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Schlagwort: Borussia Dortmund

Hurra! Ligapokal wird abgeschafft

Noch ist es nicht ganz in trockenen Tüchern, doch diese erzwungene Nonsensveranstaltung wird uns demnächst nicht mehr vor der Saison mit ihrem schalen Surrogat, spannungs- und bedeutungsfrei, langweilen. Mich langweilte sie allerdings ohnehin nie, weil ich gar nicht hinschaute.

Stattdessen also vor Beginn der Liga auf zu neuen Märkten: Der FC Bayern in Thailand, Borussia Dortmund in Polen, Schalke in Russland. Nur wohin schicken wir die Hoffenheimer?

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Neulich, im Radio

„Und jetzt muss der BVB-Torwart wieder Klopapier aus dem Strafraum befreien.“

Für sowas hat er Zeit, während die ganze Welt über Burma spricht?

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Korrekturspalte

Hier hatte ich über Mirko Votava geschrieben, und zwar behauptete ich, dass er 629 Profispiele gemacht habe und damit Rekordhalter bei den Einsätzen in der ersten Bundesliga wäre, wenn er denn diese Spiele alle in der ersten Bundesliga absolviert hätte. Leider sei ihm das eine oder andere Jahr zweite Liga dazwischen gekommen, weshalb Charly Körbel weiterhin Rekordspieler der Bundesliga ist.

Jetzt stellt sich heraus: 629 Einsätze sind der falsche Wert.

Hätte er alle seine Profispiele in der ersten Bundesliga absolviert, wäre er mit den nicht einberechneten 96 Spielen in der Primera División für Atlético Madrid nämlich auf 725 Einsätze gekommen und hätte damit wohl tatsächlich eine Rekordmarke für die Ewigkeit gesetzt.

Hier noch mal die Bilanz bei fußballdaten.de, die ich verwendete, und hier die aus Spanien fehlenden Spiele bei Weltfussball.

Trainer-Baade-Watch-Blog tut Not.

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Eine Katze hat sieben Leben

… ein Trainer nicht immer.

Auf Englisch singt John Lennon zwar „a cat has nine lives“, auf deutsch hat sie aber nur sieben. Wo die zwei Leben, die sie in Großbritannien noch hatte, auf dem Weg nach Deutschland geblieben sind, fragen wir uns und die Katze aber nicht.

Wir fragen uns, wie viele Chancen ein Trainer bekommt, der in den höchsten Sphären tätig ist, in unserem, deutschen Falle ist das die Bundesliga.

Man kann einen Menschen ohnehin nicht als „sympathisch“ titulieren, so als wäre das eine diesem Menschen immanente Eigenschaft wie „kann gut singen“ oder „ist ein Frühaufsteher“, liegt Sympathie doch im Auge des Betrachters. Thomas Doll aber gilt überall als „sympathisch“, was immer das in seinem Falle bedeuten mag.

Zweifelsohne hat Thomas Doll mit seinem Sympathischsein aber ein Problem, denn die Schublade lünkert ihm schon halbgeöffnet entgegen, in welcher er nach seinem Rauswurf bei Borussia Dortmund landen wird. Und ob er dann noch mal die Gelegenheit erhalten wird, die restlichen fünf respektive sieben Trainerleben auszuhauchen, ist unsicher.

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Parole Zorc

Beim BVB entzündete sich Streit am von Doll installierten Mentaltrainer. Dieser solle zu viel Einfluss haben. Da ist nachvollziehbar, dass der allem aufgeschlossene Zorc sich ein bisschen echauffiert. Wichtiger wäre natürlich ein Mentaltrainer, der nur sein Gehalt kassiert, aber ansonsten überhaupt keinen messbaren Einfluss hat.

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Der Rest der Welt

… bleibt beim Versuch, etwas über die Bundesliga zu erfahren, meistens ausgeschlossen.

