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Schlagwort: WM 2002

Zahl der Teams pro Ausrüster der WM 2002 bis 2018

Die WM 2018 steht vor der Tür. Das heißt auch wieder: 32 Teams werden nicht nur um den WM-Titel kämpfen, sondern auch jeweils mit einem Logo eines Ausrüsters auf der Brust Werbung für diesen machen. Zweieinhalb große Ausrüster gibt es im Fußball, zwei davon wurden zumindest in Deutschland gegründet und werden zumindest hierzulande auch weiterhin als deutsche Unternehmen wahrgenommen, auch wenn sich die – international geprägten – Besitzverhältnisse dort ständig ändern. Die Rede ist natürlich von Adidas und Puma, die auch noch von zwei später verfeindeten Brüdern gegründet wurden und somit beide aus derselben kleinen Stadt stammen. Aus Herzogenaurach bei Nürnberg. Der dritte der großen Player bei den Ausrüstern im Fußball ist der amerikanische Hersteller Nike.

Adidas meistens Sieger – aber nicht immer

Richtig interessant wurde es im Fußball trotz der jahrzehntelangen Ko-Existenz von Adidas und Puma in dieser Angelegenheit ohnehin erst, seit es diesen Markt für die Trikots (und Hosen und Stutzen) der Nationalmannschaften gibt, auf dem jeder Fan sich ein solches Trikot kaufen kann. Das begann erst irgendwann in den frühen 1990er Jahren. Deshalb soll unser Blick auf die jeweils pro Ausrüster ausgestatteten, an einer WM teilnehmenden Teams auch erst in diesem Jahrhundert anfangen, also mit der WM 2002. Interessant ist in jedem Fall, zu sehen, wie sehr sich die Anteile auch innerhalb der großen Zweieinhalb verschieben, selbst Puma stellte einmal den Löwenanteil der WM-Teilnehmer. Zudem gibt es einige Teams, die stets mit einem festen „Exoten“ unter den Ausrüstern auflaufen. So wird Costa Rica seit Jahr und Tag von Joma ausgestattet und Dänemark von der einheimischen, eigentlich im Handball beheimateten, Marke Hummel. Dazu schwört Slowenien auf Uhlsport und Umbro rüstet eigentlich immer die Teams von den Britischen Inseln aus. Ansonsten aber verschiebt sich doch sehr viel im Laufe der Jahre.

 

Teams pro Ausrüster bei der WM 2002

Adidas ist bei unserer ersten Bestandsaufnahme Sieger, wenn auch recht knapp vor Nike. Das Turnier mit den meisten Exoten unter den Ausrüstern, wobei gerade Atletica und L-Sporto hierzulande wohl noch nie jemand gehört haben dürfte. Nicht allzu verwunderlich, statteten sie doch beide Teams aus Lateinamerika aus. Puma ist bei dieser erstmals in zwei Ländern ausgetragenen WM ziemlich schwach vertreten, doch das sollte sich rasch ändern.

Teams

Ausrüster

10

Adidas

8

Nike

4

Puma

2

Umbro

1

Hummel

1

Kappa

1

Uhlsport

1

Marathon

1

Joma

1

Atletica

1

Le coq sportif

1

L-Sporto

Teams pro Ausrüster bei der WM 2006

Bei der WM in Deutschland fiel Adidas auf den dritten Rang sogar hinter Nike zurück. Sieger bei dieser Heim-WM war dann Puma, mit nicht weniger als 12 Teams, die den im Sprung befindlichen Puma auf ihrem Trikot trugen. Toller Effekt für Puma: Erstmals trug mit der Nationalmannschaft von Italien auch der Weltmeister Puma als Ausrüster.

Teams

Ausrüster

12

Puma

8

Nike

6

Adidas

2

Umbro

2

Lotto

1

Marathon

1

Joma

 

Nur vier Jahre später hatte sich wieder die alte Rangordnung hergestellt. Adidas als Platzhirsch knapp vor Nike, dahinter dann Puma, gefolgt wiederum von einigen Exoten. Brooks dürfte ebenso unbekannt gewesen und auch heute noch sein wie zuvor L-Sporto. Das ändert sich offenbar nicht durch die Teilnahme an nur einer WM als Ausrüster.

Teams

Ausrüster

12

Adidas

9

Nike

7

Puma

1

Brooks

1

Legea

1

Umbro

1

Joma

Teams pro Ausrüster bei der WM 2014

Erneut dieselbe Rangordnung mit allerdings sehr engen Verhältnissen. Jeweils nur ein Team unterschied die beiden Top-Drei Ausrüster, wobei Adidas diesmal in doppelter Hinsicht der lachende Sieger war: die meisten Teams gestellt und auch das Trikot des Weltmeisters produziert, der da bekanntlich Deutschland hieß. Burrda war mehr oder wenig einmalig der Ausrüster von Belgien, die anderen kleineren Ausrüster dürfte man kennen.

