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Schlagwort: U21

Früh übt sich

U21-Europameister 1994: Italien.

Finale gegen Portugal mit 1:0 n. V. in folgender Aufstellung bestritten und gewonnen:

Toldo — Cannavaro, Colonnete, Panucci, Berretta, Cherubini, Inzaghi (83. Orlandini), Marcolin, Starchilli, Carbone, Muzzi.

Tor: Orlandini.

U21-Europameister 1996: Italien.

Finale gegen Spanien mit 4:2 im Elfmeterschießen, Stand nach 120 Minuten 1:1, in folgender Aufstellung bestritten und gewonnen:

Pagotto — Panucci, Cannavaro, Fresi, Galante (Pistone), Nesta — Ametrano, Tommasi (Tacchinardi), Brambilla — Amoruso, Totti (Morfeo).

Tor: Eigentor Idiakez, Tor für Spanien: Raúl.

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Katrin Müller-Hohenstein redet sich um Großkopf und Kragen

Kleiner Service der Redaktion, da sich die Zahl der Testspielzuschauverweigerer angesichts der Kaderzusammenstellung von Jogi Löw sicherlich drastisch erhöht hat, es aber trotzdem ein kleines Versprecherchen gab, das man nicht verpasst haben sollte:

Hier das Video von Katrin Müller-Hohensteins Moderation nach dem Spiel gegen Dänemark.



Beim zweiten Mal sagt sie übrigens tatsächlich Großkreutz, auch wenn es sich wie Großkotz anhört, was den Spitznamen des kleinen Kevin auf Jahre hinaus manifestieren wird — in Schalker Kreisen.

Bei 5:07 sagt sie übrigens noch: „Die U21 — die hotte heute Abend ein EM-Qualifikationsspiel …“. Allerdings nicht bei den Hottentotten, sondern bei den Isen.

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Alle U21-Europameister

Jahr Sieger Finale Vize Gastgeber
1972 CSSR 2:2 und 3:1 UdSSR -
1974 Ungarn 2:3 und 4:0 DDR -
1976 UdSSR 1:1 und 2:1 Ungarn -
1978 Jugoslawien 1:0 und 4:4 DDR -
1980 UdSSR 0:0 und 1:0 DDR -
1982 England 3:1 und 2:3 Deutschland -
1984 England 1:0 und 2:0 Spanien -
1986 Spanien 1:2 und 2:1
3:0 i. E.
Italien -
1988 Frankreich 0:0 und 3:0 Griechenland -
1990 UdSSR 2:2 und 6:5 Jugoslawien -
1992 Italien 0:0 und 3:0 Schweden -
1994 Italien 1:0 n. V. Portugal Frankreich
1996 Italien 5:3 n. E. Spanien Spanien
1998 Spanien 1:0 Griechenland Rumänien
2000 Italien 2:1 Tschechien Slowakei
2002 Tschechien 3:1 i. E. Frankreich Schweiz
2004 Italien 3:0 Serbien und Montenegro Deutschland
2006 Niederlande 3:0 Ukraine Portugal
2007 Niederlande 4:1 Serbien Niederlande
2009 Deutschland 4:0 England Schweden
2011 Spanien 2:0 Schweiz Dänemark
2013 Spanien 4:2 Italien Israel
2015 Schweden 4:3 i. E. Portugal Tschechien
2017 Deutschland 1:0 Spanien Polen
2019 - -:- - -
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Neues aus der Legendenküche

Marko Marin spielt bei der U21-EM in Schweden nicht so überzeugend, wie sich mancher Beobachter (vielleicht gar Leute vom Fach?) das gerne gewünscht hätte. Und nach kurzer Beobachtung liegt auf der Hand, warum Marko Marin so schlecht spielt, da braucht man angesichts der Verhandlungen zwischen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach um die Ablösesumme für seinen Wechsel gar keine Nebenkriegsschauplätze aufzumachen: Er spielt deshalb so schlecht, weil er zur Zeit einfach nicht besser ist.

Das ist zwar ein wenig trivial, aber ganz sicher richtig, im Gegensatz zu allen übrigen Kaffeesatzlesereien.

