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Schlagwort: Wien

Finale — wohohoho?

[photopress:austragungsort_der_finale_der_champions_league_1.jpg,full,alignleft] Manche Ideen liegen einfach so auf der Straße (zum Europapokalsieg) herum, man muss sie nur aufsammeln. Der Spielbeobachter hat das getan, indem er alle Endspielorte des Europapokals der Landesmeister bzw. der Champions League schön ansehbar zusammengefasst hat.

Einige dicke Klöpse aka Kreise sind zu erkennen, welche die häufigsten Austragungsorte der Finals veranschaulichen, darunter einer der Top-Kandidaten: Wien, obwohl doch [x-beliebiges, inzwischen ermüdendes Österreich-Bashing einfügen].

Skandal sondergleichen: Noch kein einziges Finale des Europapokal der Landesmeister bzw. der Champions League fand in Skandinavien statt, während die vergleichbare Struktur Benelux überrepräsentiert ist.

Allerdings gibt es da noch jemanden, der sich beschweren könnte, und das ist der ehemalige Ostblock mit genau einer Austragung zu seinen Zeiten (Belgrad) und genau einer Austragung nach seinen Zeiten (Moskau).

Aber man sehe dies und Vieles mehr am besten selbst in des Spielbeobachters schicker Infografik.

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Unbekanntes aus … Klagenfurt

… Klagenfurt.

Klagenfurt heißt gar nicht Klagenfurt, sondern Klagenfurt am Wörthersee. Das ist seit 2007 so. Hier waren ähnlich Komplexbeladene am Werke, die ihrer Stadt noch das Portiönchen Extravaganz verleihen wollten, was sie eben nicht hat, wie in Rothenburg ob der Tauber, Newcastle-upon-Tyne oder Bad Berleburg. Klagenfurt am Wörthersee. 22 Buchstaben für ein rien ne va plus.

Klagenfurt besitzt zusammen mit der Stadt Wiesbaden die älteste Städtepartnerschaft der Welt, und zwar seit 1930. Muss etwas seltsam gewesen sein, als man dann 1938 plötzlich im selben Staate lebte. Aber solche Partnerschaften innerhalb eines Staates gibt es ja auch in Deutschland, wo Städte aus der alten Bundesrepublik eine Partnerschaft mit Städten aus den NFL FNL haben. Städtepartnerschaften sind eine der überflüssigsten Einrichtungen dieser Welt. Man sollte lieber zu Hause bleiben und was für die Schule tun.

Klagenfurt ist mit nur 92.000 Einwohnern bereits die sechstgrößte Stadt in Österreich. Auf Platz 1 liegt natürlich Berlin, gefolgt von Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg. Und bis auf die Stadt „Superpfund“ sind das auch schon alle österreichischen Städte, die man gemeinhin kennt. In der Konglomeration Wien lebt mit 2 Millionen Menschen ein Viertel aller Österreicher, eine bessere Quote erreicht international wohl nur noch Montevideo.

Klagenfurt brachte auch den Romancier Robert Musil hervor, bzw. eigentlich war das seine Mutter, aber sonst könnte der Absatz hier nicht wie alle anderen mit dem Wort „Klagenfurt“ beginnen. Musil bewies mit seiner zweiteiligen Trilogie „Der Mann ohne Eigenschaften“ — obwohl bereits 1932 veröffentlicht — schon zu jener Zeit Weitblick auf die EM 2008, bei der Miroslav Klose in diesem Stadion antreten würde.

Klagenfurt hat eine Universität, einen Wörthersee, einen Hauptbahnhof, ein Stadion und irgendwo sogar einen Flughafen. Während man beim Stadion wenig kreativ war („Wörthersee-Stadion“), aber immer noch kreativer als bei deutschen Stadiennamen derzeit, hat die Universität einen Namen wie Hamburg-Mannheimer, Aachen-Münchener oder Callsen-Bracker: Adria-Alpen-Universität. Beim ersten Teil des Namens denkt man unweigerlich an Eisdielen in den an dieser Stelle zu oft zitierten Fußgängerzonen, auf deren Stühlen man immer entweder Schmerzen oder Beklemmungen bekommt, niemals aber das Gefühl von Entspannung. Außerdem sind die Bällchen zu klein. Beim zweiten Teil des Namens denkt man entweder an Schokolade, an einen Ort am Niederrhein oder an Berge. Eine Eisdielen-Schokoladen-Universität — es scheint als sei Klagenfurt ganz nah am Schlaraffenland. Oder alle Klagenfurter sind fett, was aber eher unwahrscheinlich wirkt, weil der „Oggersheimer Koloss“ hier ständig zum Abspecken hinfuhr.