Teams

Ausrüster

10

Adidas

9

Nike

8

Puma

1

Lotto

1

Burrda

1

Marathon

1

Uhlsport

1

Joma

Teams pro Ausrüster bei der WM 2018

Hier ist natürlich noch nicht klar, welcher Ausrüster schließlich den Weltmeister stellen wird. Ist es wieder Adidas mit Deutschland oder Spanien? Eher Nike mit Brasilien? Oder vielleicht ausnahmsweise mal Umbro mit England? Die Rangordung ist jedenfalls erneut die standardmäßige, wobei Puma viel Pech hatte mit den Teams, die es ausrüstet, allen voran mit dem sonst immer qualifizierten vierfachen Weltmeister Italien, der in der Qualifikation in den Playoffs an Italien scheiterte. Errea freut sich als Ausrüster von Island über deren erstmalige Teilnahme an einer WM, mit Dänemark kehrt auch Hummel in den Kreis der WM-Ausrüster zurück. Neu in diesem Kreis ist „New Balance“, das zum ersten Mal als Ausrüster Teams an einer WM hat.

Teams

Ausrüster

12

Adidas

10

Nike

4

Puma

2

New Balance

1

Errea

1

Hummel

1

Uhlsport

1

Umbro

Natürlich weiß noch niemand, wer bei dieser WM 2018 den Titel davontragen wird. Sollte die deutsche Mannschaft gewinnen, wäre sie laut Süddeutscher Zeitung die erste seit Brasilien 1962, die ihren Titel verteidigt. Damit wäre sie auch die erste in der „Fußball-Neuzeit“, in der auch Teams außerhalb von Europa und Südamerika ernsthafte Konkurrenten geworden sind; zudem sich der Fußball rasant entwickelt hat und es viel schwieriger geworden ist, einen solchen Titel zu bestätigen. Wer einen Tipp darauf wagen will, welches Team nun tatsächlich Weltmeister werden will, kann das beim Anbieter Betway tun — und würde sich damit natürlich auch festlegen, welcher Ausrüster die WM „gewinnt“. Das kann man übrigens auch noch einmal als Überblick festhalten, für den Zeitraum, den wir hier ins Auge gefasst haben:

WM

Weltmeister

Ausrüster des Weltmeister

2002

Brasilien

Nike

2006

Italien

Puma

2010

Spanien

Adidas

2014

Deutschland

Adidas

2018

?

?

Man darf in jedem Fall gespannt sein, welcher Ausrüster sich bei der WM 2018 darüber freuen darf, das eines der von ihm ausgestatteten Teams den Titel holte.

 

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Leise in der Höhenluft

Heute über Miroslav Klose zu schreiben bedeutet selbstredend, die Kirche im Dorf lassen zu müssen, wie er es angenehmerweise als Mensch selbst immer tat, und ebenso Superlative verwenden zu können. Sein Abschied kommt ungewöhnlich spät in dieser Zeit, da die Jungen immer jünger werden, wenn sie ins Pressbecken Profifußball geworfen werden. Ein ergrauter Schweinsteiger ist mit nur 32 Jahren schon verraucht, ehe er sich nach dem WM-Finale 2014 einmal umgesehen hat. Gleichwohl war Kloses Abschied lange erwartet, im Grunde bedeuteten die letzten beiden Saisons bei Lazio Rom nur noch das Abklingbecken einer Karriere, die mit dem Weltmeistertitel 2014 ihren völlig verdienten Höhepunkt erreicht hatte. Jenes Turnier, bei dem der schmächtige, drahtige, allzu oft in wenigen Teilen seines Tuns als Weltklasse geltenden Miroslav Klose den großen, echten Ronaldo in der ewigen Torschützenliste der WM überholt hatte. Ausgerechnet – eine Vokabel, die hier einmal angebracht ist – in einer Partie gegen Brasilien, in Brasilien, als Gegner in deren fiaskösem Halbfinal-Heimspiel.

Das Dorf, in dem man die Kirche lassen muss, heißt aber wohl nicht wirklich Blaubach-Diedelkopf, wo fußballerisch alles begann, sondern Opole. Dort als Sohn eines Fußballprofis und einer Handballnationalspielerin geboren, aber eben in Polen, nicht in Deutschland, wo er erst später hinzog und (natürlich) anfangs kein Deutsch beherrschte. Und selbst wenn diese Stadt Opole kein Dorf ist, dann steht er mit seinem Herziehen aus dem damals noch existierenden Ostblock für einen Teil der alten Bundesrepublik, in der man die Vokabel „Integration“ noch nicht mal annähernd buchstabieren konnte.

Was bleibt einem Jungen, der die Sprache nicht spricht, was heute allzu gerne überbewertet wird, aber nun mal Fakt ist, sofern man sein Hobby nicht wie Klose heute beim Angeln ohne soziale Komponente ausüben will? Neben der Musik nur der Sport, der keine Sprache spricht, der aber zumindest ihm eine Heimat bot. Ob er da schon das große Talent war, ist unbekannt. Dass er sein Talent aber intensiv geschärft hat, davon zeugt seine Anwesenheit und vor allem sein Erfolg bei Weltmeisterschaften von 2002, als er noch mit Haudegen wie Marko Rehmer, Gerald Asamoah oder Jens Jeremies über die Runden kommen musste, bis zur Weltmeisterschaft 2014, neben Mario Götze oder Toni Kroos, als der Fußball ein völlig anderer geworden war. Und Klose war wie immer auch bei diesem Turnier trotz sich abzeichnendem Alter vor dem Tor nicht zu stoppen.

