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Monat: Dezember 2007

Francky, i hol di mit mein Traktor ab

Der Mann kann wirklich alles: Bösewicht bei James Bond spielen, dementsprechend Golfbälle mit seinem enormen Kiefer zertrümmern, mit Fußbällen in der Luft schwebend tolle, spielentscheidende Tricks vollführen und — Trekker fahren.

Lothar Matthäus hofft allerdings — nach der Versöhnung mit Uli Hoeneß — dass er als kommender Greenkeeper nach solchen Aktionen Riberys nicht den Rasen wieder in Ordnung bringen muss.

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Alleinstellungsmerkmal

Aus dem Lexikon der Dingsbumsologie:

Als Alleinstellungsmerkmal, veritabler Kundenvorteil (engl. unique selling proposition, USP) oder Komparativer Konkurrenzvorteil wird im Marketing und in der Verkaufspsychologie das Leistungsmerkmal bezeichnet, mit dem sich ein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt.

Rekordelfmeterschütze.

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Korn, Bier, Schnaps und Wein: Pikantere Details von Mario Basler

Pikanter jedenfalls als das, was gemeinhin bekannt war: Dass er ein bisschen raucht und ein bisschen sehr gerne Bier trinkt.

Was das Archiv der Berliner Zeitung hergibt, ist dann allerdings doch noch mal eine Spur härter. Von an einem Abend verzockten Halbmillionenbeträgen, von exorbitanten Trinkgeldern und von noch ein paar Rum-Cola nach den Bieren und vor allem, hach, herrlich, zotigen Sprüchen über Frauen im Allgemeinen und im Besonderen. Aber lest selbst, die Liste dessen, was die Detektive des FC Bayern gesammelt hatten, ist so lang, dass sie hier schon fast den Rahmen sprengen würde.

Jedenfalls hat es mein Bild über das Ausmaß des Proletentums Baslers drastisch gewandelt: Basler, der Harald Juhnke des deutschen Fußballs.

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Treehugger jetzt auch auf Schalke

Helmut Schulte ging nach, wie die WELT berichtet, „der schwersten Prüfung seines Lebens“, als ihm nämlich ein Baum auf den Kopf bzw. das Dach seines Autos und eben nicht auf seinen Kopf fiel, Monate später zu diesem Baum und schloss ihn in seine Arme:

Mit seinem eigenen Trauma wird der 50-Jährige regelmäßig konfrontiert, weil er nahezu täglich über die Ruhrallee fährt und das etwa fünf Meter lange Baumreststück am Straßenrand wahrnimmt. Drei Monate nach dem Unfall stieg er sogar aus, um sich von seiner Frau triumphierend auf dem Baum fotografieren zu lassen. Ein Freund hatte ihm zuvor einen Pokal mit der Aufschrift „Ich habe Kyrill überlebt“, geschenkt, doch im Angesicht der Äste überkam ihn ein schlechtes Gefühl. „Plötzlich gewann ich die Erkenntnis, dass der Baum starb, aber mich am Leben ließ. Er wollte nicht fallen, Schuld hatte der Wind“, erzählt Schulte, der schließlich die Buche für das Foto in seine Arme nahm: „Eigentlich sind Bäume doch meine Freunde.“

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Entwaffnend gute Frage

Es gibt keinen aktuellen Anlass, davon zu berichten. Es kam nur gerade in den Sinn, wie herrlich entwaffnend Kevin Kuranyi nach seinem Comeback in der Nationalelf sagte, dass er viel gelernt habe durch die Nichtnominierung für die WM.

Auf die Rückfrage, was er denn genau gelernt habe, antwortete er verschmitzt grinsend: „Gute Frage.“

Wünschenswert wäre, dass all die vor sich hin palavernden Gurus auch mal so ehrlich antworteten, wenn sie zu einem Fußballthema befragt werden. Am besten sollte man gar nicht mehr über Fußball sprechen, so lange man keine weiteren Erkenntnisse Loy’scher Qualität gewonnen hat.

