Die letzte Bastion ist gefallen

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Aus der Rubrik „Nicht ganz neu, trotzdem erwähnenswert“:

Dass der Fußball und besonders die -weltmeisterschaft zunehmend kommerzialisiert werden, dürfte selbst dem Uninteressierten angesichts der medialen Dauerbeschallung mit dem heraufziehenden Ereignis zwangsläufig nicht entgangen sein.

Bis heute gab es im Profifußball aber immer noch eine Insel der Verweigerung: der FC Barcelona, mit über 100.000 Mitgliedern „mas que un club“, also mehr als nur ein Fußballklub, eine Institution, sozusagen der lebendige Ausdruck katalonischer Identität hatte sich seit jeher den Luxus gegönnt, auf einen Trikotsponsor zu verzichten. Wie gesagt, die letzte Bastion.

Seit Kurzem ist auch das Vergangenheit und der FC Barcelona wird ebenfalls auf seinem Trikot Werbung machen. Ohnehin war das nur eine halbgare Verweigerung gewesen, denn das Logo von Ausrüster Nike prangte natürlich trotzdem schon seit Jahren auf dem Trikot. Eine kleine Träne dürfen wir uns trotzdem heimlich aus dem Auge wischen, wenn die letzten lieb gewonnenen Besonderheiten im Profisport auf dem Altar des Mammons geopfert werden.

[Sozialromantik off]

3 Kommentare


  1. 2003 wurde der 43-jährige Joan Laporta zum Präsidenten des Fußballclubs FC Barcelona gewählt. Damals wollte der die Schulden von rund 180 Millionen Euro abbauen und wieder Titel einfahren.
    Die Meisterschaft konnte Barca holen, doch der Sparkurs wurde aufgegeben. Es musste gar Klubgelände verkauft werden, damit die Meisterschaftsprämie bezahlt werden konnte. Dazu kommen noch die Spielergehälter.
    Weltfußballer Ronaldinho soll einen Vertrag mit einem Volumen von 21,6 Millionen Euro pro Jahr unterzeichnen. Mittlerweile wird der Schuldenberg auf 350 Millionen Euro geschätzt.

  2. [/quote] :>

  3. Schade ist das allemal, ja.

    Damit rutscht der FC Barcelona in der Tabelle der „Liga der authentischen Klubs“ weit ab, neuer Spitzenreiter ist nun wieder der „alte Bekannte“ FC Schalke 04, der immerhin noch ein Arbeiterklub und eine Religion ist.



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