter qualifiziert:
Österreich
Schweiz

Dem geschulten Leser wird auffallen, das in Topf 7 acht Mannschaften sind. Das bedeutet, dass es sechs Gruppen mit sieben Mannschaften geben wird und eine Gruppe mit acht Mannschaften. Die pro Gruppe besten zwei sind für das Turnier in Österreich und der Schweiz qualifiziert. Wer dann Bundestrainer sein wird, steht noch in den Sternen.

Da es mich aber doch wieder in den Fingern juckt und mich mein Geschwätz von vorhin (ich war zwischendurch auf der Toilette) nicht kümmert, tippe ich folgende Gruppe für Deutschland:

Portugal, Deutschland, Russland, Slowakei, Wales, Mazedonien, Andorra und als Sahnehäubchen, falls wir in die Achtergruppe kommen, San Marino.

Es wird ohnehin Zeit, dass wir mal gegen San Marino spielen müssen. Die Spiele gegen Färöer fand ich schon schick, San Marino wäre ähnlich fein.

Glücksfeen bei der Auslosung werden zwei ehemalige Bundesligaprofis sein: Andreas Herzog und Stéphane Chapuisat. Na dann man tau.

2 Kommentare