Mag sein, dass er bei der WM 2002 fünf Tore per Kopf erzielte und seine Sprungkraft ihn in die Weltöffentlichkeit katapultierte. Schon im selben Turnier bewies er mit seinem äußerst klugem Pass zu Marco Bodes 1:0 gegen Kamerun aber, dass er eben nicht nur eine Strafraumwaffe war, die vollstreckt. Sondern dass er mitspielt. Was er immer weiter verfeinerte, weshalb er heute als Held aus gleich zwei sehr unterschiedlichen Jahrzehnten der Fußballstile gilt und geht.

Mag er ansonsten trocken sein wie ein Graubrot, ob nun nach polnischem oder deutschem Rezept gebacken — Klose, das war über lange Jahre die Kavallarie, die zur Not immer aushalf. In seinem ersten Länderspiel mit dem Siegtreffer kurz nach Einwechslung gegen Albanien, später beim erwähnten 2:0 über Kamerun in Japan, beim 1:1 gegen Argentinien bei der WM 2006, das Ausgleichstor, das erst das vermeintliche Sommermärchen rund machte oder ganz am Ende gegen Ghana und Brasilien 2014.

Gestatten, der freundliche Herr Klose. Nicht mit Hut, nicht mit Charme und nicht mit Melone, war er neben dem Platz so dröge, dass er selbst zu Beckenbauers Zeiten kaum zum Star getaugt hätte. Im Gegensatz zu diesem aber auch bis heute frei von Skandalen geblieben ist. Die alte Sehnsucht aller Fußballromantiker, dass es nur um die Leistung auf dem Platz geht, hat er — wahrscheinlich ohne es je zu ahnen — verkörpert.

Mag es auch beim Weggang aus Bremen böses Blut gegeben haben. Dem stillen Klose wurde das mehrheitlich nicht nachgetragen. Man kann ihn sich vorstellen als jemand, der gerade weil er sich nicht darstellen will, etwas von jenem Fußball transportiert, den er noch aus Blaubach-Diedelkopf kennt. Und wenn er der letzte Vertreter dieser Art gewesen sein wird, der nie ein Internat von innen gesehen hat, dann wird er umso mehr dem DFB das Stückchen Authentizität geben können, deren Fehlen Oliver Bierhoff nie verstanden hat. Womit wir wieder beim Thema sind. Bierhoff, das war ein One-Trick-Pony, der Mann mit der Inselbegabung Kopfball.

Klose hingegen war Spielkultur in Vollendung, wohin er sich auch drehte und das 20 Jahre lang.

Klose, die Kavallerie. Die kommt jetzt nie mehr.

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„Das Spiel meines Lebens“ — Deutschland — Kamerun 2002

Im Sommer war’s, der Mond schien helle, da offerierte mir sport_thies von meinsportradio.de, in seiner Sendung namens „Das Spiel meines Lebens“ mitzuwirken. Eine schöne Einrichtung, die ebenso angenehm umgesetzt wird.

Natürlich geht es darin nicht um selbst gespielte Spiele des Lebens, sondern um miterlebte und auch das muss nicht mal vor Ort geschehen sein. In Japan und Südkorea war ich nämlich nicht. Ich sagte überaus gerne zu und wählte, wie auch in der Sendung erwähnt, mein „zweitliebstes“ Spiel meines Lebens. Denn am WM-Halbfinale von 1982 zwischen Deutschland und Frankreich geht natürlich nichts vorbei. Doch Letzteres hat man bereits oft gehört und besprochen. Das von mir ausgewählte, ebenfalls eine WM-Partie, hingegen eher selten.

So kommet und lauschet also dieser von Andreas aka sport_thies formidabel aufgezogenen Sendung über „Das Spiel meines Lebens“, eine knappe Dreiviertelstunde über Deutschland gegen Kamerum im Jahr 2002, das letzte Vorrundenspiel in der Gruppe. Laufzeit: 37:18.

https://soundcloud.com/mein-sportradio-de/das-spiel-meines-lebens-deutschland-kamerun-2002-mit-frank

Wer selbst Interesse hat, an dieser Sendung mit dem eigenen Spiel des Lebens teilzunehmen, kontaktiere die Menschen von meinsportradio.de und werde ebenso glücklich und froh wie ich mit dieser Sendung hier.

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„Das Spiel meines Lebens“

[Update] Der Beitrag läuft in der gesamten Woche noch an verschiedenen Uhrzeiten, die man im dortigen Programm findet.

Gleich um 21h rede ich mit @sport_thies über eine besondere Partie in der dortigen Rubrik „Das Spiel meines Lebens“, natürlich ein WM-Spiel. Reinhören lohnt sich unbedingt, gute Musik – mit einer notwendigen Ausnahme – aus dem Jahr des Spiels ist auch dabei.

Ab 21h auf meinsportradio.de.

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Italien! Kamerun! Endlich neue Bestechungsvorwürfe!

Man nimmt gerne an, man habe schon alle Gerüchte rund um die diversen, immer noch in überschaubarer Zahl stattgefunden habenden WM-Turniere gehört. Dass das deutsche 1:0 bei der Schande von Gijon aus einem Nichtangriffspakt resultierte, bestritt ja nicht mal jemand.

Die Gerüchte über umfangreiche Getreide-Lieferungen aus Argentinien nach Peru, welche 1978 im Anschluss an den 6:0-Sieg der Argentinier über Peru stattgefunden haben sollen, sind wohlbekannt. Jenem 6:0, mit welchem Argentinien in seiner Gruppe weiterkam und Brasilien wegen der schlechteren Tordifferenz (+8 zu +5) ausschied.

