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Kategorie: Äh-ßerungen

„Gut, äh…“ und wer’s gesagt hat

Da unten schwimmen die Ansprüche

„So lange sich Frank Rost kein Bein gebrochen hat, ist das Spiel ein Erfolg.“

Wie doch die Ansprüche sinken, wenn man einmal glaubt, vom Pech verfolgt zu sein. Bernd Hoffmann, Vorstandschef des HSV, äußert sich wie oben über das Vorbereitungsspiel des HSV gegen die iranische Nationalmannschaft, das der HSV mit 2:1 gewann.

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„Die Schande von Gijon“

Während der if noch Winterpause hält, muss man hier ja mal ein bißchen Pressespiegelei betreiben. Ganz besonders, wenn da solch bahnbrechende Äußerungen zu lesen sind wie: „Deutschland hat geschummelt“. Einer, der es wissen muss, einer, der dabei war, entschuldigt sich jetzt ganz medienwirksam bei „den Algeriern“. Abgesehen davon, dass es so etwas wie „die Algerier“ wohl nicht gibt, nützt dieses Schuldeingeständnis aus dem Munde von Hans-Peter Briegel gar nix, weil es nur eine Meinung von einem von mehr als elf Beteiligten ist, und somit keine offizielle.

Aber Peter Briegel muss wohl in letzter Zeit vermehrt die Werbetrommel für sich rühren, sonst wäre er nicht Trainer in Dingsbums, am Arsch der Fußballwelt.

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Fußball zum Weglaufen

Otto Pfister, bei der WM noch Trainer, dann nicht mehr Trainer, dann wieder Trainer von Togo, vielen vor allem als der Mann mit dem Kleidungsstil eines Landwirten bekannt, wird in diesem Interview mit der WELT ein bißchem polemisch, wenn er die Bundesliga mit anderen Ligen vergleicht:

„Pfister:…Wenn Sie sich dagegen Wolfsburg gegen Hannover anschauen, müssen Sie zur Halbzeit weglaufen.

WELT: So schlimm?

Pfister: Ich verstehe nicht, wie die Leute das aushalten.

Aber Recht hat er in der Sache natürlich. Ich verstehe auch nicht, wie die Leute das aushalten. Es ist nicht so sehr, dass die Wolfsburger oder Hannoveraner keine Wunderkinder á la Cristiano Ronaldo oder Diego in ihren Reihen haben: Es ist einfach die Form des Fußballs, die nicht gespielt wird.

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Einer muss ja die Wahrheit sagen

„Die haben einfach mehr zu sagen als die Fußballer.“

begründet der Regisseur des kommenden Films über die deutsche Mannschaft bei der Handball-WM seine Vorhersage, dass die Interviews mit den Handballern interessanter sein werden als jene aus „Wortmann. Ein Schlummerlied“.

Und wie viel erst die Hockey-Weltmeister von 2006 zu sagen gehabt hätten… hätte man sie nur gefragt.

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Manchester City: Ein Haufen Idioten

Klar, so redet jeder Fan: „Natürlich wird England es schaffen.“

Hm. Damit hat er nicht Recht behalten. Aber immerhin mit seiner Prognose, dass es England, Italien, Frankreich und Deutschland unter sich ausmachen werden und dass man Spanien vergessen kann, eben auch weil Portugal besser ist. Damit hat er mal eben vier der vier Halbfinalisten richtig vorhergesagt und lag nur mit dem Abschneiden seines eigenen Landes daneben. Dass es „das viele Reisen“ ist, was die Südamerikaner davon abhält, bei Weltmeisterschaften in Europa etwas zu erreichen, ist im Jahre 2006 wohl eher ein Scherz, aber trotzdem: Respekt für einen so zutreffenden Halbfinaltipp.

Schön auch, wie er begründet, warum er Manchester City-Fan ist und nicht von Manchester United. Bei City seien schließlich ein Haufen Idioten am Werke, das mache die Sache sympathisch.

Noel Gallagher im Interview mit EinsLive.

Bei der Formulierung von „einem Haufen Idioten“ denke ich übrigens sofort an diesen Haufen Idioten.

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Ausgestoßen wäre er doch!

Boris Becker redet sich wie immer um Kopf und Kragen und beweist seine Ahnungslosigkeit. Eigentlich hatte ich mich ja darauf gefreut, dass der Franz irgendwann für immer schweigen wird. Dabei hatte ich aber nicht bedacht, dass dessen legitimer Nachfolger im Dummschwätzer-Sektor, Boris Becker, ja nur unwesentlich älter ist als ich und er mich somit Zeit meines Lebens begleiten wird. Pest und Cholera, da weiß man wirklich nicht, was man wählen soll.

WELT.de: Muhammad Ali hieß eigentlich Cassius Clay. Er wechselte seinen Namen, nachdem er zum Islam konvertiert war.

Becker: Bewundernswert! Stellen Sie sich vor: Wenn das heute einer machen würde, er wäre doch ausgestoßen von der Gesellschaft. Der würde nirgendwo mehr eingeladen werden. Muhammad aber war das egal. Was er als Sportler aus Überzeugung riskiert hat, das macht ihn als Menschen für mich so einzigartig.

Hat Boris Becker noch nie etwas von Franck Ribéry gehört? Der ist auch konvertiert und seitdem so dermaßen ausgestoßen, dass der FC Bayern nach der WM kurzzeitig Interesse zeigte, Ribéry an die Isar zu verpflichten. Das kann Becker aber nicht wissen, schließlich ist er bei den Bayern nur Mitglied des Beirats.

