Bockwurst und Bier

Heute reden wir mal nicht von Fußball und Fritten Punkt de eh, sondern von etwas völlig Anderem: von Bockwurst und Bier.

„Auch als Spieler musste ich nicht mein Bier trinken oder meine Bockwurst essen, um mich als Deutscher zu fühlen.“

Ich mochte Wurst noch nie besonders. Mir ist es immer äußerst suspekt, wenn Gastgeber, bei denen ich auch nächtige, mich auffordern, mir schon zum Frühstück irgendwelche Wurstwaren einzuverleiben. Es kommt doch auch niemand auf die Idee, schon am frühen Morgen zu dönern. Dass ich damit irgendwie undeutsch bin, muss ich immer dann erfahren, wenn ich mit Ausländern zu tun habe. Das einzige deutsche Wort, das alle kennen — neben den Lehnwörtern wie „Angst“, „Arbeit“, „Zeitgeist“, „Achtung!“ (das Ausrufezeichen gehört immer dazu) etc. — heißt „Wurst“.

Und wenn sie es dann aussprechen, sprechen Sie es so aus, als würden Sie „Achtung!“ über einen deutschen Kasernenhof brüllen. „Wurst! Wurst!“, meist gefolgt von schallendem Gelächter. Gelächter wahrscheinlich, weil es aufgrund der Vokalansammlung „rst“ besonders deutsch klingt. Keine Ahnung, ich weiß nicht, wie deutsch klingt, wenn man es nicht versteht. Würde mich zwar sehr interessieren, ist mit diesem meinem Hirn aber nicht mehr möglich.

Und natürlich benutzt auch „der Jürgen“ die beiden B’s nur als Metapher und behauptet nicht ernsthaft, dass man sich nur mit seinem Land identifizieren kann, wenn man diese beiden B’s liebt. Er redet gerne in solchen Metaphern, dass er lieber italienisch isst als Bockwurst, weil bei denen, die keine Metaphern verstehen, wenigstens die wörtliche Bedeutung ankommt. Aha, der Jürgen mag kein Bier und keine Bockwurst. So kann er gleichzeitig auf zwei Ebenen kommunizieren: Uns sagt er, dass er neben seiner Herkunft auch andere Identifikationspunkte kennt, die ihm wichtig sind, und dass er, obwohl er diese anderen Identifikationspunkte hat, sich trotzdem seiner Verbundenheit zu seiner Heimat bewußt ist. Den anderen sagt er einfach, dass er keine Bockwurst mag. Das ist ja im Zuge des Fußball-Berichterstattungsstils in Deutschland eigentlich auch wissenswert.

Übrigens: Ich mag Käse. Alle Sorten von Käse, besonders niederländischen.

7 Kommentare

  1. Vielen Dank für den pluralis majestatis, aber „Trainer Baade“ ist immer noch eine Ein-Mann-Schau.

  2. Also wenn Ihr schon das Thema Bockwurst und Bier ansprecht, dann muss ich mich auch mal zu Wort melden, und wenn es nur mit einem Hinweis auf unseren kleinen Blog ist: Fritten, Fussball & Bier

    Muss ich da noch mehr erklären???

    Und wenn der Jürgen jetzt keine Wurst, kein Bier und auch keine Fritten mag, tja dann kann man nichts machen, wir jedenfalls finden, Wurst, Bier und Fritten gehören zum Stadionbesuch eindeutig dazu! Jürgen, nimm dir ein Beispiel an uns :-)

  3. sorry…ich dachte nur ein Mann alleine kann doch gar nicht so viele gute Texte schreiben…

  4. Sorry, lieber Frittenmeister, aber ich muss dann doch nochmal für das „Original“ Werbung machen.
    Was haben denn Fritten mit Fussball zu tun ;-)

  5. Nee, keine Fritten! Erbsensuppe (mit Wurst!), Bier und Holzbank. Dat is Fußball. Obwohl, wenn ich mir die modernen Event-Stadien so anschaue…

  6. Ich als Außenstehender sage dazu nur dies: Bratwurst im Paul-Janes-Stadion und Leberkäse an der Brehmstraße, die neuen Hütten verdienen meinen Konsum nicht.

  7. na gegen die „Titten“ komm ich mit meinen Fritten natürlich nicht an… :-)