War da was?

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Während ich so durch die Gegend rumliege, dräut es mir, dass doch heute Fußball in irgendeiner Form stattgefunden haben soll. Klar, auf zahllosen Fußballplätzen und Wiesen ohnehin, aber auch der Profifußball hat sein erstes „Pflichtspiel“ abgehalten. Die Bundesliga ruft, und die Massen strömen. Schlappe 15.000 Menschen konnten das nötige Interesse aufbringen, sich heute den Doppelspieltag des „Ligapokals“ in Düsseldorf anzusehen. Beim zweiten Spiel waren es ein paar mehr, denn um 18h kamen die ersten schon vom Schwimmen am See zurück.

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Hätte genauso gut auf dem Vorplatz der LTU-Arena neben den ganzen Freizeitfußballern stattfinden können: der Ligapokal

Passend zur sommerlichen Atmosphäre im Lande demonstrierten die Fußballer dann, dass sie das Spiel nicht wirklich ernst nahmen und legten eine Trinkpause Mitte der ersten Halbzeit ein. Ich will mich (mal wieder) nicht zum Gralshüter der Sportlichkeit aufschwingen, aber so ein Signal kommt eben an beim Publikum: Hey, das ist gar kein richtiges Spiel. Es ist nur so. Wir kicken ein bißchen rum, nach dem Spiel gehen wir vielleicht noch am Rhein grillen. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass unmittelbar nach 90 Minuten das Elfmeterschießen folgte, Verlängerung, nein, es ist wirklich zu heiß heute für 120 Minuten.

Am Reglement sind die Spieler zwar nicht schuld. Dass sie für solche Spiele nicht höchstmotiviert sind, ist ebenfalls nachvollziehbar. Warum aber muss man diesen Partien — die offensichtlich sportlich wertlos sind und nicht mal von den Beteiligten selbst ernst genommen werden — dann einen offiziellen Anstrich verpassen und solche lächerlichen Rumknickereien „Ligapokal“ nennen? Ah, okay, hört sich besser an. Der Fußball wird dadurch aber nicht spannender. Nennt das Kind doch bitte einfach wieder beim Namen: „Vorbereitungsspiel“.

5 Kommentare

  1. So ein Titel ist so wichtig, wie man ihn nimmt bzw. für sich definiert. Noch schwachsinniger ist ja die Geringachtung des UI-Cups, denn der ist ein internationaler Wettbewerb und der nach unten fortgesetzte UEFA-Pokal. Und den Liga-Pokal könnte man sehr wohl als DFB-Pokal der Elite verstehen, ohne daß wirklich gute Mannschaften durch eine zufällige Niederlage gegen Schwachmathen zu früh ausscheiden.
    Also ich fiebere lieber als daß ich gähne!

  2. Mit dem Ligapokal, UI-Cup usw. ist es wie mit Austern: Zu viel davon ist einfach ungesund! ;-)

  3. Schönes Foto!

  4. @Spundflasche

    „Noch schwachsinniger“ – Du meinst also, dass es keine gute Idee ist, den Ligapokal geringzuachten? Ich finde, ein „Wettbewerb“, an dem überhaupt nur 6 Mannschaften teilnehmen, von denen zwei sogar erst im Halbfinale in diesem Wettbewerb beginnen, ist den Namen nicht wert. Einzige Ausnahme von dieser Einstellung, die ich gelten ließe, waren/wären der Weltpokal und ein nationaler Supercup, der jeweils nur aus einem Spiel bestand/besteht. Allerdings ist die Qualifikation dorthin ja auch eine, die aus mehr Spielen besteht.

    Ich finde es eher noch wat jammers, dass man tatsächlich so dreist war, den Europapokal der Pokalsieger abzuschaffen. Hach, ich darf da gar nicht weiter drübernachdenken, dann bin ich schon schnell wieder bei meinem von vielen als reaktionär angesehenen Champions-League-Hass. Jedenfalls finde ich es ärmlich, nur weil keiner mehr zuguckt, einen Pokalwettbewerb abzuschaffen.

    Wo sonst konnten tatsächlich auch mal unbekanntere Mannschaften (um nicht von den „kleinen“ reden zu müssen) einen Europapokal gewinnen? Okay, früher auch im UEFA-Cup.

    Wie auch immer, einen „DFB-Pokal der Elite“ ist das letzte, was der aktuelle Fußball braucht, denke ich. Der Bogen in Richtung Monokultur der gewinnenden Vereine ist ohnehin schon fast überspannt. Und das ist kein populistisches Horn, in das ich hier tute, es ist eine Tatsache.

  5. Pingback: strafstoss.net » Bremen gewinnt Ligapokal, aber keiner hat’s gesehen



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