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Kategorie: Aus Liebe zum Spiel

Wo man zockt, da lass dich nieder

Oh Fata Morgana

Sollte mich jemand gleich in Berlin sehen, erkennen oder eben nicht erkennen und nicht sehen, dann muss ich leider entgegnen, dass das sicher nur eine Fata Morgana ist oder eben keine.



Wenn Schalke 04 nicht wär,
wär das Olympiastadion heute sicher leer.

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DFB-Pokalfinale 1973 in voller Länge: Borussia Mönchengladbach — 1. FC Köln

Contra den Phantomschmerz des fußballfreien Freitags (es stehen übrigens noch ungefähr 10 weitere ihrer Art direkt vor der Tür): Das identitätsstiftendste Spiel im deutschen Fußball seit es ÖR-Moderatoren gibt, die sich gegenseitig zitieren können, als Komplett-Video.

Leider nicht — mehr als nur ein Skandälchen — mit Originalkommentar, dafür mit den zeitgemäßen deutschen Varianten der Vuvuzela.

Importiert von Henk Reisen.

Ich kenne das DFB-Pokalendspiel von 1973 übrigens noch nicht in voller Länge und habe heute auch noch nicht die Zeit, es komplett zu sehen. Freue mich aber ungemein darauf, dem nächsten Mythos beim Entzaubertwerden zuzuschauen.

Spieldaten nach dem Klick, falls Bedarf bestehen sollte. Diese warten übrigens noch mit einem relativ unbekannten „Besonderen Vorkommnis“ während der Partie auf.

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Aufruf zu mehr Aufruhr

Hören Sie das?

Nein?

Sie hören keine Druckgas-Fanfaren von Weitem, das Gemurmel tausender Menschen, die sich auf den Anpfiff vorbereiten, keine „Olé, Olé“-Gesänge, keinen Capo und keinen Da, nicht die massenweise brutzelnden Bratwürste und die Audiowerbung des lokalen Autohändlers?

Nicht?

Das könnte daran liegen, dass Sie all das schon gestern gehört haben. Und am Freitag. Heute ist Sonntag, und er ist erst- und zweitligafrei.

Stille.

Wohltuende Ruhe, keine Hetze, keine Hast und vor allem das angenehme Gefühl, nichts verpassen zu können, wenn man sich anderen Dingen widmet.

Wie zum Beispiel jetzt gleich dem Zuschauen bei einem Amateurspiel. Man kann ganz in Ruhe sowohl physisch als auch mit dem — sofern an einem Sonntag überhaupt aktiviert — Verstand einfach an Ort und Stelle verweilen, wie es mit größerer Wahrscheinlichkeit auch die beteiligten Spieler nach der Partie tun werden. Niemand wird nach Abpfiff zum Auto hetzen, auf dass er rechtzeitig zu irgendeinem anderen Anpfiff in seinen eigenen vier Wänden weilt, niemand muss auf den Abend oder in Zweitligafällen sogar bis Montag Abend warten, bis er das endgültige Bild der Tabelle nach diesem Spieltag kennen wird und um dem ganzen die Krone der befreiten Empfindungen aufzusetzen: Die Spieler müssen während ihrer eigenen Partie nicht mit einem halben Ohr am Radio/Smartphone bzw. an den Äußerungen der Tribünen-Be-Sitzer hängen, um zu erfahren, wie es bei ihrem Lieblingsklub steht.

Ein Sonntag, wie er früher immer war.

Deshalb folgern wir: Der eine oder andere sollte sich gerne öfter mal zu dem einen oder anderen Aufruhr hinreißen lassen, nicht zu vergessen dabei: Diesen natürlich vorher auch ankündigen. Danke, bitte.

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Schönes noch schöner machen

Eigentlich ist es egal, dass es zufällig die mit ||||| zu . gewonnene Partie in der soundsovielten Ausgabe der zu den Augen rauskommenden Buchstabenkombination „el clásico“ ist. Nicht egal ist es, dass einer dieser Fußballer mitspielt, selbst trifft und vorbereitet, der das 2010er-Jahrzehnt prägen wird, wie er es schon mit den späten 2000er-Jahren getan hat.



Nicht wenige Stimmen im Hirn des Autoren halten die augenscheinliche Absenz von vorher zurecht gelegten Jubelchoreographien des späteren Torschützen für einen wichtigen Baustein der Gesamtkomposition „Sympathie für einen einem selbst völlig unbekannten Pixelhaufen auf diversen Bildschirmen und Leinwänden der Wiedergabegeräte“.

