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Monat: April 2009

An einem Dienstag im April

Potzblitz. Kaum zu glauben, aber:

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Es gibt sie wirklich. Ich sah sie, an einer Tankstelle im westlichen Nordrhein-Westfalen, gerade eben, an einem Dienstag, an dem der VfL Wolfsburg kein Spiel hatte: VfL-Wolfsburg-Fans. Ein Wagen mit Braunschweiger Kennzeichen, das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie sogar schon mal im Stadion waren und ein Spiel ihres Clubs gesehen haben. Echte Fans also.

Vielleicht muss ich das mit der Jungfrau Maria und so auch noch mal überdenken. Ein Zeichen?

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11 Freunde sollt ihr sein

— oder besser noch ein paar mehr [Link leider tot].

Probek zum Thema Blogger-Verbund, der längst überfällig ist.

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Der Duft von Zirkus-Pony-Scheiße

Manchmal wohnt auch meinem Weggehen ein Zauber inne. Das ist dann, wenn in der Nähe dessen, wo ich schlafe, ein Wanderzirkus zu Hause ist. Natürlich ist das hier, wo ich quasi in der Innenstadt einer Halbmillionenstadt lebe, eher selten der Fall. Aber auch ich habe ein vorstädtisch geprägtes Zuhause, bei meinen Eltern, damals noch Mittelklasse (der Gesellschaft), wie es ein Golf II vorgab zu sein. Oder vielleicht ein Renault 19. Anderenfalls hätte es wahrscheinlich ohnehin nie bis zum Internet gereicht, oder wenn, dann nicht bis zum Schreiben im Internet (mit Orthographie), sondern nur zum proffessionellen („ein Proffi durch und durch“) Minesweeper-Spieler, der später dann aufgrund seiner Tätigkeit und der Preisgelder, die hier nein, dort aber ja ausgezahlt werden, nach Südkorea hätte auswandern müssen. Natürlich war das alles nie wirklich ernst gemeint, kein Mensch erwartet von seinem Leben, profihafter Minesweeper-Spieler zu werden.

Das konnte ich damals, als mir zum ersten Mal eine Email-Adresse von einer Uni zugeteilt wurde, aber noch nicht ahnen.

Die Zirkusse standen dann oft neben unserem eigentlichen Spielfeld. Es war schön anzusehen, das Zirkuszelt, zumindest, sofern man farbenblind war. Rot-Blau, sind Zirkuszelte für gemeinhin (und nein, das erste Komma ist nicht falsch). Rot-Blau sind sie, während ihre Kassenhäuschen (und auch die ohne u) immer kleiner werden. Irgendwann sind sie so klein, dass sie nur noch neben Fußballplätzen gastieren, auch wenn sie in einer großen Stadt Gast-Haltestelle machen.

Und wenn sie dann dort rumstehen, stinkt alles im Umkreis einer direkten Atombombeneinwirkungsgrafik nach Eselspisse und nach Zirkusponys. Manchmal duftet es auch nach Scheiße. Das ist dann, obwohl der eigene Verein fast pleite ist und dank der neuen Anstoßzeiten nicht mal mehr wöchentlich eine Putzfrau bezahlen kann, aber nicht den mangelnden Aufräum- und Abzieharbeiten im naheliegenden Verein geschuldet, sondern dem Zirkus und seinen Ponys.

Wenn es dann so nach Ponyscheiße duftet und der Duft durch alle Ritzen wabert, damit auch die entlegenst gelegenen Kinderchen den Duft des Zirkus wahrnehmen und dort hinströmen wollen, woraufhin sie ihre Eltern terrorisieren, dass sie unbedingt dort hinwollen, dann duftet es immer auch ein bisschen nach Versagen. Man wurde kein großer Zirkus. Nicht fürs Fernsehen. Nicht fürs Radio. Nicht mal die örtliche Presse berichtet freiwillig, wenn man in der eigenen Vorstadt auftaucht, ja, man muss, obwohl doch ein Zirkus, geradezu darum betteln und schon Tage vorher Boten in die Stadt des nächsten Auftritts schicken, auf dass man dort in Bäckereien und Friseurinnenstuben ein Plakat aufhängen dürfe, dass jemand käme. Man hat es nicht weit gebracht. Man wollte immer ganz groß werden, aber dann sitzt man wieder da und in jedem Vorort sind es wieder nur die Kinder und niemals Thomas Gottschalk oder Frank Elstner, die im Publikum sitzen.

Und wenn es dann wieder nach Ponyscheiße riecht, in der Vorstadt, dann denk ich immer an Schalke 04.