Und wer jetzt — bitteschön — genau wissen will, dass es natürlich die laufenden Verhandlungen sind, die den kleinen Marin nervös werden oder schlechter spielen lassen, denen sei gesagt, dass er nicht mal wirklich auf dem Laufenden über die Verhandlungen gehalten wird. „Von Freunden und aus Berichten aus dem Internet“ erfahre er, was sich bei den Verhandlungen tut. Ganz nah dran also, der Kleine, der derzeit so schlecht oder gut spielt, wie er derzeit ist.

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Zahl der Woche — Folge XXVIII

Die Zahl der Woche wird heute aus Anlass der Existenz des riesigen Fundus des „Früher war alles [hier irgendeinen positiven Begriff einsetzen, als Komparativ eines Adjektivs]“-Dezernates ehemaliger Fußballer genannt. Diese — das wissen ja die wenigsten und eigentlich darf es auch nicht verraten werden — haben sich heimlich zu einem die Kommunikationsherrschung im Fußball besitzenden Konglomerat mit unterirdischem Bunkersystem und hochfliegenden, immerwährenden Zielen zusammengetan. Dieses Dezernat besitzt die Kommunikationsherrschung über alles, was zu jedem beliebigen Zeitpunkt im „Jetzt“ des deutschen Fußballs erreicht werden könnte oder erreicht werden kann oder sogar erreicht wird. (Allerdings nicht zu verwechseln mit diesem anderen, dem 0:6-Verlierer, der die Kommunikationsherrschung anstrebte, aber nie erlangte; darum wird es hier noch spätertags gehen. An dieser Stelle geht es um das Konglomerat der Ex-Fußballer.)

Sobald das nächste, neue, größere Länder-Fußballturnier ansteht oder ein Titel im nationalen oder internationalen Vereinsfußball zu vergeben ist, klöppelt das Dezernat alle seine Mitglieder zusammen, gruppiert sich selbst adrett um sich selbst und um einen Tisch in Form eines runden Balles herum und berät dann kurz in Form eines stummen Insichgehens, während dessen all die zur Legende verklärten Momente ihrer eigenen Karriere vor ihrem geistigen Auge Paroli laufen.

Einstimmig, und, das ist wichtig: in ewiger Eintracht — mit der Betonung auf ewig und der Betonung auf Eintracht — wird das stets selbe Urteil gefällt: Früher war alles [hier den Komparativ eines positiv besetzten Adjektivs einsetzen].

Punkt.

„Da gibt es kein Vertun.“ Das Tolle an diesem Gremium ist für uns Nachgeborene vor allem eins: Dass es sich nie irrt. Immer und immer hat es Recht mit seinen Aussagen und uns stehen die Münder offen, nicht nur vor so viel [positiv besetztes substantiviertes Adjektiv], sondern auch das Ewig Währende dieses Urteils beeindruckt uns dermaßen, dass wir uns kaum noch trauen, nachzufragen, ob das hohe Gremium denn auch alle Faktoren des heutigen „Jetzt“ berücksichtigt hat. Ob die ganzen Veränderungen, die die Zeit zwangsläufig mit sich bringt, genügend gewürdigt wurden und ob piepsmäuschenleise Zweifel nicht vielleicht doch angebracht wären. Fragt keiner, ist auch richtig so, denn das hohe Gremium liegt ja ohnehin immer richtig.

Normalerweise ist das so und normalerweise wissen wir dann auch die Äußerungen ehemaliger Fußballgrößen richtig einzuordnen. Sie stammen halt aus dem Gremium. Irrt sich nie. Ist weise. Ist altklug. Und berücksichtigt keine neuen Entwicklungen.

Heute aber müssen wir dann feststellen, einer der ganz alten Legendenbehafteten gehört gar nicht zu diesem hohen Gremium:

Horst Hrubesch.

