Zum Inhalt springen

Autor: Trainer Baade

Goleo ist tot

Goleo ist tot, erschossen.

Das ist nicht wirklich traurig. So richtig gemocht hat ihn außer Pille und der Jim Henson Company ohnehin nie jemand. Trotzdem sollten wir kurz innehalten und seiner gedenken. Wie es zu diesem Drama kam, wie er sich lange Zeit umtriebig in unserer Republik bewegte, die Journalisten in Atem hielt, seinen Häschern immer wieder entwischte und schließlich doch gestellt wurde, die ganze Story von Anfang bis Ende lest Ihr hier [Link leider tot].

11 Kommentare

Nachts sind alle Katzen schwarz-rot-gold

Schlaue Bankräuber haben in Berlin eine Bank just zum Ende des Vorrundenspiels Deutschland — Ekuador überfallen. Im anschließenden Trubel nach dem 3:0 Sieg der deutschen Mannschaft waren sie in ihren schwarz-rot-goldenen Fanutensilien unter den Tausenden anderen jubelnden Fans nicht mehr auszumachen.

Wie uns versprochen wurde: Die WM im eigenen Land bietet finanzielle Vorteile auch für den kleinen Mann.

1 Kommentar

Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Und deshalb trage ich gerne Motti auf meinem Shirt. „Ich interessere mich nicht für Fußball“ [Link leider tot] ist so ein Motto. Es gibt aber bessere Zeitpunkte, dies kund zu tun, als im Sommer 2006 in Deutschland.

3 Kommentare

genial

Nein, ich rede nicht davon, dass Brasilien „nicht mehr“ genial ist, weil sie eben einfach nicht genial spielen.

Ich rede davon, dass man dieses Wort als Kommentator und Moderator jetzt bitte endlich aus seinem Wortschatz streichen soll. Nicht jeder Pass über 5,5 Meter, der auch ankommt und dabei zufällig gegen die eigene Laufrichtung oder durch die Beine des Gegners gespielt ist, ist genial.

Ab heute bitte dieses Wort nur dann benutzen, wenn etwas dem Wortsinne nach genial ist: Das kann per Definition nicht etwas sein, was man in jedem dritten Spiel sieht, wie ein Weitschusstor, einen Flugkopfball oder einen Übersteiger. Danke.

Einen Kommentar hinterlassen

Ich schaue gerne Werbung

Zur nicht so guten Leistung der Brasilianer gegen Ghana sagt Steffen Simon gerade vor dem 2:0 Folgendes:

„Das sieht in der Werbung alles ganz anders aus.“

Jetzt wissen wir endlich, wie Steffen Simon sich auf die von ihm zu kommentierenden Spiele vorbereitet: Er schaut Werbespots, in denen die teilnehmenden Spieler ein paar Kunststückchen machen. Danach wundert er sich, wieso das in einem richtigen Spiel, bei dem auch gegnerische Spieler teilnehmen, nicht alles so klappt wie in der Werbung.

3 Kommentare

Schon zum 15. Mal blitzt die Zahnlücke bei einer WM auf

Das muss doch nicht sein. Nach 5 Minuten schon macht Ronaldo das Rekordtor, sein 15. Tor bei Weltmeisterschaften.

Jaja, man muss auch jönne könne. Kann ich aber nicht in dem Fall, diese fiese Kartoffel war früher mal toll, heute begeistert er mich überhaupt nicht mehr. Reicht doch schon, dass Brasilien mit 5 Titeln Rekordsieger der WM ist, an Platz 1 der ewigen Tabelle liegt und es diese Massen von Erfolgsfrimpen gibt, die sich ein Brasilien-Trikot kaufen, ohne dass sie je einen Fußball Stadion von innen gesehen haben. Jetzt auch noch dieser Rekord für Brasilien. Ich bin beleidigt.

Einen Kommentar hinterlassen

Niemals geht man so ganz

Niemals geht man so ganz.

Es sei denn, man heißt Zidane und spielt heute gegen Spanien. Es ist auch langsam genug mit seinen verschiedenen „letzten Malen“: das letzte Mal als Vereinsspieler, das letzte Mal im Stade de France, das letzte Mal in Frankreich, das letzte Mal bei einer WM, das letzte Mal überhaupt.

Ich habe übrigens heute zum letzten Mal dieses Brötchen zum Frühstück gegessen. Morgen werde ich dasselbe noch mal tun, mit einem anderen Brötchen.

