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Schlagwort: WM 2006

Amateure am Werk

Beim ersten Spiel der Engländer gegen Paraguay gab es viele Beschwerden über die für den Fernsehzuschauer Vergnügen mindernden Licht- und Schattenspiele, die durch die seltsame Dachkonstruktion des Frankfurter Stadions sowie den über dem Spielfeld angebrachten Videowürfel ausgelöst wurden. Ich frage mich, wie jemand ein Ding für eine halbe Milliarde Euro bauen kann und dann erfüllt es an entscheidenden Stellen seinen Zweck nicht. Kritisieren ist immer leicht, das hier ist aber so ein grundlegendes Bedürfnis, das ein Stadien erfüllen muss — dass man darin gut das Spiel schauen kann — dass es grotesk anmutet, dass genau das von den Planern nicht gewährleistet wurde.

Ähnliche Beschwerden gab es über die Arena auf Schalke.

Die Lösung des Problems in diesen beiden Stadien soll nun sein, dass das Dach geschlossen wird. Es sind 30° C (okay, heute nicht…), strahlender Sonnenschein und dann soll für einen Freiluftsport wie Fußball das Dach geschlossen werden?

Um es mit Beckmann zu sagen: „Fußball absurd.“

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Déjà vu

Jugoslawien Serbien-Montenegro lässt sich ohne Gegenwehr abschlachten und kriegt ein halbes Dutzend Tore. Das kenn ich doch, das kenn ich doch… ahja. Damals war’s, bei der EM 2000. Die Niederlande hat dann trotzdem das Turnier nicht gewonnen, also macht Euch keine Sorgen. Argentinien ist zwar stark, aber jeder Fußballinteressierte weiß, wie leicht es ist, eine Mannschaft auseinanderzunehmen, die „auseinanderfällt“, sprich: in der nicht mehr gegen die drohende Niederlage gekämpft wird. Es ist kinderleicht.

Gleichzeitig aber auch ziemlich peinlich für Serbien-Montenegro. Was suchen Leute mit einer solchen Einstellung bei einer WM?

Es gibt dann immer die Stimmen, die sagen: ob 0:4 oder 0:6, das ist doch egal. Nein, meine lieben Herren, wenn das egal wäre, bräuchte man gar nicht erst aufzulaufen.

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What’s up, Peter?

Hey, was soll das denn? Vollmundig hab ich gestern beim Schauen von England — Trinidad & Tobago meinen Nebenleuten erzählt, dass Peter Crouch ja „immer“ diesen Robodance machen würde, wenn er ein Tor erzielt hat. Kaum gesagt, schon trifft er und was bleibt aus? Sein Robodance.

Frechheit.

Vielleicht war es aber auch nur das schlechte Gewissen, weil er vorher seinem Gegner an den Haaren gezogen hat, sich dann auch noch aufgestützt hat, um den kleinen Größennachteil seinerseits zu korrigieren, bevor er dann aus ca. 2,40m Höhe eingeköpft hat.

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Nimm den Olli mit und er wird es dir danken

Näheres zu diesem mitreißenden Spiel morgen (bzw. heute). Ich habe schon den ganzen Rückweg lang überlegt, wann mich das letzte Mal ein Spiel der Nationalmannschaft so gepackt hat. Einfall Nummer Eins war das Halbfinale 1982, aber das wäre ein bißchen arg lang her.

Wahrscheinlich fallen mir morgen noch ein paar jüngere Gelegenheiten ein. Jetzt aber geh ich erst mal selig schlafen, denn ich bin ein bißchen schlafsamig. Ein wenig Neid und viel Gönnerei an meinen Teammanager Eckhard, der live im Stadion dabei war. Muss grandios gewesen sein. Ich hoffe, er hatte seine Betablocker dabei.

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Schlafsamig

Nette Wortkreation von Klitschko im ARD-Interview, der ansonsten nichts zum Spiel Spanien — Ukraine zu sagen hat, außer, dass er gar nix zum Spiel sagen kann, weil er noch so mitgenommen ist von der hohen Niederlage seiner Ukrainer:

„Ich weiß auch nicht, die waren irgendwie so müde, schlafsamig.“

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Olympiastadion doch nicht sicher

Der Spiegel schreibt, was hier aus bekannten Gründen nicht verlinkt wird, über das Ende von Ronaldos gestrigem Diensttag:

„Durch einen Geheimgang in den Katakomben des Olympiastadions entkam er den Medien.“

Ja, es ist bitter, aber die Stiftungwarentest hatte doch recht. Wenn es einen Geheimgang in dem Stadion gibt, über den man ungesehen entkommen kann, ja, dann kann man über diesen Geheimgang auch ungesehen ins Stadion kommen. Wahrscheinlich nutzte der Flitzer der Partie Brasilien — Kroatien genau diesen.

