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Autor: Trainer Baade

Jörg Berger über seine Flucht aus der DDR

Jörg Bergers Grab befindet sich auf einem Friedhof in Duisburg-Rahm, im Süden der Stadt, Nähe Düsseldorf. In Duisburg war er auch verstorben.

Einige Zeit vor seinem Tod hatte er MDR von seiner Flucht aus der DDR berichtet und was diese für Konsequenzen mit sich brachte.



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Ganz schön krank

Es begann alles an jenem Tag, an dem mein Hirntumor festgestellt wurde. Von da an war verständlicherweise nichts mehr so wie vorher und es würde auch nie wieder so sein. Dabei lag das eben nicht an den Auswirkungen des Hirntumors, sondern daran, dass man, wenn man einmal gesehen hat, nicht mehr so tun kann, als hätte man nicht gesehen, so sehr man sich auch bemüht.

Der Hirntumor war von mir selbst diagnostiziert worden. Die Diagnose war falsch, wenn auch nicht total falsch. Nach dem Aufwachen war mir sofort klar geworden, dass in diesem Moment mein letzter Tag gekommen war. Tatsächlich reihten sich dann immerhin noch so viele weitere an diesen verdammten einen Tag, dass sie ausreichten, die folgende Geschichte zu erleben und später sogar noch zu erzählen.

Wenn man an einem x-beliebigen Sonntag aufwacht und in seinem Bett liegt, ist die Wahrscheinlichkeit als männlicher Bewohner der westlichen Hemisphäre, das ist eine kulturelle, hoch, dass man einen Kater haben würde, den man bis in die frühen Abendstunden des Tages hineintragen würde, sofern es nicht ohnehin schon Abend wäre. An diesem Tag war es nicht abends, es war auch nicht Sonntag und also war es auch kein Kater.

Irgendetwas musste diese schrecklichen Schmerzen in meinem Gehirn allerdings ausgelöst haben, und wenn Männer jüngeren Alters etwas ernsthaft als Schmerzen bezeichnen, dann müssen dessen Ausprägungen ziemlich intensiv sein. Ich rief sofort, nach einigen Stunden Haderns mit den Realitäten eines Hirntumors, einen befreundeten Menschen an, der in die Apotheke geschickt wurde mit dem Auftrag, „irgendetwas gegen Hirntumor“ zu besorgen, er möge sich beeilen, denn wenn er das nicht täte, würde er wohl sein Geld für die Medikamente gegen Hirntumor nicht zurückbekommen, weil ich ohne Medikamente bis zu seinem Eintreffen verstorben sein würde.

Dem Apotheker war es zu verdanken, dass nur etwa zweieinhalb Stunden nach Aufwachen, Bemerken der Schmerzen und innnerlich mit dem Leben Abschließen, Dankbarkeit empfinden, dass man es so lange überhaupt hatte leben dürfen und schließlichem Wiedereintreffen der profanen Realität vergangen waren. „Stirnhöhlenentzündung“ lautete die Ferndiagnose des Apothekers, nachdem ich die Symptome ins Telefon geflüstert hatte; Sie verstehen, die Schmerzen.

Die mitgebrachten Medikamente bestanden also aus den schärfsten Präparaten, die man in Deutschland ohne Rezept kaufen kann, schließlich erhält man ohne persönliche Besuche beim Arzt kein Rezept und genauso natürlich konnte ein Hirntumorkranker, beinahe -toter nicht an seinem letzten Tag seine Zeit auch noch damit verschwenden, in Wartezimmern von Ärzten den Stern zu lesen, ergo gab es kein Rezept und ebenso ergo erschien der befreundete Apothekengänger also mit ein paar Kopfschmerztabletten, etwas Inhalationstropfen und einer Packung Taschentücher, welche bekanntlich noch immer gegen Hirntumore geholfen hatten.

