Was ist eigentlich ein Trainer?

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Als gelernter Student weiß ich, dass man die Dinge, über die man diskutiert, erst mal definieren muss. Und da wir hier ja mit und über und unter der Kunstfigur „Trainer Baade“ diskutieren, sollten wir doch auch wissen, wie Guido Buchwald einen Trainer definiert.

„Der Trainer ist der Chef. Er gibt vor, wie trainiert wird, er stellt die Mannschaft auf, er gibt die Taktik vor. Dafür werden Trainer aber auch schnell entlassen, wenn der sportliche Erfolg mal nicht stimmt.“

Und siehe da: der Trainer ist der Chef. Lasst Euch das gesagt sein.

2 Kommentare

  1. Eine der elementaren Fragen des Fußballzirkus. Es gibt ja augenscheinlich verschiedene „Trainertypen“:
    Da ist der „Vater“ (z.B. Helmut Schön), jemand, der Vertrauen zu seinen Spielern ausstrahlt. Neben dem Typus des „liebevollen Vaters“ gibt es natürlich noch den „strengen Vater“ (z,B. Beckenbauer, Trppatoni). Er scheut nicht davor zurück, seine Spieler zu strafen – auch öffentlich.
    Dagegen gibt es dann den „großen Bruder“ (z.B. Rudi Völler oder sämtliche Spielertrainer). Ist für den „Vater“ der große Altersunterschied kennzeichnend, wird das Verhältnis der Spieler zum „großen Bruder“ gerade durch den geringen Altersunterschied geprägt. Der „große Bruder“ genießt eventuell etwas weniger Autorität bei seinen Spielern als der „Vater“, doch ist er dafür „näher dran“, kann seine Spieler besser „verstehen“. Der „große Bruder“ stellt sich daher bedingungslos vor seine Spieler und sucht sie vor Kritik von außen zu verteidigen.
    Nun lässt sich dieses Grundschema weiter in Untergruppen kategorisieren.
    Da gibt es den „General“ (Paradebeispiel: Felix Magath – für mich die Reinkarnation von Napoleon). Der „General“ steht am Spielfeldrand und überwacht die „Schlacht“, gibt Anweisungen, ist bestrebt, seine Taktik auf dem Spielfeld haargenau umgesetzt zu sehen. Für ihn zählt vor allem: Disziplin. Er wirkt nüchtern und eher emotionslos.
    Dagegen fiebert der „Fußballlehrer“ eher mit. Trainer wie Jürgen Klopp, Peter Neururer oder Volker Finke waren selbst keine Profis bzw. keine „Stars“. Ihr Wissen über Fußball ist schulisch, theoretisch. Doch machen sie dies durch Leidenschaft und akribisches lernen wett. Begeisterung zeichnet sie aus. Sie sind wahre Fußball-Fans.
    Sicherlich ist noch der Typus des „Pedanten“ zu nennen. Als bestes Beispiel fällt mir dazu Berti Vogts ein. Der „Pedant“ ist eher ein Einzelgänger, er fühlt sich unverstanden und verfolgt. Mit Kritik kann er schlecht bis gar nicht umgehen, er sucht die Fehler bei anderen, nicht bei sich selbst.
    Dies ließe sich nun noch weit, weit fortsetzen. Unterm Strich hat Guido Buchwald dennoch recht: der Trainer ist der Chef. So einfach ist das. Aber da wir in der Kabine nicht dabei sind, Trainer Baade, bleiben uns tatsächlich die letzten Geheimnisse des Trainerdaseins verborgen.

  2. „Die so genannte Psychologie gehört auch zu den Larven, die die Stellen im Heiligtume übernommen haben, wo echte (!!!) Götter stehen sollten.“
    (Friedrich v. Hardenberg)
    Analog dazu tragen Trainer per se die Larve einer Kunstfigur, wo eigentlich eine wahrhaftige Persönlichkeit stehen sollte. Wer mag sich schon gern immer wieder in der Frimpen-Schublade wiederfinden?! Da hilft einem dann auch das penetrant hervorgehobene Hochschulstudium nicht mehr, denn Stil ist einem entweder in die Wiege gelegt worden- oder eben nicht! Also fleißig üben (wir meinen natürlich am Stil…) ;-)) The I.C.



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