Einen neuen Tiefpunkt erwühlt

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Es ist ja nichts Neues. Also, der Inhalt schon, die Vorgehensweise nicht. Der Inhalt ist (hier) neu, weil derlei Publikationen heutzutage gottseidank weiträumig gemieden werden können. Bewirkt dann aber doch eine leichte Spur von Ekel, wo man doch eigentlich nur noch mit den Schultern zucken sollte: Jeder eben so tief wie er kann.

Verärgert und tief enttäuscht sei Löw aber über andere Dinge, und diese Verärgerung könne durchaus nachhaltig sein. Die Verunglimpfung seiner Spieler als „Memmen“ in manchen Boulevard-Medien empfindet Löw als glatte Unverschämtheit, genauso wie die Tatsache, dass ihm nach dem Ausscheiden in seinem Hotelzimmer hinterhergeschnüffelt wurde und „Sport-Bild“ seinen blauen Pullover aus dem Papierkorb fingerte und als Symbol des Scheiterns und der Missachtung veröffentlichte. Tatsächlich soll das ehemals gute Stück in der Wäsche eingelaufen sein.

Wenn seine Verärgerung nachhaltig wäre, mit den richtigen Adressaten dieser Verärgerung, hätte dieses absurde Hinterherschnüffeln in der intimsten Privatsphäre des Bundestrainers wenigstens noch eine gute Seite. Schade, dass ausgerechnet jetzt Stenger abgesägt wurde, der für Gleichbehandlung der Medien sorgte, man denke zudem an das Stichwort Maulwurf vor dem Griechenlandspiel.

Man muss zwangsläufig so tief unten im Papierkorb wühlen, wenn man selbst nichts an Inhalten bezüglich des Sportlichen beizutragen hat. Das wiederum, siehe Eingang, ist nun mal nichts Neues.

8 Kommentare

  1. Dass das mit den Memmen aufkommt, finde ich auch daneben, hängt aber unbedingt mit Löw zusammen.

    Das fängt mit der Nivea-Werbung an, Nivea = Kinder- und Hausfrauencreme, und geht damit weiter, dass die National-Spieler sich in Interviews fast wie „Geißeln“ benehmen. Die sind von ihren Beratern perfekt getrimmt, gar nix zu sagen. Wer nix Substanzielles sagt, sagt auch nix Falsches.

    Das muss unter Löw eine verdammt große Gefahr sein, was Falsches zu sagen. Ich bin mal gespannt, wie es mit Mats Hummels weiter geht. Der ist der Einzige der bisher so was wie Kritik am Spiel der NM (und damit am Trainer) geäußert hat. Ich hoffe für mich als Fan, dass der Hummels eine überragende Saison spielt und der Löw nicht an ihm vorbei kommt. Diese Mannschaft braucht unbedingt einen oder zwei oder drei Leader, sonst wird dieses Etikett Memmen fest bappen.

  2. Herr Löw hat damit wohl definitiv die letzte Abfahrt mit dem Schild „ehrenvoller Abgang“ verpaßt.

    Er hätte, schön „tiefenentspannt“ aus dem Urlaub zurück, vortreten müssen und sagen: „Ich habe mein Möglichstes – nicht ohne Erfolg – versucht; leider hat es am Ende (mehrfach) nicht gereicht. Daher mache ich sofort meinen Platz frei – und trete zurück.“

    Chapeau und Respekt! Mit einem solchen Abgang hätte er sich die 1a-Jobs weltweit aussuchen können…

    So wird er uns bis Ende 2014 mit seinem Beleidigte-Leberwurst-Genörgel quälen – und mit dem Scheitern in Brasilien seinen Marktwert halbieren. Mindestens…

    PS.: Oder glaubt jemand von euch ernsthaft, daß er 2014 das ganz große Ding zieht?

  3. Früher wurde mehr gesungen! Wir z.B. Im Frühtau zu Berge wir spieln fallera. Besser gespielt wurde aber nicht … In diesem Sinne: Gut Sport!