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KFC Uerdingen: Vielleicht doch nicht ganz so ewig, sein 7:3

Das Spiel selbst wird „ewig“ bleiben, der Klub vielleicht nicht. Wie Herr Wieland berichtet und ich selbst ebenfalls kürzlich erwähnte, steht der KFC Uerdingen kurz vor der Pleite. Bis zum 15.1. müssen 150.000 Euro aufgetrieben werden. Dazu haben sich ein paar selbsternannte Retter eine Aktion ausgedacht, bei der 1000 Personen jeweils 100 Euro spenden sollen, der Rest des Geldes soll durch die Erlöse zweier Freundschaftsspiele zusammen kommen. [1] Die Url dieser Gruppe von Leuten lautet Tradionsretter.de, was mich irgendwie kaum von den Socken haut. Nur weil etwas Tradition hat, muss man es noch lange nicht bewahren. Außerdem bin ich der Auffassung, dass man die 100.000 Euro lieber mir spenden könnte statt so etwas Abstraktem wie einem Fußballverein, dennoch unterstütze ich die Aktion mit einem Verweis auf selbige, nicht ohne mir zähneknirschend einzugestehen, dass ich ohnehin nicht so viele Fans habe wie der KFC Uerdingen.

Also, auf, auf, gerade jetzt nach Weihnachten sitzt das Geld doch so locker, und gespendet. Was sind schon 100 Euro gegen die Qualen, die die Fußballstadt Krefeld, die eigentlich ohnehin eine Eishockeystadt ist, seit Jahren erleidet und noch erleiden müsste, wenn es den KFC Uerdingen nicht mehr gäbe. Immerhin sah ich das erstes Profifußballspiel meines Lebens in jener Grotenburgkampfbahn, die als eins der wenigen Stadien noch seine Eigenheiten (eine Kurve gerade, eine Kurve kurvig) bewahrt hat.

Zu besagtem 7:3, kürzlich noch bei den 11 Freunden als das beste Fußballspiel aller Zeiten gewählt, gibt es heute in diesem komischen Anachronismus namens Fernsehen ein „Special“, ab 16.45h im WDR, das von der FAZ als außerodentlich sehenswert empfohlen wird.

Nicht ganz so hörenswert dazu ist die Audiogalerie in der ARD, in der Wolfgang Funkel und Karl-Heinz Feldkamp jeweils äußerst knappe Statements zum Spiel abgeben. Trainer Feldkamp sagt, dass die Strategie vor allem daraus bestand, „alles zu geben, den Gegner 90 Minuten lang zu beschäftigen“.

Spielt Galatasaray nicht Champions League?

[1] Wer auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet die beiden größten Zuschauermagneten der hiesigen Steppe, den MSV Duisburg und Rot-Weiß Oberhausen, als Rettungsgegner zu verpflichten, der … möge sich doch mal bei mir melden, er könnte mir eventuell bei der Doktorarbeit zum Thema „Verzerrte Wahrnehmungen, Realiätsentfremdung und Wunschdenken unter Fußballanhängern“ weiterhelfen.

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Hunde, wollt ihr ewig leben?

Man weiß nicht, was die wahren Hunde antworteten, würde man sie fragen.

Wahrscheinlich eher „nein“, sofern ihnen klar wäre, was ewig zu leben bedeutete. Um eine solche Antwort zu geben, müsste man als Hund aber erst mal einen Begriff davon haben, was es denn bedeuten könnte, zu leben.

Zweitens müsste man als Hund einen Begriff davon haben, was Ewigkeit bedeutet. Ich denke, beides zusammen ist zu viel verlangt. Vielleicht könnten Hunde gerade noch verstehen, dass sie leben, andere Lebewesen hingegen nicht oder nicht mehr.

Aber: Ewigkeit, wie soll man das einem Lebewesen erklären, dass weder eine Agenda hat noch ein Handy mit Kalenderfunktion? Das — arme — Lebewesen wüsste sich doch da gar keine Vorstellung von Ewigkeit zu machen. Und wäre zwangsläufig mit dieser Wahl überfordert.

Soll ich jetzt ewig leben oder nicht? Man müsste, naja, es sei mir verziehen, ewig auf die Antwort warten.