Aber es ging ja auch nicht mehr um einen Hirntumor, was nach einigen Momenten Abschiednehmen vom eigenen Drama dann auch akzeptiert werden konnte, sondern um Stirnhöhlen. Stirnhöhlen, das klingt spannend, als gäbe es bei einer Höhlentour etwas zu entdecken. Tatsächlich ist es heimtückisch und hinterhältig, weil niemand die schlimmen Kopfschmerzen, die sie bewirken, sehen kann, dabei ist man tatsächlich krank und vor allem rund um die Uhr überproportional gereizt, ohne dass man das normalerweise dazu gehörige Mitleid erhält, welches kranken jungen Männern eigentlich in besonders großen Dosen zusteht.

Am folgenden Wochenende stand eine Partie auf dem Speiseplan, die eigene Mannschaft gegen einen mehr oder weniger zufälligen Gegner, eine Heimpartie und sie würde eine besondere sein. Denn diese Partie sollte — technisch machbar war das schon lange, allein rafft man sich so selten auf — komplett aufgezeichnet und später sogar mit dem Gegner an einem anderen Abend zusammen angeschaut werden. Ein zweifelhaftes Vergnügen bei Amateurfußballern, die nicht mal genügend Luft für 90 Minuten haben, Stichwort die Regelung vom fliegenden Wechsel. Eigentlich hatte ich aber mitspielen wollen bei dieser Partie und als ich nur wenige Tage nach meinem Erwachen mit vermeintlichem Hirntumor ohne Sportkleidung um die Außenlinie strich, bekam ich eine erste Ahnung davon, wie es ist, krank zu sein, ohne dass einem dies angesehen werden kann. Es ist nicht schön, denn die Umwelt pendelt zwischen Ignoranz und Unterstellung eines Simulierens, ein dem Fußball ja nicht ganz so fern liegender Vorgang.

Die Partie wurde aufgezeichnet, eine aktive Teilnahme war dank der Stirnhöhlen nicht möglich und so erschien ich bei der später zusammen angesehenen Zusammenfassung nur als übel gelaunter Kauz im Bild, der um die Außenlinie herumstromert, sich nassregnen lässt und auf Zuruf ein paar Sekündchen lang ein künstliches Grinsen aufrecht erhalten kann, immerhin, dabei ist einem überhaupt nicht zum Lächeln zumute, wenn die eigene Mannschaft Fußball spielt und man selbst nicht teilnehmen kann.

Immerhin verlor die eigene Mannschaft mit zwei Toren Unterschied, welch ein Glück. Nichts wäre schlimmer als wenn die eigene Mannschaft gewönne, während man selbst verletzt oder krank draußen steht. Womöglich könnte Teilen der Mannschaft einfallen, dass man auch ohne diesen ja ohnehin kranken oder verletzten Typen an der Seitenlinie ganz gut Fußball spielen würde können. Und ihn folglich nicht mehr benötigte. Ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über seinen Körper und erst recht über den Zeitpunkt des Aussortiertwerdens.

So weit kam es dann glücklicherweise nicht, allerdings sollte es sich entscheidend auf den Fortgang der Geschichte auswirken, dass die Stirnhöhlenentzündung kam. Und blieb. Bis zum heutigen Tag ist sie nicht vollständig verschwunden, der Tag mit dem Hirntumor ist knapp dreieinhalb Jahre her und es verging kein einziger Tag mehr ohne Kopfschmerzen. Das ist aber nicht so schlimm, denn sie sind zwar unangenehm und hindern auch beim Denken, aber mehr auch nicht, in gewisser Weise. Es kommt ein bisschen Schnupfenartiges hinzu (nein, es ist kein Männerschnupfen) und so kann man sicher ganz gut damit leben. Was man aber nicht kann, ist Erschütterungen des Schädels gut aushalten, und bei welcher Tätigkeit des Menschen wird der Schädel erschüttert? Auch wenn es nicht die erste ist, die einem einfällt: Beim Laufen. Sagen wir besser beim Rennen.

Schlimmer als die Stirnhöhlenerkrankung an sich ist der Umstand, dass man nicht mehr Fußball spielen sollte. Man könnte es zwar noch, ohne gleich sein Leben zu riskieren, aber es wird von allen Seiten darauf hingewiesen, dass es besser sei, wenn man es nicht täte. Was dann wiederum weitere Folgen nach sich zieht, die schließlich im Titel des Textes münden. Womit wir bei der eigentlichen Geschichte angelangt wären.

