Krisen, Knete, Krach und dreiste Kerle

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Noch mehr Lesefutter zu 50 Jahren Bundesliga, diesmal mit fast immer neuen Schwerpunkten und Erkenntnissen aus den jeweiligen Saisons, kredenzt die NOZ.

Nicht von den Überschriften, welche Altbekanntes aufgreifen, täuschen lassen. In den Texten selbst sind wahre Schätzchen zu finden.

Wer weiß schon …

… was den 1. FC Kaiserslautern 1991 wirklich zur Meisterschaft trieb? [Link leider tot]
… was die Bundesliga 1989 gegen die Zuschauerkrise einführen wollte?
… welcher Meistertrainer eigentlich Jupp Derwalls Nachfolger werden sollte? [Link leider tot]

Spannende Antworten und vor allem ein Trip in eine andere Welt. „Zu viel Fußball im Fernsehen“, beklagten sich Fans damals und die Karten seien auch „zu teuer“. Das Lesen dieser Texte macht sehr überzeugend den Wahnsinn und das Surreale am Fußball der Gegenwart sichtbar.

Hier zum gesamten Special der NOZ [Link leider tot], mal wieder Prädikat lesenswert, wenn auch noch nicht vollständig über alle Saisons. Da lohnt ein späteres Wiederkommen.

5 Kommentare

  1. Schöne Tips, auch wenn das von mir pro domo gesagt ist: habe bei Jürgen Bitter und Harald Pistorius Fußball lesengelernt.

  2. Ich persönlich kann nicht verstehen, wie einem solche Uraltgeschichten, bzw deren Hintergründe heute noch interessieren können.
    Wie wichtig Fußball heutzutage genommen wird, finde ich teilweise erschreckend.
    Naja, wahrscheinlich liegts auch ein bißchen an der sportlichen Sauregurkenzeit, daß solche Geschichten erzählt werden.

  3. Dazu ist zunächst zu sagen, dass das für mich keine Uraltgeschichten sind, es sei denn, ich selbst wäre auch schon uralt, was ich in meinen 30ern befindlich nicht so empfinde. Wie irgendwo im Blog mal erwähnt, war die WM 1982 mein erstes Turnier, natürlich als Kind. Und dass das für jemanden, der weit danach erst überhaupt geboren wurde, wie „Opa erzählt vom Krieg“ wirken muss, verstehe ich, kann es aber nicht ändern.

    Also, nicht alles, aber Einiges von diesen Geschichten selbst mit-erlebt (als passiver Medienkonsument natürlich nur), aber damals keine Hintergründe gewusst. Und deshalb höchst motiviert diese Lücken zu schließen.

    Hinzu kommt, dass die Medienberichterstattung erst seit einigen Jahren derart umfassend ist, dass jeder Furz eines Spielers zu einer Nachricht aufgeblasen wird. Anders gesagt: Früher (Mein Gott, ich bin doch alt) gab es einfach nicht so viel zu erfahren, Stichwort auch nur drei Fernsehsender überhaupt und nur eine Tageszeitung im elterlichen Briefkasten, deren drei Viertel Sportteil aber für die reine Ergebnisberichterstattung draufgingen, weil man ja keine Alternative dazu hatte (okay, vielleicht Videotext, aber den hatten wir auch erst ganz spät).

    Insofern hab ich oft ein persönliches, also biografisch begründetes Interesse daran, bei solchen Stories die wahren (oder weitere) Hintergründe zu erfahren.

    Dann aber auch ein Interesse an der Entwicklung des Fußballs als solchem, seit er zwei Jahrhunderte ago in England in dieser Form erfunden wurde. Der Fußball ist ja auch stets ein Spiegelbild der Epochen, in denen er gespielt wird, weshalb es ja fast immer über den Sport hinausgeht, was mich fasziniert, auch wie sehr sich Moralvorstellungen und Pädagogik in den Spielweisen auf dem Platz widerspiegeln. Wozu natürlich ein gewisses generelles Interesse für historische Themne vorhanden sein muss.

    Aber hauptsächlich ist es immer noch so, dass ich in diesem Internet bade wie ein Kind in einer Badewanne voller neuer Lego-Steine: Das ist ein Paradies für wissenshungrige Menschen, welches jener wohl eher zu lieben weiß, welcher es nicht schon immer in seinem Leben verfügbar hatte. Und dass der Strom an Informationen allein zu diesem Nischenthema der Fußballhistorie nie versiegt, bedeutet sicher auch, dass ich nicht der einzige bin, den dieses Thema hinter dem Ofen hervorlockt.

    Wenn man sich für solche Themen nicht erwärmt, hab ich dafür zwar Verständnis, aber eher weniger dafür, dass man sich nicht da reinversetzen kann, dass einen so etwas interessiert. Biografische Bande immer vorausgesetzt.

    Dass solche Geschichten erzählt werden, liegt zur Zeit aber wohl an einem kleinen besonderen Jubiläum, denn wenn es derart viele Geschichten in den anderen Sommern schon gegeben hätte, wären diese sicher hier aufgeschlagen. Sind sie aber nicht, weil es vorher eben kein Jubiläum gab.

  4. An die Geschichte mit dem Zusatzpunkt für Hin- und Rückspiel kann ich mich noch sehr genau erinnern. Ich war damals 15, 16, und unsere Deutschlehrerin wollte uns eine Hausaufgabe geben, wo wir anhand eines aktuellen Beispiels argumentieren lernen sollten (Position des anderen verstehen, darauf eingehen, überlegen, welche Argumente der andere vorbringen könnte etc.). Das Beispiel war genau dieser Vorschlag für den Bundesliga-Modus. Wobei ich jetzt mich zu erinnern glaube, dass der Vorschlag nur wegen der deutschen Einheit nicht verwirklicht wurde, aber im Bericht steht ja doch etwas anderes.

  5. Als Fußballfan kann man natürlich nicht alles wissen, sollte man auch nicht, aber einiges bleibt hängen und man möchte sich gerne daran zurückerinnern, beispielsweise, dass MSV Duisburg in der Saison 93/94 mal Tabellenführer war! Und heute? ;(



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