Gerüchte um Doping bei den Deutschen bei der WM 1954 sind ein ebenso alter Hut wie jene von der WM 1966. Die unglaublichen Schiedsrichterleistungen bei der WM 1934 zugunsten des Gastgebers Italien Allgemeingut, sofern man sich für die Geschichte der Weltmeisterschaften interessiert. Auch das Vordringen Südkoreas ins Halbfinale 2002 umwehen nicht die angenehmsten Düfte. Als eifriger Leser von Harry Valériens WM-Büchern heutigen Medien sind diese Geschichten jedenfalls alle bekannt. Womit man annahm, umfassend über derlei Anwürfe informiert zu sein.

Weit gefehlt! — purzelt da doch plötzlich bei einer der vielen Internet-Safaris immer noch etwas Neues aus dem Monitor:

Italien soll bei der WM 1982 das 1:1 im letzten Spiel der Vorrundengruppe A gegen Kamerun gekauft haben. Das könnte insofern Sinn ergeben, als Italien damit sicher in der 2. Runde war, während ein solches Ergebnis Kamerun ein ehrenhaftes, da ungeschlagenes Ausscheiden von der WM ermöglichte — zu einer Zeit, da Kamerun noch ein echter Zwerg im Weltfußball war, klingt das wie ein nachvollziehbarer Gegenwert.

Neben dem eigentlichen Preis dafür, diese Partie seitens der Italiener zu kaufen, selbstredend.

200.000 Dollar sollen an die Spieler Kameruns geflossen sein, von denen einige zumindest einen Kontakt mit italienischen Spielern im Vorfeld der Partie in Vigo nicht einmal bestreiten. Kameruns Trainer soll trotz der Chance auf ein Weiterkommen — ein Tor mehr als Italien, das bis dahin 0:0 und 1:1 gespielt hatte, und Kamerun wäre in der 2. Runde gewesen — extrem defensiv spielen lassen haben. Als Underdog gegen Italien vielleicht nicht erstaunlich. Wohl aber, dass der Trainer nach Ende der Partie für Medien auf Jahres hinaus nicht mehr zu sprechen war.

Wenig überraschend hingegen, auf welche Weise die FIFA die Vorwürfe damals untersuchte: In Zusammenarbeit mit italienischen (!) und kameruner (!) Funktionären, welche natürlich ein höchstes Interesse daran gehabt haben werden, eine eventuelle Bestechung und Manipulation aufzuklären, wenn sie doch die Initiatoren dieser Vorgehensweise gewesen sein sollen.

Nun, bewiesen wurde nie etwas, auch weil ein Buch, dass die in dieser Richtung recherchierenden Reporter in Italien herausbringen wollten, nie veröffentlicht wurde. Wieso man heute dann trotzdem davon erfährt? Weil es das Archiv des Print-Spiegels gibt, und der Spiegel damals berichtete. Eingang in die herkömmliche Sportberichterstattung fand diese Vermutung offenbar nie, sonst hätte man nicht im Jahr 2013 zum ersten Mal davon gelesen.

Das ganze Stück über ein hierzulande weitgehend unbekanntes Kapitel dubioser Machenschaften bei großen Turnieren findet sich unter dem Titel „Alle zufrieden“.

Dass die Partie nicht wie vereinbart 0:0 ausging, soll übrigens daran gelegen haben, dass Kameruns Torwart Thomas N‘Kono beim Gegentreffer zum 0:1 versehentlich ausrutschte. Woraufhin die Italiener im direkten Gegenzug ohne viel Gegenwehr den Ausgleich zugelassen haben … ähm, sollen.

Da möge sich jeder selbst seine Meinung bilden:



(Längere, aussagekräftigere Highlights.)

Angesichts des Umstands, wie Paolo Rossi vor einem schon leeren Tor und einem sich niedergeworfen habenden Torwart den Ball aus 6 Metern neben das Tor kickt, des Umstands, wie oft an einem ebenfalls leeren Tor vorbeigeköpft wird, kommen schon Zweifel, ob dieses Versagen allein dem Fußballgott zuzuschreiben ist.

Manipulation lässt sich im „Fehlerspiel“ Fußball auf diesem Weg allerdings nie beweisen.

Und andere, am Ende stichhaltige Beweise gibt es keine, nicht zuletzt, weil weder Veranstalter noch (vermeintlich) Betroffene ihr Nest beschmutzen wollten. Und ob all das nun nur eine schlechte Verschwörungstheorie ist oder die Wahrheit, wird man wohl wie bei all den anderen eingangs erwähnten Vorfällen bedauerlicherweise nie erfahren.

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Die Plakate der Gastgeberstädte der WM

Ohne besonderen Anlass wandert der Blick hier auf die WM-Plakate der Austragungsstädte der vergangenen Weltmeisterschaften. Warum es diese Einrichtung manchmal gab und manchmal nicht, ist bislang nicht eruiert. Eine Quelle spricht davon, dass es diese erst seit 1998 gibt, dem widerspricht aber die Existenz der Plakate der WM-Städte von 1982. Und Gründe sind auch keine bekannt.

Jene der WM 2010 — obwohl vorhanden — sind völlig an mir vorbei gegangen. Bei jenen von 1982 kannte ich nur das Plakat von Gijon (Gijon!) und Oviedo, in jenes von Bilbao hab ich mich spontan verliebt, bin aber zu sehr Banause, um möglicherweise enthaltene Assoziationen entdecken zu können.