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Die bescheuertsten Quiz-Fragen im Verlauf einer Fußballübertragung im Fernsehen

Man darf sicher sein, dass das Kreieren dieser Fragen ein hochdotierter und begehrter Job ist. Das wird nicht mal einfach so vom Praktikanten aus dem Ärmel geschüttelt. Siehe: Santa Claus vs Senta Berger. Nur absolute Assoziationstalente — wie man sie sonst in Sonderkommandos auf der Suche nach Serienmördern einsetzt — bekommen solche kruden Pfade der Gedanken hin.

 
Wie heißt der Weihnachtsmann in den USA?
Santa Claus
Senta Berger
 
Wer ist portugiesischer Meister?
SC Porto
SC Versandkostenfrei
 
Für welchen Namen steht die Kurzform Jupp?
Maria
Josef
 
Welche Tiere leben auch in der Antarktis?
Robben
Schweini(s)
 
Welcher Spieler wechselte vom FC Bayern zu AC Mailand?
van Bimmel
van Bommel
 
Wie heißt das Stadion des FC Barcelona?
Camp Nou
Betzenberg
 
Wie nennt man ein vorgetäuschtes Foul?
Schwalbe
Amsel
 
Wie wird der Strafraum auch genannt?
Sechzehner
Zwanziger
 
Auf welcher Insel liegt Limassol?
Zypern
Lummerland

Wir lassen uns überraschen, was die heißen Denker in den diversen Quizfragenausdenkteams in Zukunft noch alles zusammenassoziieren werden.

Dies war mal als fortlaufend zu füllender Beitrag gedacht, gerne mit Eurer Hilfe, aber mit dem SC Versandkostenfrei ist wohl ein nicht mehr zu überbietender Spitzenreiter für alle Zeiten gefunden.

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Freundschaftsspiel Deutschland — Brasilien 1981 in voller Länge

Das muss einfach mal gezeigt werden, denn es war die erste Partie, die ich live im Fernsehen sah. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Hashtag zu dem Thema, der letztens bei Twitter rumging. Hier also mein erstes Spiel im TV. Nehme mal an, dass ich damit einer der wenigen Glücklichen bin, dessen erstes Spiel noch in voller Länge bei youtube zu finden ist.



Full match als Video: Deutschland — Brasilien 1981, Freundschaftsspiel in Stuttgart, Neckarstadion.

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Cruyff ging, van Basten kam

Die Krönung der absolut nutzlosen Faktenhuberei — Stadienkapazitäten, Rückennummern, Spitznamen, Nebentätigkeiten oder besondere Hobbies im Fußball — ist wohl die Information, für welchen anderen Spieler ein Fußballer zu Beginn seiner Karriere eingewechselt wurde. Also noch sinn- und nutzloser geht es kaum. (Wenn jemand etwas Sinnloseres weiß: gerne.)

So wurde Lukas Podolski zum Beispiel bei seinem ersten Länderspiel für Fredi Bobic eingewechselt. Lothar Matthäus für Bernard Dietz. Irgendwo in Dänemark wurde mal der Sohn in seinem ersten Spiel überhaupt für den Vater eingewechselt.

Die Krönung der Krönung der absoluten Faktenhuberei ist es dann natürlich, wenn ein König im Spiel ist. In diesem Fall ist es König Johan, Cruyff um genauer zu sein. Der war am Beginn einer großen Karriere in der Funktion als Auswechselspieler beteiligt.

Die Überschrift verrät es schon, 1982 begann Marco van Bastens Profizeit als Einwechselspieler in einer Partie für Ajax Amsterdam gegen NEC Nijmegen, Endstand 5:0 für Ajax, ein Tor unter anderem durch eben jenen van Basten. Und das Feld verließ für Marco van Basten kein Geringerer als Johan Cruyff.

Also sinn- und nutzlose Zufälle gibt’s … die hätte man gar nicht gebraucht, stehen in keinem Zusammenhang, haben keinerlei weitere Bewandtnis — und sind damit genau richtig hier im Blog.

(Nutzlose Info entdeckt beim Tumblr vom Vintage Football Club.)

