Die großen Maulwürfe der Geschichte — sind so viele Wahrheiten

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Im Zuge der Maulwurf-Affäre beim früheren FC Hollywood verweist Karl-Heinz Rummenigge darauf, dass es schon einmal den Fall gegeben habe, dass ein Spieler den FC Bayern verlassen musste, weil dieser Interna ausgeplaudert habe. Er nennt den Namen Jupp Kapellmann, der immerhin stolze 6 Jahre beim FC Bayern beschäftigt war, von 1973 bis 1979.

1979 ereignete sich aber etwas Entscheidendes in diesem Club, was zumindest laut Wikipedia der tatsächliche Grund für Kapellmanns Abschied vom FCB gewesen sei: Kapellmann habe dauerhaft im Clinch mit Uli Hoeneß gelegen. Als klar wurde, dass Hoeneß als Manager der Bayern Kapellmanns neuer Chef würde, ergriff er von selbst die Flucht. Nicht aus der Stadt, er wechselte nur zu 1860, aber aus diesem Verein.

Wer hat den Wikipedia-Text geschrieben und wer liegt nun richtig? Hat Hoeneß damals schon das (vielleicht nicht zutreffende) Gerücht gestreut, dass Kapellmann ein Maulwurf sei, weil er ihn loswerden wollte? Oder ging Kapellmann aus eigenem Antrieb, weil er Hoeneß einfach so nicht ertrug? Oder war Kapellmann schlicht und ergreifend ein Maulwurf? Gab es damals überhaupt schon ein derartiges Interesse an Interna beim FC Bayern, dass man Kapellmann unbedingt entfernen musste? Gerne zitiert man doch die zwei Tage pro Woche, an denen sich Reporter von anderthalb Zeitungen beim Training der Bayern haben blicken lassen. Andererseits ist so eine Mannschaft natürlich immer auch ein Gebilde, das unabhängig von der Außenwirkung ein Mitglied nicht dulden kann, welches sich nicht an die Regeln hält.

Spannend wie stets, welche Deutungen der Ereignisse nebeneinander existieren und welches Gehirn welche Version abgespeichert hat. Falls hier jemand Journalist ist, könnte ein solcher ja mal bei Jupp Kapellmann anfragen, wie er die Geschichte erzählen würde …

5 Kommentare

  1. Warum fragst Du Kapellmann nicht selbst?
    Hier ist oder war er wohl tätig: http://www.med-kolleg.de/arzt/orthopaedie/789.html
    Allerdings habe ich irgendwo gelesen, dass er zuletzt im arabischen Raum gearbeitet hat, aber keine Ahnung, ob das noch aktuell ist.

  2. Ich meine, mich einer zurückliegenden Maulwurfgeschichte zu erinnern. Handelnde Personen: Alex Ristic, Trainer Fortuna Düsseldorf, und Mittelstürmer Frankie Mills. Dazu natürlich das schon damals am Schlüsseloch der Kabinen lauschende Blatt.
    Ristic und Mills, zwei ausgekochte Schlitzohren, fanden einen Weg, das Kabinengeheimnis zu wahren: Sie erfanden einfach abends beim Bier reihenweise Konflikte, die dann dem Blatt, angeblich vertraulich, zugespielt wurden. Und das Blatt hatte über einen längeren Zeitraum sein Generalthema: „Wieder Zoff bei Fortuna“. Die Beiden hatten ihren Spaß, das Blatt regelmäßig seinen Stoff, und was wirklich in der Kabine geschah, blieb auch dort.
    Mich wundert nur, dass es keine Nachahmer gab. Oder ist mir das nur entgangen?

  3. Oh, gar nicht l a n g w e i l i g mehr!
    Der Trainer ist zurück ohne Dauerwerbesendung. I like!
    Jupp Kapellmann war natürlich klasse; mein Besuch bei meinem Schreibwaren-Helden des FCB natürlich noch klassiger, 2009.

  4. Wer ist denn dieser Mills, Bernd?

  5. Irgendwie haben doch alle ihre kleinen Verbindungen zur Presse und reborter sind ja auch nicht doof. Die Wissen schon wie sie an Informationen kommen. Ich glaub Lothar Matthäus hat seine Schlagzeilen immer selbst geschrieben ;)



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