WM 1950 in Brasilien
WM 1954 in der Schweiz
WM 1958 in Schweden
WM 1962 in Chile
WM 1966 in England
WM 1970 in Mexiko
WM 1974 in Deutschland
WM 1978 in Argentinien
WM 1982 in Spanien
WM 1986 in Mexiko
WM 1990 in Italien
WM 1994 in den USA
WM 1998 in Frankreich (leider nur 5 von allen)
WM 2002 in Japan und Südkorea
WM 2006 in Deutschland
WM 2010 in Südafrika

Falls jemand Links zu den Plakaten der Austragungsorte der fehlenden WM findet, würde ich mich sehr freuen, dies in den Kommentaren zu erfahren.

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Alle Gewinner des Goldenen Balls bei Weltmeisterschaften

Der „Goldene Ball“ wird seit 1982 nach jeder Weltmeisterschaft an den besten Spieler des Turniers vergeben, wie auch der Silberne Ball und der Bronzene Ball an den zweit- und drittbesten Spieler. Das Prozedere läuft so ab, dass die FIFA 10 Spieler des Turniers zur Auswahl stellt, und „Medienvertreter“ dann abstimmen, wer diese Auszeichnung erhalten soll.

WM Goldener Ball Silberner Ball Bronzener Ball
WM 1982 Paolo Rossi Falcao Karl-Heinz Rummenigge
WM 1986 Diego Maradona Harald Schumacher Preben Elkjær Larsen
WM 1990 Salvatore Schilacci Lothar Matthäus Diego Maradona
WM 1994 Romario Roberto Baggio Christo Stoitschkow
WM 1998 Ronaldo Davor Suker Lilian Thuram
WM 2002 Oliver Kahn Ronaldo Hong Myung-Bo
WM 2006 Zinedine Zidane Fabio Cannavaro Andrea Pirlo
WM 2010 Diego Forlan Wesley Sneijder David Villa
WM 2014 Lionel Messi Thomas Müller Arjen Robben
WM 2010 - - -

Ehrungen von Einzelspielern in einem Mannschaftssport sind immer fragwürdig und abgesehen von Faktivem wie Torschützen abzulehnen. Aus Gründen der Vollständigkeit ist diese Auflistung hier dennoch enthalten.

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Gerald keine Graupe

Letztens spielten wir mal gegen eine Mannschaft aus der Landesliga und verloren 2:12. Die beiden Tore erzielten wir nur, weil wir zwei Elfmeter mehr oder weniger aus Mitleid vom Schiedsrichter geschenkt bekamen, nachdem wir über 90 Minuten insgesamt vier Mal im gegnerischen Strafraum waren. Die Niederlage war in allen Belangen vernichtend, obwohl man sagen muss, dass wir einen guten Tag erwischt hatten. Niemand machte gröbere Fehler, und wenn man zweieinhalb Augen zudrückt und unsere im Vergleich zum Gegner nun mal nicht so ausgeprägte Fitness berücksichtigt, dann hatten wir uns an dem Tag gut geschlagen.

Bedrückend, nein, einfach ungut war dennoch das Gefühl, dass es deshalb nur 2:12 ausging, weil der Gegner nicht wirklich ernst spielte. Also, er machte keinen Quatsch, keine Demütigungen im Dribbling oder derlei, aber er ließ uns dann und wann mal ein wenig den Ball besitzen, und wenn es ernst gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich über keine 3 Stationen den Ball halten können und dann wäre es 2:22 ausgegangen. Der Gegner vermittelte sehr intensiv den Eindruck, jederzeit ein Stückchen zulegen zu können, während wir schon am oberen Anschlag spielten.

Wenn man dann betrachtet, wie weit die Landesliga von einer „oberen Liga“ entfernt ist, und weiß, dass eine Regionalliga-Mannschaft mit einer Landesliga-Mannschaft normalerweise das Spielchen betreibt, was diese Landesligamannschaft mit uns spielte, dann ahnt man, wie viele Lichtjahre Bundesligafußball vom eigenen Können entfernt ist.

Mehrere Tausend Lichtjahre natürlich.

Kommen wir also zu Gerald Asamoah, seines Zeichens WM-Finalteilnehmer (!) 2002. So gut muss er also damals gewesen sein, das war in einer anderen Zeit, als Fußball noch ohne Blaupause für Spielzüge betrieben wurde, dass man ihn in die Nationalmannschaft beorderte. Eine andere Zeit, Jens Jeremies, Carsten Ramelow, Thomas Linke, in der Gerald Asamoah schon qua seines geringen Alters irgendwie anders und damit frisch und damit wilkommenswert wirkte.

Danach änderten die Zeiten sich allerdings. Was sich wenig änderte, war das Vermögen von Gerald Asamoah. Der zwar noch mit zur WM 2006 durfte, aber nur ein einziges Mal eingesetzt wurde (gegen Ecuador eingewechselt, als es schon 3:0 stand) und danach in der Versenkung verschwand. Völlig zurecht würde man meinen, wie man auch wenig nachvollziehen konnte, wieso er überhaupt so lange noch ein Bundesliga-Stammspieler blieb, als er doch der Inbegriff des Durchschnittsspielers geworden war, der selten einmal eine entscheidende Szene bewirkte. Tore waren trotz seiner Position auf dem Spielfeld äußerst rar und als Vorbereiter trat er noch seltener in Erscheinung. Asamoah war in dieser Zeit ein Spieler der Marke „eigentlich egal, ob er oder ein anderer spielt“ — so kam er mir jedenfalls vor.