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Erinnert sich jemand an Kalle Del‘Haye? (Song)

via @laughingball

Natürlich erinnert sich jeder an Kalle Del‘Haye oder kann zumindest etwas mit dem Namen anfangen. Obwohl er eigentlich eher ein Fall für die Rubrik „Mit Legenden aufräumen“ wäre, wie man dieser Auflistung* entnimmt:

1980/1981 FC Bayern München Angriff 13/34
1981/1982 FC Bayern München Angriff 8/34
1982/1983 FC Bayern München Angriff 31/34
1983/1984 FC Bayern München Angriff 22/34

… erscheint er jetzt in jener Rubrik, in die auch das Toni-Schumacher-Lied von Knochenfabrik passt. Der Song ist von Marcus Wiebusch und entstammt einem Solowerk mit dem Namen „Hippiekacke“. Nunja.

* Okay, die letzte Saison sah dann so aus:

1984/1985 FC Bayern München Angriff 0/34, aber reicht wirklich eine Saison zur Legendenbildung? Anscheinend ja.

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Delling mit Schnörres

Auch beim NDR fließt ein wenig 11Freunde-Blut in den Adern und man widmet einen ganzen, wenn auch kurzen Beitrag den Modesünden früherer Moderatoren des „Sportclub“, mit dabei der im Titel erwähnte Delling mit dem im Titel erwähnten Gesichtsschmuck. Ansehen auf eigene Gefahr.

Man darf annehmen, dass sich das Ganze nicht im „Movember“ ereignete.

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Sommer Schule

Etwas merkwürdig mag es anmuten, hier extra eine Sommerpause anzukündigen, wenn die Tage in den letzten Monaten auf dieser Seite ohnehin mehrheitlich aus Pause bestanden. Doch diese Sommerpause wird eine besondere sein.

„Alles muss raus“, Sommerschlussverkauf schon Anfang Juli, bzw. den gesamten Juli hindurch, bei dem einfach mal alles aus dem Archiv gezogen werden muss, was sich so angesammelt hat, mehrheitlich Videos von schrägen oder schönen Dingen rund um Fußball, aber auch schon mal schlichte Links zu interessanten Texten, das alles wiederum hauptsächlich zu früheren Zeiten, wie es hier ja immer mehr überhand genommen hat. Alles, was sich so angesammelt hat, aber nie konkret einen Anlass fand, veröffentlicht zu werden.

Und weil heinzkamke letztens ja schon zurecht feststellte, dass wir mittlerweile des ständigen Wälzens in der Vergangenheit, vor allem der 1980er, so langsam aber sicher überdrüssig werden — ein Gefühl, eine Ansicht, welche man hier teilt — ist diese erstmalige offizielle Sommerpause im Blog eine gute Gelegenheit, den ja nichtsdestotrotz oft sehenswerten, aber dann auch genauso oft isoliert im Raum stehenden Zeitdokumenten noch mal zu etwas Öffentlichkeit zu verhelfen, ehe dann auch mal Schluss sein muss. Schluss mit dem ständigen Reenactment der eigenen Jugend und der Nabelschau durch die ohnehin ziemlich verzerrende Zeitmaschine.

Oder zumindest dürfte dann mal eine Phase folgen, die andere Zeiten in den Fokus rückt, vielleicht ja mal wieder die Gegenwart, ehe man in späteren Momenten vielleicht doch wieder Appetit auf die 1980er, 1970er oder ähnlich lange vergangene, aber nie endende, weil überall konservierte Zeiten bekommt. Für neuen Appetit muss man bekanntlich erst mal ein wenig abstinent sein. Gilt übrigens im Après-WM-Jahr auch für den Fußball an sich.

Langer Rede, kurzer Sinn: Hier ist erst mal keiner zu Hause, jetzt ist Urlaub angesagt, und dennoch werden mehr oder weniger täglich Beiträge erscheinen, ohne dass diese ein roter Faden verbände, abgesehen vom ganz großen Rahmen Fußball natürlich.

Viel Spaß damit und wir lesen uns wieder am 1. Spieltag der neuen Saison. Welcher Liga, wird allerdings nicht verraten. Gleich folgt dann auch schon das erste Schätzchen aus den Tiefen des Archivs.

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