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Beckmann bei der Arbeit: Brasilien — Kroatien

… = Sprechpause des Kommentators
(…) = Auslassung im Transkript
VERSALIEN = besonders intensiv betonte Wörter

Und wir lassen jetzt mal langsam die Mannschaften hineinkommen. Es ist angerichtet. Noch sind bis jetzt nicht alle Plätze hier in Berlin im Stadion besetzt. Es gab LANGE Schlangen draußen.
Die haben ihre Plätze schon gefunden.

Und die Brasilianer, sie strotzen nur so vor Selbstvertrauen, ich hab mal nachgeschaut, seit 1934 haben die Brasilianer bei einer Weltmeisterschaft kein Auftaktspiel verloren.

Die sehen ja richtig aus wie Bodyguards, die Unparteiischen, Archunda Tellez aus Mexiko begleitet von (…) und (…).

[Mannschaften laufen ein]

[Nationalhymne von Brasilien läuft]

[Hymne von Kroatien folgt]

Gänsehautgefühl hier in Berlin, im Olympiastadion!
Ja, und ganz Brasilien erwartet den sechsten WM-Titel. Der Staatspräsident hat sich erst zum Finale angemeldet. Eine frühere Anreise würde wohl nicht verziehen. Das ist eine schöne Mischung aus Arroganz und Selbstvertrauen.
Selten gab es einen größeren Favoriten als Brasilien bei dieser WM. Alle sind sich einig, dass der Titel nur über die Spieler von Parreira führen wird. Und die große Frage ist, wie kann man diese Brasilianer stoppen?
Letzte Information: ein neuer Haarschnitt von Kaka war tagelang Thema in der Presse von Brasilien.
Das ist noch mal Archunda Tellez, hat zahlreiche Spiele in der Qualifikation gepfiffen, dazu Spiele bei der Copa America und Copa Libertadores, ist 40 Jahre alt und Zahnarzt.
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Gemeinsam die Kräfte sammeln. Altmeister Pelé hat einen klugen Satz gesagt: Die Favoritenrolle, das ist der komplizierteste Gegner Brasiliens.

Anstoß für den alten Weltmeister, der auch der neue sein will. CAFU!

Roberto Carlos.

Ronaldinho.

Da, und erster Ballbesitz für das kroatische Team.

Also wenn man jetzt mal zurückblickt, da sehen wir den Mann mit der Nr.4, Robert Kovac, das deutet sich doch so an, als wenn er einen klassischen Libero spielen wird.
Erster Ballverlust, Adriano, und Kovac.
Tudor war da derjenige, der ein bißchen zappelig war und diesen Fehlpaß spielte.
Jetzt zum Eckball sind sie alle zurückgeeilt.
Dado Prso steht am ersten Pfosten.
Lucio.
Roberto Carlos.
RECHTS WIE LINKS! Seine alte Schussstärke hat er nicht verloren.
Wir schauen noch mal hin.
Die Körpersprache von Pletikosa ist klar: Konzentriert euch, seid sofort…

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Jedem sein Plaisierchen

Neuerdings werden Deutschlandfahnen sogar an Fahrrädern gesichtet. Was folgt als nächstes? Deutschlandfahnen an Füßen? Deutschlandfahnen an Satelliten? Deutschlandfahnen in U-Bahnschächten?

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Wo bleiben die Elfmeter?

Togo foult Südkorea kurz vor der Strafraumgrenze. Hätte man da nicht noch 3-4 Meter warten können? Dann hätte es endlich den ersten Elfmeter gegeben. Das ist schon das 12. WM-Spiel und es gab noch keinen einzigen Elfmeter. Wann gibt es schon mal einen Bundesligaspieltag ohne Strafstoß? Und das sind nur 9 Spiele pro Spieltag. Na gut, immerhin werden wir durch ein herrliches Freistoßtor entschädigt.

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Billige Lacher eröffnet

Die Rubrik „Billige Lacher“ wird gleich mal mit einem Paukenschlag eröffnet. Einer der Spieler von Togo hat auf seinem Rücken stehen: „C. Kader“. Das ist lustig. Natürlich nicht, wenn man selbst im C-Kader ist. Aber so schon.

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Dolmetschen für Dummies

Vielleicht sollte mal jemand der Dolmetscherin vom ZDF, die die Interviews mit tschechischen Spielern dolmetscht, erklären, dass sie auch die Fragen des Journalisten übersetzen muss, nicht nur die Antworten des Spielers.

Vielleicht aber auch nicht. In den meisten Fällen kann man sich die Fragen dazudenken.

Trotzdem wird sie beim nächsten Turnier wohl nicht mehr fürs ZDF arbeiten, wenn sie so weitermacht. Gleichzeitig frage ich mich, ob Fußballlaien denn nicht kurz gebrieft werden, wenn sie für ein Fußballprogramm dolmetschen müssen. Beim ZDF offensichtlich nicht.

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Bärtram

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Der Ort, in dem die Schweizer Nationalmannschaft ihr Quartier betrogen hat, heißt Bad Bertrich. Abgesehen davon, dass natürlich niemand jemals zuvor diesen Namen gehört hat, fühlen sich zumindest die Peers meiner Generation doch arg an den „Bärtram“ aus den Brösel-Comics erinnert.

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