Trinkt mehr Tinte!

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In Berlin versucht die B. Z., eine tägliche Sport“zeitung“ zu etablieren — zur Qualität dieser bemühe man Leodators ausführliche Revue. Motivation ist neben der Tatsache, dass es in Deutschland keine tägliche Sportzeitung gibt, auch der große Erfolg der täglichen Ausgabe der Sport-FOTO, die zur WM eine tägliche, allerdings nur im Netz verfügbare Ausgabe zum Download zur Verfügung stellte.

Da ich während der WM davon nicht wusste und erst im Zuge der Aktion der B. Z. davon erfuhr, habe ich mir diesen Download heute mal angeschaut. Ich werde nicht dorthin verlinken, findet wohl jeder selbst, Werbung für diese Veranstaltung muss auch nicht sein.

Offensichtlich ist die Sport-FOTO eine Kooperation mit einem Tintenpatronenhersteller eingegangen, fordert sie doch ihre Leser auf, das .pdf-Dokument

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herunterzuladen und auszudrucken!

Ich frage mich: warum? Die Telekom fordert mich auch nicht auf, von mir geführte Telefonate aufzuzeichnen, zu transkribieren und auszudrucken. Genausowenig erwartet mein Briefträger, dass ich alle Postkarten, die ich bekomme, einscanne und online stelle. Und der Pastor der Kirche nebenan hat auch nie davon gesprochen, dass wir das Glockenläuten, das ich höre, ja mal digitalisieren könnten.

Wenn ich etwas lesen will, was ich im Netz finde, dann lese ich es. Wozu soll ich es noch ausdrucken?

Und was soll überhaupt der Blödsinn, das Ganze nur als .pdf anzubieten? Die Marketingstrategen unter Euch dürfen mir gerne erklären, was der Vorteil eines unhandlichen .pdfs ist, und warum es Leute gibt, die mittels fast Viertelseiten-großen Fotos tatsächlich ihre Farbpatrone leerjagen. Nur um die Bilder, die sie ohnehin auf dem Monitor sehen, in schlechterer Qualität dann auch auf Papier bestaunen zu können.

7 Kommentare

  1. „Und was soll überhaupt der Blödsinn, das Ganze nur als .pdf anzubieten? Die Marketingstrategen unter Euch dürfen mir gerne erklären, was der Vorteil eines unhandlichen .pdfs ist, und warum es Leute gibt, die mittels fast Viertelseiten-großen Fotos tatsächlich ihre Farbpatrone leerjagen. Nur um die Bilder, die sie ohnehin auf dem Monitor sehen, in schlechterer Qualität dann auch auf Papier bestaunen zu können. „

    Herr Trainer,
    da spring ich gerne in die Bresche. PDF ist einfach das geilste Format für Print und Monitor. Und zwar, weil nur damit Dokumente immer so dargestellt werden können, wie der Verfasser das will – unabhängig von Betriebssystem, Browser oder sonstigen Einflüssen, die gerne und immer wieder Layouts zerhacken. Was daran unhandlich sein soll, möge man mir erklären. Ich halte das PDF-Format für eine der genialsten Erfindungen der digitalen Welt. Nun gut, es gibt noch andere tolle Sachen, aber das wäre ein neues Thema…
    Auch die Notwendigkeit des Ausdrucks steht auf einem anderen Blatt. Aber das ist doch ein freies Land hier, da darf jeder drucken was er mag – oder eben nicht!

  2. Unhandlich ist daran, dass ich auf einer Webseite einen vorhandenen Artikel/Beitrag, was auch immer, komplett durchscrollen kann, während bei einem pdf-file tatsächlich so etwas Althergebrachtes wie „Seiten“ existieren, d. h., wenn ich einen Beitrag lesen möchte, der über mehr als eine Seite geht, habe ich automatisch diese unschönen Seitenumbrüche in meiner Darstellung. Zudem muss ich auf der Seite hin- und herscrollen, also des öfteren auch nach rechts oder links. Sollte jemand jetzt einwenden, dass das nur an meinem kleinen Monitor läge (der so klein gar nicht ist), genau dann muss ich entgegnen: siehste! Ich möchte auf meinem Rechner die optimale Darstellungsweise haben, nicht jene, welche der Autor als optimal empfand.

    Und: Klar gibt es Gründe, Dateien auszudrucken, aber die sind doch eher selten. In unserem konkreten Fall: lädt sich wirklich irgendjemand das pdf runter, bevor er morgens zur Arbeit fährt, druckt das aus und liest es während der U-Bahnfahrt zur Arbeit (während der Autofahrt kann er es jedenfalls nicht lesen)? Ganz abgesehen davon, wie unwirtschaftlich das für ihn selbst wäre: ist die Mehrheit der FOTO-Kunden überhaupt dazu in der Lage, solch eine Handlung durchzuführen? Okay, bißchen polemisch, selbst meine Oma kann Dateien ausdrucken. Aber 12 Seiten auszudrucken…. in der Zeit hab ich doch den Inhalt dieser 12 Seiten online schon längst gelesen. N‘est-ce pas?

  3. Womit wir auch wissen, dass nicht nur Dein Monitor zu klein ist, sondern auch Dein Drucker lahm. Also langsam, nicht der Spieler…

  4. Nein, damit wißt Ihr lediglich, dass ich über ein hohes Lesetempo verfüge.

  5. Kleiner Nachtrag für Zangel: Users hate pdf. [Link leider tot.]

  6. Ach Trainer, das kann doch nicht sein, dass du diese alte Geschichte wieder ausgräbst. Und dann kommtst du mit Belegen aus dem Jahr 2003. Mensch, dat is vier Jahre her! In der digitalen Welt kommt das der Steinzeit gleich. Das ist so, als wolltest du mir – kurz zum Thema deines Blogs zurück – mit der Wunderelf von Bern modernen Fußball erklären.
    Alles, was in deiner Quelle als vermeintlicher Nachteil vorgetragen wird, trifft auf mit aktuellen Versionen erstellte PDFs einfach nicht zu. Dateigrößen sind im Zeitalter von DSL irgendwasmeistfünfstelliges kein Thema. Navigation, Suche, Kommentarfunktionen, Verschlagwortung usw. bieten eine Usability, von der HTML-Dokumente nur träumen können.
    Um noch einmal auf deinen ersten Kommentar hier zurück zu kommen: Erwartest du wirklich, dass irgendeine Webseite so aussieht, wie du das möchtest? Auch HTML ist darauf ausgelegt, dass die Inhalte so präsentiert werden, wie der Präsentierende sich das vorstellt. Dass das nicht immer klappt, steht auf einem anderen Blatt. Auf gar keinen Fall sieht es so aus wie du das willst!

  7. Nein, erwarte ich nicht, ist schon klar, ich surfe auch nicht mit meinen eigenen Darstellungseinstellungen, weil ich schon die Seite sehen will, wie sie vom Macher gedacht ist. Das endet aber da, wo ich horizontal scrollen muss oder o. g. Seitenumbrüche habe, und daran hat sich meines Wissens bei pdfs auch jetzt noch nichts geändert. Übertragungsrate ist natürlich hinfällig.

    Dass diese Info vier Jahre alt ist, macht sie aber nicht grundsätzlich weniger wertvoll, auch nicht in der digitalen Welt etc. Es nützt ja nichts, wenn solche Funktionen wie Du sie nennst vorhanden sind, die Bereitsteller von pfds sie aber nicht nutzen. Und html… ja gut, da trifft dann Dein Argument zu: Wer nutzt denn noch reines HTML, falls er irgendeine Form von Interaktion haben möchte?



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