Mladen Krstajić: Ungeschickt ist anders

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Was zur im christlichen Glauben abgeschafften Hölle war an der Kopfballabwehr von Mladen Krstajić jenes Balles, der ziemlich genau nur 20cm unterhalb der Latte gerade im Begriff war, die Torlinie zu überschreiten, „ungeschickt“?

Wer stellt solche Fragen nach dem heutigen Spiel Schalkes 04s in Barcelona?

Wer hat schon mal mitten in einem — diese Dinger pflegen für gewöhnlich in Echtzeit zu laufen, man hat also noch weniger Zeit, nachzudenken, die richtige Entscheidung abzuwägen und sich vorher noch über strategische Abwägungen Gedanken zu machen, als ein Schiedsrichter das hat — richtigen Fußballspiel versucht, einen Ball vorwärts laufend mit dem Hinterkopf aus der Luft von der gedanklich nach oben verlegten Linie zu kratzen und dabei noch mit ordentlich Effet den Ball mit diesem Hinterkopf-Kopfball gleich noch zur Ecke zu klären?

Offensichtlich niemand, der — wie gerade im TV geschehen — Fragen danach stellt, ob diese Kopfballabwehr „ungeschickt“ war und was man daran hätte besser machen können.

Das Argument, dass man mit solch einer armseligen medialen Begleitung eines Fußballspiels ja nur die Massen ködern will, ist keins. Die Massen interessieren sich eh nicht die Bohne für die Interviews nach dem Spiel. Diese Interviews schauen nur diejenigen, die sich wirklich für Fußball interessieren. Nicht umsonst muss man in fast jeder Kneipe, in der man Premiere schaut, nach Abpfiff darum bitten, dass bei den folgenden Interviews der Ton noch aktiviert bleibe, was selbst bei vielzahlig anwesendem Fußballpublikum eher widerstrebend bewilligt wird.

Ungeschickt ist also nur die Frage, nicht aber die Kopfballabwehr.

12 Kommentare

  1. Schmerzhaft hätte es eher getroffen, aber nicht mit bezug auf den Kopfball, sondern auf die ganze Spielsituation

  2. Moment. Du hast natürlich recht, dass Mladen in der Situation nicht viel anderes hätte machen können. Was mich aber nachhaltig irritiert ist dein Zitat:
    „Diese Interviews schauen nur diejenigen, die sich wirklich für Fußball interessieren.“
    Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich mich für Fußball interessiere. Aber die Fragen der Moderatoren (und die darauf gegebenen Antworten) schaue ich mir schon seit ca. 1910 nicht mehr an. Soviel Döntjes verträgt ja kein Mensch. Oder hat hier schon mal irgendjemand ein geistreiches Interview nach Spielende gehört? (Oder hab ich jetzt nur die Ironie im letzten Absatz verpasst *gulp*?)

  3. Ja, okay, schon gut. Ich meinte natürlich: Diese Interviews schauen, wenn überhaupt, dann Leute, die sich für Fußball interessieren. Sorry, ich dachte, das sei klar.

    Ich sagte nicht: Jeder, der sich für Fußball interessiert, schaut diese Interviews. Das wäre ja auch ein Hohn.

  4. Puh, dann bin ich beruhigt (und zugegebenermassen sind ja manchmal Perlen des Unterhaltungsfernsehens dabei, aber meistens… ohne Worte).

  5. 100% agree… diesen kopfball überhaupt so hinzukriegen war eine respektable leistung – wäre yaya nicht genau da gestanden dann wärs eine heldentat gewesen.

  6. Dann sollte man das den Leuten, die diese Interviews führen mal sagen. Vielleicht fragen sie dann mal intelligenter.
    Aber mal was anderes: Wilde Sätze baust Du da oben, Trainer. Wirst Du jetzt zu einem Thomas Mann unter den Fußball-Bloggern?

  7. Den Ball „mit ordentlich Effet […] mit diesem Hinterkopf-Kopfball gleich noch zur Ecke zu klären“ ist genauso leicht, wie ein Tor zu erzielen, wenn jemand in der Ekstase vor dem Fernseher fordert „zieh doch einfach ab“ oder „da muss man doch nur ein langes Bein machen“.
    In den meisten Fällen hatte sich der Spieler gegen einen Schuss entschieden, weil ihm gefühlte 17 Beine, 6 Oberkörper und 8 Köpfe im Weg standen. Das „lange Bein“ hätte gut acht Meter lang sein müssen.
    „Ungeschickt“ fand ich eher Bordon (der war’s doch, oder?), der sich bei der Abwehr der ursprünglichen Flanke meiner Meinung nach etwas dämlich angestellt hat.

  8. 5% disagree, aber auch 50% don’t care, zumindest aber 100% bad luck. Sag ich mal so.

  9. Bordon hatte da einfach nicht die Übersicht, die er in der Situation gebraucht hätte, denn Manuel Neuer flog schon hinter ihm genau in die Flugbahn des Balles. Allerdings spielte sich das auch außerhalb seines Blickfeldes ab. Die größte „Schuld“ am Gegentor hatte meiner Meinung nach genau deshalb Bordon und Kristajic sollte man in der Situation ganz außen vor lassen, der Ball wäre sowieso im Netz gelandet, wenn er da nich mit dem Kopf dazwischen gegangen wäre. In der Situation war das einzig ungeschickte Bojan (der wars doch der den Ball quer gespielt hat, oder) da so frei den Ball querlegen zu lassen. Der Rest war unglücklich.

  10. Thomas Mann hab ich zu meiner Schande noch nie gelesen.

  11. Trainer Baade „Der Zauberball“

  12. Heute gab es Kai Pflaume. Der UEFA Cup ist da wohl noch ne Nummer härter…



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