Abgesehen von ständiger guter Laune — durchaus auch ein fragwürdig gezeichnetes Bild — und seiner Bulligkeit, die er aber wiederum auch nicht entsprechend ihrer Ausmaße einsetzte, blieb fußballerisch wenig Festhaltenswertes von ihm übrig. Man kam dann irgendwann nicht umhin, ihn doch als Graupe (ist das nur westdeutsch für einen schlechten Fußballspieler?) zu empfinden. Die man auf Schalke wohl noch so ein bisschen aus Dankbarkeit mitschleppte, aber eigentlich war er nicht mehr zu gebrauchen. Einfach schlecht nun mal.

Unterschlagen wir schnell das Jahr bei St. Pauli, das anderen Dingen zum Opfer fiel, so zeigt er plötzlich bei Greuther Fürth, dass er doch tatsächlich so gut ist, dass er in der 2. Liga eine Menge bewirken kann, dass er gar Gegner ausspielen und mehr als nur glückliche Tore erzielen kann. Verknappt gesagt ist er besser als die meisten anderen Zweitligaspieler.

Insofern ist sein Schritt in die zweite Liga absolut begrüßenswert. Denn „zu schlecht“ für die Bundesliga zu sein, bedeutet tatsächlich nicht, schlecht Fußball zu spielen, sondern (hier) immer noch diverse Schritte besser als die Gegner zu sein. Etwas, was nie zum Vorschein gekommen wäre, wenn er wie viele andere vor ihm am Ende der Karriere einfach die Koffer gepackt hätte und nach Hause gegangen wäre. So aber demonstriert er in der zweiten Liga noch einmal, dass es einen Unterschied gibt zwischen erster und zweiter, wie groß dieser ist und dass er selbst, in den Topf der Zweitligaspieler geworfen, da eine herausragende Rolle spielt.

Mag sein, dass diese Erkenntnis trivial ist, natürlich wird die Qualität nach oben hin immer besser, das ist klar, aber selten wird es so deutlich sichtbar wie bei Gerald Asamoah. Und ich wollte es nur noch mal gesagt haben, das mit den Lichtjahren und dem Kontinuum, auf dem Asamoah weit entfernt davon ist, eine Graupe zu sein, wenn man nur den richtigen Ausschnitt des Kontinuums wählt.

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Engländer in langen Hosen?

Jupp, der … lassen wir diesen billigen Witz mit Bart. Jupp Derwall ist leider letztens von uns gegangen.

Hinterlassen hat er immerhin einen EM-Titel. Das ist mehr als Rudi Völler, Jürgen Klinsmann, Erich Ribbeck und Jogi Löw zusammen an Titeln gesammelt haben. Damit das nicht unterschätzt wird, muss man das ja auch mal aussprechen. Diese ganzen dritten Plätze, man kann mittlerweile das eigene Bad damit pflastern, aber einen Titel haben sie bislang nicht erreicht. Rudi Völler wurde beim Heimkehren noch gefeiert wie ein „ein Rudi Völler“, auch bei Klinsmann jubelte man noch. Nach dem verlorenen EM-Finale 2008 ließ man sich auf schäbigste Weise — nämlich indem man einen [Piep] namens Pocher den Gegner, der einen allerdings gerade geschlagen hatte, und das nicht gänzlich unverdient, verspotten ließ — noch in Berlin feiern. 2010 hatte man dann endlich eingesehen, dass man mit all dem erfolgreichen, in letzter Konsequenz aber unterlegenen Fußball Jupp Derwall (und auch Berti Vogts) immer noch nicht das Wasser reichen konnte.

Gut, das mag auch ein wenig damit zu tun haben, dass man es in Spanien mit Dopingverfolgung nicht so genau nimmt. Aus genau den selben Gründen aber wurde schließlich Deutschland 1954 Weltmeister. Wer heute noch an die Sage von den Eisenstollen Adi Dasslers glaubt und die Spritzen, die Gelbsucht etc. ignoriert, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Nicht mehr zu helfen, womit wir bei einer Nation wären, die fußballerisch abgesehen von einer Schiedsrichterfehlentscheidung in einem Heimspiel eigentlich noch nie überhaupt irgendetwas gerissen hat (selbst die Russen sind schon Europa- und drei(!)facher Europa-Vizemeister): England.

Womit wir zum Ausgangspunkt zurückkehren, denn jener Jupp Derwall, der 1980 Europameister wurde und letztens leider verschied, trat einmal bei einem Länderspiel gegen eben jene Engländer an. Und was sehen wir da (abgesehen davon, dass auch der Rest der Galerie klickenswert ist, weil dort Bilder mit Seltenheitswert zu sehen sind)? Die Engländer spielten in langen Hosen.

So kann das natürlich nix werden im Weltfußball.

(Bild Nr. 15 ist übrigens in Kürze in einer Sonderausgabe der 11Freunde zu erwarten. Offensichtlich gab es noch keine Wasserwaagen zu jener Zeit. Die Brille ist übrigens nicht in 3D, trotzdem erweckt sie den Eindruck, im nächsten Moment aus dem Bild zu fallen.)

