Zum Inhalt springen

Monat: August 2007

Spiel 77

Schwuppis, unite and take over. Was soll das, dass Andreas Görlitz jetzt als Rückennummer die 77 trägt? Wie wäre es mit dem kompletten Geburtsdatum als Rückennummer: „Mit der Nummer 170681 läuft heute auf: Andreas — Arschloch“?

Ich fordere eine Rückkehr dazu, Rückennnummern nur nach der Anzahl der in einem Kader vorhandenen Spieler zu vergeben. Kommt während der Saison ein neuer Spieler hinzu, nimmt er eben die nächsthöhere Nummer oder im Falle eines Ausscheidens eines anderen Spieler dessen alte Nummer. Diese Spielereien mit den Rückennummern sind infantil und eine Respektlosigkeit gegenüber den Bräuchen und Riten im Fußball.

Wer sich dieser Forderung anschließen möchte, unterschreibe diese, meine Petition in den Kommentaren.

18 Kommentare

Weserstadion, Platz 11

Es klingt ein wenig nach Wimbledon, wenn die II. Mannschaft von Werder Bremen ihr Pokalspiel gegen den 1. FC Köln auf „Platz 11″ austrägt. 4000 Zuschauer sind da, mehr Leute wollen die Kölner nicht sehen.

Trainer beim 1. FC Köln ist übrigens ein gewisser Herr Messias, den wir doch schon seit 1974 Jahren tot wähnten. Seine Kräfte scheinen geschwunden zu sein: 2:2 nach 90 Minuten, jetzt geht es in die Verlängerung. Womöglich gewinnt Dr. No langsam die Überhand.

2 Kommentare

Das tut Wehen

Drei rote Karten, eine gelb-rote, und der Favorit gewinnt nur wegen zweier Foulelfmeter mit 2:1.

1 Kommentar

Ribbeck, ran und die Richtmikrofone

Frei nach der Melodie von „Robbie, Tobbie und das Fliwatüt“.

Ganz so tagesaktuell geht es hier ohnehin nicht zu, ein bisschen Rückblick kann auch nicht schaden. Da bleibt natürlich die Frage: Was macht eigentlich Ihr Handicap, Herr Ribbeck? Um genauer zu sein, müsste man sagen: „Was machte damals eigentlich Ihr Handicap, 1998, als Sie Berti Vogts beerbten?“ Er beantwortet es uns in oben verlinktem Interview.

Man hat es noch im Bein, wie das damals war, man kann aber kaum glauben, dass es wahr war, was damals wahr war. Was geschah.

1 Kommentar

Ich bin eine Bank

Und Wikipedia schreibt zu „the“ L. A. Galaxy:

Los Angeles Galaxy ist ein US-amerikanischer Fußballverein aus Los Angeles.

Kursivstellung von mir.

Einen Kommentar hinterlassen

Das Hui Buh des Bundesliga-Fußballs

Jenes „Who is Who“ findet sich in der Geschichte von Bayer Uerdingen. In der Geschichte des KFC Uerdingen jedenfalls findet es sich nicht. Wenn man aber liest, wer alles schon bei Bayer Uerdingen spielte, bevor es ihn zu größeren Vereinen zog, dann kann man schon eine ordentliche Bundesliga-Elf zusammenstellen (und die weniger bekannten Namen sind jetzt noch rausgestrichen):

Oliver Bierhoff
Rudi Bommer
Manfred Burgsmüller
Stéphane Chapuisat
Bernd Dreher
Holger Fach
Wolfgang Funkel
Friedhelm Funkel
Sergej Gorlukowitsch
Jan Heintze
Siegfried Held
Matthias Herget
Simon Jentzsch
Stefan Kuntz
Brian Laudrup
Marek Lesniak
Erik Meijer
Stephan Paßlack
Wolfgang Rolff
Wolfgang Schäfer
Ludger van de Loo
Marcel Witeczek
Claus-Dieter Wollitz

Herausstechend natürlich: Brian Laudrup und Stephane Chapuisat. Aber auch mit dem anderen Gemüse hätte man zur jeweiligen Zeit durchaus etwas reißen können. Wer wusste schon, dass Stefan Kuntz mal in Uerdingen spielte, von Manfred Burgsmüller ganz zu schweigen?