Ja, der gute alte Mann, der ein Tränchen verdrückte, als die EM 2000 mit einem Desaster endete, obwohl man doch im letzten Spiel noch weiterkommen konnte. Man wünschte sich ohnehin manches Mal ein wenig mehr Tränen, z. B. von EM-Spielern, die am Tag zuvor ein Finale verloren und dann auf dem Ku‘damm mit diesem unsäglichen Zeugen Jehovas einen Affentanz vollführten, wie er vielleicht einem Qualifikanten aus der unteren Hälfte der Weltrangliste gebührte, wenn er für alle überraschend das Finale erreichte, nicht aber, wenn das Bergsteigerteam antrat, um den Titel zu holen und dann schließlich und endlich eben genau das nicht erreichte. Ein Tränchen, das wäre etwas gewesen, womit man sich ebenfalls in sein Kämmerlein hätte zurückziehen wollen, nicht aber, wie kann man nur, am nächsten Tage noch mit Hunderten (mal Tausend) von Menschen zu feiern. Da gab es nichts zu feiern, da hätten es auch zwei, drei Tränchen mehr sein dürfen. Und sei Michael Ballacks Anblick, wie er immer wieder von Kummer zerfressen Finale um Finale verliert: Was anderes würde man sich denn wünschen, als einen Spieler, der sich dafür zerreisst, dass er den (welchen auch immer) Titel holt. Und wenn das nicht der Fall ist, dass er dann in die Gräben der Trauer springen muss, gar keine andere Wahl hat, weil seine Psyche, die die Ziele definiert und das Handeln bestimmt hat, keine andere Wahl lässt. Was würde man denn da anderes wünschen?

Nun gut, Horst Hrubesch, wie uns geheime Quellen zuspielten, die nicht genannt noch gekannt werden dürfen, gehört diesem Gremium des höchsten aller Güter des deutschen Fußballs, der erlauchten kollektiven Erinnerung gar nicht an. Statt sich in unterirdischen Bunkern mit hochtrabenden Zielen zu treffen, verbringt er seine Zeit mit dem genauen Gegenteil: Er verändert die Gegenwart. Und dass er das als U21- und U19-Trainer sogar ziemlich ordentlich bewerkstelligt, mag den Zufällen guter Jahrgänge geschuldet sein. Eins aber kann man ihm nun mal nicht vorwerfen: Dass er nur von gestern faselt und ansonsten die Hände in den Schoss legt. Und so lautet die aktuelle Zahl der Woche auch:

18.

18 von 20 Flanken machte der Trainer Horst Hrubesch beim Training seiner U21 U19 ins Tor rein, als seine Jünger sich noch damit rausredeten, dass die Zuspiele aka Flanken zu ungenau seien:

Dafür steht auch die Anekdote von einer Trainingseinheit während der U19-EM, als Flanken in den Strafraum geschlagen wurden, die Stürmer die Bälle aber einfach nicht verwerteten. Die Zuspiele seien nicht genau genug, meinten die Spieler, woraufhin sich Hrubesch kurzerhand selber ins Sturmzentrum stellte und 18 von 20 Hereingaben versenkte. „Ich tue es einfach“, sagt Hrubesch. „Wenn ich dahin will, dann tue ich es einfach. Ende. Dann werde ich Europameister.“

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Mats Hummels, die Null

Gerade live im Fernsehen nach dem 0:0 der U21 Deutschlands gegen Israel. Mats Hummels im Interview mit einem Reporter, der ihn mit folgender Frage konfrontiert:

„Mats Hummels, uns hat Dieter Eilts gesagt, dass Ihre Mannschaft voll auf Angriff spielen wird, Ihnen hat er aber wahrscheinlich gesagt: ‚Die Null muss spielen.‘ — oder?“

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Getz ma wieder Aktionismus

Bei SPON lesen wir in den ansonsten nicht sehr weit reichenden Kurzpässen:

Beginnend mit dem Endspiel der U21-Europameisterschaft morgen, werden künftig alle Partien sofort abgebrochen, wenn Fans die Spieler mit rassistischen Gesängen beleidigen. Das teilte die Uefa heute mit.

Ich bin gespannt, wie lange das durchgehalten wird, wenn es nicht mehr ein im Endeffekt wirklich nur für die UEFA bedeutendes Turnier ist, sondern wenn es auch um reguläre Profiligaspiele geht.