Eine Übertragung eines Spiels in derartigem optischen Stile wie im obigen Video hätte tatsächlich auch etwas (an und) für sich. Wie aber auch eine Übertragung im reinen ASCII-Stile immer noch nichts Wesentliches am Reize eines solchen Spieles verloren gehen ließe.

Gesehen mal wieder beim Guardian, allerdings ist es eine Produktion im Auftrag eines, ach, egal.

Schön.

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Allez les Verts

Hier sollte eigentlich grundsätzlich keine kostenlose virale Hirnverdreherei präsentiert werden. Doch beim Folgenden kann man — das bin ich — einfach nicht widerstehen. Man muss gar nicht erst die Leier von der kulturellen Gleichschaltung der Welt und der großen Bedauerungswürdigkeit dieser Tatsache anstimmen.

Fußgängerzonen, TV-Programme, TV-Programminhalte, selbst Essen und eben auch Sportkleidung. Die großen zweieinhalb teilen den Weltmarkt unter sich auf, ein Exot bei der WM, der nicht von ihnen ausgerüstet wird, ist ein willkommener Farbtupfer, aber leider meist auch nach der Vorrunde schon wieder zu Hause. Nordkorea, Dänemark, wobei deren Hummel-Zeiten ja auch schon länger passé sind. Umbro kennt man hier in der Breite kaum, Le Coq Sportif kennt wohl jeder (Ältere), trägt aber bei der WM leider niemand.

Das war mal anders, und an diese andere Zeiten erinnert der Ausrüster jetzt selbst mit diesem gar nicht mal umwerfend geschickt gestalteten Video. Welches dennoch nur denjenigen kalt lässt, der seine Illusionen von bunteren, lebensfroheren und auch reineren Zeiten in die Zukunft oder unter die Erde verschoben hat. Wer hingegen dem schönen Motto anhängt, dass früher alles besser war, der wird hier auf seine Kosten kommen und danach das eine oder andere Kotlett auf seinem metaphorischen Herzen garen können. Wobei Kotletten im Video ohnehin eine Rolle spielen. (Nicht durch den Delling-Filter gekommen.)

Voilà.


L‘Ange Vert – Dominique Rocheteau – Célébrez le rétro football des 70’s from Le Coq Sportif on Vimeo.

Zu diesem Clip gehört noch eine ganze Kampagne bei Le Coq Sportif, wovon wiederum ein ebenso bezaubernd auf damals getrimmtes pdf im Zeitungsstil ein Höhepunkt ist. Diese Werbebeilage gibt es hier [Link leider tot] (Es soll ja auch noch Gebiete ohne DSL geben, also: Vorsicht, das pdf besteht aus 40MB!) direkt und man sollte sie nicht versäumen. Wer es von der Seite selbst transferiert, wird feststellen, dass „télécharger“ auch immer noch mehr Charme als ein beinahe obszönes „Runterladen“ besitzt

Hach. Es gibt eben bestimmte Spielernamen, die einfach Musik in den Ohren sind. Einer der Allzeitfavoriten ist „Tony Cascarino“, ein anderer „Claudio Gentile“, jetzt kehrt der natürlich nie vergessene Dominique Rocheteau wieder ganz oben in diese Hitliste zurück.

… und ja, so leicht ist man — das bin ich — zu ködern. Der grüne Engel.

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Alle 10 Tore des Monats von Lukas Podolski

Die Tore des Jahres (sowie ihren Typ) kennt man inzwischen mehr oder weniger ausweändig, bei den Toren des Monats sind die Lücken deutlich größer.

Ein wenig Abhilfe schafft das folgende Video von einer Aktion der ARD, in dem sie Lukas Podolski zusammen mit dessen Boss Wolfgang Overath alle seine 10 Tore des Monats in einem kleinen Kino vorführt.

Bekanntlich hat es etwas gedauert, bis der Prinz seinem neunten Tor des Monats ein Zehntes hinzufügen konnte. Letztens ist es ihm endlich gelungen. Im Februar 2011 traf er mit einem — wie das Video zeigen wird: recht typischen — Schuss zum 1:0 gegen den SC Freiburg.