[Nachtrag: Dass Franck Ribéry aus dem selben Ort stammt wie „Schongpjärpapeng“, ist mir auch neu gewesen: aus Boulogne-sur-Mer im Norden Frankreichs.]

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Beim Barte des Propheten

Im vorigen Beitrag hatten wir schon einen schönen Propheten im Visier. Der größte aller Propheten ist aber immer der mit dem Barte [Link leider tot]. Und Propheten irren sich schließlich nie. Höchstens mal um zwei Minuten Spielzeit im Halbfinale.

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Bahrain wie die Bundesliga

Im Interview mit fussballdaten.de [Link leider tot] klärt uns Hans-Peter Briegel auf, wieso sich die Situation als Nationaltrainer von Bahrein nicht viel anders darstellt als jene des Bundestrainers:

„Wie viele aktive Fußballer gibt es eigentlich in Bahrain?

Ich habe sie nicht gezählt. Man muss wissen, dass Formel 1 hier der Volkssport Nummer 1 ist. Erst dann kommt der Fußball. Es gibt 200 ernstzunehmende Spieler, und nur 40 von ihnen kommen für die Nationalmannschaft in Frage.

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Wie wenig komplex

„Jeder, der sich in die Nähe von 1860 begibt und sich dann mit den Tatsachen beschäftigt – und nicht mit den Stammtischparolen –, wird schnell überrascht sein, wie wenig komplex das alles am Ende ist.“

Die Aussage des Geschäftsführers von 1860 gilt wahrscheinlich für die Strukturen von mindestens zwei Dritteln aller Fußballvereine. Und trotzdem wird immer ein Brimborium um das wirtschaftliche Gebaren der Profivereine gemacht, als gäbe es neben den üblichen Handgeldern für Spieler, die nicht versteuert werden, sonst noch großartige Sonderposten, die man mit einkalkulieren müsste; ja, als sei es geradezu Zauberei, einen Bundesligaverein zu managen.

Eigentlich kann jeder, der ein Fußballmanagerspiel bedienen kann, auch im sog. real life einen Verein führen, sofern er sich die nötige rechtliche Beratung verschafft. Dass daran aber schon der eine oder andere Manager im finanziellen Bereich scheiterte, zeigt nur, welch unfähiges Personal in so manchem Bundesligaverein tätig ist.

Zum Glück ist das in Italien und Spanien völlig anders. Dort wird seriös gewirtschaftet, und das sogar, obwohl die Sachlage meist aufgrund diverser lex berlusconi oder sündhaft teuer verkaufter madrilenischer Trainingsanlagen noch viel komplizierter ist.

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Bockwurst und Bier

Heute reden wir mal nicht von Fußball und Fritten Punkt de eh, sondern von etwas völlig Anderem: von Bockwurst und Bier.

„Auch als Spieler musste ich nicht mein Bier trinken oder meine Bockwurst essen, um mich als Deutscher zu fühlen.“

Ich mochte Wurst noch nie besonders. Mir ist es immer äußerst suspekt, wenn Gastgeber, bei denen ich auch nächtige, mich auffordern, mir schon zum Frühstück irgendwelche Wurstwaren einzuverleiben. Es kommt doch auch niemand auf die Idee, schon am frühen Morgen zu dönern. Dass ich damit irgendwie undeutsch bin, muss ich immer dann erfahren, wenn ich mit Ausländern zu tun habe. Das einzige deutsche Wort, das alle kennen — neben den Lehnwörtern wie „Angst“, „Arbeit“, „Zeitgeist“, „Achtung!“ (das Ausrufezeichen gehört immer dazu) etc. — heißt „Wurst“.

Und wenn sie es dann aussprechen, sprechen Sie es so aus, als würden Sie „Achtung!“ über einen deutschen Kasernenhof brüllen. „Wurst! Wurst!“, meist gefolgt von schallendem Gelächter. Gelächter wahrscheinlich, weil es aufgrund der Vokalansammlung „rst“ besonders deutsch klingt. Keine Ahnung, ich weiß nicht, wie deutsch klingt, wenn man es nicht versteht. Würde mich zwar sehr interessieren, ist mit diesem meinem Hirn aber nicht mehr möglich.

Und natürlich benutzt auch „der Jürgen“ die beiden B’s nur als Metapher und behauptet nicht ernsthaft, dass man sich nur mit seinem Land identifizieren kann, wenn man diese beiden B’s liebt. Er redet gerne in solchen Metaphern, dass er lieber italienisch isst als Bockwurst, weil bei denen, die keine Metaphern verstehen, wenigstens die wörtliche Bedeutung ankommt. Aha, der Jürgen mag kein Bier und keine Bockwurst. So kann er gleichzeitig auf zwei Ebenen kommunizieren: Uns sagt er, dass er neben seiner Herkunft auch andere Identifikationspunkte kennt, die ihm wichtig sind, und dass er, obwohl er diese anderen Identifikationspunkte hat, sich trotzdem seiner Verbundenheit zu seiner Heimat bewußt ist. Den anderen sagt er einfach, dass er keine Bockwurst mag. Das ist ja im Zuge des Fußball-Berichterstattungsstils in Deutschland eigentlich auch wissenswert.

Übrigens: Ich mag Käse. Alle Sorten von Käse, besonders niederländischen.

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Wieder einmal

Wenn die Borussia so weiter macht wie bisher, wird man das, was seitenwahl.de vor dem Spiel in Bochum schreibt, bald bei jedem Auswärtsspiel der Mönchengladbacher sagen können:

„Wieder einmal geht es gegen eine Mannschaft, gegen die wir seit über 10 Jahren auswärts sieglos sind.“

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