[photopress:i_want_you.jpg,full,alignleft]International will die DFL mehr Geld „erlösen“. Dafür sollte man sich vielleicht aber auch ein bisschen internationaler geben, als es der Verfügbarkeitscheck der Webauftritte der deutschen Bundesligisten ans Licht bringt: Überhaupt nur 4 von 36 Klubs bieten mehr als eine zusätzliche englische Version an. Dazu gehören Bayern, Stuttgart, Schalke und Hertha, allerdings ist Russisch als dritte Sprache der Webseite bei den Schalkern wohl nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen und in Spanisch gibt’s den VfB Stuttgart sicher auch erst seit dem Einkauf der beiden Mexikaner (nichts Genaues weiß man nicht).

So viel Phantasielosigkeit hätte ich den Vereinen gar nicht zugetraut. Warum gibt es z. B. Hertha BSC nicht in polnisch, oder den BVB mit Kuba in Polnisch? Warum Werder nicht wenigstens in irgendeiner skandinavischen Sprache oder Bayer Leverkusen in Portugiesisch? Offensichtlich gibt es da nicht so viel zu „erlösen“, als dass man sich die Mühe machen müsste, den potenziellen Kunden dort abzuholen, wo er mit seinem Geld steht. Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn er sich lieber der Premier League zuwendet.

In der zweiten Liga gibt es überhaupt nur zwei Klubs, Mönchengladbach und Köln, die eine englische Version anbieten, das überrascht zumindest bei den Kandidaten wie Kaiserslautern und 1860 München, die in einem WM-Stadion zu Hause sind und lange Jahre Erstligisten waren. Bei Hoffenheim mit seinem SAP-Mäzen überrascht es ebenfalls.

Insgesamt ein schwaches Bild, besonders, wenn man sich die teilweise nur fragmentartig vorhandenen Inhalte der deutschen Version in den englischen Versionen anschaut. So eine Übersetzung von zwei, drei Absätzen, die die meisten Beiträge haben, kostet auf dem freien Weltmarkt ein paar Euro, die wird man doch wohl noch investieren können?

Erste Liga

Bayern München: Spanisch, Englisch, Chinesisch, Japanisch

VfB Stuttgart: Englisch, Spanisch
FC Schalke 04: Englisch, Russisch
Hertha BSC Berlin: Englisch, Chinesisch

VfL Bochum: Englisch
1. FC Nürnberg: Englisch
Borussia Dortmund: Englisch
Werder Bremen: Englisch
Hamburger SV: Englisch
VfL Wolfsburg: Englisch
Bayer Leverkusen: Englisch
Arminia Bielefeld: Englisch (noch sehr abgespeckt)
Eintracht Frankfurt: Englisch (nur eine Seite plus ein Newsletter)

Hansa Rostock: -
Hannover 96: -
Energie Cottbus: -
Karlsruher SC: -
MSV Duisburg: -

Zweite Liga

Borussia Mönchengladbach: Englisch
1. FC Köln: Englisch

Alemannia Aachen: -
FSV Mainz: -
1. FC Kaiserslautern: -
Greuther Fürth: -
TSG Hoffenheim: -
1860 München: -
FC St. Pauli: -
TuS Koblenz: -
SC Paderborn: -
Kickers Offenbach: -
SV Wehen: -
SC Freiburg: -
VfL Osnabrück: -
Erzgebirge Aue: -
FC Augsburg: -
Carl Zeiss Jena: -

Moderne Zeiten.

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Fremdschämen für Runaways

Extended version.

Letztens musste ich die Gelegenheit wahrnehmen, das Freitagabendspiel der Bundesliga via BVB-Netradio zu verfolgen.

Die Alternative wäre einzig der immer dröge und vor allem lahme Liveticker des Kickers oder ein noch schlimmerer Liveticker gewesen, einer, in dem z. B. Tor mit mehr als einem O geschrieben oder Sätze mit mehr als einem Ausrufezeichen beendet werden, nur weil sich der kleine Student an der Tastatur nicht anders, mit Worten nämlich, artikulieren kann. Da wird heftigst auf die 1 gekloppt, bei gleichzeitiger Betätigung der Shift-Taste, die eigene Erregung wird durch diese physisch intensive, energieverbrauchende Handlung kanalisiert, mit viel Glück gar sublimiert. Dem Leser ist aber damit nicht geholfen. Ein Tor bleibt immer noch ein Tor und ein knapp vorbei schlitternder, verunglückter Fernschuss wird nicht knapper dadurch, dass man noch zwei Mal auf die 1 drückt.