Deshalb müssen wir klar sagen: Schweine hätten mit dieser Antwort keine Probleme. Die wüssten erstens ganz klar: Ja, wir wollen leben (jedenfalls länger als bis zum nächsten Schlachthof-Termin) und wenn es sein muss auch ewig (im Notfall könnten sie dann die Weltherrschaft an sich reißen).

Wer mir bis hierher folgen konnte, wird demgemäß auch sofort unterschreiben, dass wir Robert Enkes tolle Hunde-Rettungsaktion eigentlich nur für den Arsch (respektive Sch(w)eine-Nacken, Brezel oder Putenschnitzel) finden: überflüssig.

Warum sollte man Hunde retten, Schweine aber zu Tausenden (zu Lebenszeiten) fressen?

Das ist vielleicht einfach Geschmackssache, aber da muss man nicht extra ne Aktion für Hunde machen. Sondern für Schweine. Also für die Schweine, die die Tiere essen. Wobei das alles jetzt schon ein bisschen kompliziert wird.

Schweine wollen jedenfalls tendenziell genauso häufig ewig leben wie Hunde. Nur die Hunde, die verstehen nicht, was sie damit eigentlich verlangen. Die Schweine schon.

Robert Enke hingegen, da weiß man nicht.

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4-4-2: Freunde der Rechtschreibung

Aus der aktuellen „Four-Four-Two“:

„Bisherige Tuniere“

(Rechtschreibfehler aus dem Original)

Außerdem:

„Wenn Hitler 1938 einem Attentat zum Opfer gefallen wäre, würden nur wenige zögern, ihn einen der größten Staatsmänner der Deutschen, vielleicht den Vollender ihrer Geschichte zu nennen.“

Joachim Fest in der Four-Four-Two, dabei wird er allerdings ähnlich kritisch behandelt wie hier, weshalb ich mich auch ausdrücklich schäme. Zu viel heiße Luft, zu wenig Gehalt.

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Moderne Psychopharmaka und ein bisschen Selbstbetrug

In der Reviersport lesen wir:

„Er macht einen guten Job. Die Zusammenarbeit klappt wunderbar“, sagte Völler im Express-Interview über Löw.

Wirken die Tranquilizer endlich?

Außerdem äußert sich der kluge Völler über den Einstieg von „Großinvestoren“:

[…] Um diesen Status quo zu ändern, sollte man nach Meinung von Völler aber nicht den Fehler begehen, Großinvestoren in die Klubs zu holen: „Das könnte man. Aber man muss auch auf die Gefahr hinweisen. Was passiert, wenn ein Abramowitsch bei Chelsea von heute auf morgen aufhört? Dann bricht alles zusammen.“

Das ist zwar richtig, nur vergisst Völler dabei die eigenen Verhältnisse in Leverkusen. Man frage nach beim KFC Uerdingen, ehemals Bayer Uerdingen, einst Bundesligist, nun fast pleite in der Oberliga.

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Christoph Metzelder auf dem Güterbahnhof?

Während sich alle Welt, nicht nur die WELT, aber auch, fragt, ob denn ein Torhüter, der kein Stammspieler ist, überhaupt in der Nationalmannschaft das Tor hüten dürfe, hat Christoph Metzelder seit dem 11. Spieltag keinen Einsatz mehr für Real Madrid absolviert. Dennoch fragt sich niemand und schreibt auch niemand darüber, ob denn ein Innenverteidiger, der kein Stammspieler ist, in der Nationalmannschaft das Innere verteidigen dürfe.

Wir sagen: gut so.

Der Einfluss von Spielpraxis ist ähnlich überbewertet wie Christoph Metzelder selbst.

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Freestyle Football

Erwähnte ich schon, dass diese Sperenzken mit hinterm Rücken rum und vorne am Bauch lang und dann die Elle langjongliert und wieder mit dem Nacken aufgefangen, mit der Hacke ins Nasenloch gespielt und dann mit der Stirn auf den kleinen Finger getickt, von dort wieder auf den Beckenkochen, zurück zu Tante Julia, wieder aufgenommen, drei Mal hoch und drei Mal runter, dass dieser Quatsch mich nicht die Bohne interessiert und für mich auch nix mit „Fußball“ zu tun hat?

Gut.

Dann brauch ich es ja heute nicht zu erwähnen.

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