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Wenn der Dummschwätzer mal ein Großer war

Das erste Wort des Titels müsste natürlich „als“ heißen, aber der Unterschied zwischen wenn und als ist so marginal, dass ihn des Lesers Hirn schon von selbst korrigiert haben wird.

Hier wurde ja, als das noch ein paar Kalorien hatte, gerne über den Dummschwätzer gelästert, der inzwischen zwar kein Jota Substanz mehr in seine Äußerungen gebracht hat als früher, den aber nun mal ohnehin niemand mehr ernst nimmt. Und ganz so falsch liegt er ja auch oft nicht, wenn er sich zu Bayern-internen Dingen mit dem Abstand eines etwas weiter Außenstehenden äußert.

Dies ist also ein ironiefreier Beitrag über den Dummschwätzer. Wir glauben ja kaum noch, dass er wirklich mal zur Crème de la Crème des internationalen Fußballs gehört hat. Auch wenn es überall zu lesen ist. Denn wir haben ja die Videos gesehen von der WM 1974, auch einige von 1972, ein paar Ausschnitte von Bundesliga-Spielen oder Europapokalfinals: alles nicht so dolle, dass es einen vom Hocker reißen würde. Was ja noch dann verschmerzbar wäre, wenn alle anderen zu jener Zeit denselben Nachgeschmack in Form von eingeschlafenen Füßen auf der Zunge hinterlassen würden. Sieht man hingegen Johan Cruyff spielen, schnalzt man auch heute noch mit den eingeschlafenen Füßen und erkennt durchaus seine exponierte Stellung im Weltfußball jener Zeit. Mühelos sogar, so mühelos, wie Cruyff durch die Reihen der Gegner wandelte.

Dennoch muss an dieser Stelle eine Lanze für des Dummschwätzers aktive Leistung und vor allem Reputation zu jener Zeit gebrochen werden. Von Journalisten durchgeführte Wahlen sind zwar naturgemäß immer äußerst subjektiv, nimmt aber nur eine ausreichend große Zahl daran teil, darf man schon von einer gewissen Objektivität bei der Bewertung von Spielern ausgehen. Natürlich ist die Platzierung in einer solchen Wertung wie sie gleich hier folgt, nie intervallskaliert, insofern wissen wir wenig darüber, wie groß die Unterschiede zwischen Platz 1 und 2 oder zwischen Platz 5 und 50 gewesen sein mögen. Sie sind aber die hier relevanten Daten.

Diese Zahlenreihe spricht nämlich eindeutig für den Dummschwätzer. Schauen wir sie erst an, und lösen danach auf.

1966: 3.
1967: 4.
1968: 4.
1969: -
1970: 4.
1971: 5.
1972: 1.
1973: 4.
1974: 2.
1975: 2.
1976: 1.

Das ist nicht etwa das Ergebnis bei der Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres, sondern von jener zu Europas Fußballer des Jahres.

Franz Beckenbauer war also in einer ganzen Dekade mit einer Ausnahme immer in den Top 5 dieser Wertung, welche er noch dazu 2x gewann und 2x als Zweiter beendete.

Man mag gerne einwenden, dass es damals ohnehin nur ein paar Länder gab, in denen Fußball von Weltformat praktiziert wurde und es somit wesentlich einfacher war als heute, diese Weltspitze zu erreichen. Stimmt. Dann war das eben so. Aber in dieser war der Dummschwätzer dann Zeit seiner Karriere immer dabei. In der Weltspitze.

Nachzuprüfen bei den Ergebnissen zur Wahl zum Fußballer des Jahres in Europa. (Mit weiteren Schmankerln, z. B. kam Europas Fußballer des Jahres von 1976 bis 1981 ununterbrochen aus der Bundesliga. Sogar Felix Magath war mal unter den Top 5 Europas, gleich zwei Mal kamen die Spieler auf den ersten drei Plätzen aus Deutschland. Der heute übermächtig groß erscheinende Zinedine Zidane gewann nur ein einziges Mal, 1998. Und die letzten Deutschen, die darin zu finden sind, sind im Jahre 2002 Oliver Kahn (3.) und Michael Ballack (5.). Wobei die Quoten nicht schlecht stehen, dass es in diesem Jahr mal wieder einer unter die Top 5 schaffen könnte. Aber das ist ein anderes Thema.)

Der Dummschwätzer: eine Dekade lang vorne dabei. Und wenn das damals alle so sahen, muss er wohl wirklich ein Guter gewesen sein.

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Alle Spiele um Platz 3 bei einer WM

Als kleiner Appetizer für heute Abend: Es gab da durchaus, logisch ja auch bei zwei unterlegenen Halbfinalteilnehmern, immer mal wieder sehr gute Paarungen auf dem Papier, die dann auch hielten, was sie versprachen. Zwar schaut sich wahrscheinlich kein Mensch der Welt ein Spiel um Platz 3 von 1962 noch einmal im Re-live an (außer mir), aber heute Abend kann immerhin noch Historisches passieren. Ein 4:0 gilt es zu überbieten. Oder die 9 Tore insgesamt aus der Niederlage gegen Frankreich von 1958.

Noch nie gab es übrigens ein Elfmeterschießen im Spiel um Platz 3.

Swynestygä.