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Cymru 0 Yr Almaen 2

Drei Punkte in Wales sind drei Punkte in Wales. „Nicht mehr und nicht weniger.“ Natürlich nicht mehr. Drei Punkte. Nicht weniger. Natürlich nicht weniger. Wie sollten drei Punkte an und für sich auch mehr als drei Punkte sein? Oder: Wie sollten drei Punkte als solche weniger als drei Punkte sein? Das ginge vielleicht, wenn die Punkte keine unteilbaren Einheiten darstellten, so wie es auch bei Toren normalerweise der Fall ist. Normalerweise. Fußball ist schließlich kein Schach.

Gomez: 0,5 Tore. Wales ebenfalls 0,5 Tore. Remis also. Wenn es nicht den Capitano gäbe. Das wiederum ist italienisch. Niemand weiß, wie man von Kalifornien kommend für einen Sachsen, der in Bayern sein Geld verdiente, auf eine italienische Bezeichnung kommt, als Schwabe. Gomez 0,5, Wales 0,5, Capitano 1. Das Ergebnis ist klar: Gewonnen hat der Capitano. Wieso jetzt insgesamt nur zwei Tore gezählt, aber drei Punkte vergeben wurden, und dann auch noch alle für Deutschland, muss nicht weiter erläutert werden. Drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger.

Weniger hingegen ist ein ehemaliger Prinz geworden. Er ist schon kein Prinz mehr, der Lack des Prinzenkrönchens ist verschlissen, er ist nur noch Hofnarr. Leider ist er auch dafür noch zu grün, weshalb er nur Hofnarrenanwärter ist. Das wissen unglücklicherweise die wenigsten, und auch er selbst scheint es immer wieder zu vergessen. Auf der Hofnarrenanwärterschule hat man ihm erzählt, dass Hofnarren große Stars seien oder aber zumindest werden könnten, wenn sie immer tun, was Hofnarren zu bestimmten Anlässen tun sollten. Also zum Beispiel dem freien Spieltrieb nachgeben, wie man es von Hofnarren so kennt. Dann laufen die Hofnarren auf dem Hof herum und niemand kann vorausahnen, welche Richtung sie in der nächsten Sekunde einschlagen werden. Das gefällt den Lehrern auf der Hofnarrenanwärterschule. Normalerweise.

Anderen gefällt das eher weniger — nicht mehr, nicht weniger, sondern weniger — weil sie entweder Capitanos sind oder aber etwas erreichen wollen, von dem der Hofnarr nicht ahnt, dass es das geben könnte: Mehr Klasse, mehr Qualität und mehr Können als man zur Zeit schon hat. Mehr — nicht weniger, nicht mehr — sondern mehr.

Wenn man den Hofnarren darauf hinweist, kann dieser schon mal ungehalten werden. Er ist sich seines Status als Hofnarr(enanwärter ja nur!) nicht immer bewusst, und so gefällt es ihm nicht und er wird gar säuerlich, wenn man von diesen Dingen spricht, die man erreichen wollte, die man aber nicht erreichen kann als Hofnarr(enanwärter ja nur!), weil sie auf der Hofnarrenanwärterschule nicht gelehrt werden und weil, das ist ja die Krux mit den Hofnarrenanwärtern, diese sowieso nicht zuhören, wenn etwas gelehrt wird. Erstens ist man ja schon Hofnarr(enanwärter) und zweitens gehört es für Hofnarren zum guten Ton, nicht zuzuhören, sondern allerlei Schabernack zu betreiben.

Drei Punkte. Capitano 1, Gomez 0,5, Hofnarr 0. Eher weniger.

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Färöer, der Fünfte

Wales tritt aus historischen Gründen genauso wie Nordirland und Schottland mit einem eigenen Team an, obwohl Wales kein Land ist. Das ist dem Fußball-Liebhaber so geläufig wie dass man atmen muss, will man leben. Heute gesellt sich ein Fünfter dazu, für den diese Ausnahmeregelung von Artikel 5 gilt, nach welchem lediglich eigenständige Länder Mitglied der UEFA werden können:

Artikel 5 gilt nicht für die folgenden Mitgliedsverbände: England, Schottland, Nordirland, Wales, Färöer-Inseln.

Färöer gehört politisch zu Dänemark, ist dort aber „gleichberechtige Nation“ innerhalb des Königreiches Dänemark. Also eine Nation, ein Land, und somit wäre eine Ausnahme für Färöer gar nicht nötig. Warum aber tritt trotzdem Färöer in dieser Liste der Ausnahmeregelungen auf?

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