Das Netradio sollte es also sein, das BVB-Netradio.

So viel fremdschämen kann man sich allerdings nicht, dass man diese Option noch einmal ernsthaft wahrnehmen könne. Sollte man BVB-Fan sein, empfindet man diese Dokumentation des Spiels wohl als angemessen. Sollte man neutraler Hörer sein wie ich in diesem Falle, weiß man nicht, mit welchem Recht solche Dinge über den Äther des Internets geschickt werden.

Man könnte auch einfach Uwe Kaluschke oder Heinz Kohlmeyer aus der Fankurve das Mikro vor die Nase halten, viel mehr über das Spiel würde man auch nicht erfahren. Ständig wird über die totale Parteilichkeit des Schiedsrichters genörgelt, der wird auch noch live via Netradiomikrofon angeprangert, „Najas“ wechseln sich damit ab, dass die heiß emotionalisierten Jungs wohl sogar gleichzeitig noch „Premiere“ sehen, denn ständig geben sie Kommentare ab, dass sie erst noch mal die Wiederholung schauen müssen, bevor sie dem Hörer jetzt sagen können, was passiert ist, nicht ohne sich zu erdummen, den Schiedsrichter aufs Schärfste dafür anzugreifen, dass er das, was sie selbst erst in der vierten Wiederholung erkannten, nicht sofort sah.

Dazu kommt, dass man sich ständig an irgendwelchen Kleinigkeiten hochzieht anstatt wirklich das Spiel zu beschreiben. Und der ebenfalls beteiligte Stadionsprecher Norbert Dickel wirkt so aufgepeitscht, dass man sich nicht vorstellen kann, dass er bei brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrte und seiner Funktion als Stadionsprecher nachkommen kann. Die anderen Beteiligten kann man getrost vergessen und man sieht wieder einmal, dass gutes Radiomachen ein Handwerk ist, welches gelernt sein will.

Gibt es einen dermaßen peinlichen Service eigentlich auch bei anderen Bundesligaclubs?

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Kafkaesk

Obwohl sie sich ständiger Einschüsse erwehren müssen, schutzlos im Ganzen und ohne Verbündete, geht der Kelch des Irrsinns an den Toren vorüber — wir sind erleichtert, das zu hören. Ohne sie würde das Spiel nicht funktionieren.

Später hingegen wird eines von ihnen in Madrid zur Unzeit umfallen. Wer danach anderthalb Stunden lang von Marcel Reif und Günter Jauch beschworen wird, muss eigentlich verrückt werden.

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Benjamin Knoche: Wie gewonnen, so zerronnen

Wie, Ihr kennt Benjamin Knoche nicht? Der Mann hat eine große Bundesligakarriere hinter sich. Um genau zu sein, dauerte sie 79 Minuten, immerhin machte er dieses eine Spiel von Beginn an.

Wie das wohl ist, wenn man genau ein Spiel in der Bundesliga machen durfte? Man kommt zum heiß ersehnten Debüt, hat Lunte gerochen und freut sich auf weitere Spiele vor großer Kulisse, gibt den Freunden schon mal einen auf seinen Einstand aus und dann — nix. Gar nix mehr, man bekommt gar keine zweite Chance, wird aussortiert und bleibt als solch eine Karteiliche bei fussballdaten.de in den Annalen stehen. Klar, man kann seinen Enkeln noch davon erzählen, aber wenn man sich doch eigentlich viel mehr ausgerechnet hatte, muss so kurz vor knapp zu scheitern ganz schön frustrierend sein.

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Unbekanntes aus … dem Hause Votava

Ich bereite mir schon länger selbst das vielleicht seltsam anmutende Vergnügen, die (Profi-)Spiele eines Spielers in verschiedenen Ligen zusammenzurechnen. Das hat den Zweck, herauszufinden, wer denn möglicherweise mehr Spiele als unser alter Rekordspieler Karl-Heinz Körbel (602 Einsätze) hätte haben können, wenn er nicht dummerweise mal ein Jahr zweite Liga oder ein, zwei Jahre in Frankreich gespielt hätte. Bislang blieb ich ohne Fund, nun aber steigt weißer Rauch auf.