Klagenfurt hat wie gesagt ein Stadion, das Wörthersee-Stadion, das als URL komischerweise unter sportpark-klagenfurt.at zu finden ist, womit wir dann doch wieder bei der deutschen Stadiennamenszenerie angelangt wären. 32.000 Zuschauer fasst es zur EM oder „an der EM“, wie man dort sagt. Nach der EM folgt der Rückbau des Stadions auf eine Kapazität von 12.000 Zuschauern. Die überflüssigen Tribünen werden, wie man es in Entwicklungsländern häufig macht, abtransportiert und an anderen Stadien wieder aufgebaut. Eine nette Idee. Außerdem gewann das Stadion den „grünen Ball“ für besondere Umweltfreundlichkeit. Den grünen Ball. Wow.

Klagenfurt. So weit, so klein.

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Wiener Straßencafé

So stell ich mir das in Österreich vor, auch wenn’s gar nicht in Wien, sondern in Salzburg war: Kurz vor einer von der UEFA geplanten Konferenz in einem riesigen aufblasbaren Zelt (nein, nicht die Allianz-Arena) entwich Luft durch einen Riss und das Ding stürzte in sich zusammen.

Was in Deutschland wohl einen mittelprächtigen Aufschrei bezüglich der Sicherheit der WM-EM-Arenen nach sich gezogen hätte — man erinnere sich an das kurzzeitige Medienrauschen nach der Veröffentlichung der Prüfergebnisse der Stiftung Warentest — ist in Österreich kein Problem und wird nonchalant gelöst:

„Eine geplante Pressekonferenz wurde in ein nahegelegenes Café verlegt.“

Stück Sachertorte dazu?

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Ab heute nur noch Limonade

Manche Dinge wirken schriftlich einfach nicht, da kann man die Tastatur auf den Kopf stellen. Also: auf zum Audio-Fanguide zur Europameisterschaft in Österreich, der alle wichtigen Wendungen für uns Ausländer im originalen Wienerisch und in Übersetzungen nach Deutsch und Englisch darbietet.

„Ich geh noch einmal ins Bett“, „Ich will noch ein bisschen schlafen“ oder „Ich will nicht aufstehen“ — besonders die Kategorie „Am nächsten Morgen“ ist herrlich. Da hat jemand an alles gedacht.

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Keine Ausreden mehr für Wildpinkler

Wildpinkeln, die Besitzer der Vorgärten rund um den alten Bökelberg können ein Lied davon singen, ist eine der größten Plagen im Zuge eines großen Fußballereignisses. Damit Wien nicht von den Wildpinklern von der Landkarte gespült wird, hat sich die Stadt etwas Besonderes einfallen lassen:

Wien wird WC-Stadt

Beim ersten Lesen der Überschrift fühlt man sich unweigerlich an die englische Abkürzung der Weltmeisterschaft erinnert und denkt: Halt, es ist doch Europameisterschaft in Wien, nicht Weltmeisterschaft, wie kann Wien da WC-Stadt werden? Und richtig gelesen, Wien wird wirklich WC-Stadt, indem es „an der EM“ (oder sagen das nur die Schweizer) 1200 zusätzliche WC-Anlagen aufstellen wird, mobile Dehydrierpaläste sozusagen.

«Niemand wird eine Ausrede haben, denn man kann alle 50 Meter pinkeln», erklärte Vizebürgermeisterin Grete Laska am Dienstag.

Was aber ist mit jenen Fans, die schon zu voll sind, um noch 25 Meter zu laufen?

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„EM-Ticket reicht nicht“

Nein, einfach nur teilnehmen reicht nicht, da will er auch gleich noch ins Finale.

„Aber ich werde sicher kämpfen, damit ich auch beim Finale in Wien dabei bin.“

Konrad Plautz ist der österreichische Schiedsrichter bei der EM. Offensichtlich hat er genauso viel Vertrauen in die Fähigkeiten der österreichischen Spieler wie die Buchmacher. Oder hörte man Dr. Markus Merk sich vor der WM 2006 wünschen, dass er unbedingt das Finale pfeifen wolle?

Naja, hörte man vielleicht, kann man sich heute aber kaum noch vorstellen. Jedenfalls möchte Konrad Plautz ins Finale und wir sagen: Die Chancen stehen gut.