Grundsätzlich wäre das nicht erwähnenswert: Wer hat nicht schon alles bei Bayern München gespielt? Mindestens das Hans Clarin des Bundesligafußballs. Wer hat nicht schon alles bei Borussia Mönchengladbach gespielt? Eine ganze Menge fähiger Leute, würde man meinen und läge damit nicht falsch.

Im Falle von Bayer Uerdingen ist es aber erwähnenswert ist, weil Bayer Uerdingen nie über den Status der kleinen Stiefschwester von Bayer Leverkusen hinauskam. Und ja, ich weiß, dass früher beide Vereine gleichberechtigt nebeneinander existierten und auch mit ähnlich hohen Beträgen vom Konzern gefördert wurden. Dass Uerdingen aber neben einem Pokalsieg nur diverse Aufstiege in seiner Erfolgsliste aufführen kann, sagt doch alles, wenn nicht noch mehr.

7 Kommentare

Bela Réthy, es ist Schluss mit uns

Dieses Marktschreierische beim Sportberichten ist einfach Scheiße. Ganz übel wird mir, wenn ich Menschen in diesem Beruf mittels meiner Ohren vernehmen muss, die jede verdammte Silbe betonen, als ginge es ums Überleben der Menschheit (gerne gepaart mit dem mehrfachen Wiederholen ein und desselben Satzes, um ihm noch mehr Gewicht zu verleihen, als wäre ich dumm Schrägstrich taub).

„Da macht er das Tor zum zwei zu drei. Da-macht-er-das-Tor-zum-zwei-zu-drei. DA-MACHT-ER-DAS-TOR-ZUM-ZWEI-ZU-DREI.“

Entschuldigung, aber ich bin nicht taub und habe den Satz schon beim ersten Mal verstanden. Ihn ständig zu wiederholen, bedeutet nur, dass der Kommentator außer dieser offensichtlich feststehenden Tatsache nichts weiter zum Ereignis zu sagen hat.

Insofern gefällt mir aktuell eh keiner, der im Fernsehen Fußball kommentiert. Nennt mich altbacken, aber ich mag Ernst Hubertys Stil. Da atmet das Spiel, da erlebt man den Moment, und jeder Musiker weiß doch, wie wirksam eine Generalpause ist.

Was soll das Geschreie, das inflationäre Benutzen von Superlativen etc.? Nix anderes als mich für dumm verkaufen soll es. Und einen, der rumkrakeelt und -bölkt brauche ich nicht, um die Spannung eines Spiels zu empfinden. Solch ein Gebahren ist vergleichbar mit den Einklatschermelodien beim Eishockey: Hey, Zuschauer, Du bist eh zu beschäftigt mit Deinen Wurstbroten, es ist gerade etwas passiert.

Beim Heimweg, mit der Bahn über den Rhein fahrend, ist mir heute zudem aufgefallen, dass ich selbst die angenehme Ausnahme von den Marktscheiern, Bela Réthy, nicht mehr hören kann. Das hat aber andere Gründe als das oben Gesagte. Es gibt wohl kaum einen typischeren Beitrag von Bela Réthy als:

(Man sollte dazu unbedingt Réthys Stimme im Kopf mitlaufen lassen.)

„Auch die Schotten haben heute morgen noch den Rasen getestet. Ja, sie sind extra heute früh zum Stadion gefahren. Dabei ging es recht lustig zu, der junge McAtyre wurde von seinen Kollegen in die falsche Kabine geschickt. Der schottische Trainer William Wallace sagte dazu, dass das nur den Mannschaftsgeist stärke. Wollen wir hoffen, dass McAtyre wenigstens rechtzeitig zum Anstoß auf dem Platz sein wird.“

Wobei er das Wort „auch“ irgendwie anders ausspricht, als es deutsche Muttersprachler für gewöhnlich tun … leicht verhüstelt, verhaspelt. Er sagt nicht „auch“, sondern eher ein „au[x]chhh“, was natürlich eine Form von Markenzeichen für ihn ist. Mit jedem Mal mehr finde ich es aber fürchterlicher, genau dieses Markenzeichen zu hören. Es hat sich überlebt. Es-hat-sich-überlebt. ES-HAT-SICH-ÜBERLEBT.

Richtig Sorgen werde ich mir erst machen, wenn ich auch Manni Breuckmann nicht mehr hören kann, so weit ist es aber noch nicht.

3 Kommentare