Theoretisch müsste man dann 98% aller (Profi-)Spiele abbrechen, deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, dass diese Regelung durchgehalten werden kann. Nette Idee, wird aber wieder nicht umgesetzt werden. So wie so viele andere Regeln, die zwar irgendwann mit großem Getöse eingeführt, dann aber selten auch nach dem Turnier, bei dem sie eingeführt wurden, konsequent angewendet wurden [1]: eine Minute Nachspielzeit pro Einwechslung und Tor, Rot für Grätschen von hinten, verletzte Spieler werden außerhalb des Spielfeldes behandelt, die Liste scheint fast endlos zu sein. Aber Konsequenz — ach, wo wären wir, wenn man Regeln konsequent umsetzte? Jedenfalls nicht auf dem Planeten Fußball.

[1] Natürlich darf man hier nicht UEFAs mit FIFAs vergleichen. Der UEFA traue ich da durchaus noch mehr Konsequenz zu. Sicher bin ich mir aber nicht.

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Aprilscherze

Da fielen mir einige ein:

Sepp Blatters Vorschlag, die Tore zu vergrößern. Jürgen Kohler als Bundesligatrainer. Theo Zwanzigers Vorschlag, nur noch mit neun Spielern zu spielen. Maradonas Wunsch, Nationaltrainer zu werden. Einstudierte Choreographien nach Torerfolgen. Beckenbauers Aussage über Matthäus, dass dieser alles über den Fußball wisse. Röbers Versuch, noch mal Trainer zu sein. Die amerikanischen Versuche, das Unentschieden abzuschaffen. Udo Latteks Aussage, dass man Thomas Hörster erschießen solle. Platinis Versprechungen vor seiner Wahl zum UEFA-Präsidenten. Kai Pflaume als Sportmoderator. Sepp Maier als neutraler BTT. Die Strafen für die italienischen Manipulierklubs. Deutschland in roten Auswärtstrikots. Wolfsburg in der Bundesliga. Kioyo am Elfmeterpunkt. Jack Warner von der FIFA nur verwarnt. Uli Stielike als U21-Trainer. Gelb für Torjubel. Betonfussballplätze bei der WM-Qualifikation. Die Doppelspitze beim DFB. Keine große tägliche Sportzeitung in Deutschland. Eugen Strigel. Rückennummern jenseits der 30. Meier Manager in Köln. Uli Hoeneß hat keine Email-Adresse. Deutschland — Österreich 1:0. Die Aachener Geldkoffer-Affäre. Günter Eichberg. Die Auslandsvermarktung der Bundesliga. Vogtssche Verschwörungstheorien. Matthäus lernt Englisch. Holland im Elfmeterschießen 2000. Lehmanns Bruder mit Sonnenbrille vor Gericht als Jens Lehmann. Die Phrase „Meister der Herzen“. Interviews direkt nach Spielende. Moderne Interpretationen von passivem Abseits. Dopingsperren für Kiffen. Felix Magath als Jugendförderer. Ligen ohne Abstiegsregelung. Saudi-Arabiens WM-Auftritte …

Aber ein eigener Aprilscherz fällt mir keiner ein.

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Zur Frage der Nachwuchsförderung

Die deutsche U21-Nationalmannschaft spielte am Mittwoch 2:2 gegen die Niederlande, lag dabei aber bis zur 90. Minute in Front.

„Durch das Remis ist die deutsche U21 nun seit 14 Jahren ohne Niederlage gegen den Nachwuchs aus dem Nachbarland.“

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr sagen. Seit 14 Jahren ungeschlagen gegen Holland — und was nützt es in der A-Nationalmannschaft? Nix.

Deshalb sollten wir auch weiter Abstand davon nehmen, so Nationen wie Ghana, Nigeria, Spanien oder sogar Irland, die im Nachwuchsbereich regelmäßig starke Leistungen und Resultate erzielen, hochzujubeln. Wenn am Ende dann doch nix dabei rauskommt, ist solch eine Serie auch für die Katz.

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