  4. Pingback: Abschied vom Medaillenspiegel « sportinsider

  5. Nur für den Fall, dass das missverstanden wurde: Den neuen Tiefpunkt hat diese Zeitung mit dem Wühlen im Papierkorb in Löws Hotelzimmer erwühlt und zwar für sich selbst. Das hat mit Jogis Kritikfähigkeit überhaupt nichts zu tun. Verhalten von Boulevardmedien anzuprangern ist allerdings so wirksam oder auch müßig, wie Steine den Sisyphos’schen Berg hinaufzurollen. Man schreckt nur noch mal kurz auf, wenn ein weiterer Tiefpunkt erreicht wurde, Entschuldigung, erwühlt natürlich.

    Ich glaube, dass die Chancen 2014 besser stehen werden als 2012, als man ja gefühlt schon sicher im Finale stand. (Wobei es dafür ja auch nur eine bessere Halbzeit gegen Italien gebraucht hätte)

    Reus, Schürrle oder Götze halte ich allerdings alle für stärker als Podolski, Hanke oder Kuranyi, wenn zudem Siegenthaler nicht wieder während des Turniers mit Hörsturz ausfällt und so weiter, sind die Chancen durchaus da. Zumal eine WM ja gemeinhin als schwächer besetzt als eine EM gilt. Also, ich halte es 2014 durchaus für möglich, dass man wieder in Titelnähe mitspielt. Und am Ende entscheidet im Fußball halt immer noch ein Stück weit der Zufall.

    Dass sein Umgang mit der Kritik in allen Belangen souveräner und auch stärker am Eigentlichen sein sollte, ist unbestritten, wäre aber noch mal einen eigenen Beitrag wert.

    Dieser hier wies auf die aus meinen Augen Absurdität, dass Mitarbeiter einer „Sportzeitung“ in Löws Papierkorb wühlen und das hinterher als Journalismus verkaufen. Angesichts der Tatsache, dass das corpus delicti nun mal rein gar nichts mit dem Fußballerischen zu tun hatte absurd. Von der Grenzüberschreitung ganz zu schweigen.

  6. Okay, hier ist der Kaffeesatz die letzte Instanz, aber: ich glaube nicht an die berühmten besseren Chancen 2014.

    Diese Spanier sind bis dahin sicher nicht schlechter geworden, die anderen üblichen Verdächtigen auch nicht; von den Südamerikanern ganz abgesehen…

    Und unserem Jogi dürfte bis dahin jede Lockerheit abhanden gekommen sein: von wegen letzte Chance usw.

    Für mich ist er jetzt schon eine Art Steinmeier des DFB. Ergebnisse spielen keine Rolle, man tritt halt einfach wieder an.

  7. Schrieb ich wirklich „ein Stück weit“? O Graus, ich schaue zu viel Fußballinterviews. Bitte eine Alternative nach Wahl dorthin denken.

    Die Spanier werden 2014 schlechter sein als jetzt. Die Brasilianer werden bis 2014 aller Voraussicht nach die Lücke zu den Deutschen nicht aufgeholt haben, welche ihrerseits weiter stärker werden könn(t)en. Allerdings ist ein Heimvorteil ein Heimvorteil, siehe 2006.

    Alle außereuropäischen und außersüdamerikanischen Mannschaften sollten allerdings kein Hindernis darstellen, von Mexiko abgesehen.

    Grundsätzlich verstehe ich aber nicht, wieso Jogi einem Medium, das ohnehin immer nach dem gleichen Prinzip verfährt, böse sein kann. Hat er bei all den anderen Geschichten vorher, zuletzt Wulff, nicht aufgepasst? Sich öffentlich gegen derart substanzlose Vorwürfe wie das Nichtsingen der Hymne zu wehren, lässt leider ahnen, dass er dieses Etwas tatsächlich auf- und zumindest in seiner Wirkung ernst nimmt. Und das bei ständig sinkender Auflage und damit auch Einfluss, abgesehen von der Hanebüchenigkeit der Vorwürfe.

  8. Haben die vom Buleward nicht in den 60igern schon Beckenbauers Hausmüll durchsucht, in der Hoffnung etwas zu finden, worüber sie schreiben können? Mich hat das mit dem Papierkorb nicht überrascht. Und dass Löw sowas aufgreift ..

    Der Löw redet doch nur über die Nebensachen (Hymnen, Memmen, Pullover usw), damit er über das Eigentliche – und wir wissen alle was das ist – nicht reden muss.



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