2 Kommentare

Ich bin allein auf diesem Planeten

Wo man hinschaut, alle fanden dieses Achtelfinale der Schweiz gegen die Ukraine langweilig, einschläfernd, fast eine Frechheit. Die neutralen — nehme ich an — Zuschauer in Köln pfiffen nach 45 und nach 90 Minuten, die Reporter (1. Halbzeit für mich: Béla Rèthy, 2. Halbzeit: Premiere-Hampelmann) überboten sich darin, das Spiel schlecht zu reden, bzw. es als schlecht einzustufen.

Der Guardian schreibt von einem „dull game“, Franz Beckenbauer und Josef Sepp Blatter langweilten sich auf der Tribüne so sehr, dass sie sogar vergaßen, dass sie sich nicht leiden können. In der Lokalität, in der ich das Spiel sah, war überhaupt keine Stimmung. Dieses Spiel wird zugegebenermaßen auch nicht in die Annalen der WM-Geschichte eingehen. Niemand (außer den Schweizern) wird sich in zwei Jahren noch an dieses Spiel erinnern, das ja angeblich so fürchterbar-grausam gewesen sein soll.

Ich aber sage (Jesajah, drittes Buch, vierter Vers): Im Gegensatz zum Spiel Portugal — Niederlande lief 120 Minuten lang der Ball flüssig, es gab kein Getrete und kein Gezerre, kein Zerpfeifen der Partie, es gab endlos lange, ununterbrochene Spielszenen, das Spiel wog hin und her, es gab zwei Lattentreffer und eine Reihe von großen Beinahe-Chancen, wir haben schöne kleine Tricks gesehen, gelungene Grätschen und ein Schweizer Publikum, das nicht müde wurde, seine Recken anzufeuern.

Wir haben Fußball gesehen, meine lieben Leute. Fußball ist so (ein Klugscheißersternchen für mich). Und ich bin froh, dass ich dieses Spiel sehen konnte, in voller Länge, mit einem eher unspektakulären Abschluss, aber mit einem Spielstand, der 120 Minuten lang alles für beide Seiten offen ließ. Ich möchte Spielszenen sehen, wie steile Pässe den berühmten Rudi-Völlerschen-Tick zu lang sind, wie im Mittelfeld auf engstem Raum kombiniert wird und wie an der Eckfahne im Eins-gegen-Drei versucht wird, den Einwurf für die eigene Mannschaft herauszuholen. Ich möchte sehen, wie sich das Spiel auf nur 50 Metern um den Mittelkreis herumbewegt, mit welcher Präzision die Spieler Pässe quer über den Platz spielen, wie Annahmen mit der Brust direkt von zwei Gegenspielern abgegriffen werden und wie ein Spiel davon lebt, dass es hier für beide Mannschaften um alles geht, die Spannung bis zur 120. Minute nicht aufgelöst wird.

Ihr wollt Tore sehen? Geht zum Handball. Das hier ist Fußball.

8 Kommentare

1965 gegründet…

1965 gegründet… Da bräuchte man vielleicht doch mal eine oder zwei neue Brillen. Nichtsdestotrotz weiß die FIFA, wie die Spiele ihres einzigen ernstzunehmenden Wettbewerbs ausgehen:

[photopress:screenshot_fifa.jpg,full,centered]

Einen Kommentar hinterlassen

WM ist …

…wenn man nach zwei Wochen das erste Mal wieder auf der Spiegel-Online-Startseite ist. Und nicht auf den WM-Seiten.

Einen Kommentar hinterlassen

Finde die nicht verwarnten Spieler

Ein kleines Gewinnspielchen, diesmal ohne zu gewinnenden Preis. Kann jeder zu Hause selbst lösen, es kostet allerdings ein bißchen Zeit. Finde alle nicht verwarnten Spieler:

[photopress:screenshot_arbeitsbeweis_schiedsrichter.jpg,full,centered]

1 Kommentar

Ohne Holland fahrn wir nach Berlin

Naja, ob „wir“ nach Berlin fahren, ist noch fraglich. Holland jedenfalls fährt nicht. Und offensichtlich habe ich mich hier wohl verhört. Es waren wohl doch die deutschen Zuschauer dieses Spiels, die die Überschrift dieses Eintrags gesungen haben. Hatte mich auch gewundert, wie akzentfrei das alles klang.

Immerhin sind die Holländer in einem Spiel ausgeschieden, das WM-Geschichte geschrieben hat: Zum ersten Mal gab es in einem WM-Spiel vier Platzverweise.

363 Kommentare