1930 kein Spiel um Platz 3
1934 Deutschland – Österreich 3:2
1938 Brasilien – Schweden 4:2
1950 kein Spiel um Platz 3
1954 Österreich – Uruguay 3:1
1958 Frankreich – Deutschland 6:3
1962 Chile – Jugoslawien 1:0
1966 Portugal – UdSSR 2:1
1970 Deutschland – Uruguay 1:0
1974 Polen – Brasilien 1:0
1978 Brasilien – Italien 2:1
1982 Polen – Frankreich 3:2
1986 Frankreich – Belgien 4:2 n. V.
1990 Italien – England 2:1
1994 Schweden – Bulgarien 4:0
1998 Kroatien – Niederlande 2:1
2002 Türkei – Südkorea 3:2
2006 Deutschland – Portugal 3:1
2010 Deutschland – Uruguay 3:2

Rekord-Dritter bei einer WM, ganz zufällig: Deutschland, wie diese Auflistung der Häufigkeiten von dritten Plätzen zeigt.

1. Deutschland 4
2. Frankreich 2
Brasilien 2
Polen 2
Schweden* 2
6. Chile 1
Österreich 1
Portugal 1
Italien 1
Kroatien 1
Türkei 1

(* Schweden erreichte auch 1950 den dritten Platz, als es kein Spiel um den dritten Platz, sondern eine Finalrunde mit 4 Teams gab.)

Noch dazu Deutschland heute mit der Chance, den Vorsprung auszubauen. Ein Rekord, auf den man wahrlich gerne verzichten würde. Wahlweise eintauschen gegen eine handgefertigte rostbraune Stehlampe aus Ostfriesland.

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Das Abschneiden der Titelverteidiger

Abschneiden, abschneiden. Man denkt unwillkürlich an Heinz Gründel und bekommt Hunger. Hier geht es aber darum, was der Titelverteidiger der vorhergegangenen Weltmeisterschaft jeweils erreicht hat bei der nächsten WM. Man darf mit Fug und Recht sagen: eigentlich hat bislang nur Brasilien seinen Titel verteidigt. Das, was Italien da zwei Mal zum Titel geführt hat (in einer Zeit, als die Zeiten anders waren), kann man wohl kaum als regulären Wettbewerb bezeichnen.

Nun gut, wir sind (außer Brustring und direkter-freistoss) keine Schiedsrichter, deshalb hier also die Liste, wie die jeweiligen Titelverteidiger beim folgenden Turnier abgeschlossen haben:

1930 Weltmeister Uruguay
1934 nicht teilgenommen
1934 Weltmeister Italien
1938 Weltmeister
1938 Weltmeister Italien
1950 Vorrunde
1950 Weltmeister Uruguay
1954 4. Platz
1954 Weltmeister Deutschland
1958 4. Platz
1958 Weltmeister Brasilien
1962 Weltmeister
1962 Weltmeister Brasilien
1966 Vorrunde
1966 Weltmeister England
1970 Viertelfinale
1970 Weltmeister Brasilien
1974 4. Platz
1974 Weltmeister Deutschland
1978 2. Finalrunde
1978 Weltmeister Argentinien
1982 2. Finalrunde
1982 Weltmeister Italien
1986 Achtelfinale
1986 Weltmeister Argentinien
1990 Vize-Weltmeister
1990 Weltmeister Deutschland
1994 Viertelfinale
1994 Weltmeister Brasilien
1998 Vize-Weltmeister
1998 Weltmeister Frankreich
2002 Vorrunde
2002 Weltmeister Brasilien
2006 Viertelfinale
2006 Weltmeister Italien
2010 Vorrunde
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Alle Gewinner des Yashin-Awards

Auf deutsch müsste diese tolle, bedeutungsgesalbte Trophäe eigentlich Jaschin-Trophäe heißen, aber heutzutage hat man sich bei der FIFA ja auf die einheitliche englische Schreibweise geeinigt.

Wobei man sich bei der FIFA eh nicht so ganz einig zu sein scheint, ob es nun „Yashin-Award“ heißt oder „Golden Glove“, zu deutsch also „Goldener Handschuh“, denn auch der „Golden Glove“ geistert als Bezeichnung immer wieder durch die Medien.

Deshalb also Yashin-Award. Zu Ehren des großartigen sowjetrussischen Torwarts Lew Jaschin. Oder Lev Yashin, wie man will. Gewonnen hat er selbst sie übrigens nie. Unter anderem deshalb, weil sie offiziell erst seit 1994 verliehen wird. Alle vorherigen Nennungen sind jene Torhüter, die in die „Elf des Turniers“ gewählt wurden. Fragwürdig, aber hier sind sie:

Jahr Gewinner
WM 1930 Enrique Ballesteros
WM 1934 Ricardo Zamora
WM 1938 Frantisek Planicka
WM 1950 Roque Maspoli
WM 1954 Gyula Groscis
WM 1958 Harry Gregg
WM 1962 Viliam Schrojf
WM 1966 Gordon Banks
WM 1970 Ladislao Mazurkiewicz
WM 1974 Jan Tomaszewski
WM 1978 Ubaldo Fillol
WM 1982 Dino Zoff
WM 1986 Harald Schumacher
WM 1990 Sergio Goycochea
WM 1994 Michel Preud‘homme
WM 1998 Fabien Barthez
WM 2002 Oliver Kahn
WM 2006 Gianluigi Buffon
WM 2010 Iker Casillas
WM 2014 Manuel Neuer
WM 2018 -
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