Im Kino zeigt sich Lukas Podolski wie gewohnt mit nicht enden wollenden Ausführungen zu Entstehungsgeschichten und Anekdoten rund um die betreffenden Tore. Wolfgang Overath hingegen bleibt ohne einen Funken Begeisterung für Lukas‘ Taten. Es geht allerdings sowieso nur darum, alle diese ausgewählten Tore in einem Video zu sehen, nicht um die Worte darüber. Manni Flanke, ad lib.

Film ab.



Erfolgreich gestromert bei Stadion-Wurst.

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History is made at every game

Sicher eine tolle Idee, die die Macher dieses Plakats hatten. Wenn man nur etwas entziffern könnte …

Ich kann nur Seedorf, Pelé und Paul Scholes und Joe Cole links der Mitte lesen, die anderen nicht.

Okay, dann doch noch weiter links: Gary Lineker, Zidane und oberhalb des Strafraums Roger Milla.

Und oben an der Mittellinie Messi.

Aber mehr noch nicht. Kern bleibt wohl ohnehin der Titel. Und die Macher können ja nix dafür, wenn die Netzversion so klein ist. Im Original könnte man sicher alle Szenen erkennen.

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Sonic Soccer

Sonic Youth becovern ihre neueste Platte mit einer jungen Frau, die einem Fußballspiel zuschaut, ganz offensichtlich einem Amateur- oder Hobbyspiel in irgendeinem Park.

Selber ansehen bzw. noch mal ansehen.

Was sagt uns das? Zunächst mal nicht viel, außer dass Sonic Youth ihre aktuelle Platte mit einer jungen Frau betiteln, die einem Fußballspiel zuschaut, ganz offensichtlich einem Amateur- oder Hobbyspiel in irgendeinem Park.

Vielleicht nicht ganz so überraschend, stellt diese Platte allerdings nichts anderes als die Filmmusik zu „Simon Werner a disparu“ dar, einem französischen „Thriller“ — das steht hier für „spannender Film“ — zu welchem Sonic Youth die Musik beisteuerten. Möglicherweise schlicht eine Szene aus dem Film, die dann zu einem der Filmplakate wurde. Nicht die erste Filmmusik, die Sonic Youth schrieben, aber die erste mit einem einem Fußballspiel zuschauenden Mädchen auf dem Cover.



(Vorsicht vor dem Anhören. Bei nicht-sonic-youth-tauglichen Ohren droht schneller Übergang in einen Dämmerzustand, deshalb nur bedingt safe for work.)

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Martin Hansson — „The Referee“

Martin Hansson, der Name sagt den meisten wohl nix, sein Gesicht schon eher und wenn man dann den Namen „Thierry Henry“ ins Spiel bringt, dürfte bei allen das 10-Cent-Stück fallen.

Diese Dokumentation, begonnen bereits vor jener ominösen Nacht in St. Denis, ist ein weiteres Exemplar aus der Reihe von Filmen, die in letzter Zeit die „Menschen hinter den Schiedsrichtern“ (eine JBK-Formulierung) Menschlichkeit des Schiedsrichterns beleuchten. Keine zusammenhängende Reihe, doch werden sie offensichtlich ein wenig häufiger, hoffentlich auch mit der Wirkung, dass solche Schmähgesänge und Drohungen, wie sie in der Dokumentation anklingen, seltener werden.


The Referee | Rättskiparen [2010] from Freedom From Choice AB on Vimeo.

Sehenswert.

Siehe und höre auch: The Luck of the Irish, damals.

Via Guardian.

„I don’t believe people writing or saying that have any idea about football“, sagt seine Mama bezüglich der Schmähungen. Wie er für den Erfolg als Schiedsrichter seine Familie (schon vor jener schlimmen Fehlentscheidung) verliert und was dann so ein Fehler für den Mann, der ihn begeht, bedeutet, wird hier schön sichtbar. Schön im Sinne von: Ansonsten würde es überhaupt nicht sichtbar. Schön ist der Verlauf dieser Dokumentation an sich natürlich nicht, auch wenn es ausnahmsweise ein Happy End gibt.

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Park Football – animated

Wie man mit nur als Blöcken dargestellten Wesen eine schöne Animation zum Thema „Park Football“ hinbekommt, zeigt studio aka in seinem zwar schon etwas älteren, nichsdestotrotz sehenswerten Video. [Link leider tot]

Mind the dog. Und Alfred Hitchcock.

Gesehen bei Cartoon Brew.

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