An manchen Tagen spielt man lieber Atari

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Ich spielte mal ein Fußballspiel. Keins am „Computer“, auch nicht am Atari 2600. Es war ein echtes. Die Teilnehmer waren auch echt.

Sie hörten alle auf die Pfeife des Schiedsrichters. Als er anpfiff, liefen sie los, auch ich. Wir — sie und ich — liefen über den Platz. Das Spiel war kein unwichtiges, es war das Pokalhalbfinale, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Es waren zwei Teams auf Augenhöhe. 0:0 zur Pause.

Kurz vor Schluss schoss unser letzter Mann, der so formidabel Fußball zu spielen beherrschte, dass er zwei Jahre lang bei Bayer Uerdingen (in der Jugend) spielte, ein hervorragendes Eigentor: Langer Ball des Gegners, der eigene Torwart kam raus und wollte den auftupfenden Ball aufnehmen, unser letzter Mann sprang hoch und köpfte den Ball Seeler-esk mit dem Hinterkopf über den eigenen Torwart hinweg zum vermeintlich entscheidenden 0:1 ins Tor. Das war ca. in der 73. Minute, es blieben noch genug Minuten, um zumindest eine Verlängerung zu erreichen.

Wir warfen alles nach vorne, aber das war leider zu viel. Ein Zweikampf, eine Rangelei auf einem blöden Ascheplatz in den Untiefen des äußeren Ruhrgebiets, der Gegner wurde nur am Bein getroffen, aber stürzte mit dem Kopf auf die aus Beton gemachte Seitenbegrenzung des Spielfeldes. Es blutete und blutete und ich war zum Glück Linksaußen und das Unglück ereignete sich auf der rechten Seite. Der Krankenwagen kam, bis dahin war aber schon alles zu spät. Es war irgendwann in den tiefen 1980ern, da war nicht mehr viel zu machen. Tot, der junge Mann, der junge Recke, mir war schlecht und ist es auch heute noch.

2 Kommentare

  1. Verdammte Scheiße.

    (Ich weiß nicht was ich sonst dazu sagen soll. Das schlimmste, was ich je sehen musste, waren gebrochene Gliedmaßen)



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