Da ich nicht systematisch danach suchte, sondern immer nur, wenn mir ein Spieler gerade (in Form seiner Einsatzzahlen) über den Weg lief, musste es auch bis zum heutigen Tage dauern, dabei ist die Antwort angesichts des methusalem’schen Alters, in dem er noch spielte, fast zu offensichtlich:

Mirko Votava.

Und wer ist Schuld, dass er doch nicht der Rekordspieler ist? Borussia Dortmund, mit ihren blöden zwei Jahren Zweitliga zu Beginn Votavas Karriere.

546 Spiele 1. Bundesliga
83 Spiele 2. Bundesliga
.

Machte unter dem Strich 629 Einsätze und das wären dann 27 mehr als der Wert Körbels.

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Evonik?

Da hat aber jemand was verwechselt. Abramczik hieß der Mann, Abramczik.

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Beobachten und entschlüsseln

Der Coach aus Holland scheint auf einem ähnlichen Weg. Wie Magath hat er sich mit konsequent vertretenen Entscheidungen bei den Spielern Respekt verschafft; wie Magath geht er mit seiner Mannschaft in jeder Übungseinheit an das Limit; wie Magath beobachtet und entschlüsselt er auch die versteckten Botschaften und Gesten in der Kabine; und wie Magath gehört van Marwijk zu den Trainern, die ihre taktischen Vorstellungen klar definiert haben. „Für mich ist van Marwijk ein Fußball-Lehrer, der jeden einzelnen Spieler besser macht“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Längst ist auch die zahlungskräftigere Konkurrenz auf den Mann mit dem markanten weißen Haar aufmerksam geworden, ausgerechnet bei den Rivalen in Gelsenkirchen – am Samstag Gegner im Westfalen-Derby – scheint van Marwijk ganz oben auf der Wunschliste zu stehen.

Beim BVB sieht man möglichen Abwerbeversuchen indes gelassen entgegen. Geschäftsführer Watzke jedenfalls spöttelt: „Ein Anruf aus Gelsenkirchen kostet zwar nur etwas mehr als ein Ortsgespräch, aber die paar Cent können sich die Schalker sparen“ – van Marwijk ist bis Juni 2007 in Dortmund gebunden.

SPIEGEL vom 30.1.2006

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Der Helden von Berlin

Manchmal, zumeist in der Grundschule, gibt es Menschen — das sind dann in aller Regel Kinder — die Satzzeichen mitlesen. „Und dann sagte er komma dass er unbedingt heim müsse punkt. Seine Frau antwortete doppelpunkt anführungszeichen oben Nein komma du kannst noch nicht gehen punkt anführungszeichen oben.“

Später gewöhnen sich das die meisten Menschen ab, und das ist auch gut so, denn es nervt gehörig beim Zuhören.

Manchmal wünsche ich mir allerdings, dass man Satzzeichen doch noch mitläse, mitsänge oder zumindest irgendwie andeutete.

Mir wird jedenfalls immer schlecht, wenn ich den bei Borussia Dortmund beliebten Fangesang höre, der Norbert Dickel, seines Zeichens Stadionsprecher im Westfahlenstadion, ehren soll:

„Ein jeder kennt ihn, den Held von Berlin“

Entweder setzt man ein Apostroph nach „Held“, das man zwangsläufig nicht hören kann, oder man achtet die Regeln der Deklination und singt “ … den Helden von Berlin …“.

Die Tatsache, dass diese Zeilen niemand mit Apostroph schreibt, lassen mich traurig, aber auch wütend werden. Und Emotionen sind nun mal das, was im Fußball zählt.

Bemerkenswert an dieser Stelle, dass selbst die größten Deppen es hinbekommen haben, bei dem Song zur WM — „Es gibt nur ein‘ Rudi Völler“ — den Apostroph richtig zu setzen.

Vergesst niemals den Akkusativ, den Stiefvater der schwachen Deklination. Norbert Dickel allerdings sollte immer der Helden von Berlin bleiben.

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