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Wer zuletzt lacht, lacht in Wien

My beautiful self hatte die Idee, Bertdesign hat dann das Target ausgemacht. Der polnische Verband betreibt eine Umfrage, auf welchem Platz die polnische Fußballnationalmannschaft ihre Vorrundengruppe bei der EM beenden wird. Da der polnische Fernsehsender www.tvn24.pl vor Kurzem eine Umfrage bei kicker.de kaperte, wollen wir uns nun ein klein wenig revanchieren, nicht ohne klar zu sagen, dass es sich hier um eine, naja, nennen wir es Spaßguerilla-Aktion ohne nationalistische Ressentiments handelt. Wer Umfragen in Deutschland kapert, verfälscht oder mit verfälschten Umfragen kapern geht, darf sich nicht wundern, wenn etwas zurückkommt. Leider kann ich mit meiner Handvoll Besucher pro Tag nicht wirklich gegen die 300.000 Besucher, die der polnische Fernsehsender auf den Plan rief, anstinken, deshalb bitte ich um Unterstützung all jener Blogs, denen eine solche Aktion nicht zu kindisch erscheint.

Bitte also beim polnischen Verband auf 4. miejsce klicken, miejsce ist polnisch für Platz. Danke.

Die martialische Sprache auf dem Blindfischblog („zum Gegenschlag ausholen“) unterstütze ich übrigens nicht, ich nenne das Ganze etwas schmähhafter:

„Wer zuletzt lacht, lacht in Wien.“

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Ich bringe ihn um

Morgen bringe ich ihn um.

Wer den Loriot-Sketch nicht kennt, dem sei er ans Herz gelegt. Von hier aus. Von Beckmanns Sprecherkabine aus eher nicht, denn dort gibt es keinen Humor. Dort gibt es nur vorgefertigte Schablonen, dort gibt es nur Emotionen, Emotionen, emotions, nein, erwarten Sie nicht zu viel. Dort gibt es keinen Fußballkommentar, ob mit oder ohne Humor. Es gibt ihn nicht.

Sollte er noch einmal ein Spiel kommentieren, das ich schaue, werde ich ihm eine Axt an den Kopf werfen, auf dass das zugefrorene Meer in ihm schmilze, das verhindert, dass er das Spiel, welches ist, sehen und kommentieren kann, und nicht jenes, welches er gerne sähe oder welches sich doch eigentlich, gemäß seinen Vorstellungen, entwickeln müsste.

Morgen bringe ich ihn um.

(Falls hier irgendjemand das passende, von Beckmann kommentierte Spiel vermisst, das in den letzten Wochen ja gar nicht stattgefunden haben kann: Haben Sie je Wien bei Nacht gesehen? Haben Sie das schon erlebt? Oder anders gesagt: Ist es relevant, um welches Beckmannsche Spiel es hier geht? Man schämt sich ein wenig, aber man wünscht sich fast Faßbender zurück. Der war inhaltlich nicht besser, aber er blieb bei dem, weswegen wir eingeschaltet hatten: beim Fußballspiel.)

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3:8 — 1978 3x 0:0

Kann irgendjemand mit diesen Zahlenkombinationen etwas anfangen? Sie stellen die höchste deutsche WM-Niederlage und die Zahl der meisten 0:0-Remis bei einem WM-Turnier von deutschen Mannschaften dar. Falls jemand das anzweifelt, möge er unten stehende Liste bemühen.

(Bundes-)Deutsche WM-Niederlagen

1934
Halbfinale Tschechoslowakei 1:3

1938
Achtelfinale Schweiz 2:4

1954
Vorrunde Ungarn 3:8

1958
Halbfinale Schweden 1:3
3. Platz Frankreich 3:6

1962
Viertelfinale Jugoslawien 0:1

1966
Finale England 2:4 n. V.

1970
Halbfinale Italien 3:4 n. V.

1974
Vorrunde DDR 0:1

1978
2. Runde Österreich 2:3

1982
Vorrunde Algerien 1:2
Finale Italien 1:3

1986
Vorrunde Dänemark 0:2
Finale Argentinien 2:3

1994
Viertelfinale Bulgarien 1:2

1998
Viertelfinale Kroatien 0:3

2002
Finale Brasilien 0:2

2006
Halbfinale Italien 0:2 n. V.

(Bundes-)Deutsche WM-Remis

1934
Achtelfinale Schweiz 1:1

1958
Vorrunde CSSR 2:2
Vorrunde Nordirland 2:2

1962
Vorrunde Italien 0:0

1966
Vorrunde Argentinien 2:2

1978
Vorrunde Tunesien 0:0
Vorrunde Polen 0:0
2. Runde Italien 0:0
2. Runde Niederlande 2:2

1982
2. Runde England 0:0

1986
Vorrunde Uruguay 1:1

1990
Vorrunde Kolumbien 1:1

1994
Vorrunde Spanien 1:1

1998
Vorrunde Jugoslawien 2:2

2002
Vorrunde Irland 1:1

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